{"id":77851,"date":"2025-07-16T15:52:41","date_gmt":"2025-07-16T13:52:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77851"},"modified":"2025-07-16T15:52:41","modified_gmt":"2025-07-16T13:52:41","slug":"bestattungsvorsorge-keine-steuerersparnis-durch-vorweggenommene-kosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bestattungsvorsorge-keine-steuerersparnis-durch-vorweggenommene-kosten\/","title":{"rendered":"<strong>Bestattungsvorsorge: Keine Steuerersparnis durch vorweggenommene Kosten<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das FG M\u00fcnster (Urteil vom 23.06.2025, Az. 10 K 1483\/24) hat entschieden, dass Aufwendungen f\u00fcr die eigene Bestattungsvorsorge nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen nach \u00a7\u202f33 EStG steuerlich abziehbar sind.<\/strong> Damit hat das Gericht klargestellt, dass selbst gut gemeinte Vorsorge zu Lebzeiten steuerlich nicht belohnt wird \u2013 auch wenn Angeh\u00f6rige sp\u00e4ter entlastet werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Worum ging es konkret?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Steuerpflichtiger hatte einen <strong>Bestattungsvorsorge-Treuhandvertrag<\/strong> \u00fcber 6.500\u202f\u20ac abgeschlossen und die Zahlung in seiner Einkommensteuererkl\u00e4rung als <strong>au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung<\/strong> geltend gemacht. Begr\u00fcndung: Die Kosten w\u00fcrden sonst sp\u00e4ter seine Erben treffen \u2013 warum also nicht jetzt schon abziehbar machen?<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das Finanzamt und nun auch das <strong>Finanzgericht M\u00fcnster<\/strong> lehnten dies ab.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Warum sind Bestattungsvorsorgekosten nicht abziehbar?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<h4>1. <strong>Keine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Aufwendungen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Das Gericht stellte klar: Der Tod betrifft <strong>alle Menschen<\/strong>, die Notwendigkeit einer Bestattung ist <strong>nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich<\/strong>. Es handelt sich nicht um einen unvorhersehbaren, untypischen Lebenssachverhalt. Damit fehlt es an der erforderlichen Au\u00dfergew\u00f6hnlichkeit im Sinne des \u00a7\u202f33 EStG.<\/p>\n\n\n\n<h4>2. <strong>Keine Zwangsl\u00e4ufigkeit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Der Kl\u00e4ger handelte <strong>freiwillig<\/strong>. F\u00fcr die eigene Bestattung gibt es <strong>keine rechtliche, tats\u00e4chliche oder sittliche Verpflichtung<\/strong>, zu Lebzeiten vorzusorgen. Das unterscheidet sich etwa von den F\u00e4llen, in denen Angeh\u00f6rige aus sittlicher Pflicht f\u00fcr die Beerdigung eines nahen Verwandten aufkommen m\u00fcssen \u2013 hier kann eine steuerliche Ber\u00fccksichtigung gegeben sein.<\/p>\n\n\n\n<h4>3. <strong>Keine tats\u00e4chliche wirtschaftliche Belastung<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die Aufwendungen wurden <strong>aus dem eigenen Verm\u00f6gen<\/strong> geleistet. Bei Angeh\u00f6rigen hingegen sind Beerdigungskosten nur dann steuerlich abziehbar, wenn sie <strong>nicht aus dem Nachlass<\/strong> gedeckt werden k\u00f6nnen. Wer seine eigene Bestattung aus eigenen Mitteln finanziert, ist also <strong>nicht im steuerlichen Sinne belastet<\/strong> \u2013 im Gegenteil: Der Nachlass wird dadurch entlastet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Fazit: Gut gemeint \u2013 aber nicht steuerlich beg\u00fcnstigt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wer zu Lebzeiten f\u00fcr die eigene Beerdigung vorsorgt, handelt m\u00f6glicherweise verantwortungsbewusst \u2013 steuerlich bringt das aber <strong>keinen Vorteil<\/strong>. Anders als bei Beerdigungskosten f\u00fcr nahe Angeh\u00f6rige fehlt es bei der Bestattungsvorsorge an der Zwangsl\u00e4ufigkeit und an der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Belastung. Das Urteil des FG M\u00fcnster folgt damit einer strengen, aber konsequenten Auslegung des \u00a7\u202f33 EStG.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>PRAXISTIPP<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Bestattungsvorsorge kann ein sinnvoller Teil der Nachlassplanung sein \u2013 <strong>aber keine Ma\u00dfnahme zur Steueroptimierung<\/strong>. Wer Angeh\u00f6rige entlasten will, sollte dies einkalkulieren \u2013 <strong>aber nicht auf eine steuerliche Absetzbarkeit hoffen<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Bleiben Sie informiert \u2013 wir halten Sie \u00fcber steuerlich relevante Urteile zur privaten Vorsorge auf dem Laufenden.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das FG M\u00fcnster (Urteil vom 23.06.2025, Az. 10 K 1483\/24) hat entschieden, dass Aufwendungen f\u00fcr die eigene Bestattungsvorsorge nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen nach \u00a7\u202f33 EStG steuerlich abziehbar sind. Damit hat das Gericht klargestellt, dass selbst gut gemeinte Vorsorge zu Lebzeiten steuerlich nicht belohnt wird \u2013 auch wenn Angeh\u00f6rige sp\u00e4ter entlastet werden sollen. 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