{"id":76792,"date":"2025-03-07T20:29:58","date_gmt":"2025-03-07T18:29:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76792"},"modified":"2025-03-07T20:29:58","modified_gmt":"2025-03-07T18:29:58","slug":"bfh-eugh-vorlage-zur-frage-ob-scraps-rauchtabak-darstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-eugh-vorlage-zur-frage-ob-scraps-rauchtabak-darstellen\/","title":{"rendered":"<strong>BFH: EuGH-Vorlage zur Frage, ob \u201eScraps\u201c Rauchtabak darstellen<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit Beschluss vom 17.09.2024 (Az. VII R 42\/20) hat der Bundesfinanzhof (BFH) dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) Fragen zur steuerlichen Einordnung sogenannter &#8222;Scraps&#8220; als Rauchtabak vorgelegt. Die Entscheidung betrifft die Auslegung der Tabaksteuerrichtlinie (2011\/64\/EU) und k\u00f6nnte weitreichende Folgen f\u00fcr die Besteuerung bestimmter Tabakprodukte haben.<\/p>\n\n\n\n<h3>Hintergrund der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die steuerliche Einordnung von Tabakprodukten ist entscheidend f\u00fcr die Erhebung der Tabaksteuer in der EU. Laut Art. 5 Abs. 1 Buchst. a der Tabaksteuerrichtlinie (TabStRL) gilt als Rauchtabak \u201eTabak, der sich ohne weitere industrielle Bearbeitung zum Rauchen eignet\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem vorliegenden Fall geht es um sogenannte \u201eScraps\u201c, also Tabakreste oder -schnitzel, die nicht unmittelbar als Rauchtabak verkauft werden, aber von Konsumenten durch einfache Methoden zum Rauchen vorbereitet werden k\u00f6nnen. Das Hauptproblem besteht darin, ob diese Produkte bereits unter die bestehende Definition von Rauchtabak fallen oder erst durch eine industrielle Bearbeitung dazu gemacht werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h3>Fragestellungen des BFH an den EuGH<\/h3>\n\n\n\n<p>Der BFH legt dem EuGH zur Kl\u00e4rung zwei zentrale Fragen vor:<\/p>\n\n\n\n<ol><li>Ist der Begriff \u201eTabak, der sich (\u2026) zum Rauchen eignet\u201c dahingehend auszulegen, dass diese Eignung nur f\u00fcr Waren gegeben ist, die nach der allgemeinen Verkehrsauffassung als Rauchtabak gelten?<\/li><li>Ist der Begriff \u201eohne weitere industrielle Bearbeitung\u201c so zu verstehen, dass auch Methoden, die von Konsumenten selbst zu Hause durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, unter diese Definition fallen?<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3>Bedeutung der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Beantwortung dieser Fragen durch den EuGH k\u00f6nnte ma\u00dfgeblichen Einfluss auf die steuerliche Behandlung bestimmter Tabakprodukte haben. Sollte der EuGH best\u00e4tigen, dass Scraps als Rauchtabak einzustufen sind, w\u00e4ren sie der Tabaksteuerpflicht unterworfen, was erhebliche finanzielle Auswirkungen f\u00fcr Hersteller und Verbraucher haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung k\u00f6nnte auch Klarheit f\u00fcr andere Tabakprodukte bringen, die sich in einer Grauzone der Besteuerung befinden. Insbesondere Hersteller, die alternative Tabakprodukte anbieten, d\u00fcrften die EuGH-Entscheidung mit Spannung erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Bundesfinanzhof<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Beschluss vom 17.09.2024 (Az. VII R 42\/20) hat der Bundesfinanzhof (BFH) dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) Fragen zur steuerlichen Einordnung sogenannter &#8222;Scraps&#8220; als Rauchtabak vorgelegt. Die Entscheidung betrifft die Auslegung der Tabaksteuerrichtlinie (2011\/64\/EU) und k\u00f6nnte weitreichende Folgen f\u00fcr die Besteuerung bestimmter Tabakprodukte haben. 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