{"id":77561,"date":"2025-06-12T10:30:59","date_gmt":"2025-06-12T08:30:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77561"},"modified":"2025-06-12T10:30:59","modified_gmt":"2025-06-12T08:30:59","slug":"bfh-zur-dsgvo-auskunft-gegen-das-finanzamt-welche-klageart-und-welche-frist-gelten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-zur-dsgvo-auskunft-gegen-das-finanzamt-welche-klageart-und-welche-frist-gelten\/","title":{"rendered":"<strong>BFH zur DSGVO-Auskunft gegen das Finanzamt: Welche Klageart und welche Frist gelten?<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Urteil vom <strong>06.05.2025 (Az. IX R 2\/23)<\/strong> hat der Bundesfinanzhof (BFH) eine grunds\u00e4tzliche Entscheidung zur gerichtlichen Geltendmachung eines <strong>Auskunftsanspruchs nach Art. 15 DSGVO<\/strong> gegen\u00fcber einer Finanzbeh\u00f6rde getroffen.<br \/>Im Mittelpunkt steht die Frage: <strong>Welche Klageart ist statthaft \u2013 und wie lange hat man f\u00fcr die Klage Zeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u2696\ufe0f <strong>Verpflichtungsklage \u2013 nicht allgemeine Leistungsklage<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH stellt klar, dass bei einem <strong>Auskunftsbegehren nach Art. 15 Abs. 1 und 3 DSGVO<\/strong> gegen\u00fcber einer Finanzbeh\u00f6rde die <strong>Verpflichtungsklage gem\u00e4\u00df \u00a7\u202f40 Abs.\u202f1 Alt.\u202f2 FGO<\/strong> die richtige Klageart ist. Der Kl\u00e4ger verlangt, dass die Beh\u00f6rde eine <strong>konkrete Amtshandlung \u2013 n\u00e4mlich die Auskunftserteilung \u2013 vornimmt<\/strong>, daher ist die Verpflichtungsklage einschl\u00e4gig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH folgt damit der Linie des Bundesverwaltungsgerichts, das bereits mehrfach die Verpflichtungsklage bei vergleichbaren DSGVO-Anspr\u00fcchen gegen\u00fcber Verwaltungsbeh\u00f6rden best\u00e4tigt hatte (z.\u202fB. BVerwG, Urt. v. 30.11.2022 \u2013 6 C 10.21).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u23f1\ufe0f <strong>Klagefrist: Nur ein Monat \u2013 trotz DSGVO<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch bedeutsamer f\u00fcr die Praxis: Der BFH legt fest, dass die Klage auch bei DSGVO-Anspr\u00fcchen <strong>innerhalb der einmonatigen Klagefrist<\/strong> nach <strong>\u00a7 47 Abs. 1 FGO<\/strong> erhoben werden muss. Das gilt <strong>auch dann<\/strong>, wenn \u2013 wie im entschiedenen Fall \u2013 <strong>keine Rechtsbehelfsbelehrung<\/strong> beigef\u00fcgt war (\u00a7 55 Abs. 2 Satz 1 FGO greift dann, also max. ein Jahr Frist).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit <strong>verwirft der BFH ausdr\u00fccklich die Vorstellung<\/strong>, dass Klagen auf DSGVO-Auskunft gegen Finanzbeh\u00f6rden <strong>&#8222;jederzeit&#8220;<\/strong> erhoben werden k\u00f6nnten. Eine solche Fristlosigkeit lasse sich <strong>nicht aus der DSGVO selbst<\/strong>, noch aus den unionsrechtlichen Grunds\u00e4tzen der <strong>\u00c4quivalenz und Effektivit\u00e4t<\/strong> ableiten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\ud83d\udccc <strong>Konsequenzen f\u00fcr die Praxis<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Steuerpflichtige und ihre Berater m\u00fcssen wachsam sein<\/strong>, wenn Finanz\u00e4mter Auskunftsantr\u00e4ge ablehnen oder nicht bearbeiten.<\/li><li>Es ist <strong>keine &#8222;Offenfrist&#8220; gegeben<\/strong> \u2013 die Fristen der FGO gelten vollumf\u00e4nglich auch f\u00fcr DSGVO-Klagen.<\/li><li>Die Klage ist als <strong>Verpflichtungsklage<\/strong> einzureichen \u2013 nicht als allgemeine Leistungsklage oder Feststellungsklage.<\/li><li>Die <strong>Einmonatsfrist (\u00a7 47 FGO)<\/strong> beginnt mit der Bekanntgabe der ablehnenden Entscheidung \u2013 sp\u00e4testens jedoch mit Ablauf eines Jahres bei fehlender Rechtsbehelfsbelehrung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\ud83e\uddfe <strong>Unser Rat aus der steuerlichen Praxis<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer datenschutzrechtliche Ausk\u00fcnfte gegen\u00fcber dem Finanzamt geltend machen will \u2013 z.\u202fB. \u00fcber gespeicherte Steuerdaten, interne Vermerke oder gespeicherte Drittauskunftsinhalte \u2013 sollte fr\u00fchzeitig rechtlichen Rat einholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wir unterst\u00fctzen Sie bei der Antragstellung und \u2013 falls n\u00f6tig \u2013 bei der rechtzeitigen gerichtlichen Durchsetzung Ihrer Auskunftsanspr\u00fcche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des BFH bringt Klarheit \u2013 aber auch strikte Fristen. <strong>Verpassen Sie sie nicht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tags:<\/strong> #BFH #DSGVO #Art15 #Datenschutz #Finanzamt #Verpflichtungsklage #Klagefrist #Steuerberatung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 06.05.2025 (Az. 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