{"id":78448,"date":"2025-10-14T12:53:35","date_gmt":"2025-10-14T10:53:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78448"},"modified":"2025-10-14T12:53:35","modified_gmt":"2025-10-14T10:53:35","slug":"eu-bestaetigt-liste-nicht-kooperativer-laender-und-gebiete-fuer-steuerzwecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/eu-bestaetigt-liste-nicht-kooperativer-laender-und-gebiete-fuer-steuerzwecke\/","title":{"rendered":"<strong>EU best\u00e4tigt Liste nicht kooperativer L\u00e4nder und Gebiete f\u00fcr Steuerzwecke<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Rat der Europ\u00e4ischen Union, Pressemitteilung vom 10.10.2025<\/strong><br \/><em>Elf L\u00e4nder bleiben auf der EU-Schwarzen Liste \u2013 n\u00e4chste \u00dcberpr\u00fcfung f\u00fcr Februar 2026 geplant.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Hintergrund<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die <strong>EU-Liste nicht kooperativer L\u00e4nder und Gebiete f\u00fcr Steuerzwecke<\/strong> wurde erstmals im <strong>Dezember 2017<\/strong> eingef\u00fchrt.<br \/>Sie ist Teil der <strong>externen Steuerstrategie der Europ\u00e4ischen Union<\/strong>, mit dem Ziel, weltweit <strong>Steuertransparenz<\/strong>, <strong>fairen Steuerwettbewerb<\/strong> und die <strong>Bek\u00e4mpfung aggressiver Steuerpraktiken<\/strong> zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Grundlage klar definierter Kriterien \u2013 <strong>Transparenz, Steuergerechtigkeit<\/strong> und <strong>Bek\u00e4mpfung von Gewinnverk\u00fcrzung und Gewinnverlagerung (BEPS)<\/strong> \u2013 bewertet die EU regelm\u00e4\u00dfig Drittstaaten, um sicherzustellen, dass diese internationalen Standards entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Liste wird <strong>zweimal j\u00e4hrlich<\/strong> aktualisiert \u2013 die n\u00e4chste \u00dcberarbeitung ist f\u00fcr <strong>Februar 2026<\/strong> vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Aktuelle Liste: Keine \u00c4nderungen im Oktober 2025<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In der Sitzung vom <strong>10. Oktober 2025<\/strong> hat der <strong>Rat der Europ\u00e4ischen Union<\/strong> beschlossen, die bestehende Liste <strong>unver\u00e4ndert<\/strong> beizubehalten.<br \/>Damit umfasst die <strong>EU-Liste nicht kooperativer Steuergebiete (Anhang I)<\/strong> weiterhin folgende <strong>elf L\u00e4nder und Gebiete<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ol><li>Amerikanisch-Samoa<\/li><li>Anguilla<\/li><li>Fidschi<\/li><li>Guam<\/li><li>Palau<\/li><li>Panama<\/li><li>Russland<\/li><li>Samoa<\/li><li>Trinidad und Tobago<\/li><li>Amerikanische Jungferninseln<\/li><li>Vanuatu<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Diese Staaten und Gebiete stehen weiterhin unter Beobachtung, da sie in Steuerfragen <strong>nicht in vollem Umfang kooperativ<\/strong> sind und ihre Rechtsrahmen noch <strong>nicht den internationalen Standards<\/strong> entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Dokument zum Sachstand (Anhang II): Fortschritte und Verpflichtungen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Neben der eigentlichen Liste hat der Rat auch das <strong>\u201eDokument zum Sachstand\u201c (Anhang II)<\/strong> best\u00e4tigt.<br \/>Darin werden die <strong>laufenden Dialoge<\/strong> der EU mit Drittstaaten sowie deren <strong>Verpflichtungen zur Steuerrechtsreform<\/strong> festgehalten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Positiv hervorgehoben wurde:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Vietnam<\/strong> hat seine Verpflichtungen zur <strong>l\u00e4nderbezogenen Berichterstattung (Country-by-Country Reporting)<\/strong> f\u00fcr multinationale Unternehmen erf\u00fcllt und wird daher <strong>aus dem Anhang II gestrichen<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Neue Verpflichtungen eingegangen haben:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Gr\u00f6nland, Jordanien und Marokko<\/strong>: Verbesserung der Umsetzung der l\u00e4nderbezogenen Berichterstattung.<\/li><li><strong>Montenegro<\/strong>: St\u00e4rkung des <strong>automatischen Informationsaustauschs \u00fcber Finanzkonten<\/strong> und des <strong>Austauschs von Steuerinformationen auf Anfrage<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Fortschritte werden als Teil der <strong>konstruktiven Zusammenarbeit<\/strong> zwischen der EU und Drittstaaten gewertet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Ziele der EU-Liste<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Liste dient mehreren steuerpolitischen Zwecken:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Druck auf Drittstaaten<\/strong>, ihre Steuerpraktiken an internationale Standards anzupassen,<\/li><li><strong>Verhinderung von Steuerverlagerung<\/strong> durch Holdinggesellschaften oder Offshore-Strukturen,<\/li><li><strong>Schutz des EU-Steueraufkommens<\/strong>,<\/li><li><strong>Koordination von Abwehrma\u00dfnahmen<\/strong> der EU-Mitgliedstaaten gegen gelistete Jurisdiktionen (z. B. Quellensteueranpassungen, Einschr\u00e4nkungen beim Betriebsausgabenabzug oder Meldungspflichten).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die <strong>Ratsgruppe \u201eVerhaltenskodex (Unternehmensbesteuerung)<\/strong>\u201c bereitet die Beschl\u00fcsse vor und arbeitet eng mit der <strong>OECD<\/strong> und dem <strong>Forum on Harmful Tax Practices (FHTP)<\/strong> zusammen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Praktische Bedeutung f\u00fcr Unternehmen und Steuerberater<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr international t\u00e4tige Unternehmen bleibt die <strong>EU-Liste<\/strong> ein wichtiger Indikator bei:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Investitionsentscheidungen<\/strong>,<\/li><li><strong>Gestaltung von Konzernstrukturen<\/strong>,<\/li><li>und der <strong>Einordnung von Quellensteuer- und Meldepflichten<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zahlreiche Mitgliedstaaten wenden <strong>zus\u00e4tzliche steuerliche Ma\u00dfnahmen<\/strong> gegen\u00fcber gelisteten L\u00e4ndern an, etwa:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Versagung von Betriebsausgabenabzug<\/strong>,<\/li><li><strong>h\u00f6here Quellensteuers\u00e4tze<\/strong>,<\/li><li><strong>erweiterte DAC6-Meldepflichten<\/strong> f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Gestaltungen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Daher ist es empfehlenswert, bei Gesch\u00e4ftsbeziehungen oder Zahlungen in diese L\u00e4nder eine <strong>steuerliche Risikoanalyse<\/strong> vorzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die EU f\u00fchrt ihren Kurs einer <strong>konsequenten Bek\u00e4mpfung von unfairen Steuerpraktiken<\/strong> fort.<br \/>Auch wenn die Liste im Oktober 2025 unver\u00e4ndert bleibt, zeigt das begleitende Dokument zum Sachstand, dass <strong>mehrere Staaten Fortschritte erzielen<\/strong> und die EU ihren <strong>kooperativen Ansatz<\/strong> beibeh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen sollten die Entwicklung aufmerksam verfolgen \u2013 insbesondere mit Blick auf die <strong>n\u00e4chste \u00dcberarbeitung im Februar 2026<\/strong>, bei der neue L\u00e4nder hinzukommen oder bestehende gestrichen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Quelle:<\/strong><br \/>Rat der Europ\u00e4ischen Union, Pressemitteilung vom 10.10.2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rat der Europ\u00e4ischen Union, Pressemitteilung vom 10.10.2025Elf L\u00e4nder bleiben auf der EU-Schwarzen Liste \u2013 n\u00e4chste \u00dcberpr\u00fcfung f\u00fcr Februar 2026 geplant. 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