{"id":77313,"date":"2025-05-19T11:23:32","date_gmt":"2025-05-19T09:23:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77313"},"modified":"2025-05-19T11:23:32","modified_gmt":"2025-05-19T09:23:32","slug":"besteuerung-influencer-steuerliche-pflichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/besteuerung-influencer-steuerliche-pflichten\/","title":{"rendered":"Besteuerung Influencer Steuerliche Pflichten"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Influencer im Fokus der Finanz\u00e4mter<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) hat in einer aktuellen Querschnittsuntersuchung massive Defizite bei der steuerlichen Erfassung und Pr\u00fcfung professioneller Influencer festgestellt. F\u00fcr Steuerberater, Mandanten und Beh\u00f6rden ergibt sich daraus akuter Handlungsbedarf.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2>Wer ist Influencer \u2013 und warum ist das steuerlich relevant?<\/h2>\n\n\n\n<p>Influencer produzieren Inhalte auf Social-Media-Plattformen und monetarisieren diese u.a. durch Werbung, Abonnements, Produktplatzierungen, Affiliate-Links oder Geschenke von Followern. Auch wenn die Formate und Plattformen vielf\u00e4ltig sind \u2013 von Instagram und TikTok \u00fcber Twitch bis OnlyFans \u2013 gilt: Wer Eink\u00fcnfte erzielt, ist steuerlich verpflichtet, diese korrekt zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits 2023 belief sich der Umsatz mit Influencer-Werbung in Deutschland auf \u00fcber 600 Millionen Euro. Prognosen zufolge wird 2027 die Milliardengrenze \u00fcberschritten. Umso wichtiger ist eine rechtssichere und vollst\u00e4ndige steuerliche Erfassung.<\/p>\n\n\n\n<h2>Zentrale Feststellungen des ORH<\/h2>\n\n\n\n<p>Der ORH pr\u00fcfte 266 Influencerf\u00e4lle aus den Jahren 2019 bis 2021 und stellte u.a. folgende Defizite fest:<\/p>\n\n\n\n<ul><li class=\"\"><strong>Verz\u00f6gerte oder fehlende Gewerbeanmeldung<\/strong>: In vielen F\u00e4llen wurde die T\u00e4tigkeit erst nachtr\u00e4glich oder gar nicht angezeigt.<\/li><li class=\"\"><strong>Unvollst\u00e4ndige Angaben<\/strong>: Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (FsE) enthielt keine Pflichtfelder zum Internetauftritt.<\/li><li class=\"\"><strong>Mangelhafte Mitwirkung<\/strong>: Steuerpflichtige reichten h\u00e4ufig keine vollst\u00e4ndigen Unterlagen ein oder verz\u00f6gerten die Bearbeitung.<\/li><li class=\"\"><strong>Schwierige Pr\u00fcfungslage<\/strong>: Einflussreiche Influencer mit hohen Einnahmen blieben h\u00e4ufig ungepr\u00fcft \u2013 teils wegen mangelnder Erfahrung, teils wegen fehlender Plattformdaten.<\/li><li class=\"\"><strong>Unklare Einnahmenquellen<\/strong>: Virtuelle W\u00e4hrungen, Sachzuwendungen und informelle Vertragsverh\u00e4ltnisse erschwerten die Ermittlung der tats\u00e4chlichen Eink\u00fcnfte.<\/li><li class=\"\"><strong>Fehlende Auskunftsersuchen<\/strong>: Trotz der M\u00f6glichkeit, bei Plattformen gezielt Informationen anzufordern (\u00a7 93 AO), wurden diese Instrumente bislang kaum genutzt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>Empfehlungen des ORH<\/h2>\n\n\n\n<p>Der ORH fordert eine Vielzahl an Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Besteuerungspraxis:<\/p>\n\n\n\n<ol><li class=\"\"><strong>Erweiterung des FsE<\/strong> um Pflichtangaben zu Plattformen, K\u00fcnstlernamen, Kooperationspartnern und Einnahmearten.<\/li><li class=\"\"><strong>Automatisierte Frageb\u00f6gen<\/strong> f\u00fcr Influencer zur laufenden Aktualisierung der T\u00e4tigkeitsinformationen.<\/li><li class=\"\"><strong>Regelm\u00e4\u00dfige Sammelauskunftsersuchen<\/strong> an Plattformbetreiber \u2013 insbesondere bei Verdacht auf nicht erfasste Eink\u00fcnfte.<\/li><li class=\"\"><strong>St\u00e4rkung von Betriebspr\u00fcfungen<\/strong> bei Werbepartnern, um Kontrollmaterial zu gewinnen.<\/li><li class=\"\"><strong>Zentralisierung von Expertise<\/strong>, z.\u202fB. durch Nutzung der Taskforce f\u00fcr Online-Recherchen im Landesamt f\u00fcr Steuern.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2>Was bedeutet das f\u00fcr Steuerberater?<\/h2>\n\n\n\n<p>Influencer sind l\u00e4ngst kein steuerliches Randph\u00e4nomen mehr. Steuerberater sollten:<\/p>\n\n\n\n<ul><li class=\"\">Influencer-Mandanten fr\u00fchzeitig auf ihre Anzeigepflichten und steuerliche Transparenz hinweisen.<\/li><li class=\"\">Einnahmequellen systematisch erfassen \u2013 inkl. Plattform, Zahlungsmodell und Sachzuwendungen.<\/li><li class=\"\">Betriebsausgaben sauber abgrenzen \u2013 insbesondere bei Reisen, Kleidung oder Technik.<\/li><li class=\"\">Bei ausbleibender Mitwirkung auf m\u00f6gliche Sch\u00e4tzungen und Ermittlungen durch das Finanzamt hinweisen.<\/li><li class=\"\">Auf grenz\u00fcberschreitende Sachverhalte achten \u2013 etwa durch Auslandswohnsitze oder Plattformanbieter im Ausland.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>Fazit: Einflussreich sein hei\u00dft auch steuerlich verantwortlich handeln<\/h2>\n\n\n\n<p>Professionelle Social-Media-Akteure erzielen oft erhebliche Eink\u00fcnfte \u2013 tragen aber nicht immer im gleichen Ma\u00dfe ihre steuerlichen Pflichten. Die Steuerverwaltung zieht nun Konsequenzen. F\u00fcr Influencer und ihre steuerlichen Berater ist es wichtiger denn je, die steuerliche Erfassung korrekt und vollst\u00e4ndig sicherzustellen. Wer sich rechtzeitig professionell aufstellt, vermeidet unangenehme Nachfragen, Sch\u00e4tzungen \u2013 oder gar Au\u00dfenpr\u00fcfungen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Wenn Sie Fragen zur Besteuerung von Influencern oder zur steuerlichen Bewertung digitaler Gesch\u00e4ftsmodelle haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Influencer im Fokus der Finanz\u00e4mter Der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) hat in einer aktuellen Querschnittsuntersuchung massive Defizite bei der steuerlichen Erfassung und Pr\u00fcfung professioneller Influencer festgestellt. F\u00fcr Steuerberater, Mandanten und Beh\u00f6rden ergibt sich daraus akuter Handlungsbedarf. Wer ist Influencer \u2013 und warum ist das steuerlich relevant? 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