{"id":78444,"date":"2025-10-14T12:34:01","date_gmt":"2025-10-14T10:34:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78444"},"modified":"2025-10-14T12:34:01","modified_gmt":"2025-10-14T10:34:01","slug":"digitale-steuerbescheide-was-ab-2026-gilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/digitale-steuerbescheide-was-ab-2026-gilt\/","title":{"rendered":"<strong>Digitale Steuerbescheide \u2013 Was ab 2026 gilt<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>DStV, Mitteilung vom 13.10.2025<\/strong><br \/><em>Elektronische Bescheide werden zur Regel, Papier zur Ausnahme \u2013 worauf Steuerpflichtige und Kanzleien jetzt achten m\u00fcssen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Hintergrund<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Mit dem <strong>B\u00fcrokratieentlastungsgesetz IV (BEG IV)<\/strong> hat der Gesetzgeber die <strong>Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens<\/strong> weiter vorangetrieben. Ab <strong>1. Januar 2026<\/strong> treten neue Vorgaben f\u00fcr die <strong>Bekanntgabe von Verwaltungsakten durch Datenabruf<\/strong> in Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit werden <strong>elektronische Steuerbescheide<\/strong> zur <strong>Regel<\/strong> \u2013 die <strong>Papierform<\/strong> bleibt nur noch die <strong>Ausnahme<\/strong>.<br \/>Der <strong>Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV)<\/strong> fasst die \u00c4nderungen zusammen und empfiehlt Kanzleien, sich fr\u00fchzeitig organisatorisch und technisch darauf einzustellen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>1. Elektronische Bekanntgabe ohne Einwilligung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die <strong>neue Fassung des \u00a7 122a AO<\/strong> erlaubt es den Finanzbeh\u00f6rden, Verwaltungsakte \u2013 insbesondere Steuerbescheide \u2013 durch <strong>Bereitstellung zum elektronischen Abruf<\/strong> bekanntzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentliche \u00c4nderung: Eine <strong>Einwilligung des Steuerpflichtigen<\/strong> ist k\u00fcnftig <strong>nicht mehr erforderlich<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Steuerbescheide, die auf Grundlage elektronisch eingereichter Steuererkl\u00e4rungen erlassen werden, gelten somit <strong>standardm\u00e4\u00dfig als elektronisch bereitgestellt<\/strong>. Die Finanzverwaltung sendet eine Benachrichtigung, sobald der Bescheid abrufbar ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>2. Widerspruch gegen die elektronische Bekanntgabe m\u00f6glich<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Trotz der Digitalisierung bleibt der <strong>Papierbescheid<\/strong> weiterhin <strong>auf Antrag<\/strong> m\u00f6glich.<br \/>Der Steuerpflichtige kann der elektronischen Bekanntgabe <strong>formlos widersprechen<\/strong> und eine <strong>postalische Zusendung<\/strong> verlangen \u2013 <strong>einmalig oder dauerhaft<\/strong>, ohne Angabe von Gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Der Antrag wirkt <strong>nur f\u00fcr die Zukunft<\/strong>, nicht r\u00fcckwirkend.<\/li><li>Die Finanz\u00e4mter k\u00f6nnen weiterhin \u00e4ltere Bescheide elektronisch bekannt geben, wenn diese bereits digital erstellt wurden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>3. Beginn der Einspruchsfrist \u2013 neue Fristregelung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein <strong>elektronisch bereitgestellter Bescheid<\/strong> gilt <strong>am vierten Tag nach Bereitstellung<\/strong> als bekannt gegeben (\u00a7 122a Abs. 5 AO n. F.). Erst ab diesem Zeitpunkt beginnt die <strong>Einspruchsfrist von einem Monat<\/strong> zu laufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von der Finanzverwaltung versandte <strong>Benachrichtigung<\/strong> \u00fcber die Bereitstellung dient k\u00fcnftig <strong>nur noch der Information<\/strong>. Sie ist <strong>nicht mehr ma\u00dfgeblich<\/strong> f\u00fcr den Fristbeginn.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bedeutet: Wer Bescheide nicht regelm\u00e4\u00dfig abruft, riskiert, dass die <strong>Einspruchsfrist unbemerkt abl\u00e4uft<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>4. Handlungsempfehlungen f\u00fcr Kanzleien und Mandanten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Umstellung auf den elektronischen Datenabruf er\u00f6ffnet Chancen zur <strong>Effizienzsteigerung<\/strong>, erfordert aber auch <strong>Prozessanpassungen<\/strong>. Kanzleien und Mandanten sollten daher <strong>noch 2025<\/strong> folgende Punkte pr\u00fcfen und vorbereiten:<\/p>\n\n\n\n<h4><strong>Kommunikation &amp; Organisation<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul><li>Bestehende <strong>Kommunikationswege<\/strong> mit der Finanzverwaltung analysieren.<\/li><li><strong>Zust\u00e4ndigkeiten f\u00fcr Datenabruf und Fristenkontrolle<\/strong> in der Kanzlei klar regeln.<\/li><li><strong>Urlaubs- und Krankheitsvertretungen<\/strong> sicherstellen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4><strong>Technische Vorbereitung<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul><li><strong>Nutzerkonten<\/strong> (z. B. ELSTER) einrichten oder aktualisieren.<\/li><li><strong>Vollmachtsdatenbank (VDB)<\/strong> pr\u00fcfen: Sind E-Mail-Adresse, Postempfang und Vertretungsrechte aktuell?<\/li><li>Regelm\u00e4\u00dfigen <strong>Abruf automatisieren<\/strong>, um Fristvers\u00e4umnisse zu vermeiden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4><strong>Mandanteninformation<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul><li>Mandanten \u00fcber die \u00c4nderungen informieren und ggf. <strong>schriftlich abfragen<\/strong>, ob sie der elektronischen Bekanntgabe widersprechen m\u00f6chten.<\/li><li>Auf Wunsch entsprechende <strong>Papierbescheide beantragen<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>5. Chancen der Umstellung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Digitalisierung der Steuerbescheide ist ein wichtiger Schritt hin zu einem <strong>modernen, papierarmen Besteuerungsverfahren<\/strong>.<br \/>Vorteile ergeben sich insbesondere durch:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Schnellere Zustellung und Verarbeitung<\/strong> von Bescheiden,<\/li><li><strong>Reduzierte B\u00fcrokratiekosten<\/strong> in Kanzleien und Finanzverwaltung,<\/li><li><strong>Einfache Archivierung<\/strong> in digitalen Dokumentenmanagementsystemen,<\/li><li><strong>Bessere Nachvollziehbarkeit<\/strong> und strukturierte Datenverarbeitung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zugleich steigt die Bedeutung einer <strong>zuverl\u00e4ssigen Fristenkontrolle<\/strong> \u2013 sowohl f\u00fcr Steuerberater als auch f\u00fcr Selbstbucher und Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ab 2026 gilt: <strong>Digital ist Standard.<\/strong><br \/>Die elektronische Bereitstellung von Steuerbescheiden ersetzt den Papierbescheid als Regelfall.<br \/>Kanzleien sollten ihre <strong>internen Abl\u00e4ufe, Vollmachten und Kommunikationswege<\/strong> jetzt \u00fcberpr\u00fcfen, um rechtzeitig vorbereitet zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer weiterhin <strong>Papierbescheide<\/strong> erhalten m\u00f6chte, muss <strong>aktiv widersprechen<\/strong> \u2013 ein einfacher Antrag gen\u00fcgt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Quelle:<\/strong> Deutscher Steuerberaterverband e.V. (DStV), Mitteilung vom 13.10.2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DStV, Mitteilung vom 13.10.2025Elektronische Bescheide werden zur Regel, Papier zur Ausnahme \u2013 worauf Steuerpflichtige und Kanzleien jetzt achten m\u00fcssen. Hintergrund Mit dem B\u00fcrokratieentlastungsgesetz IV (BEG IV) hat der Gesetzgeber die Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens weiter vorangetrieben. Ab 1. Januar 2026 treten neue Vorgaben f\u00fcr die Bekanntgabe von Verwaltungsakten durch Datenabruf in Kraft. 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