{"id":76835,"date":"2025-03-14T12:16:50","date_gmt":"2025-03-14T10:16:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76835"},"modified":"2025-03-14T12:16:50","modified_gmt":"2025-03-14T10:16:50","slug":"bfh-abzug-auslaendischer-steuern-im-gewerbesteuerrechtlichen-organkreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-abzug-auslaendischer-steuern-im-gewerbesteuerrechtlichen-organkreis\/","title":{"rendered":"<strong>BFH: Abzug ausl\u00e4ndischer Steuern im gewerbesteuerrechtlichen Organkreis<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BFH, Pressemitteilung Nr. 13\/25 vom 13.03.2025 zum Urteil I R 16\/20 vom 16.10.2024<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Leitsatz<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 16.10.2024 (I R 16\/20) entschieden, dass die von einer <strong>AG als Organgesellschaft einer inl\u00e4ndischen Holdinggesellschaft<\/strong> \u00fcber einen Investmentfonds bezogenen <strong>(Streubesitz-)Dividenden von in- und ausl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaften in vollem Umfang der Gewerbesteuer unterliegen<\/strong>. Ein Abzug der ausl\u00e4ndischen Quellensteuern nach <strong>\u00a7 34c Abs. 2 EStG<\/strong> bei der Ermittlung des Gewerbeertrags im gewerbesteuerrechtlichen Organkreis ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund der Entscheidung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall bezog die klagende AG im Jahr 2007 \u00fcber einen Investmentfonds Dividenden von in- und ausl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaften. Der Fonds war ein <strong>Aktienfonds<\/strong>, der haupts\u00e4chlich in <strong>Streubesitzanteile (Beteiligungsquote unter 10 %)<\/strong> investierte. Die ausl\u00e4ndischen Dividenden wurden in mehreren Staaten (u. a. Belgien, Schweiz, D\u00e4nemark, Spanien, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Gro\u00dfbritannien, USA) mit einer <strong>Quellensteuer belastet<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt erfasste die ausl\u00e4ndischen Streubesitzdividenden einschlie\u00dflich der gezahlten Quellensteuern bei der Ermittlung des <strong>k\u00f6rperschaftsteuerrechtlichen Einkommens der AG<\/strong>. Nach <strong>\u00a7 8b Abs. 1 und Abs. 5 KStG<\/strong> wurden die Dividenden zu <strong>95 % von der K\u00f6rperschaftsteuer freigestellt<\/strong>. Die Frage war nun, ob die ausl\u00e4ndischen Quellensteuern bei der Berechnung des Gewerbeertrags innerhalb des Organkreises abgezogen werden d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Entscheidung des BFH<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat die Entscheidung des Finanzgerichts best\u00e4tigt und einen Abzug der ausl\u00e4ndischen Quellensteuern bei der Ermittlung des Gewerbeertrags abgelehnt. Die Kernpunkte der Entscheidung:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Verweis auf den \u201eGewinn aus Gewerbebetrieb\u201c in \u00a7 7 GewStG<\/strong><ul><li>Der <strong>Gewerbeertrag<\/strong> basiert auf dem Gewinn aus Gewerbebetrieb gem\u00e4\u00df <strong>\u00a7 7 GewStG<\/strong>.<\/li><li>Ausl\u00e4ndische Quellensteuern sind dort nicht explizit als abzugsf\u00e4hige Betriebsausgabe vorgesehen.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>K\u00f6rperschaftsteuerrechtliche Steuerfreistellung gem\u00e4\u00df \u00a7 8b Abs. 1 KStG<\/strong><ul><li>Die Steuerfreistellung der Dividenden auf Ebene der Organtr\u00e4gerin nach <strong>\u00a7 8b Abs. 1 KStG<\/strong> schlie\u00dft eine Ber\u00fccksichtigung der Quellensteuern bei der Gewerbesteuerberechnung aus.<\/li><li>Dies folgt aus der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungssystematik gem\u00e4\u00df <strong>\u00a7 15 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 KStG<\/strong>.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Unionsrecht steht dem nicht entgegen<\/strong><ul><li>Der BFH stellte klar, dass das <strong>Unionsrecht keinen Anspruch auf einen steuerlichen Abzug der ausl\u00e4ndischen Quellensteuer<\/strong> bei der Gewerbesteuerberechnung begr\u00fcndet.<\/li><li>Die Besteuerungssystematik in Deutschland sei unionsrechtskonform.<\/li><\/ul><\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auswirkungen auf die Praxis<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Steuerliche Behandlung von Streubesitzdividenden<\/strong>: Unternehmen m\u00fcssen ber\u00fccksichtigen, dass <strong>ausl\u00e4ndische Quellensteuern auf Streubesitzdividenden nicht gewerbesteuermindernd angerechnet werden k\u00f6nnen<\/strong>.<\/li><li><strong>Organschaftliche Gestaltungen<\/strong>: Die gewerbesteuerliche Behandlung von Beteiligungseink\u00fcnften innerhalb eines Organkreises folgt strengen Regeln, insbesondere hinsichtlich der <strong>Freistellung und Hinzurechnung<\/strong>.<\/li><li><strong>Planung von Beteiligungen und Steueroptimierung<\/strong>: Unternehmen sollten pr\u00fcfen, ob eine <strong>direkte Beteiligung an ausl\u00e4ndischen Gesellschaften oder alternative Strukturen<\/strong> steuerlich vorteilhafter sind.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat klargestellt, dass ausl\u00e4ndische Quellensteuern auf Streubesitzdividenden im gewerbesteuerrechtlichen Organkreis nicht abzugsf\u00e4hig sind. Die Begr\u00fcndung basiert auf der Systematik des Gewerbesteuergesetzes und der k\u00f6rperschaftsteuerlichen Freistellung nach <strong>\u00a7 8b Abs. 1 KStG<\/strong>. Unternehmen mit internationalen Beteiligungen sollten dies bei der Steuerplanung ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Bundesfinanzhof, Urteil I R 16\/20 vom 16.10.2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 13\/25 vom 13.03.2025 zum Urteil I R 16\/20 vom 16.10.2024 Leitsatz Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 16.10.2024 (I R 16\/20) entschieden, dass die von einer AG als Organgesellschaft einer inl\u00e4ndischen Holdinggesellschaft \u00fcber einen Investmentfonds bezogenen (Streubesitz-)Dividenden von in- und ausl\u00e4ndischen Kapitalgesellschaften in vollem Umfang der Gewerbesteuer unterliegen. 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