{"id":78319,"date":"2025-09-26T10:34:17","date_gmt":"2025-09-26T08:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78319"},"modified":"2025-09-26T10:34:17","modified_gmt":"2025-09-26T08:34:17","slug":"einspruchsstatistik-2024-deutlich-weniger-einsprueche-filterwirkung-bestaetigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/einspruchsstatistik-2024-deutlich-weniger-einsprueche-filterwirkung-bestaetigt\/","title":{"rendered":"Einspruchsstatistik 2024: Deutlich weniger Einspr\u00fcche, Filterwirkung best\u00e4tigt"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat die aktuelle <strong>Statistik zur Einspruchsbearbeitung in den Finanz\u00e4mtern<\/strong> ver\u00f6ffentlicht. Die Zahlen f\u00fcr 2024 zeigen: Das Einspruchsverfahren nach der Abgabenordnung bleibt ein wirksames Korrektiv, bevor es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.<\/p>\n\n\n\n<h2>Rechtsweg in Steuersachen \u2013 Einspruch als Pflichtschritt<\/h2>\n\n\n\n<p>Bevor Steuerpflichtige das Finanzgericht anrufen k\u00f6nnen, ist in den meisten F\u00e4llen ein Einspruch beim Finanzamt erforderlich. Dieses Verfahren gibt der Verwaltung die Chance, die Entscheidung noch einmal zu pr\u00fcfen. In der Praxis f\u00fchrt das dazu, dass viele Streitigkeiten schon im Einspruchsverfahren erledigt werden \u2013 ein Effekt, den man als <strong>Filterwirkung<\/strong> bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<h2>Weniger Einspr\u00fcche im Jahr 2024<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><strong>R\u00fcckgang um 40,4 %<\/strong> bei den eingelegten Einspr\u00fcchen im Vergleich zu 2023.<\/li><li>Grund: 2023 war die Zahl der Einspr\u00fcche aufgrund der Grundsteuerreform stark gestiegen.<\/li><li>Ende 2024 waren jedoch noch <strong>\u00fcber 10,4 Mio. Einspr\u00fcche unerledigt<\/strong> \u2013 ein Rekordstand, der \u00fcberwiegend auf ausgesetzte Verfahren im Zusammenhang mit Musterprozessen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>Wie wurden die Einspr\u00fcche erledigt?<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2024 wurden rund <strong>4,1 Mio. Einspr\u00fcche<\/strong> abgeschlossen. Die Verteilung zeigt, dass die meisten Verfahren ohne formelle Entscheidung gekl\u00e4rt werden:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>68,0 % Abhilfe<\/strong> (z. B. weil Steuererkl\u00e4rungen nachgereicht oder Aufwendungen belegt wurden)<\/li><li><strong>17,6 % R\u00fccknahme<\/strong> durch Steuerpflichtige<\/li><li><strong>12,7 % f\u00f6rmliche Einspruchsentscheidung<\/strong><\/li><li><strong>0,4 % Teil-Einspruchsentscheidungen<\/strong><\/li><li><strong>1,3 % auf andere Weise<\/strong> (z. B. Erledigung durch \u00c4nderungsbescheid oder Ablauf einer Au\u00dfenpr\u00fcfung)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>Klagen weiterhin selten<\/h2>\n\n\n\n<p>Nur <strong>1,1 % der erledigten Einspr\u00fcche<\/strong> f\u00fchrten im Jahr 2024 zu einer Klage beim Finanzgericht. Die Zahl der Klagen ging weiter zur\u00fcck:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>2020: 59.774 Klagen<\/li><li>2024: 46.120 Klagen (\u20132,5 % gegen\u00fcber 2023)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das zeigt, dass der \u00fcberwiegende Teil der Streitigkeiten bereits au\u00dfergerichtlich gel\u00f6st werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2>Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Statistik belegt:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Der Einspruch bleibt ein effektives und schnelles Mittel, um fehlerhafte Bescheide zu korrigieren.<\/li><li>Nur ein kleiner Bruchteil der F\u00e4lle muss vor Gericht gekl\u00e4rt werden.<\/li><li>Die weiterhin hohe Zahl unerledigter Einspr\u00fcche ist vor allem ein <strong>Nachhall der Grundsteuerreform<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>\ud83d\udc49 <strong>Tipp f\u00fcr Steuerpflichtige:<\/strong> Wer Zweifel an seinem Steuerbescheid hat, sollte die Einspruchsfrist von einem Monat ernst nehmen und rechtzeitig handeln. Oft lassen sich Fehler im au\u00dfergerichtlichen Verfahren schnell und ohne Klage beheben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat die aktuelle Statistik zur Einspruchsbearbeitung in den Finanz\u00e4mtern ver\u00f6ffentlicht. Die Zahlen f\u00fcr 2024 zeigen: Das Einspruchsverfahren nach der Abgabenordnung bleibt ein wirksames Korrektiv, bevor es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt. 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