{"id":76728,"date":"2025-02-26T16:26:26","date_gmt":"2025-02-26T14:26:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76728"},"modified":"2025-02-26T16:26:26","modified_gmt":"2025-02-26T14:26:26","slug":"fuenftelungsregelung-keine-anwendung-mehr-im-lohnsteuerabzugsverfahren-ab-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/fuenftelungsregelung-keine-anwendung-mehr-im-lohnsteuerabzugsverfahren-ab-2025\/","title":{"rendered":"<strong>F\u00fcnftelungsregelung: Keine Anwendung mehr im Lohnsteuerabzugsverfahren ab 2025<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die F\u00fcnftelungsregelung nach \u00a7 34 Abs. 1 und 2 EStG ist eine Steuerverg\u00fcnstigung f\u00fcr au\u00dferordentliche Eink\u00fcnfte, die die Belastung durch den progressiven Einkommensteuertarif abmildern soll. Ab dem Jahr 2025 wird diese Regelung jedoch nicht mehr direkt im Lohnsteuerabzugsverfahren ber\u00fccksichtigt. Was bedeutet das f\u00fcr Arbeitnehmer und Arbeitgeber?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grunds\u00e4tzliches zur F\u00fcnftelungsregelung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die F\u00fcnftelungsregelung kann f\u00fcr folgende Eink\u00fcnfte angewendet werden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Entsch\u00e4digungen<\/strong> als Ersatz f\u00fcr entgangene oder entgehende Einnahmen,<\/li><li><strong>Verg\u00fctungen f\u00fcr mehrj\u00e4hrige T\u00e4tigkeiten<\/strong>, wie zum Beispiel Jubil\u00e4umszahlungen oder <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/abfindung-steuer.html\">Abfindungen<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig: Die Regelung kommt nur dann zur Anwendung, wenn die Eink\u00fcnfte &#8222;zusammengeballt&#8220; zuflie\u00dfen, d. h., wenn sie in einem einzigen Steuerjahr anfallen und nicht kontinuierlich \u00fcber mehrere Jahre verteilt sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie funktioniert die F\u00fcnftelungsregelung?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steuer auf die au\u00dferordentlichen Eink\u00fcnfte wird nicht direkt auf die gesamte Summe berechnet, sondern zun\u00e4chst auf ein F\u00fcnftel des Betrags. Die daraus resultierende Steuer wird mit f\u00fcnf multipliziert. Dadurch kann in vielen F\u00e4llen die Steuerprogression abgemildert werden. Allerdings bleibt die Regelung ohne Wirkung, wenn der Arbeitnehmer bereits ohne die beg\u00fcnstigten Eink\u00fcnfte den Spitzensteuersatz erreicht hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abschaffung der F\u00fcnftelungsregelung im Lohnsteuerabzugsverfahren ab 2025<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zum Jahr 2024 konnten Arbeitgeber die F\u00fcnftelungsregelung bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren ber\u00fccksichtigen. Diese Regelung wurde jedoch mit dem <strong>Wachstumschancengesetz<\/strong> aufgehoben, sodass ab 2025 keine Tariferm\u00e4\u00dfigung mehr direkt beim Lohnsteuerabzug erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was bedeutet das f\u00fcr Arbeitnehmer?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Steuererm\u00e4\u00dfigung nach der F\u00fcnftelungsregelung bleibt grunds\u00e4tzlich bestehen, kann jedoch erst im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung geltend gemacht werden.<\/li><li>Arbeitnehmer m\u00fcssen also bis zur Steuererkl\u00e4rung auf eine m\u00f6gliche Steuerr\u00fcckerstattung warten.<\/li><li>Es kann zu einem Liquidit\u00e4tsnachteil kommen, da zun\u00e4chst mehr Lohnsteuer einbehalten wird.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Blick in die Lohnsteuerbescheinigung 2025<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Gesetzes\u00e4nderung wird die Lohnsteuerbescheinigung ab 2025 angepasst:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Eink\u00fcnfte f\u00fcr mehrere Jahre sowie Entsch\u00e4digungen werden weiterhin separat ausgewiesen.<\/li><li>Der Arbeitgeber ist jedoch nicht mehr verpflichtet, die m\u00f6gliche Beg\u00fcnstigung nach \u00a7 34 EStG im Rahmen der Lohnsteuerberechnung zu ber\u00fccksichtigen.<\/li><li>Die Entscheidung \u00fcber die Anwendung der F\u00fcnftelungsregelung erfolgt ausschlie\u00dflich durch das Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abschaffung der F\u00fcnftelungsregelung im Lohnsteuerabzugsverfahren stellt eine bedeutende \u00c4nderung dar. Arbeitnehmer m\u00fcssen k\u00fcnftig ihre Steuererkl\u00e4rung abwarten, um von der Steuerbeg\u00fcnstigung zu profitieren. Arbeitgeber wiederum werden entlastet, da sie nicht mehr pr\u00fcfen m\u00fcssen, ob eine erm\u00e4\u00dfigte Besteuerung f\u00fcr bestimmte Eink\u00fcnfte anzuwenden ist. Arbeitnehmer, die hohe au\u00dferordentliche Eink\u00fcnfte erhalten, sollten dies in ihrer Finanzplanung ber\u00fccksichtigen und sich gegebenenfalls beraten lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die F\u00fcnftelungsregelung nach \u00a7 34 Abs. 1 und 2 EStG ist eine Steuerverg\u00fcnstigung f\u00fcr au\u00dferordentliche Eink\u00fcnfte, die die Belastung durch den progressiven Einkommensteuertarif abmildern soll. Ab dem Jahr 2025 wird diese Regelung jedoch nicht mehr direkt im Lohnsteuerabzugsverfahren ber\u00fccksichtigt. Was bedeutet das f\u00fcr Arbeitnehmer und Arbeitgeber? 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