{"id":78086,"date":"2025-08-31T11:39:20","date_gmt":"2025-08-31T09:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78086"},"modified":"2025-08-31T11:39:20","modified_gmt":"2025-08-31T09:39:20","slug":"e-bilanz-neue-taxonomie-6-9-und-nichtbeanstandungsregelung-fuer-kontennachweise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/e-bilanz-neue-taxonomie-6-9-und-nichtbeanstandungsregelung-fuer-kontennachweise\/","title":{"rendered":"E-Bilanz: Neue Taxonomie 6.9 und Nichtbeanstandungsregelung f\u00fcr Kontennachweise"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat das Datenschema f\u00fcr die elektronische Bilanz (E-Bilanz) aktualisiert. Mit der <strong>Version 6.9 der Taxonomie<\/strong> ergeben sich f\u00fcr Unternehmen und Steuerberater wichtige \u00c4nderungen \u2013 insbesondere im Hinblick auf die k\u00fcnftig verpflichtende \u00dcbermittlung von <strong>unverdichteten Kontennachweisen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2>Ab wann gilt die neue Taxonomie 6.9?<\/h2>\n\n\n\n<ul><li>Grunds\u00e4tzlich ist die Taxonomie <strong>f\u00fcr Bilanzen der Wirtschaftsjahre zu verwenden, die nach dem 31.12.2025 beginnen<\/strong> \u2013 also ab Wirtschaftsjahr 2026 bzw. 2026\/2027.<\/li><li>Eine freiwillige Nutzung f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2025 (bzw. 2025\/2026) ist zul\u00e4ssig.<\/li><li>Test\u00fcbermittlungen sollen ab <strong>November 2025<\/strong>, Echt\u00fcbermittlungen ab <strong>Mai 2026<\/strong> m\u00f6glich sein.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>Hintergrund: Neue Pflicht zur \u00dcbermittlung von Kontennachweisen<\/h2>\n\n\n\n<p>Das <strong>Jahressteuergesetz 2024<\/strong> sieht vor, dass bereits f\u00fcr Wirtschaftsjahre, die nach dem <strong>31.12.2024<\/strong> beginnen, neben der Bilanz und GuV auch die <strong>unverdichteten Kontennachweise mit Kontensalden<\/strong> elektronisch \u00fcbermittelt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher erhielt die Finanzverwaltung nur verdichtete Salden auf Basis der E-Bilanz-Taxonomie. K\u00fcnftig m\u00fcssen die <strong>Sachkonten mit Kontonummer, Kontenbezeichnung, Kontosaldo und zugeh\u00f6riger E-Bilanz-Position<\/strong> \u00fcbertragen werden. Eine \u00dcbermittlung der Nebenb\u00fccher (z. B. Personenkonten, Einzelbuchungen) ist hingegen nicht erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies betrifft <strong>alle Bilanzarten<\/strong> \u2013 also neben Jahresabschl\u00fcssen auch Er\u00f6ffnungs-, Umwandlungs- und Aufgabebilanzen. Bei Personengesellschaften sind auch Sonder- und Erg\u00e4nzungsbilanzen einzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<h2>Nichtbeanstandungsregelung: \u00dcbergang f\u00fcr Kontennachweise<\/h2>\n\n\n\n<p>Da die Umsetzung in der Praxis mit erheblichem Aufwand verbunden ist, gibt es eine <strong>Nichtbeanstandungsregelung<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Wird die E-Bilanz nach Taxonomie 6.9 <strong>zun\u00e4chst ohne Kontennachweise<\/strong> \u00fcbermittelt, beanstandet dies die Finanzverwaltung nicht.<\/li><li>Allerdings m\u00fcssen die Kontennachweise <strong>auf anderem Weg<\/strong> (z. B. als PDF oder Excel) beim Finanzamt eingereicht werden.<\/li><li>In der Taxonomie ist ein Feld vorgesehen, in dem die Gr\u00fcnde f\u00fcr die fehlende elektronische \u00dcbermittlung anzugeben sind.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Damit erhalten Unternehmen und Steuerberater mehr Zeit f\u00fcr die notwendige <strong>Software-Umstellung und Prozessanpassung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2>Weitere Ausweitungen ab 2028<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Kontennachweise sind nur der Anfang: F\u00fcr Wirtschaftsjahre, die <strong>nach dem 31.12.2027<\/strong> beginnen, m\u00fcssen zus\u00e4tzlich elektronisch \u00fcbermittelt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Anlagenspiegel und Anlagenverzeichnis<\/li><li>Anhang, Lagebericht und Pr\u00fcfungsbericht (sofern vorhanden)<\/li><li>Verzeichnis steuerlich abweichend bewerteter Wirtschaftsg\u00fcter<\/li><li>Verzeichnis der Anlageg\u00fcter<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Finanzverwaltung verspricht sich hiervon mehr Effizienz und weniger R\u00fcckfragen. Kritiker \u2013 u. a. der Deutsche Steuerberaterverband \u2013 sehen jedoch einen erheblichen <strong>B\u00fcrokratieaufwand<\/strong> und Risiken f\u00fcr die Vertraulichkeit.<\/p>\n\n\n\n<h2>Fazit: Was Unternehmen jetzt tun sollten<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><strong>Software und Prozesse anpassen<\/strong>: Pr\u00fcfen Sie fr\u00fchzeitig, ob Ihre Buchhaltungs- und Abschlusssysteme die Anforderungen der Taxonomie 6.9 erf\u00fcllen.<\/li><li><strong>Kontennachweise vorbereiten<\/strong>: Auch wenn die Nichtbeanstandungsregelung gilt, sollten Unternehmen sicherstellen, dass sie die unverdichteten Kontensalden vollst\u00e4ndig und pr\u00fcfbar bereitstellen k\u00f6nnen.<\/li><li><strong>Verg\u00fctungsvereinbarungen anpassen<\/strong>: Steuerberater sollten die erh\u00f6hten Compliance-Anforderungen in ihrer Honorarstruktur ber\u00fccksichtigen.<\/li><li><strong>Entwicklung im Blick behalten<\/strong>: Insbesondere die Ausweitung ab 2028 erfordert rechtzeitige organisatorische Vorkehrungen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>\ud83d\udccc <strong>Praxis-Tipp:<\/strong> Nutzen Sie die \u00dcbergangsregelung, um Ihre Systeme rechtzeitig fit f\u00fcr die erweiterten E-Bilanz-Pflichten zu machen. Wer erst im Echtbetrieb anpasst, riskiert Verz\u00f6gerungen und unn\u00f6tige R\u00fcckfragen durch das Finanzamt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat das Datenschema f\u00fcr die elektronische Bilanz (E-Bilanz) aktualisiert. Mit der Version 6.9 der Taxonomie ergeben sich f\u00fcr Unternehmen und Steuerberater wichtige \u00c4nderungen \u2013 insbesondere im Hinblick auf die k\u00fcnftig verpflichtende \u00dcbermittlung von unverdichteten Kontennachweisen. Ab wann gilt die neue Taxonomie 6.9? 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