{"id":78270,"date":"2025-09-19T11:42:14","date_gmt":"2025-09-19T09:42:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78270"},"modified":"2025-09-19T11:42:14","modified_gmt":"2025-09-19T09:42:14","slug":"ueberschlaegige-wertermittlung-fuer-zwecke-der-grunderwerbsteuer-%c2%a7-8-abs-2-grestg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ueberschlaegige-wertermittlung-fuer-zwecke-der-grunderwerbsteuer-%c2%a7-8-abs-2-grestg\/","title":{"rendered":"\u00dcberschl\u00e4gige Wertermittlung f\u00fcr Zwecke der Grunderwerbsteuer (\u00a7 8 Abs. 2 GrEStG)"},"content":{"rendered":"\n<p>\ud83d\udccc <strong>Finanzministerium Sachsen-Anhalt, Verf\u00fcgung vom 27.05.2025 \u2013 43 &#8211; S 4520 &#8211; 27<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzministerium Sachsen-Anhalt (FinMin) hat Hinweise zur <strong>Sch\u00e4tzung der Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer<\/strong> in F\u00e4llen des \u00a7 8 Abs. 2 GrEStG ver\u00f6ffentlicht. Betroffen sind insbesondere gesellschaftsrechtliche Vorg\u00e4nge wie Anteils\u00fcbertragungen oder Einbringungen, bei denen die Steuer nicht auf einen Kaufpreis, sondern auf den <strong>Grundbesitzwert nach dem Bewertungsgesetz (BewG)<\/strong> abstellt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Hintergrund<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach \u00a7 8 Abs. 2 GrEStG wird die Grunderwerbsteuer in bestimmten F\u00e4llen nicht nach dem Kaufpreis, sondern nach den <strong>Grundbesitzwerten (\u00a7 151 Abs. 1 Nr. 1 i. V. m. \u00a7 157 BewG)<\/strong> bemessen. Diese werden durch die <strong>Bewertungsstellen der Lagefinanz\u00e4mter<\/strong> festgestellt (sog. Bedarfsbewertung).<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Bearbeitungszeit: Grunds\u00e4tzlich soll die Feststellung innerhalb von <strong>3 Monaten<\/strong>, bei gesellschaftsrechtlichen Vorg\u00e4ngen innerhalb von <strong>2 Monaten<\/strong> erfolgen.<\/li><li>Da Steuerpflichtige meist schnell eine <strong>Unbedenklichkeitsbescheinigung<\/strong> ben\u00f6tigen, erl\u00e4sst das Finanzamt bereits vor der endg\u00fcltigen Wertfeststellung einen <strong>Grunderwerbsteuerbescheid auf gesch\u00e4tzter Basis<\/strong> (\u00a7 162 Abs. 2 AO).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Sch\u00e4tzungsgrundlagen laut FinMin<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><strong>Wohngeb\u00e4ude im land- und forstwirtschaftlichen Betrieb:<\/strong><br \/>Diese k\u00f6nnen zwar dem land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gen zugeordnet sein, geh\u00f6ren bei der <strong>Grundsteuer<\/strong> jedoch stets zum Grundverm\u00f6gen (\u00a7 232 Abs. 4 Nr. 1 BewG).<br \/>\ud83d\udc49 Daher sind Grundsteuerwerte f\u00fcr Fl\u00e4chen und Geb\u00e4ude <strong>zusammenzurechnen<\/strong>.<\/li><li><strong>Erl\u00e4uterung im Bescheid:<\/strong><br \/>Jeder Sch\u00e4tzungsbescheid steht unter dem <strong>Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung (\u00a7 164 AO)<\/strong> und soll mit folgendem Hinweis versehen werden: \u201eDie Bemessungsgrundlage wurde auf Grundlage des zuletzt festgestellten Grundsteuerwerts f\u00fcr den vom Rechtsvorgang betroffenen Grundbesitz gesch\u00e4tzt. Sobald der festgestellte Grundbesitzwert vorliegt, wird dieser Bescheid von Amts wegen ge\u00e4ndert.\u201c<\/li><li><strong>Eigene Angaben des Steuerpflichtigen:<\/strong><br \/>Hat der Steuerpflichtige bereits selbst Werte nach \u00a7\u00a7 151, 157 BewG angegeben und erscheinen diese plausibel, sollen diese <strong>vorrangig<\/strong> verwendet werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Bedeutung f\u00fcr die Praxis<\/h2>\n\n\n\n<ul><li>Steuerpflichtige sollten bei <strong>gesellschaftsrechtlichen Vorg\u00e4ngen mit Grundbesitz<\/strong> (z. B. Anteils\u00fcbertragungen, Einbringungen) darauf vorbereitet sein, dass zun\u00e4chst ein <strong>Sch\u00e4tzungsbescheid<\/strong> ergeht.<\/li><li>Eine <strong>sp\u00e4tere \u00c4nderung<\/strong> erfolgt automatisch, sobald der festgestellte Grundbesitzwert vorliegt.<\/li><li>Eigene <strong>realistische Wertangaben<\/strong> k\u00f6nnen das Verfahren beschleunigen und die Sch\u00e4tzung beeinflussen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit der Verf\u00fcgung schafft das FinMin Sachsen-Anhalt Klarheit zur \u00fcberschl\u00e4gigen Wertermittlung in F\u00e4llen des \u00a7 8 Abs. 2 GrEStG. F\u00fcr die Praxis bedeutet dies, dass Steuerpflichtige z\u00fcgig mit einem vorl\u00e4ufigen Bescheid rechnen k\u00f6nnen, um die Abwicklung von Transaktionen nicht zu verz\u00f6gern.<\/p>\n\n\n\n<p>\ud83d\udc49 Wer bereits \u00fcber nachvollziehbare Wertangaben verf\u00fcgt, sollte diese fr\u00fchzeitig einreichen, um eine g\u00fcnstigere oder realit\u00e4tsn\u00e4here Sch\u00e4tzung zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Quelle: <strong>Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt, Verf\u00fcgung vom 27.05.2025 \u2013 43 &#8211; S 4520 &#8211; 27<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\ud83d\udccc Finanzministerium Sachsen-Anhalt, Verf\u00fcgung vom 27.05.2025 \u2013 43 &#8211; S 4520 &#8211; 27 Das Finanzministerium Sachsen-Anhalt (FinMin) hat Hinweise zur Sch\u00e4tzung der Bemessungsgrundlage f\u00fcr die Grunderwerbsteuer in F\u00e4llen des \u00a7 8 Abs. 2 GrEStG ver\u00f6ffentlicht. 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