{"id":76854,"date":"2025-03-17T16:43:17","date_gmt":"2025-03-17T14:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76854"},"modified":"2025-03-17T16:43:17","modified_gmt":"2025-03-17T14:43:17","slug":"beteiligungsquote-nach-%c2%a7-3c-abs-2-satz-2-estg-natuerliche-personen-als-massstab-bei-personengesellschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/beteiligungsquote-nach-%c2%a7-3c-abs-2-satz-2-estg-natuerliche-personen-als-massstab-bei-personengesellschaften\/","title":{"rendered":"<strong>Beteiligungsquote nach \u00a7 3c Abs. 2 Satz 2 EStG: Nat\u00fcrliche Personen als Ma\u00dfstab bei Personengesellschaften<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Finanzgericht (FG) M\u00fcnster hat entschieden, dass bei der Berechnung der Beteiligungsquote im Sinne von \u00a7 3c Abs. 2 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) bei einer Personengesellschaft nicht auf die Gesellschaft selbst, sondern auf die dahinterstehenden nat\u00fcrlichen Personen abzustellen ist (Urteil vom 28.01.2025, Az. 2 K 3123\/21 F).<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Hintergrund des Falls<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die klagende KG ist alleinige Gesellschafterin zweier Kapitalgesellschaften und hatte diesen Darlehen gew\u00e4hrt. Nach Ausfall der Darlehen nahm sie Teilwertabschreibungen vor. Das Finanzamt wandte daraufhin das Teilabzugsverbot nach \u00a7 3c Abs. 2 Satz 2 EStG an, da die Kl\u00e4gerin an den Darlehensnehmerinnen mit mehr als 25 % beteiligt sei. Die Kl\u00e4gerin argumentierte dagegen, dass nicht die Gesellschaft selbst, sondern die beteiligten Gesellschafter als Steuerpflichtige betrachtet werden m\u00fcssten.<\/p>\n\n\n\n<h3><strong>Entscheidung des Finanzgerichts<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der 2. Senat des FG M\u00fcnster gab der Klage vollumf\u00e4nglich statt und stellte klar:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Das Teilabzugsverbot gilt f\u00fcr Betriebsausgaben, die im Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen nach \u00a7 3 Nr. 40 EStG stehen. Dies betrifft auch Wertminderungen von Darlehensforderungen, sofern der Darlehensgeber zu mehr als 25 % am Stammkapital der darlehensnehmenden Gesellschaft beteiligt ist.<\/li><li>Im Fall einer Personengesellschaft sind nicht die Gesellschaft selbst, sondern die dahinterstehenden nat\u00fcrlichen Personen als Steuerpflichtige zu ber\u00fccksichtigen. Da keiner der Gesellschafter unmittelbar oder mittelbar mehr als 25 % der Anteile hielt, war das Teilabzugsverbot nicht anwendbar.<\/li><li>\u00a7 3c Abs. 2 Satz 2 EStG unterscheidet sich insoweit von \u00a7 8b Abs. 3 Satz 4 KStG, der auf den &#8222;Gesellschafter&#8220; abstellt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3><strong>Bedeutung der Entscheidung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Entscheidung ist f\u00fcr Personengesellschaften von gro\u00dfer Tragweite. Sie stellt klar, dass das Teilabzugsverbot nicht automatisch bei einer Beteiligung der Personengesellschaft an einer Kapitalgesellschaft greift, sondern die individuellen Beteiligungsquoten der nat\u00fcrlichen Personen ausschlaggebend sind. Steuerpflichtige, die sich gegen die Anwendung des Teilabzugsverbots wehren m\u00f6chten, sollten daher die Durchrechnung der Beteiligungsquote sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vom FG M\u00fcnster zugelassene Revision beim Bundesfinanzhof (Az. IV R 6\/25) wurde mittlerweile zur\u00fcckgenommen, sodass das Urteil rechtskr\u00e4ftig ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quelle:<\/strong> Finanzgericht M\u00fcnster, Newsletter M\u00e4rz 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Finanzgericht (FG) M\u00fcnster hat entschieden, dass bei der Berechnung der Beteiligungsquote im Sinne von \u00a7 3c Abs. 2 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) bei einer Personengesellschaft nicht auf die Gesellschaft selbst, sondern auf die dahinterstehenden nat\u00fcrlichen Personen abzustellen ist (Urteil vom 28.01.2025, Az. 2 K 3123\/21 F). 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