{"id":78156,"date":"2025-09-05T11:26:33","date_gmt":"2025-09-05T09:26:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78156"},"modified":"2025-09-05T11:26:33","modified_gmt":"2025-09-05T09:26:33","slug":"bfh-nur-eine-gebuehr-bei-einheitlich-erteilter-verbindlicher-auskunft-gegenueber-mehreren-antragstellern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-nur-eine-gebuehr-bei-einheitlich-erteilter-verbindlicher-auskunft-gegenueber-mehreren-antragstellern\/","title":{"rendered":"BFH: Nur eine Geb\u00fchr bei einheitlich erteilter verbindlicher Auskunft gegen\u00fcber mehreren Antragstellern"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BFH, Pressemitteilung Nr. 56\/25 vom 04.09.2025 zum Urteil IV R 6\/23 vom 03.07.2025<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass bei mehreren Antragstellern nur <strong>eine Geb\u00fchr<\/strong> f\u00fcr die Bearbeitung einer verbindlichen Auskunft erhoben werden darf, wenn diese den Antragstellern gegen\u00fcber tats\u00e4chlich <strong>einheitlich erteilt<\/strong> wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Fall<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Acht Gesellschafter einer Holdinggesellschaft planten eine Umstrukturierung und stellten gemeinsam einen Antrag auf verbindliche Auskunft gem\u00e4\u00df \u00a7 89 AO.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Finanzamt erteilte daraufhin acht inhaltsgleiche Ausk\u00fcnfte.<\/li><li>Es setzte gegen\u00fcber jedem Antragsteller die gesetzliche H\u00f6chstgeb\u00fchr von <strong>109.736 Euro<\/strong> fest.<\/li><li>Die Antragsteller wandten sich dagegen und vertraten die Auffassung, dass die H\u00f6chstgeb\u00fchr nur einmal h\u00e4tte erhoben werden d\u00fcrfen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzgericht gab den Kl\u00e4gern Recht \u2013 und nun best\u00e4tigte auch der BFH diese Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Entscheidung des BFH<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH stellte klar:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Nach <strong>\u00a7 89 Abs. 3 Satz 2 AO<\/strong> ist nur eine Geb\u00fchr zu erheben, wenn eine verbindliche Auskunft gegen\u00fcber mehreren Antragstellern <strong>einheitlich<\/strong> erteilt wird.<\/li><li>In diesem Fall haften die Antragsteller als <strong>Gesamtschuldner<\/strong> f\u00fcr die Geb\u00fchr.<\/li><li>Dass das Finanzamt acht inhaltsgleiche Bescheide erlassen hatte, \u00e4nderte nichts daran, dass es sich um <strong>eine einzige Auskunft<\/strong> handelte.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist auch die Klarstellung des BFH, dass der Anwendungsbereich des \u00a7 89 Abs. 3 Satz 2 AO <strong>nicht auf die F\u00e4lle der Steuerauskunfts-Verordnung beschr\u00e4nkt<\/strong> ist. Vielmehr gilt die Regelung allgemein, wenn ein gemeinsamer Antrag auf eine einheitliche Auskunft gestellt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis zur Gesetzes\u00e4nderung 2016 ging die BFH-Rechtsprechung davon aus, dass gegen\u00fcber jedem einzelnen Antragsteller eine eigene Geb\u00fchr festzusetzen sei \u2013 auch dann, wenn es sich um denselben Sachverhalt handelte. Mit der Einf\u00fchrung von <strong>\u00a7 89 Abs. 3 Satz 2 AO<\/strong> wurde diese Praxis korrigiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bedeutung f\u00fcr die Praxis<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Kostenersparnis:<\/strong> Antragsteller, die gemeinsam eine verbindliche Auskunft beantragen, m\u00fcssen k\u00fcnftig nicht mehr bef\u00fcrchten, dass das Finanzamt die H\u00f6chstgeb\u00fchr mehrfach erhebt.<\/li><li><strong>Gestaltungshinweis:<\/strong> Bei Umstrukturierungen oder komplexen Sachverhalten mit mehreren Beteiligten empfiehlt es sich, einen <strong>gemeinsamen Antrag<\/strong> zu stellen, um die Geb\u00fchrenbelastung zu begrenzen.<\/li><li><strong>Rechtssicherheit:<\/strong> Die Entscheidung des BFH st\u00e4rkt die Position der Steuerpflichtigen und sorgt f\u00fcr eine einheitliche Anwendung der gesetzlichen Regelung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: Bundesfinanzhof \u2013 Urteil IV R 6\/23 vom 03.07.2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 56\/25 vom 04.09.2025 zum Urteil IV R 6\/23 vom 03.07.2025 Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass bei mehreren Antragstellern nur eine Geb\u00fchr f\u00fcr die Bearbeitung einer verbindlichen Auskunft erhoben werden darf, wenn diese den Antragstellern gegen\u00fcber tats\u00e4chlich einheitlich erteilt wird. 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