{"id":77255,"date":"2025-05-15T12:25:49","date_gmt":"2025-05-15T10:25:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77255"},"modified":"2025-05-15T12:25:49","modified_gmt":"2025-05-15T10:25:49","slug":"lohnsteuer-bei-leiharbeitnehmern-keine-dauerhafte-zuordnung-nach-aueg-neuregelung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/lohnsteuer-bei-leiharbeitnehmern-keine-dauerhafte-zuordnung-nach-aueg-neuregelung\/","title":{"rendered":"Lohnsteuer bei Leiharbeitnehmern: Keine dauerhafte Zuordnung nach A\u00dcG-Neuregelung?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aktuelles vom FG D\u00fcsseldorf und anh\u00e4ngige Verfahren beim Bundesfinanzhof<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage, ob Leiharbeitnehmer dauerhaft einer <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/erste-taetigkeitsstaette.html\">ersten T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte<\/a> zugeordnet werden k\u00f6nnen, ist f\u00fcr die steuerliche Behandlung ihrer <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Werbungskosten_Fahrtkosten.html\">Fahrtkosten<\/a> entscheidend. Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts (FG) D\u00fcsseldorf bringt hier Bewegung in die Diskussion \u2013 mit potenziell positiven Folgen f\u00fcr viele Betroffene.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Worum geht es?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit der Reform des Arbeitnehmer\u00fcberlassungsgesetzes (A\u00dcG) zum 1. April 2017 ist die \u00dcberlassungsdauer eines Leiharbeitnehmers auf <strong>h\u00f6chstens 18 Monate<\/strong> begrenzt. Das wirft die Frage auf, ob dies auch steuerrechtlich ber\u00fccksichtigt werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bisher galt: Wird ein Arbeitnehmer dauerhaft einer ersten T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte zugeordnet, d\u00fcrfen f\u00fcr die Fahrten dorthin nur die <strong><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Pendlerpauschale.html\">Entfernungspauschale<\/a><\/strong> (30 Cent je Entfernungskilometer) angesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn dagegen <strong>keine dauerhafte Zuordnung<\/strong> vorliegt, k\u00f6nnen <strong><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Werbungskosten_Reisekosten_bei_Dientreisen.html\">Reisekosten<\/a><\/strong> geltend gemacht werden \u2013 30 Cent <strong>je gefahrenem Kilometer<\/strong>, also steuerlich wesentlich g\u00fcnstiger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bundesfinanzministerium (BMF) hatte bislang vertreten, dass die Begrenzung im A\u00dcG keine Auswirkungen auf das Steuerrecht hat. Das FG D\u00fcsseldorf widerspricht nun.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entscheidung des FG D\u00fcsseldorf: Begrenzung wirkt auch steuerlich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Auffassung des FG D\u00fcsseldorf d\u00fcrfen die zwingenden Vorgaben des A\u00dcG bei der steuerlichen Beurteilung nicht ignoriert werden. Im Streitfall war im Arbeitsvertrag eines Leiharbeitnehmers lediglich eine offene Einsatzdauer (&#8222;Ende offen&#8220;) vorgesehen. Trotzdem entschied das Gericht, dass aufgrund der gesetzlichen Maximalgrenze von 18 Monaten <strong>keine dauerhafte Zuordnung<\/strong> gegeben sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Folge:<\/strong> Der Arbeitnehmer durfte seine Fahrtkosten nach den g\u00fcnstigeren <strong>Reisekostengrunds\u00e4tzen<\/strong> abrechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht stellte klar:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li class=\"\">Ma\u00dfgeblich sei eine <strong>ex-ante Betrachtung<\/strong> \u2013 also die Sicht bei Abschluss des Arbeitsvertrags.<\/li><li class=\"\">Wegen der gesetzlichen Begrenzung k\u00f6nne sich ein Leiharbeitnehmer nicht darauf einstellen, langfristig beim Entleiher t\u00e4tig zu sein.<\/li><li class=\"\">Die h\u00f6here steuerliche Entlastung sei daher gerechtfertigt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bedeutung f\u00fcr die Praxis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcr Leiharbeitnehmer mit Arbeitsvertr\u00e4gen ab dem 1. April 2017<\/strong> ergeben sich daraus erhebliche Vorteile. Sie k\u00f6nnen Fahrtkosten voraussichtlich weiterhin nach Reisekostengrunds\u00e4tzen abrechnen, was deutlich g\u00fcnstiger ist als die Anwendung der Entfernungspauschale.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: Das Verfahren liegt mittlerweile beim Bundesfinanzhof (BFH). Parallel ist auch ein weiterer \u00e4hnlich gelagerter Fall aus M\u00fcnchen anh\u00e4ngig, der eine andere Ausgangslage betrifft (Arbeitsvertrag noch vor dem 1.4.2017 geschlossen).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Empfehlung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betroffene Leiharbeitnehmer sollten:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li class=\"\">Ihre Lohnsteuerbescheide genau pr\u00fcfen.<\/li><li class=\"\">Gegebenenfalls <strong>Einspruch<\/strong> einlegen und<\/li><li class=\"\">eine <strong>Ruhendstellung des Verfahrens<\/strong> bis zur BFH-Entscheidung beantragen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir unterst\u00fctzen Sie gerne bei der Pr\u00fcfung Ihrer Steuerbescheide und der optimalen Geltendmachung Ihrer Werbungskosten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuelles vom FG D\u00fcsseldorf und anh\u00e4ngige Verfahren beim Bundesfinanzhof Die Frage, ob Leiharbeitnehmer dauerhaft einer ersten T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte zugeordnet werden k\u00f6nnen, ist f\u00fcr die steuerliche Behandlung ihrer Fahrtkosten entscheidend. 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