{"id":76734,"date":"2025-02-26T16:36:22","date_gmt":"2025-02-26T14:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76734"},"modified":"2025-02-26T16:36:22","modified_gmt":"2025-02-26T14:36:22","slug":"grundsteuer-fg-berlin-brandenburg-klaert-wichtige-auslegungsfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundsteuer-fg-berlin-brandenburg-klaert-wichtige-auslegungsfragen\/","title":{"rendered":"<strong>Grundsteuer: FG Berlin-Brandenburg kl\u00e4rt wichtige Auslegungsfragen<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<h3><strong>Hintergrund<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg hat in zwei aktuellen Urteilen vom 12. Februar 2025 (Az. 3 K 3090\/24 und 3 K 3107\/24) zentrale Fragen zur Auslegung des neuen Grundsteuerrechts entschieden. Dabei stand die verfassungsrechtliche \u00dcberpr\u00fcfung der Neuregelungen nicht im Fokus, sondern vielmehr deren Anwendung im Einzelfall.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Urteil 3 K 3090\/24: Einbeziehung von L\u00e4rmschutzwandgrundst\u00fccken<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In diesem Verfahren ging es um ein Einfamilienhausgrundst\u00fcck, das zus\u00e4tzlich einen Miteigentumsanteil an einem angrenzenden Grundst\u00fcck mit einer L\u00e4rmschutzwand umfasste. Das Gericht entschied:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Das L\u00e4rmschutzwandgrundst\u00fcck ist nach <strong>\u00a7 244 Abs. 2 BewG<\/strong> in die wirtschaftliche Einheit des Einfamilienhausgrundst\u00fccks einzubeziehen.<\/li><li>Der <strong>Bodenrichtwert<\/strong> ist auch f\u00fcr das L\u00e4rmschutzwandgrundst\u00fcck anzuwenden.<\/li><li>Eine atypische Nutzung im Sinne des <strong>\u00a7 15 Abs. 2 ImmoWertV<\/strong> lag nicht vor, da viele Grundst\u00fccke dieser Richtwertzone an die L\u00e4rmschutzwand angrenzen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3><strong>Urteil 3 K 3107\/24: Steuerbefreiung f\u00fcr Wege innerhalb einer Wohnsiedlung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In diesem Fall war die Frage zu kl\u00e4ren, ob Fu\u00dfwege innerhalb einer Wohnsiedlung, die sich im Miteigentum mehrerer Einfamilienhauseigent\u00fcmer befanden, als dem \u00f6ffentlichen Verkehr dienende Wege nach <strong>\u00a7 4 Nr. 3 Buchst. a GrStG<\/strong> steuerfrei sind. Das FG entschied:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Fu\u00dfwege sind Teil der wirtschaftlichen Einheit nach <strong>\u00a7 244 Abs. 2 BewG<\/strong>.<\/li><li>Die <strong>Steuerbefreiung<\/strong> konnte bereits im Rahmen der Feststellung des Grundsteuerwerts geltend gemacht werden. Eine gesonderte Anfechtung des Grundsteuermessbetrags war nicht erforderlich.<\/li><li>Ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Steuerbefreiung war nicht die <strong>stra\u00dfenrechtliche Widmung<\/strong>, sondern das im Grundbuch eingetragene <strong>Wegerecht zugunsten des Landes<\/strong>, das die Nutzung der Wege durch die Allgemeinheit sicherstellte.<\/li><li>Die Nutzung der Wege als einzige Zugangsm\u00f6glichkeit f\u00fcr das Grundst\u00fcck war f\u00fcr die Steuerbefreiung unsch\u00e4dlich.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Urteile des FG Berlin-Brandenburg bringen mehr Klarheit in die Anwendung der neuen <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Grundsteuer.html\">Grundsteuerregelungen<\/a>. Besonders wichtig sind die best\u00e4tigte Einbeziehung von Grundst\u00fccksteilen in wirtschaftliche Einheiten sowie die steuerliche Behandlung von gemeinschaftlich genutzten Wegen in Wohnsiedlungen. Steuerpflichtige sollten sich fr\u00fchzeitig \u00fcber ihre Rechte informieren, insbesondere im Hinblick auf die Steuerbefreiungsvoraussetzungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hintergrund Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg hat in zwei aktuellen Urteilen vom 12. Februar 2025 (Az. 3 K 3090\/24 und 3 K 3107\/24) zentrale Fragen zur Auslegung des neuen Grundsteuerrechts entschieden. Dabei stand die verfassungsrechtliche \u00dcberpr\u00fcfung der Neuregelungen nicht im Fokus, sondern vielmehr deren Anwendung im Einzelfall. 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