{"id":76848,"date":"2025-03-14T12:25:12","date_gmt":"2025-03-14T10:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76848"},"modified":"2025-03-14T12:25:12","modified_gmt":"2025-03-14T10:25:12","slug":"ernstliche-zweifel-an-einem-ansatz-des-bodenrichtwerts-fuer-baureifes-land-zur-ermittlung-eines-grundsteuerwerts-fuer-ein-in-einem-landschaftsschutzgebiet-belegenes-grundstueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ernstliche-zweifel-an-einem-ansatz-des-bodenrichtwerts-fuer-baureifes-land-zur-ermittlung-eines-grundsteuerwerts-fuer-ein-in-einem-landschaftsschutzgebiet-belegenes-grundstueck\/","title":{"rendered":"<strong>Ernstliche Zweifel an einem Ansatz des Bodenrichtwerts f\u00fcr baureifes Land zur Ermittlung eines Grundsteuerwerts f\u00fcr ein in einem Landschaftsschutzgebiet belegenes Grundst\u00fcck<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 14.03.2025 zum Beschluss 11 V 2128\/24 A (BG) vom 09.01.2025 (rkr)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3>Hintergrund des Verfahrens<\/h3>\n\n\n\n<p>Der <strong>11. Senat des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf<\/strong> hatte \u00fcber einen Antrag auf <strong>Aussetzung der Vollziehung eines Grundsteuerwertbescheids<\/strong> zu entscheiden. Streitgegenst\u00e4ndlich war die Bewertung eines <strong>522 m\u00b2 gro\u00dfen Grundst\u00fccks<\/strong>, das in einem <strong>Landschaftsschutzgebiet<\/strong> liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzamt hatte den <strong>Grundsteuerwert basierend auf einem Bodenrichtwert von 630 Euro pro Quadratmeter<\/strong> f\u00fcr baureifes Land festgesetzt. Der Antragsteller hielt diese Bewertung f\u00fcr unzutreffend, da das Grundst\u00fcck <strong>nicht bebaubar<\/strong> sei und lediglich als Gartenfl\u00e4che genutzt werde.<\/p>\n\n\n\n<h3>Argumentation des Antragstellers<\/h3>\n\n\n\n<ul><li>Das Grundst\u00fcck sei <strong>nicht bebaubar<\/strong> und werde als <strong>Gartenfl\u00e4che<\/strong> genutzt.<\/li><li>Eine <strong>E-Mail des Gutachterausschusses<\/strong> der Stadt best\u00e4tige, dass f\u00fcr vergleichbare landwirtschaftliche Fl\u00e4chen mit der Nutzungsart <strong>Gr\u00fcnland<\/strong> ein Bodenrichtwert von <strong>3,50 Euro pro Quadratmeter<\/strong> gelte.<\/li><li>Der Antragsteller beantragte daher, den <strong>Bodenrichtwert auf maximal 3,50 Euro pro Quadratmeter<\/strong> anzusetzen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Entscheidung des Finanzgerichts<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Finanzamt passte den Ansatz des Bodenrichtwerts w\u00e4hrend des Verfahrens teilweise an und setzte <strong>78,25 Euro pro Quadratmeter<\/strong> an, entsprechend <strong>12,5 % des Bodenrichtwerts f\u00fcr baureifes Land<\/strong>. Das Finanzamt argumentierte:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Das Grundst\u00fcck sei <strong>keinem der vier Entwicklungszust\u00e4nde<\/strong> nach <strong>\u00a7 3 Abs. 1 bis 4 ImmowertV 2022<\/strong> zuzuordnen.<\/li><li>Wenn vom Gutachterausschuss kein spezifischer Bodenrichtwert f\u00fcr solche Fl\u00e4chen ermittelt werde, sei der <strong>Grundsteuerwert gem\u00e4\u00df \u00a7 247 Abs. 3 BewG abzuleiten<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das <strong>Finanzgericht D\u00fcsseldorf gab dem Antragsteller weitgehend Recht<\/strong> und entschied, dass <strong>ein Bodenrichtwert von mehr als 10,50 Euro pro Quadratmeter nicht nachvollziehbar<\/strong> sei.<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Fl\u00e4che sei als <strong>\u201esonstige Fl\u00e4che\u201c im Sinne des \u00a7 3 Abs. 5 ImmowertV 2022<\/strong> einzustufen.<\/li><li>Es sei nicht erkennbar, wie das Finanzamt zu der <strong>Berechnung des Bodenrichtwerts<\/strong> gekommen sei.<\/li><li>Der Senat orientierte sich an <strong>literaturbasierten Bewertungsmethoden<\/strong>, die den <strong>zwei- bis vierfachen Wert von Gr\u00fcnland<\/strong> annehmen, und setzte den Wert auf <strong>10,50 Euro pro Quadratmeter<\/strong> fest (<strong>dreifacher Gr\u00fcnland-Wert<\/strong>).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Fazit<\/h3>\n\n\n\n<ul><li>Das FG D\u00fcsseldorf hat erhebliche Zweifel an der <strong>Anwendbarkeit des Bodenrichtwerts f\u00fcr baureifes Land auf nicht bebaubare Fl\u00e4chen<\/strong>.<\/li><li>Eine <strong>abstrakte Herleitung des Werts ohne klare Begr\u00fcndung<\/strong> ist nicht ausreichend.<\/li><li>Die Entscheidung k\u00f6nnte <strong>weitreichende Auswirkungen<\/strong> auf die Bewertung von <strong>Grundst\u00fccken in Landschaftsschutzgebieten<\/strong> haben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der <strong>Beschluss ist rechtskr\u00e4ftig<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quelle:<\/strong> Finanzgericht D\u00fcsseldorf, Newsletter M\u00e4rz 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 14.03.2025 zum Beschluss 11 V 2128\/24 A (BG) vom 09.01.2025 (rkr) Hintergrund des Verfahrens Der 11. 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