{"id":76627,"date":"2025-02-10T17:52:00","date_gmt":"2025-02-10T15:52:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76627"},"modified":"2025-02-10T17:52:00","modified_gmt":"2025-02-10T15:52:00","slug":"steuerlast-deutscher-unternehmen-im-internationalen-vergleich-zu-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerlast-deutscher-unternehmen-im-internationalen-vergleich-zu-hoch\/","title":{"rendered":"<strong>Steuerlast deutscher Unternehmen im internationalen Vergleich zu hoch<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<h3>Unternehmen im internationalen Wettbewerb benachteiligt<\/h3>\n\n\n\n<p>Steuern geh\u00f6ren zu den entscheidenden Standortfaktoren. Unternehmen, die in Deutschland aktiv sind und hierzulande Ausbildungs- und Arbeitspl\u00e4tze schaffen, sehen sich im internationalen Wettbewerb zunehmend benachteiligt. Ihre finanziellen und personellen Ressourcen werden durch hohe Steuern und B\u00fcrokratie weit st\u00e4rker beansprucht als in anderen L\u00e4ndern. W\u00e4hrend die steuerlichen Rahmenbedingungen in Staaten wie den USA oder \u00d6sterreich sukzessive verbessert wurden, besteht in Deutschland seit geraumer Zeit erheblicher Reformbedarf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirtschaft fordert daher, die Steuerbelastung auf Unternehmensgewinne von derzeit rund 30 Prozent auf ein international wettbewerbsf\u00e4higes Niveau von 25 Prozent zu senken. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Steuerlast f\u00fcr Unternehmen in den OECD-L\u00e4ndern liegt bei 23,6 Prozent, innerhalb der EU sogar nur bei 21,1 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h3>Notwendige steuerliche Reformen<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>1. Abschaffung des Solidarit\u00e4tszuschlags<\/strong><br \/>Ein erster Schritt zur Entlastung der Unternehmen w\u00e4re die vollst\u00e4ndige Abschaffung des Solidarit\u00e4tszuschlags. Das derzeitige Soli-Aufkommen von rund 12 Milliarden Euro wird \u00fcberwiegend von Unternehmen \u00fcber Einkommen- und K\u00f6rperschaftsteuer getragen. Seine Abschaffung w\u00fcrde die Wirtschaft erheblich entlasten und eine Gerechtigkeitsl\u00fccke schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Senkung des K\u00f6rperschaftsteuersatzes und Anrechnung der Gewerbesteuer<\/strong><br \/>Der K\u00f6rperschaftsteuersatz sollte schrittweise auf 10 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig w\u00e4re eine Anrechnung der Gewerbesteuer auf die K\u00f6rperschaftsteuer sinnvoll, um Doppelbelastungen zu vermeiden. F\u00fcr Personengesellschaften sollte der Steuersatz auf einbehaltene Gewinne von derzeit 28,25 Prozent auf 25 Prozent gesenkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Reform der Gewerbesteuer<\/strong><br \/>Mittelfristig sollte die Gewerbesteuer durch ein alternatives kommunales Steuersystem ersetzt werden. Ein solches System k\u00f6nnte eine kommunale Unternehmensteuer mit Hebesatzrecht f\u00fcr die Gemeinden beinhalten, um eine gerechtere Besteuerung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<h3>Mehr Liquidit\u00e4t durch schnellere Abschreibungen und bessere Verlustverrechnung<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine verbesserte steuerliche Abschreibungspolitik w\u00fcrde Investitionen und Besch\u00e4ftigung positiv beeinflussen. Wichtige Ma\u00dfnahmen in diesem Bereich sind:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Dauerhafte Einf\u00fchrung der degressiven Abschreibung<\/strong>, die aktuell Ende 2025 ausl\u00e4uft.<\/li><li><strong>Erh\u00f6hung der Wertgrenze f\u00fcr geringwertige Wirtschaftsg\u00fcter<\/strong> von derzeit 800 Euro auf mindestens 5.000 Euro.<\/li><li><strong>Vereinfachung der AfA-Tabellen<\/strong>, um unn\u00f6tige B\u00fcrokratie abzubauen.<\/li><li><strong>Bessere Verlustverrechnung<\/strong>, indem bestehende Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Verlustvortr\u00e4ge und -r\u00fccktr\u00e4ge vollst\u00e4ndig beseitigt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Investitionen im Ausland d\u00fcrfen nicht bestraft werden<\/h3>\n\n\n\n<p>Deutsche Unternehmen sind weltweit aktiv, doch das deutsche Steuerrecht behindert Auslandsengagements an vielen Stellen. Besonders problematisch ist die sogenannte <strong>Wegzugsbesteuerung<\/strong>, die eine sofortige Besteuerung von stillen Reserven bei einem Umzug ins Ausland vorsieht. Sinnvoller w\u00e4re es, diese Reserven erst zu besteuern, wenn die Steuerbasis tats\u00e4chlich das Land verl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem bestehen durch verschiedene Steuerreformen Doppelbesteuerungen. Beispielsweise f\u00fchren die neuen Anti-Missbrauchsvorschriften aus dem internationalen BEPS-Prozess (Base Erosion and Profit Shifting) in Kombination mit nationalen Mindestbesteuerungsregeln zu einer ungewollten Mehrfachbelastung der Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<h3>B\u00fcrokratieabbau als zentrale Herausforderung<\/h3>\n\n\n\n<p>Neben hohen Steuern leiden Unternehmen in Deutschland unter einer massiven B\u00fcrokratielast. Ein radikaler Abbau von Melde-, Dokumentations- und Berichtspflichten ist dringend erforderlich. Besonders zu nennen sind:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Vereinfachung der Anforderungen an elektronische Kassensysteme.<\/li><li>Lockerung der GoBD-Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten.<\/li><li>Schnellere Bearbeitung verbindlicher Ausk\u00fcnfte durch die Finanzverwaltung.<\/li><li>Digitalisierung und Vereinfachung von Betriebspr\u00fcfungen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Fazit: Deutschland braucht ein wettbewerbsf\u00e4higes Steuersystem<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein wettbewerbsf\u00e4higes Steuersystem ist essenziell f\u00fcr Wachstum, Arbeitspl\u00e4tze und Wohlstand. Nur durch gezielte Steuerreformen, eine Senkung der Unternehmenssteuern und einen konsequenten B\u00fcrokratieabbau kann Deutschland im internationalen Wettbewerb mithalten. Die Politik ist gefordert, jetzt zu handeln, um Unternehmen zu entlasten und den Standort Deutschland nachhaltig zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: DIHK<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmen im internationalen Wettbewerb benachteiligt Steuern geh\u00f6ren zu den entscheidenden Standortfaktoren. Unternehmen, die in Deutschland aktiv sind und hierzulande Ausbildungs- und Arbeitspl\u00e4tze schaffen, sehen sich im internationalen Wettbewerb zunehmend benachteiligt. Ihre finanziellen und personellen Ressourcen werden durch hohe Steuern und B\u00fcrokratie weit st\u00e4rker beansprucht als in anderen L\u00e4ndern. 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