{"id":77886,"date":"2025-07-21T18:02:32","date_gmt":"2025-07-21T16:02:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77886"},"modified":"2025-07-21T18:02:32","modified_gmt":"2025-07-21T16:02:32","slug":"steuerhinterziehung-durch-influencer-nrw-will-nicht-laenger-zusehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerhinterziehung-durch-influencer-nrw-will-nicht-laenger-zusehen\/","title":{"rendered":"Steuerhinterziehung durch Influencer: NRW will nicht l\u00e4nger zusehen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Influencer in Deutschland geraten zunehmend ins Visier der Steuerfahnder.<\/strong> Besonders in Nordrhein-Westfalen schl\u00e4gt das neu gegr\u00fcndete Landesamt zur Bek\u00e4mpfung der Finanzkriminalit\u00e4t (LBF NRW) Alarm: Social-Media-Stars sollen dem Staat rund <strong>300 Millionen Euro an Steuern vorenthalten<\/strong> haben. Jetzt geht die Beh\u00f6rde konsequent gegen die steuerliche Schattenwirtschaft auf Instagram, TikTok &amp; Co. vor.<\/p>\n\n\n\n<h3>6.000 Datens\u00e4tze im Visier der Steuerfahndung<\/h3>\n\n\n\n<p>Das LBF NRW analysiert derzeit ein umfangreiches Datenset mit mehr als <strong>6.000 Social-Media-Profilen<\/strong>. Diese Auswertung liefert die Grundlage f\u00fcr hunderte Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Auch wenn das Hauptaugenmerk derzeit auf NRW liegt, sollen laut dpa auch andere Bundesl\u00e4nder betroffen sein.<\/p>\n\n\n\n<h3>Wer wird \u00fcberpr\u00fcft?<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Fokus stehen <strong>professionelle Influencer<\/strong>, nicht Gelegenheitsnutzer oder private Accounts. Die Beh\u00f6rde hat innerhalb des LBF ein spezielles \u201eInfluencer-Team\u201c gebildet, das gezielt nach verd\u00e4chtigen Einnahmestrukturen sucht. Beh\u00f6rdenleiterin <strong>Stephanie Thien<\/strong> betont:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201eEs geht nicht um junge Leute, die ein paar Cremes bewerben \u2013 wir nehmen die gro\u00dfen Fische ins Visier.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Zielgruppe sind Accounts mit <strong>monatlichen Einnahmen von mehreren zehntausend Euro<\/strong>, die teils <strong>\u00fcber keinerlei steuerliche Registrierung verf\u00fcgen<\/strong>. Viele von ihnen entziehen sich den deutschen Beh\u00f6rden durch Umzug ins Ausland, insbesondere nach Dubai.<\/p>\n\n\n\n<h3>Steuerflucht per Story? Das LBF verfolgt neue Spuren<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein h\u00e4ufiges Problem: Werbe-Posts und Kooperationen finden oft in \u201eStorys\u201c statt, die nach 24 Stunden wieder verschwinden. Die Beweisf\u00fchrung ist dadurch aufw\u00e4ndig. Doch das LBF hat laut Thien \u201egezielte Ermittlungsmethoden entwickelt, um Werbepartnerschaften auch r\u00fcckwirkend zu belegen\u201c. Andere Bundesl\u00e4nder \u00fcbernehmen diese Techniken inzwischen.<\/p>\n\n\n\n<h3>Bereits 200 Verfahren gegen Influencer in NRW<\/h3>\n\n\n\n<p>Aktuell f\u00fchrt das LBF bereits rund <strong>200 Steuerstrafverfahren gegen Influencer mit Wohnsitz in NRW<\/strong> \u2013 und das noch vor Auswertung der neu analysierten Datens\u00e4tze. Der durchschnittliche Steuerschaden liegt dabei im hohen f\u00fcnfstelligen Bereich, in Einzelf\u00e4llen geht es um <strong>Millionenbetr\u00e4ge<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h3>Klare Worte vom Finanzminister<\/h3>\n\n\n\n<p>NRW-Finanzminister <strong>Marcus Optendrenk (CDU)<\/strong> sagt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>\u201eSteuerhinterziehung im gro\u00dfen Stil tritt \u00fcberall dort auf, wo viel Geld verdient wird. Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit, dass unsere Steuerfahndung genau hinschaut.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3>Fazit: Die Zeit der steuerfreien Likes ist vorbei<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Beh\u00f6rden machen deutlich: Wer im Social-Media-Bereich professionell Geld verdient, muss sich wie jeder Unternehmer an steuerliche Pflichten halten \u2013 egal, ob aus K\u00f6ln, Berlin oder Dubai. Die <strong>digitale Steuervermeidung<\/strong> durch Influencer wird zunehmend verfolgt, dokumentiert und geahndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer Influencer ist und noch keine klare steuerliche Struktur hat, sollte sich dringend beraten lassen \u2013 bevor das Finanzamt sich zuerst meldet.<\/p>\n\n\n\n<h3>\u2705 Checkliste: Influencer und Steuern \u2013 das sollten Sie beachten<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn Sie als Influencer oder Content-Creator Geld verdienen, gelten Sie steuerlich als Unternehmer*in. Folgende Punkte sollten Sie unbedingt pr\u00fcfen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>\ud83d\udd32 Haben Sie bereits eine <strong>Steuernummer<\/strong> f\u00fcr Ihre selbstst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit beantragt?<\/li><li>\ud83d\udd32 Haben Sie ein <strong>Gesch\u00e4ftskonto<\/strong> eingerichtet, um private und berufliche Zahlungen zu trennen?<\/li><li>\ud83d\udd32 Dokumentieren Sie Ihre <strong>Kooperationsvertr\u00e4ge, Gutschriften und Einnahmen<\/strong> vollst\u00e4ndig?<\/li><li>\ud83d\udd32 Haben Sie alle <strong>Sachleistungen<\/strong> (z.\u202fB. Produkte, Reisen, Events) als <strong>geldwerten Vorteil<\/strong> ber\u00fccksichtigt?<\/li><li>\ud83d\udd32 F\u00fchren Sie ein <strong>Einnahmen-\u00dcberschuss-Rechnung (E\u00dcR)<\/strong> oder eine <strong>ordentliche Buchhaltung<\/strong>?<\/li><li>\ud83d\udd32 Ist Ihre <strong>Umsatzsteuerpflicht<\/strong> gepr\u00fcft? (Kleinunternehmerregelung vs. Regelbesteuerung)<\/li><li>\ud83d\udd32 Haben Sie Ihren <strong>Influencer-Namen\/Account<\/strong> als Marke oder Unternehmen gesch\u00fctzt?<\/li><li>\ud83d\udd32 Liegt ein <strong>steuerlicher Beratervertrag<\/strong> oder eine regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle Ihrer Steuerpflichten vor?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wenn Sie einen dieser Punkte mit &#8222;Nein&#8220; beantworten m\u00fcssen, besteht unter Umst\u00e4nden akuter Handlungsbedarf.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3>\ud83d\udcac Lassen Sie sich jetzt beraten, bevor das Finanzamt es tut!<\/h3>\n\n\n\n<p>Ob als Einsteiger, wachsender Kanal oder etablierter Creator:<br \/><strong>Wir helfen Ihnen, steuerliche Risiken zu vermeiden, Einnahmen korrekt zu erfassen und unangenehme Nachzahlungen auszuschlie\u00dfen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\ud83d\udd0d Unser Angebot f\u00fcr Influencer:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Steuerliche Erstberatung inkl. Status-Check<\/li><li>Jahresabschluss &amp; E\u00dcR<\/li><li>Umsatzsteuer- und Einkommensteuer-Erkl\u00e4rungen<\/li><li>Unterst\u00fctzung bei Betriebspr\u00fcfungen und Ermittlungen<\/li><li>Strukturberatung f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Kooperationen oder GmbH-Gr\u00fcndungen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>\ud83d\udcde Jetzt kostenloses Infogespr\u00e4ch vereinbaren!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Influencer in Deutschland geraten zunehmend ins Visier der Steuerfahnder. Besonders in Nordrhein-Westfalen schl\u00e4gt das neu gegr\u00fcndete Landesamt zur Bek\u00e4mpfung der Finanzkriminalit\u00e4t (LBF NRW) Alarm: Social-Media-Stars sollen dem Staat rund 300 Millionen Euro an Steuern vorenthalten haben. 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