{"id":76790,"date":"2025-03-07T20:28:45","date_gmt":"2025-03-07T18:28:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76790"},"modified":"2025-03-07T20:28:45","modified_gmt":"2025-03-07T18:28:45","slug":"bfh-kein-recht-zur-verweigerung-einer-auskunft-nach-art-15-dsgvo-bei-unverhaeltnismaessigem-aufwand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-kein-recht-zur-verweigerung-einer-auskunft-nach-art-15-dsgvo-bei-unverhaeltnismaessigem-aufwand\/","title":{"rendered":"<strong>BFH: Kein Recht zur Verweigerung einer Auskunft nach Art. 15 DSGVO bei unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigem Aufwand<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Urteil vom 14.01.2025 (Az. IX R 25\/22) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass der Verantwortliche einem Auskunftsanspruch nach Art. 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht mit der Begr\u00fcndung entgegentreten kann, dass die Bereitstellung der Auskunft mit einem unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Aufwand verbunden sei. Damit st\u00e4rkt der BFH die Rechte von Betroffenen, die eine Auskunft \u00fcber die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten verlangen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gew\u00e4hrt betroffenen Personen das Recht, vom Verantwortlichen eine umfassende Auskunft \u00fcber die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen. Der Verantwortliche ist verpflichtet, diese Informationen transparent, verst\u00e4ndlich und in einem angemessenen Zeitrahmen zur Verf\u00fcgung zu stellen. In dem zugrunde liegenden Verfahren hatte ein Steuerpflichtiger gegen das Finanzamt geklagt, weil ihm dieses mit Verweis auf den erheblichen Verwaltungsaufwand die Auskunft verweigert hatte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Entscheidungsgr\u00fcnde des BFH<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH stellte klar:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ein unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoher Aufwand stellt keinen legitimen Grund dar, um eine Auskunft nach Art. 15 DSGVO zu verweigern.<\/li><li>Ein Auskunftsbegehren ist nicht automatisch exzessiv, nur weil es sich auf alle gespeicherten personenbezogenen Daten ohne sachliche oder zeitliche Einschr\u00e4nkung bezieht.<\/li><li>Der Verantwortliche erf\u00fcllt seine Auskunftspflicht erst dann, wenn die erteilten Informationen dem erkl\u00e4rten Willen der betroffenen Person in vollem Umfang entsprechen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entscheidung unterstreicht, dass der Auskunftsanspruch nicht durch administrative H\u00fcrden oder den Arbeitsaufwand des Verantwortlichen eingeschr\u00e4nkt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auswirkungen auf die Praxis<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des BFH hat weitreichende Folgen f\u00fcr Unternehmen, Beh\u00f6rden und Organisationen, die personenbezogene Daten verarbeiten. Sie m\u00fcssen sicherstellen, dass sie in der Lage sind, umfangreiche Auskunftsersuchen zeitnah und vollst\u00e4ndig zu bearbeiten. Die Argumentation, dass die Erteilung der Auskunft mit erheblichem Aufwand verbunden sei, ist nicht ausreichend, um das Begehren abzulehnen. Verantwortliche sollten daher interne Prozesse optimieren, um Anfragen effizienter bearbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: Bundesfinanzhof<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 14.01.2025 (Az. IX R 25\/22) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass der Verantwortliche einem Auskunftsanspruch nach Art. 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nicht mit der Begr\u00fcndung entgegentreten kann, dass die Bereitstellung der Auskunft mit einem unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Aufwand verbunden sei. 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