{"id":76726,"date":"2025-02-25T17:12:28","date_gmt":"2025-02-25T15:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76726"},"modified":"2025-02-25T17:12:28","modified_gmt":"2025-02-25T15:12:28","slug":"steuerermaessigung-bei-den-einkuenften-aus-gewerbebetrieb-gem-%c2%a7-35-estg-grundlagen-anwendung-und-beispiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerermaessigung-bei-den-einkuenften-aus-gewerbebetrieb-gem-%c2%a7-35-estg-grundlagen-anwendung-und-beispiele\/","title":{"rendered":"<strong>Steuererm\u00e4\u00dfigung bei den Eink\u00fcnften aus Gewerbebetrieb gem. \u00a7 35 EStG \u2013 Grundlagen, Anwendung und Beispiele<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einleitung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steuererm\u00e4\u00dfigung nach \u00a7 35 EStG dient dazu, die steuerliche Belastung f\u00fcr Unternehmer und Mitunternehmer zu reduzieren, indem die Einkommensteuer um einen Anteil der gezahlten Gewerbesteuer gemindert wird. Im Folgenden werden die gesetzlichen Grundlagen, die praktische Anwendung und Beispiele zur Berechnung vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Anwendungsbereich<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steuererm\u00e4\u00dfigung nach \u00a7 35 EStG ist f\u00fcr unbeschr\u00e4nkt und beschr\u00e4nkt steuerpflichtige nat\u00fcrliche Personen anwendbar, die Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb erzielen. Dazu z\u00e4hlen Einzelunternehmer, Mitunternehmer von Personengesellschaften sowie pers\u00f6nlich haftende Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Die Regelung gilt erstmals f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2001 und in der ge\u00e4nderten Fassung des Unternehmenssteuerreformgesetzes 2008 f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2008.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Steuererm\u00e4\u00dfigung und Berechnung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steuererm\u00e4\u00dfigung betr\u00e4gt das <strong>3,8-fache des festgesetzten Gewerbesteuermessbetrags<\/strong> und ist auf die tats\u00e4chlich gezahlte Gewerbesteuer begrenzt. Die tarifliche Einkommensteuer wird nach Abzug von ausl\u00e4ndischen Steuern und weiteren Steuererm\u00e4\u00dfigungen als Bemessungsgrundlage herangezogen. Die Berechnung erfolgt wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Formel zur Berechnung des Erm\u00e4\u00dfigungsh\u00f6chstbetrags:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Beispiele zur Berechnung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Beispiel 1: Einzelunternehmer<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Unternehmer erzielt folgende Eink\u00fcnfte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gewerbliche Eink\u00fcnfte aus Betrieb A: 120.000 \u20ac<\/li><li>Verlust aus Betrieb B: \u201350.000 \u20ac<\/li><li>Eink\u00fcnfte aus Vermietung: 30.000 \u20ac<\/li><li>Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit: 20.000 \u20ac<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gewerbesteuermessbetrag betr\u00e4gt 3.000 \u20ac, die gezahlte Gewerbesteuer 10.000 \u20ac. Der Erh\u00f6hungsfaktor von 3,8 ergibt einen Anrechnungsbetrag von 11.400 \u20ac, begrenzt auf die tats\u00e4chlich gezahlte Gewerbesteuer von 10.000 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ergebnis:<\/strong> Die Steuererm\u00e4\u00dfigung betr\u00e4gt 10.000 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Beispiel 2: Zusammenveranlagung eines Ehepaars<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Eink\u00fcnfte des Ehemanns aus Gewerbebetrieb: 50.000 \u20ac<\/li><li>Eink\u00fcnfte der Ehefrau aus Gewerbebetrieb: \u201325.000 \u20ac<\/li><li>Eink\u00fcnfte der Ehefrau aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit: 10.000 \u20ac<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird nur der positive gewerbliche Gewinn des Ehemanns von 50.000 \u20ac ber\u00fccksichtigt. Bei einem Gewerbesteuermessbetrag von 2.000 \u20ac betr\u00e4gt die m\u00f6gliche Steuererm\u00e4\u00dfigung 7.600 \u20ac (2.000 \u20ac \u00d7 3,8), begrenzt auf die tats\u00e4chlich gezahlte Gewerbesteuer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ergebnis:<\/strong> Steuererm\u00e4\u00dfigung von 7.600 \u20ac.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Siehe auch <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Gewerbesteueranrechnung.html\">Rechner Gewerbesteueranrechnung<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. Auswirkungen von Billigkeitsma\u00dfnahmen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Falls das Finanzamt eine <strong>Billigkeitsma\u00dfnahme<\/strong> gem\u00e4\u00df \u00a7 227 AO oder eine <strong>Verj\u00e4hrung im Erhebungsverfahren<\/strong> gem\u00e4\u00df \u00a7 228 AO gew\u00e4hrt, bleibt dies <strong>ohne Einfluss auf die Berechnung der Steuererm\u00e4\u00dfigung<\/strong>. Die tats\u00e4chlich zu zahlende Gewerbesteuer wird weiterhin zur Ermittlung des Anrechnungsh\u00f6chstbetrags herangezogen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>5. Besonderheiten bei Mitunternehmerschaften<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der anteilige Gewerbesteuermessbetrag eines Mitunternehmers wird nach dem allgemeinen Gewinnverteilungsschl\u00fcssel aufgeteilt.<\/li><li>Vorabgewinne und Sonderverg\u00fctungen bleiben dabei unber\u00fccksichtigt.<\/li><li>Bei mehrstufigen Gesellschaften ist der anteilige Gewerbesteuermessbetrag durchzureichen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steuererm\u00e4\u00dfigung nach \u00a7 35 EStG bietet Unternehmern eine erhebliche Entlastung. Eine korrekte Berechnung und Dokumentation sind essenziell, um die Ersparnis voll auszusch\u00f6pfen. Insbesondere bei Mitunternehmerschaften oder komplexen Einkunftssituationen lohnt sich eine detaillierte Pr\u00fcfung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Bundesministerium der Finanzen, BMF-Schreiben vom 24. Februar 2009 (BStBl I S. 440), BMF-Schreiben vom 3. November 2016 (BStBl I S. 1187)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Die Steuererm\u00e4\u00dfigung nach \u00a7 35 EStG dient dazu, die steuerliche Belastung f\u00fcr Unternehmer und Mitunternehmer zu reduzieren, indem die Einkommensteuer um einen Anteil der gezahlten Gewerbesteuer gemindert wird. Im Folgenden werden die gesetzlichen Grundlagen, die praktische Anwendung und Beispiele zur Berechnung vorgestellt. 1. 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