{"id":77991,"date":"2025-08-15T17:18:00","date_gmt":"2025-08-15T15:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=77991"},"modified":"2025-08-15T17:18:00","modified_gmt":"2025-08-15T15:18:00","slug":"streitwert-bei-anfechtung-eines-gewinnfeststellungsbescheids-abweichung-vom-25-pauschalsatz-bei-ausschliesslich-koerperschaftsteuerpflichtigen-beteiligten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/streitwert-bei-anfechtung-eines-gewinnfeststellungsbescheids-abweichung-vom-25-pauschalsatz-bei-ausschliesslich-koerperschaftsteuerpflichtigen-beteiligten\/","title":{"rendered":"Streitwert bei Anfechtung eines Gewinnfeststellungsbescheids \u2013 Abweichung vom 25 %-Pauschalsatz bei ausschlie\u00dflich k\u00f6rperschaftsteuerpflichtigen Beteiligten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>FG M\u00fcnster, Beschluss vom 01.07.2025 \u2013 15 Ko 1417\/25 GK<\/strong><br \/><em>Mitteilung vom 15.08.2025<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Bei der Anfechtung gesonderter und einheitlicher Gewinnfeststellungsbescheide wird der Streitwert nach \u00a7 52 Abs. 1 GKG grunds\u00e4tzlich typisiert ermittelt: In der Praxis bedeutet das, dass in der Regel <strong>25 % des streitigen Gewinns oder Verlusts<\/strong> als Ma\u00dfstab dienen. Doch gilt diese Vereinfachungsregel auch dann, wenn ausschlie\u00dflich <strong>k\u00f6rperschaftsteuerpflichtige Beteiligte<\/strong> betroffen sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzgericht M\u00fcnster hat hierzu in einem aktuellen Beschluss eine praxisrelevante Klarstellung getroffen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3>Hintergrund des Falls<\/h3>\n\n\n\n<p>Im zugrunde liegenden Klageverfahren (Az. 15 K 421\/21 G,F) stritten die Beteiligten \u00fcber die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit von Bescheiden zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen sowie des verrechenbaren Verlustes nach \u00a7 15a Abs. 4 EStG f\u00fcr eine GmbH &amp; Co. KG.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzamt hatte die <strong>D GmbH<\/strong> statt eines <strong>E e.V.<\/strong> als wirtschaftlichen Eigent\u00fcmer eines Gesellschaftsanteils angesehen. Das f\u00fchrte zu \u00c4nderungen der Besteuerungsgrundlagen, die sich ausschlie\u00dflich auf k\u00f6rperschaftsteuerpflichtige Beteiligte auswirkten. Die Klage wurde abgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Gerichtskostenrechnung setzte das Gericht zun\u00e4chst den Streitwert auf Basis des pauschalen 25 %-Satzes an. Hiergegen legte die Kl\u00e4gerin Erinnerung ein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3>Entscheidung des FG M\u00fcnster<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Einzelrichter des 15. Senats gab der Erinnerung statt und <strong>reduzierte den Streitwert<\/strong>. Begr\u00fcndung:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Grunds\u00e4tzlich gilt bei der Streitwertbemessung in Gewinnfeststellungsverfahren der <strong>25 %-Pauschalsatz<\/strong> \u2013 unabh\u00e4ngig von den individuellen Steuers\u00e4tzen der Gesellschafter.<\/li><li><strong>Ausnahme<\/strong>: Wenn ausschlie\u00dflich Kapitalgesellschaften (k\u00f6rperschaftsteuerpflichtige Beteiligte) betroffen sind <strong>und<\/strong> der entsprechende Anteil der strittigen Eink\u00fcnfte ohne aufwendige Ermittlungen feststeht, ist der <strong>lineare K\u00f6rperschaftsteuersatz von 15 %<\/strong> ma\u00dfgeblich.<\/li><li>Diese Anpassung ber\u00fccksichtigt den tats\u00e4chlichen steuerlichen Belastungseffekt im summarischen Streitwertverfahren besser als der allgemeine Pauschalsatz.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3>Praxishinweis<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Streitwertberechnung bedeutet der Beschluss:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Bei rein k\u00f6rperschaftsteuerpflichtigen Beteiligten kann der Streitwert <strong>sp\u00fcrbar niedriger<\/strong> ausfallen als nach der bisherigen Pauschalregel.<\/li><li>Das kann insbesondere bei kostenintensiven Klageverfahren relevant sein, da sich die Gerichtskosten direkt am Streitwert orientieren.<\/li><li>In der Praxis sollte bei Gewinnfeststellungsverfahren stets gepr\u00fcft werden, ob die Beteiligtenstruktur eine <strong>Abweichung vom 25 %-Satz<\/strong> rechtfertigt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Quelle:<\/strong> Finanzgericht M\u00fcnster, Beschluss vom 01.07.2025 \u2013 15 Ko 1417\/25 GK, Newsletter August 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FG M\u00fcnster, Beschluss vom 01.07.2025 \u2013 15 Ko 1417\/25 GKMitteilung vom 15.08.2025 Bei der Anfechtung gesonderter und einheitlicher Gewinnfeststellungsbescheide wird der Streitwert nach \u00a7 52 Abs. 1 GKG grunds\u00e4tzlich typisiert ermittelt: In der Praxis bedeutet das, dass in der Regel 25 % des streitigen Gewinns oder Verlusts als Ma\u00dfstab dienen. 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