{"id":77824,"date":"2025-07-12T13:16:50","date_gmt":"2025-07-12T11:16:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77824"},"modified":"2025-07-12T13:16:50","modified_gmt":"2025-07-12T11:16:50","slug":"vg-muenster-keine-hundesteuer-ermaessigung-fuer-inhaber-eines-jagderlaubnisscheins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vg-muenster-keine-hundesteuer-ermaessigung-fuer-inhaber-eines-jagderlaubnisscheins\/","title":{"rendered":"<strong>VG M\u00fcnster: Keine Hundesteuer-Erm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Inhaber eines Jagderlaubnisscheins<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ver\u00f6ffentlicht am 10. Juli 2025<\/strong><br \/>Kategorie: Kommunalabgabenrecht, Hundesteuer, Jagdrecht<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verwaltungsgericht M\u00fcnster hat mit Urteil vom <strong>07.07.2025 (Az. 3 K 910\/23)<\/strong> entschieden, dass die <strong>Inhaberin eines Jagderlaubnisscheins keinen Anspruch auf eine Erm\u00e4\u00dfigung der Hundesteuer<\/strong> f\u00fcr ihren Jagdhund hat. Die Entscheidung betrifft insbesondere J\u00e4ger, Jagdg\u00e4ste und Hundebesitzer mit jagdlich ausgebildeten Tieren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u2696\ufe0f <strong>Worum ging es im Fall?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Einwohnerin der Stadt M\u00fcnster hatte im Jahr 2018 einen zweiten Hund \u2013 einen zum Jagdhund ausgebildeten Rauhaardackel \u2013 angemeldet und eine <strong>Erm\u00e4\u00dfigung der Hundesteuer<\/strong> beantragt. Sie argumentierte, dass sie im Besitz eines Jagdscheins sei, ihr Hund die <strong>Brauchbarkeitspr\u00fcfung<\/strong> bestanden habe und sie \u00fcber eine <strong>dauerhafte Jagderlaubnis<\/strong> verf\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stadt M\u00fcnster lehnte die Erm\u00e4\u00dfigung jedoch ab und setzte f\u00fcr das Jahr 2023 den regul\u00e4ren Hundesteuersatz f\u00fcr zwei Hunde in H\u00f6he von <strong>264 Euro<\/strong> fest. Die Kl\u00e4gerin klagte daraufhin gegen den Steuerbescheid.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\ud83e\uddfe <strong>Entscheidung des Verwaltungsgerichts M\u00fcnster<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht wies die Klage mit Urteil vom <strong>7. Juli 2025<\/strong> ab. Wesentliche Begr\u00fcndung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Kl\u00e4gerin ist <strong>nicht zur Jagdaus\u00fcbung berechtigt<\/strong> im Sinne der Hundesteuersatzung der Stadt M\u00fcnster.<\/li><li>Die Jagdaus\u00fcbungsberechtigung umfasst laut Satzung die umfassende Befugnis, das Jagdrecht auf einer Fl\u00e4che selbstst\u00e4ndig auszu\u00fcben und andere auszuschlie\u00dfen.<\/li><li>Inhaber eines <strong>Jagderlaubnisscheins<\/strong> \u2013 sog. Jagdg\u00e4ste \u2013 gelten <strong>nicht als jagdaus\u00fcbungsberechtigt<\/strong>. Ihnen wird lediglich durch Dritte die Jagd auf fremdem Gebiet gestattet.<\/li><li>Der kommunale Satzungsgeber habe bewusst <strong>nur die Jagdaus\u00fcbungsberechtigten<\/strong> (z.\u202fB. Eigenjagdbesitzer oder best\u00e4tigte Revierinhaber) beg\u00fcnstigen wollen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem stellte das Gericht klar: <strong>Die Erhebung und Differenzierung der Hundesteuer liegt im Gestaltungsspielraum der Gemeinde.<\/strong> Ein Anspruch auf Steuerverg\u00fcnstigung aufgrund pers\u00f6nlicher Jagdaus\u00fcbung oder Hundehaltung besteht <strong>nicht automatisch<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\ud83d\udccc <strong>Fazit: Jagdgast \u2260 Jagdaus\u00fcbungsberechtigter<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung zeigt deutlich: <strong>Nicht jeder J\u00e4ger profitiert automatisch von einer erm\u00e4\u00dfigten Hundesteuer<\/strong>, selbst wenn ein brauchbarer Jagdhund gehalten wird. Entscheidend ist der <strong>rechtliche Status nach Jagdrecht und kommunaler Satzung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hundebesitzer mit Jagderlaubnis sollten daher pr\u00fcfen, ob sie formal jagdaus\u00fcbungsberechtigt sind<\/strong>, bevor sie eine Erm\u00e4\u00dfigung beantragen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\ud83d\udcdd <strong>Was bedeutet das f\u00fcr andere Kommunen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn dieses Urteil nur die Satzung der Stadt M\u00fcnster betrifft, kann es <strong>Signalwirkung f\u00fcr andere St\u00e4dte und Gemeinden<\/strong> haben. Viele Hundesteuersatzungen differenzieren \u00e4hnlich zwischen Jagdaus\u00fcbungsberechtigten und Jagdg\u00e4sten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Steuerpflichtige ist daher eine <strong>genaue Pr\u00fcfung der kommunalen Regelungen<\/strong> entscheidend. Bei Zweifeln empfiehlt sich eine rechtliche Beratung oder R\u00fccksprache mit dem Steuerberater bzw. Fachanwalt f\u00fcr Verwaltungsrecht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u2696\ufe0f <strong>Rechtsmittel m\u00f6glich<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen das Urteil kann <strong>innerhalb eines Monats<\/strong> nach Zustellung Antrag auf Zulassung der Berufung beim <strong>Oberverwaltungsgericht NRW<\/strong> gestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht am 10. Juli 2025Kategorie: Kommunalabgabenrecht, Hundesteuer, Jagdrecht Das Verwaltungsgericht M\u00fcnster hat mit Urteil vom 07.07.2025 (Az. 3 K 910\/23) entschieden, dass die Inhaberin eines Jagderlaubnisscheins keinen Anspruch auf eine Erm\u00e4\u00dfigung der Hundesteuer f\u00fcr ihren Jagdhund hat. 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