{"id":77003,"date":"2025-04-15T12:46:41","date_gmt":"2025-04-15T10:46:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77003"},"modified":"2025-04-15T12:46:41","modified_gmt":"2025-04-15T10:46:41","slug":"keine-ueberzeugung-von-der-verfassungswidrigkeit-der-neuregelungen-zur-grundsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-ueberzeugung-von-der-verfassungswidrigkeit-der-neuregelungen-zur-grundsteuer\/","title":{"rendered":"Keine \u00dcberzeugung von der Verfassungswidrigkeit der Neuregelungen zur Grundsteuer"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>FG D\u00fcsseldorf, Gerichtsbescheid vom 26.02.2025 \u2013 Az. 11 K 2309\/23 BG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzgericht (FG) D\u00fcsseldorf hat in einem aktuellen Gerichtsbescheid entschieden, dass es <strong>keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken<\/strong> gegen die neuen Bewertungsvorschriften im Rahmen der Grundsteuer gibt. Die Kl\u00e4gerin, eine Miteigent\u00fcmerin eines Grundst\u00fccks mit zwei Wohnungen, hatte gegen die vom Finanzamt festgestellten Grundsteuerwerte geklagt \u2013 mit dem Ziel, die Bescheide vollst\u00e4ndig aufheben zu lassen. Dabei st\u00fctzte sie sich auf ein Gutachten sowie eine fr\u00fchere Entscheidung des FG Rheinland-Pfalz.<\/p>\n\n\n\n<h2>Hintergrund des Verfahrens<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Kl\u00e4gerin hatte fristgerecht Erkl\u00e4rungen zur Feststellung der Grundsteuerwerte zum Stichtag 1. Januar 2022 abgegeben. Das zust\u00e4ndige Finanzamt erlie\u00df die Bescheide auf Grundlage der geltenden gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach Ma\u00dfgabe der neuen Bewertungsvorschriften des Bewertungsgesetzes (BewG). Zwischen den Beteiligten bestand dabei <strong>kein Streit \u00fcber die tats\u00e4chliche Bewertung<\/strong> \u2013 strittig war ausschlie\u00dflich die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der gesetzlichen Grundlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kl\u00e4gerin argumentierte, dass die Bewertungsvorschriften des BewG <strong>gegen das Grundgesetz versto\u00dfen<\/strong> w\u00fcrden \u2013 unter anderem wegen m\u00f6glicher Ungleichbehandlungen und einer unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Belastung des Eigentums. Zur Unterst\u00fctzung legte sie ein Rechtsgutachten eines renommierten Professors vor und verwies auf das Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom November 2023, das in Fachkreisen f\u00fcr Aufsehen sorgte.<\/p>\n\n\n\n<h2>Entscheidung des FG D\u00fcsseldorf<\/h2>\n\n\n\n<p>Der 11. Senat des FG D\u00fcsseldorf wies die Klage mit Gerichtsbescheid vom 26. Februar 2025 ab. Aus Sicht des Gerichts bestand <strong>kein Anlass, das Verfahren auszusetzen oder das Bundesverfassungsgericht anzurufen<\/strong>. Die Richter sahen <strong>keine hinreichenden Anhaltspunkte f\u00fcr eine Verfassungswidrigkeit<\/strong> der ma\u00dfgeblichen Bewertungsvorschriften.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zentralen Argumente des Senats:<\/p>\n\n\n\n<ul><li class=\"\"><strong>Gesetzgebungskompetenz des Bundes:<\/strong> Diese sei gegeben, die neuen Regelungen seien auf einer tragf\u00e4higen gesetzlichen Grundlage erlassen worden.<\/li><li class=\"\"><strong>Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 GG):<\/strong> M\u00f6gliche Ungleichbehandlungen bei der Bewertung seien entweder gerechtfertigt oder nicht schwerwiegend genug, um eine Verfassungswidrigkeit anzunehmen.<\/li><li class=\"\"><strong>Eingriffe in Grundrechte (Art. 14, 12, 2 GG):<\/strong> Der Senat sah weder eine unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Eigentumsbelastung noch andere grundrechtlich relevante Eingriffe.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>Ausblick: Revision eingelegt<\/h2>\n\n\n\n<p>Trotz der Abweisung der Klage hat das FG D\u00fcsseldorf die <strong>Revision zum Bundesfinanzhof (BFH)<\/strong> zugelassen \u2013 unter Verweis auf die grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Sache. Die Kl\u00e4gerin hat von dieser M\u00f6glichkeit Gebrauch gemacht. Ob sich der BFH oder gar das Bundesverfassungsgericht k\u00fcnftig mit der neuen Grundsteuerbewertung befassen wird, bleibt somit offen.<\/p>\n\n\n\n<h2>Fazit f\u00fcr Steuerpflichtige<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit dieser Entscheidung reiht sich das FG D\u00fcsseldorf in die Linie jener Finanzgerichte ein, die die <strong>Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der neuen Grundsteuerregelungen<\/strong> nicht grunds\u00e4tzlich infrage stellen. Gleichwohl zeigt die Zulassung der Revision, dass die rechtliche Diskussion <strong>nicht endg\u00fcltig abgeschlossen<\/strong> ist. Steuerpflichtige, die gegen ihre Grundsteuerwertbescheide Einspruch eingelegt haben, sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen \u2013 insbesondere ein m\u00f6gliches BFH- oder BVerfG-Verfahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FG D\u00fcsseldorf, Gerichtsbescheid vom 26.02.2025 \u2013 Az. 11 K 2309\/23 BG Das Finanzgericht (FG) D\u00fcsseldorf hat in einem aktuellen Gerichtsbescheid entschieden, dass es keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die neuen Bewertungsvorschriften im Rahmen der Grundsteuer gibt. 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