{"id":78237,"date":"2025-09-17T15:41:37","date_gmt":"2025-09-17T13:41:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78237"},"modified":"2025-09-17T15:41:37","modified_gmt":"2025-09-17T13:41:37","slug":"hinweisgeberschutz-reloaded","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/hinweisgeberschutz-reloaded\/","title":{"rendered":"Hinweisgeberschutz reloaded"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Hintergrund<\/h2>\n\n\n\n<p>Der <strong>Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV)<\/strong> hat am 16.09.2025 seine Stellungnahme zur Bewertung der EU-Hinweisgeberschutz-Richtlinie bei der EU-Kommission eingereicht. Kern der Forderung: <strong>Steuerberater m\u00fcssen wie Rechtsanw\u00e4lte vom Anwendungsbereich der Richtlinie ausgenommen werden.<\/strong> Der Grund daf\u00fcr liegt in einer <strong>irref\u00fchrenden \u00dcbersetzung<\/strong> des Rechtsbegriffs <em>legal professional privilege<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h2>Zwei-Klassen-Gesellschaft beim Berufsgeheimnis<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Umsetzung der EU-Richtlinie ((EU) 2019\/1937) in das deutsche Hinweisgeberschutzgesetz im Jahr 2023 sorgte f\u00fcr erhebliche Kritik.<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Rechtsanw\u00e4lte<\/strong> sind bei steuerlicher Beratung aufgrund ihres Berufsgeheimnisses von der Richtlinie ausgenommen.<\/li><li><strong>Steuerberater<\/strong> hingegen nicht \u2013 obwohl sie ebenfalls rechtsberatend t\u00e4tig sind.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der DStV kritisierte diese Ungleichbehandlung als Schaffung einer <strong>Zwei-Klassen-Gesellschaft beim Berufsgeheimnis<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2>Die Krux mit der \u00dcbersetzung<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Problem liegt in der \u00dcbersetzung des englischen Begriffs <em>legal professional privilege<\/em>. W\u00e4hrend er im EU-Recht regelm\u00e4\u00dfig als Synonym f\u00fcr das Berufsgeheimnis rechtsberatender Berufe dient, wurde er im Hinweisgeberschutz-Kontext ins Deutsche als <strong>\u201eanwaltliches Berufsgeheimnis\u201c<\/strong> \u00fcbertragen. Damit fielen Steuerberater aus der Regelung heraus \u2013 obwohl sie rechtlich betrachtet dazugeh\u00f6ren m\u00fcssten.<\/p>\n\n\n\n<h2>Blick nach \u00d6sterreich<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Gegenbeispiel liefert \u00d6sterreich: Dort werden <strong>Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer<\/strong> wie Rechtsanw\u00e4lte vom Anwendungsbereich ausgenommen. Der \u00f6sterreichische Gesetzgeber hat damit den Sinn und Zweck der Richtlinie korrekt und praxisnah umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2>Forderung des DStV<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Zukunft hat die EU-Kommission aufgrund der Initiative der <strong>German Tax Advisers<\/strong> (DStV in Kooperation mit der Bundessteuerberaterkammer) zugesichert, den Begriff <em>legal professional privilege<\/em> k\u00fcnftig <strong>einheitlich und korrekt<\/strong> zu \u00fcbersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der laufenden <strong>Bewertung der Hinweisgeberschutz-Richtlinie<\/strong> hat der DStV erneut deutlich gemacht:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die \u00dcbersetzung muss korrigiert werden.<\/li><li>Steuerberater sind dem Berufsgeheimnis nach gleichzustellen.<\/li><li>Die bestehende Zwei-Klassen-Gesellschaft darf nicht weiterbestehen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Konsultation l\u00e4uft bis Ende 2026 \u2013 dann sollen die Ergebnisse vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<h2>Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Berufsstand der Steuerberater steht viel auf dem Spiel: Es geht um die <strong>Gleichbehandlung im Berufsgeheimnis<\/strong> und um die Wahrung der besonderen Vertrauensstellung gegen\u00fcber den Mandanten. Der DStV fordert zu Recht, dass mit der anstehenden Neubewertung endlich die bestehende Ungleichbehandlung beseitigt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hintergrund Der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) hat am 16.09.2025 seine Stellungnahme zur Bewertung der EU-Hinweisgeberschutz-Richtlinie bei der EU-Kommission eingereicht. Kern der Forderung: Steuerberater m\u00fcssen wie Rechtsanw\u00e4lte vom Anwendungsbereich der Richtlinie ausgenommen werden. Der Grund daf\u00fcr liegt in einer irref\u00fchrenden \u00dcbersetzung des Rechtsbegriffs legal professional privilege. Zwei-Klassen-Gesellschaft beim Berufsgeheimnis Die Umsetzung der EU-Richtlinie ((EU) 2019\/1937) in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/hinweisgeberschutz-reloaded\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Hinweisgeberschutz reloaded<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78237"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78237"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78237\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}