{"id":77804,"date":"2025-07-10T11:19:07","date_gmt":"2025-07-10T09:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77804"},"modified":"2025-07-10T11:19:07","modified_gmt":"2025-07-10T09:19:07","slug":"bfh-keine-umsatzsteuerkorrektur-bei-insolvenz-der-zahlstelle-unternehmer-traegt-das-risiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-keine-umsatzsteuerkorrektur-bei-insolvenz-der-zahlstelle-unternehmer-traegt-das-risiko\/","title":{"rendered":"<strong>BFH: Keine Umsatzsteuerkorrektur bei Insolvenz der Zahlstelle \u2013 Unternehmer tr\u00e4gt das Risiko<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>\ud83d\udcc6 <strong>Urteil vom 30.04.2025 \u2013 XI R 15\/22<\/strong><br \/>\ud83d\udccc <strong>Relevanz f\u00fcr: Unternehmen mit Zahlungsabwicklung \u00fcber Dritte (Zahlstellen)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2><strong>Worum geht es?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Viele Unternehmen bedienen sich zur Abwicklung von Zahlungen sogenannter <strong>\u201eZahlstellen\u201c<\/strong> \u2013 also Dritter, \u00fcber die Kundenzahlungen eingesammelt und dann weitergeleitet werden. Doch was passiert umsatzsteuerlich, wenn diese Zahlstelle <strong>insolvent<\/strong> wird und das Geld <strong>nicht<\/strong> an den leistenden Unternehmer weiterleitet?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun klargestellt: <strong>Die Umsatzsteuer bleibt trotzdem geschuldet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2><strong>Was hat der BFH entschieden?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Mit Urteil vom 30.04.2025 (XI R 15\/22) hat der BFH folgende Leits\u00e4tze aufgestellt:<\/p>\n\n\n\n<h3>\ud83d\udd39 <strong>Entgelt vereinnahmt \u2013 trotz Nichtauszahlung durch Zahlstelle<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Sobald der Zahlungspflichtige (z.\u202fB. ein Kunde) den Betrag an die Zahlstelle \u00fcberweist, gilt das Entgelt beim Unternehmer als <strong>vereinnahmt<\/strong> \u2013 und damit als <strong>umsatzsteuerpflichtig<\/strong> (\u00a7 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b UStG bei Ist-Versteuerung).<\/p>\n\n\n\n<h3>\ud83d\udd39 <strong>Keine Minderung der Bemessungsgrundlage bei Ausfall<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Kommt es <strong>nicht zur Weiterleitung der Zahlung<\/strong> (etwa wegen Insolvenz der Zahlstelle), kann der Unternehmer <strong>die Umsatzsteuer nicht korrigieren<\/strong>. Der Ausfall stellt keinen Fall f\u00fcr eine <strong>Berichtigung nach \u00a7 17 UStG<\/strong> dar.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83d\udd01 Der BFH verweist auf seine bisherige Rechtsprechung (z.\u202fB. Urteil vom 24.02.2021 \u2013 XI R 15\/19), die bereits \u00e4hnliche F\u00e4lle behandelt hat.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2><strong>Was bedeutet das f\u00fcr Sie als Unternehmer?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn Sie Ihre Zahlungseinz\u00fcge <strong>an Dritte delegieren<\/strong>, tragen Sie das volle Risiko, dass diese das Geld <strong>nicht weiterleiten<\/strong> \u2013 aus steuerlicher Sicht haben Sie das Geld dennoch \u201eerhalten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Folge:<\/strong><br \/>Sie m\u00fcssen <strong>die Umsatzsteuer ans Finanzamt abf\u00fchren<\/strong>, auch wenn Ihnen wirtschaftlich kein Geld zugeflossen ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2><strong>Unser Praxistipp<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>\u25b6\ufe0f <strong>Vermeiden Sie unn\u00f6tige Zahlungsrisiken durch Dritte.<\/strong><br \/>\u25b6\ufe0f <strong>Pr\u00fcfen Sie regelm\u00e4\u00dfig die Bonit\u00e4t Ihrer Zahlstelle.<\/strong><br \/>\u25b6\ufe0f <strong>Vertraglich absichern<\/strong>, dass Kundenzahlungen treuh\u00e4nderisch behandelt werden.<br \/>\u25b6\ufe0f Wenn m\u00f6glich: <strong>Verzicht auf Zwischenstellen<\/strong> \u2013 direkte Zahlung an Ihr Unternehmen bevorzugen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2><strong>Fazit<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das BFH-Urteil stellt klar: <strong>Zahlungseing\u00e4nge bei einer \u201eZahlstelle\u201c sind umsatzsteuerlich wie eigene Zahlungseing\u00e4nge zu behandeln.<\/strong> Eine sp\u00e4tere Insolvenz der Zahlstelle \u00e4ndert daran nichts. Unternehmer sollten das <strong>Umsatzsteuer-Risiko bei der Auslagerung von Zahlungsprozessen<\/strong> sehr genau pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>\ud83d\udccc <strong>Quelle: Bundesfinanzhof<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>\ud83d\udcac Sie m\u00f6chten Ihre Zahlungsabwicklung pr\u00fcfen oder optimieren?<br \/>Wir beraten Sie gerne zur <strong>sicheren Gestaltung von Zahlungsfl\u00fcssen und steuerlichen Risiken<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ud83d\udcc6 Urteil vom 30.04.2025 \u2013 XI R 15\/22\ud83d\udccc Relevanz f\u00fcr: Unternehmen mit Zahlungsabwicklung \u00fcber Dritte (Zahlstellen) Worum geht es? Viele Unternehmen bedienen sich zur Abwicklung von Zahlungen sogenannter \u201eZahlstellen\u201c \u2013 also Dritter, \u00fcber die Kundenzahlungen eingesammelt und dann weitergeleitet werden. 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