{"id":78266,"date":"2025-09-19T11:39:32","date_gmt":"2025-09-19T09:39:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78266"},"modified":"2025-09-19T11:39:32","modified_gmt":"2025-09-19T09:39:32","slug":"vorsteuerberichtigung-nach-%c2%a7-15a-ustg-bei-aenderung-der-rechtlichen-beurteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorsteuerberichtigung-nach-%c2%a7-15a-ustg-bei-aenderung-der-rechtlichen-beurteilung\/","title":{"rendered":"Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a UStG bei \u00c4nderung der rechtlichen Beurteilung"},"content":{"rendered":"\n<p>\ud83d\udccc <strong>OFD Baden-W\u00fcrttemberg, Verf\u00fcgung vom 27.03.2025 \u2013 S 7316<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Oberfinanzdirektion (OFD) Baden-W\u00fcrttemberg hat zur <strong>Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a UStG<\/strong> Stellung genommen. Konkret geht es um F\u00e4lle, in denen sich nicht die tats\u00e4chliche Verwendung, sondern die <strong>rechtliche Beurteilung von Ums\u00e4tzen<\/strong> \u00e4ndert \u2013 insbesondere bei Berufung auf eine unionsrechtliche Steuerbefreiung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Kernaussagen der OFD<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><strong>\u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse:<\/strong><br \/>Eine \u00c4nderung i.S.d. \u00a7 15a Abs. 1 UStG liegt auch dann vor, wenn bei gleichbleibenden Ums\u00e4tzen die urspr\u00fcngliche rechtliche Beurteilung (Vorsteuerabzugsf\u00e4higkeit) als unzutreffend erkannt wird (Abschn. 15a.2 Abs. 2 Nr. 6 UStAE).<\/li><li><strong>Grenze der Berichtigung:<\/strong><br \/>War die rechtliche Beurteilung schon im Abzugsjahr fehlerhaft (z. B. falscher Unternehmensbezug), ist eine Berichtigung nach \u00a7 15a UStG ausgeschlossen. Hier h\u00e4tte bereits der <strong>Vorsteuerabzug nach \u00a7 15 UStG<\/strong> korrigiert werden m\u00fcssen.<\/li><li><strong>Bestandskraft entscheidend:<\/strong><br \/>Voraussetzung f\u00fcr eine Berichtigung ist, dass die Steuerfestsetzung des Abzugsjahres <strong>bestandskr\u00e4ftig und unab\u00e4nderbar<\/strong> ist (BFH, Urt. v. 23.10.2014 \u2013 V R 11\/12).<br \/>\ud83d\udc49 Eine Berichtigung in einem Folgejahr ist daher erst m\u00f6glich, wenn die Steuerfestsetzung des Abzugsjahres nicht mehr ge\u00e4ndert werden kann.<\/li><li><strong>Unionsrechtliche Steuerbefreiung:<\/strong><ul><li>Sind Ums\u00e4tze nach nationalem Recht steuerpflichtig, nach Unionsrecht aber steuerfrei, bleibt der Vorsteuerabzug bestehen, solange sich der Unternehmer <strong>nicht auf die Unionsrechtsbefreiung beruft<\/strong>.<\/li><li>Erst wenn der Unternehmer in einem sp\u00e4teren Jahr die unionsrechtliche Befreiung beansprucht, liegt eine <strong>\u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse<\/strong> i.S.d. \u00a7 15a UStG vor (BFH, Urt. v. 15.09.2011 \u2013 V R 8\/11). Dann ist die Berichtigung auch zul\u00e4ssig, obwohl das Abzugsjahr noch \u00e4nderbar w\u00e4re.<\/li><\/ul><\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Praxisbeispiel<\/h2>\n\n\n\n<p>Die OFD verdeutlicht dies anhand eines Beispiels:<br \/>Ein Unternehmer behandelt Ums\u00e4tze nach nationalem Recht als steuerpflichtig, zieht die Vorsteuer ab und wird entsprechend veranlagt. Jahre sp\u00e4ter beruft er sich auf die unionsrechtliche Steuerbefreiung \u2013 dann l\u00f6st dies eine <strong>Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a UStG<\/strong> im Folgejahr aus.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Verf\u00fcgung bringt wichtige Klarstellungen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Eine fehlerhafte rechtliche Beurteilung ist nicht automatisch mit \u00a7 15a UStG korrigierbar.<\/li><li>Der Zeitpunkt der <strong>Bestandskraft der Steuerfestsetzung<\/strong> ist entscheidend.<\/li><li>Unternehmer, die sich nachtr\u00e4glich auf <strong>Unionsrecht berufen<\/strong>, m\u00fcssen Vorsteuerberichtigungen einkalkulieren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>\ud83d\udc49 F\u00fcr die Praxis bedeutet das: Unternehmen sollten fr\u00fchzeitig pr\u00fcfen, ob sie sich auf unionsrechtliche Befreiungen berufen wollen \u2013 andernfalls drohen unerwartete Vorsteuerkorrekturen in sp\u00e4teren Jahren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Quelle: <strong>OFD Baden-W\u00fcrttemberg, Verf\u00fcgung vom 27.03.2025 \u2013 S 7316<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ud83d\udccc OFD Baden-W\u00fcrttemberg, Verf\u00fcgung vom 27.03.2025 \u2013 S 7316 Die Oberfinanzdirektion (OFD) Baden-W\u00fcrttemberg hat zur Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a UStG Stellung genommen. 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