{"id":77645,"date":"2025-06-25T16:31:29","date_gmt":"2025-06-25T14:31:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77645"},"modified":"2025-06-25T16:31:29","modified_gmt":"2025-06-25T14:31:29","slug":"%f0%9f%93%9a-bmf-plant-informationsblatt-zu-%c2%a7-4-nr-22-ustg-dstv-fordert-nachbesserung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/%f0%9f%93%9a-bmf-plant-informationsblatt-zu-%c2%a7-4-nr-22-ustg-dstv-fordert-nachbesserung\/","title":{"rendered":"\ud83d\udcda BMF plant Informationsblatt zu \u00a7\u202f4 Nr.\u202f22 UStG \u2013 DStV fordert Nachbesserung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>25. Juni 2025<\/strong> \u2013 Die Diskussion um die umsatzsteuerliche Behandlung von Bildungsleistungen geht in die n\u00e4chste Runde: Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) plant ein Informationsblatt zur Auslegung von \u00a7\u202f4 Nr.\u202f22 Buchstabe a UStG. Ziel ist es, durch untergesetzliche Kriterien den Anwendungsbereich der Steuerbefreiung einzugrenzen \u2013 insbesondere gegen\u00fcber Angeboten, die eher der Freizeitgestaltung als der Bildung dienen. Der <strong>Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV)<\/strong> hat hierzu Stellung genommen \u2013 und kritisiert den aktuellen Entwurf deutlich.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>\ud83d\udd0d Hintergrund: Was regelt \u00a7\u202f4 Nr.\u202f22 UStG?<\/h2>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend das <strong>Jahressteuergesetz 2024<\/strong> bereits Anpassungen an \u00a7\u202f4 Nr.\u202f21 UStG vornahm, blieb die Vorschrift des \u00a7\u202f4 Nr.\u202f22 Buchstabe a UStG zun\u00e4chst unangetastet \u2013 obwohl auch sie <strong>nicht unionsrechtskonform ausgestaltet<\/strong> ist. Beide Vorschriften betreffen Bildungsleistungen, etwa in Bereichen der Fort- und Erwachsenenbildung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun will das BMF mit einem Informationsblatt nachsteuern und <strong>die Kriterien f\u00fcr eine Steuerbefreiung konkretisieren<\/strong>, insbesondere um Angebote mit freizeitnahem Charakter auszugrenzen. Die Bewertung soll dabei <strong>anhand dreier kumulativ zu pr\u00fcfender Kriterien<\/strong> erfolgen \u2013 doch genau hier beginnt die Kritik.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>\u26a0\ufe0f DStV: Kriterien unklar, praxisfern und nicht geeignet f\u00fcr Fortbildungen<\/h2>\n\n\n\n<p>In seiner Stellungnahme <strong>S 03\/25<\/strong> warnt der DStV vor einem Regelwerk, das in der Praxis kaum anwendbar ist:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Unklarheit \u00fcber die Gewichtung der Kriterien:<\/strong> M\u00fcssen alle Voraussetzungen erf\u00fcllt sein, oder gen\u00fcgt die Erf\u00fcllung einzelner? Hier fehlt es an rechtssicherer Klarheit.<\/li><li><strong>Vage Formulierungen:<\/strong> Besonders bei beruflichen Fortbildungen greifen die Abgrenzungskriterien zu kurz \u2013 vor allem, wenn es sich um Einzelveranstaltungen handelt.<\/li><li><strong>Gefahr der Verunsicherung:<\/strong> Ohne pr\u00e4zisere Definitionen bleibt viel Raum f\u00fcr Auslegung und Unsicherheit bei Bildungstr\u00e4gern und deren steuerlicher Einordnung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>\ud83d\udd04 Forderung nach abgestimmtem Vorgehen mit \u00a7\u202f4 Nr.\u202f21 UStG<\/h2>\n\n\n\n<p>Der DStV betont, dass beide Vorschriften \u2013 \u00a7\u202f4 Nr.\u202f21 und \u00a7\u202f4 Nr.\u202f22 UStG \u2013 auf <strong>derselben unionsrechtlichen Grundlage<\/strong> beruhen und sich inhaltlich \u00fcberschneiden. Ein abgestimmtes Vorgehen sei daher unerl\u00e4sslich. Konkret fordert der Verband, das Informationsblatt zu \u00a7\u202f4 Nr.\u202f22 <strong>nicht vor dem BMF-Schreiben zu \u00a7\u202f4 Nr.\u202f21 zu ver\u00f6ffentlichen<\/strong>, um ein steuerliches \u201eAbgrenzungschaos\u201c zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>\ud83d\udd01 Vorschlag: Neuregelung statt Flickwerk<\/h2>\n\n\n\n<p>Langfristig pl\u00e4diert der DStV f\u00fcr eine <strong>grundlegende Neufassung der Bildungssteuerbefreiung<\/strong>, die:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>\u00a7\u202f4 Nr.\u202f21 und Nr.\u202f22 zusammenf\u00fchrt<\/strong>,<\/li><li>das <strong>b\u00fcrokratische Bescheinigungsverfahren abschafft<\/strong>,<\/li><li>und die Steuerbefreiung <strong>an das Fehlen systematischer Gewinnerzielungsabsicht kn\u00fcpft<\/strong> \u2013 wie es die Mehrwertsteuersystemrichtlinie der EU ausdr\u00fccklich erlaubt (Art. 133 Buchst. a MwStSystRL).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>\ud83d\udd52 \u00dcbergangsregelung gefordert<\/h2>\n\n\n\n<p>Angesichts der komplexen und bisher wenig praxisnahen Regelungen fordert der DStV zudem einen <strong>Nichtbeanstandungszeitraum von mindestens drei Jahren<\/strong>. Ohne eine klare Linie der Finanzverwaltung sei es unzumutbar, Bildungstr\u00e4ger kurzfristig mit neuen Anforderungen zu konfrontieren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>Das geplante Informationsblatt des BMF wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Die Kritik des DStV zeigt deutlich: Eine nachhaltige L\u00f6sung kann nur durch eine <strong>vereinfachte, unionsrechtskonforme und praxisnahe Neuregelung<\/strong> der umsatzsteuerlichen Behandlung von Bildungsleistungen erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Quelle:<\/strong> Deutscher Steuerberaterverband e.V., Mitteilung vom 25.06.2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25. Juni 2025 \u2013 Die Diskussion um die umsatzsteuerliche Behandlung von Bildungsleistungen geht in die n\u00e4chste Runde: Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) plant ein Informationsblatt zur Auslegung von \u00a7\u202f4 Nr.\u202f22 Buchstabe a UStG. 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