{"id":77009,"date":"2025-04-15T12:51:04","date_gmt":"2025-04-15T10:51:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77009"},"modified":"2025-04-15T12:51:04","modified_gmt":"2025-04-15T10:51:04","slug":"eu-parlament-will-steuerrecht-vereinfachen-berichtsentwurf-fordert-digitalisierung-buerokratieabbau-und-wettbewerbsfaehigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/eu-parlament-will-steuerrecht-vereinfachen-berichtsentwurf-fordert-digitalisierung-buerokratieabbau-und-wettbewerbsfaehigkeit\/","title":{"rendered":"<strong>EU-Parlament will Steuerrecht vereinfachen: Berichtsentwurf fordert Digitalisierung, B\u00fcrokratieabbau und Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>DStV-Mitteilung vom 14.04.2025<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Europ\u00e4ische Union unternimmt einen neuen Anlauf zur <strong>Vereinfachung des Steuerrechts<\/strong>. In einem aktuellen <strong>Initiativberichtsentwurf<\/strong> fordert der Berichterstatter des Ausschusses f\u00fcr Wirtschaft und W\u00e4hrung (ECON) im Europ\u00e4ischen Parlament eine <strong>umfassende Neuausrichtung<\/strong> der EU-Steuerpolitik: <strong>einfacher, digitaler und wettbewerbsf\u00e4higer<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2>\ud83d\udd0d Ziel: Ein steuerlich attraktives Europa<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Initiative steht im Zeichen der <strong>St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit Europas<\/strong>. F\u00fcr den Berichterstatter Michalis Hadjipantela (EVP, Zypern) ist klar: B\u00fcrokratie, komplexe Vorschriften und divergierende nationale Auslegungen hemmen Investitionen und Innovationskraft \u2013 besonders f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Der Bericht will die Weichen f\u00fcr ein <strong>steuerlich modernes und wirtschaftlich st\u00e4rkeres Europa<\/strong> stellen.<\/p>\n\n\n\n<h2>\ud83d\udca1 Fokus auf Digitalisierung und KI<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein zentrales Element des Berichts ist die <strong>Digitalisierung der Steuerverwaltungen<\/strong>. Durch den <strong>gezielten Einsatz k\u00fcnstlicher Intelligenz<\/strong> sollen administrative Komplexit\u00e4t und Befolgungskosten deutlich sinken. Damit reagiert die EU auch auf die zunehmend digitalen Gesch\u00e4ftsmodelle und die steigenden Erwartungen an effiziente Verwaltungsprozesse.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p class=\"\">Der EU-Steuerkommissar Wopke Hoekstra unterst\u00fctzt die Initiative ausdr\u00fccklich und sieht im Abbau steuerlicher Komplexit\u00e4t eine zentrale Aufgabe der Kommission.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2>\u26a0\ufe0f DAC6 im Fokus: Transparenz ja \u2013 aber praktikabel<\/h2>\n\n\n\n<p>Besonders kritisch beleuchtet der Bericht die aktuelle Ausgestaltung der <strong>Richtlinie zur Zusammenarbeit der Verwaltungsbeh\u00f6rden (DAC)<\/strong> \u2013 insbesondere <strong>DAC6<\/strong>. Die Richtlinie zur Anzeige grenz\u00fcberschreitender Steuergestaltungen steht seit ihrer Einf\u00fchrung in der Kritik:<\/p>\n\n\n\n<ul><li class=\"\"><strong>Unklare Rechtsbegriffe<\/strong><\/li><li class=\"\"><strong>Uneinheitliche nationale Auslegungen<\/strong><\/li><li class=\"\"><strong>Hohes Meldeaufkommen bei unklarem Nutzen<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der <strong>Deutsche Steuerberaterverband (DStV)<\/strong> begr\u00fc\u00dft ausdr\u00fccklich, dass diese Kritik nun auch auf europ\u00e4ischer Ebene Geh\u00f6r findet. Die EU m\u00fcsse sicherstellen, dass Ma\u00dfnahmen zur Transparenz <strong>verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig<\/strong> bleiben und <strong>nicht zu einem \u00fcberbordenden B\u00fcrokratieaufwand f\u00fchren<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2>\ud83d\udd27 Steuerliche Hindernisse im Binnenmarkt abbauen<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Bericht nimmt auch die wirtschaftliche Integration in den Blick: <strong>Steuerliche H\u00fcrden im Binnenmarkt<\/strong> sollen gezielt abgebaut werden. Damit greift der Berichterstatter eine Empfehlung aus dem Bericht des ehemaligen italienischen Ministerpr\u00e4sidenten Mario Draghi auf, der eine tiefgreifende wirtschaftspolitische Modernisierung Europas fordert.<\/p>\n\n\n\n<h2>\ud83d\uddd3\ufe0f Ausblick: Abstimmung im Sommer 2025<\/h2>\n\n\n\n<p>Der ECON-Ausschuss will <strong>im Juli 2025<\/strong> \u00fcber den Initiativbericht abstimmen. Eine Abstimmung im <strong>Plenum des Europ\u00e4ischen Parlaments ist f\u00fcr September geplant<\/strong>. Der Bericht ist rechtlich nicht bindend, setzt jedoch <strong>inhaltliche Leitplanken<\/strong> f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Steuerpolitik der EU-Kommission und ihrer Mitgliedstaaten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>\ud83e\uddfe Fazit: Steuerpolitik am Wendepunkt?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Initiative zur <strong>\u201eEntr\u00fcmpelung\u201c des steuerlichen Besitzstandes<\/strong> k\u00f6nnte ein Meilenstein in der Modernisierung des EU-Steuerrechts sein. Ob daraus konkrete Reformen folgen, h\u00e4ngt von der Kompromissbereitschaft der Mitgliedstaaten und dem politischen Willen auf europ\u00e4ischer Ebene ab.<br \/>Fest steht: <strong>Ein transparenteres, digitalisiertes und weniger b\u00fcrokratisches Steuerrecht<\/strong> w\u00e4re ein echter Standortvorteil f\u00fcr Unternehmen in Europa \u2013 besonders f\u00fcr KMU.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DStV-Mitteilung vom 14.04.2025 Die Europ\u00e4ische Union unternimmt einen neuen Anlauf zur Vereinfachung des Steuerrechts. 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