{"id":78633,"date":"2025-11-20T16:10:30","date_gmt":"2025-11-20T14:10:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78633"},"modified":"2025-11-20T16:10:30","modified_gmt":"2025-11-20T14:10:30","slug":"vorsteuerabzug-beim-wechsel-zwischen-kleinunternehmer-und-regelbesteuerung-neues-bmf-schreiben-schafft-klarheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorsteuerabzug-beim-wechsel-zwischen-kleinunternehmer-und-regelbesteuerung-neues-bmf-schreiben-schafft-klarheit\/","title":{"rendered":"<strong>Vorsteuerabzug beim Wechsel zwischen Kleinunternehmer- und Regelbesteuerung: Neues BMF-Schreiben schafft Klarheit<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was Unternehmer jetzt \u00fcber Vorsteuer, \u00dcbergangszeitpunkte und \u00a7 15a UStG wissen m\u00fcssen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem neuen Schreiben vom 10.11.2025 (koordinierter L\u00e4ndererlass) konkretisiert das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Regeln zum <strong>Vorsteuerabzug bei einem Wechsel zwischen Kleinunternehmerregelung (\u00a7 19 UStG) und Regelbesteuerung<\/strong>. Die Klarstellung betrifft zahlreiche Praxisf\u00e4lle \u2013 insbesondere dann, wenn Unternehmer schon vor dem Wechsel Leistungen einkaufen, die sie erst nach dem \u00dcbergang f\u00fcr steuerpflichtige Ums\u00e4tze nutzen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Punkte im \u00dcberblick:<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Kein Vorsteuerabzug vor dem tats\u00e4chlichen \u00dcbergang zur Regelbesteuerung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der wesentliche Grundsatz des BMF lautet:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\ud83d\udc49 <strong>Ein Vorsteuerabzug ist ausgeschlossen, solange der Unternehmer noch Kleinunternehmer ist \u2013 selbst wenn er die Leistungen sp\u00e4ter f\u00fcr steuerpflichtige Ums\u00e4tze verwenden will.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt ausdr\u00fccklich auch dann,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>wenn der \u00dcbergang zur Regelbesteuerung bereits <strong>absehbar oder zwingend<\/strong> ist (z. B. aufgrund von Umsatzsteigerungen), oder<\/li><li>wenn es sich um <strong>Voraus- oder Anzahlungsrechnungen<\/strong> handelt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit stellt das BMF klar:<br \/>Die Absicht zuk\u00fcnftiger Regelbesteuerung gen\u00fcgt nicht. Entscheidend ist ausschlie\u00dflich der <strong>tats\u00e4chliche \u00dcbergangszeitpunkt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Vorsteuerkorrektur nach \u00a7 15a UStG m\u00f6glich \u2013 aber nur unter bestimmten Voraussetzungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wechselt der Unternehmer tats\u00e4chlich zur Regelbesteuerung, liegt steuerlich eine <strong>\u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse<\/strong> vor. F\u00fcr die zuvor bezogenen Leistungen kann dann eine <strong>Vorsteuerberichtigung nach \u00a7 15a UStG<\/strong> zugunsten des Unternehmers in Betracht kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig dabei:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>es gelten die <strong>Berichtigungszeitr\u00e4ume und Jahreseinheiten<\/strong> nach \u00a7 15a,<\/li><li>die <strong>Bagatellgrenzen nach \u00a7 44 UStDV<\/strong> m\u00fcssen beachtet werden,<\/li><li>nur bestimmte Wirtschaftsg\u00fcter sind <strong>berichtigungsf\u00e4hig<\/strong> (insb. Anlageverm\u00f6gen \u00fcber mehrere Jahre).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einmalige Leistungen im Umlaufverm\u00f6gen gibt es dagegen <strong>keine r\u00fcckwirkende Erstattung der Vorsteuer<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Umgekehrter Fall: Wechsel von Regelbesteuerung zur Kleinunternehmerregelung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier spricht das BMF von einer <strong>\u00c4nderung der Verh\u00e4ltnisse<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Folge:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\ud83d\udc49 Vorsteuer, die w\u00e4hrend der Regelbesteuerung rechtm\u00e4\u00dfig gezogen wurde, <strong>muss nach dem \u00dcbergang gegebenenfalls berichtigt werden<\/strong> \u2013 und zwar ebenfalls nach den Regeln des \u00a7 15a UStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies betrifft vor allem:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Investitionen mit mehrj\u00e4hriger Nutzungsdauer,<\/li><li>insbesondere Fahrzeuge, Maschinen, B\u00fcroeinrichtung,<\/li><li>aber auch immaterielle Wirtschaftsg\u00fcter mit Berichtigungszeitraum.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>4. \u00c4nderungen im Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE)<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das BMF aktualisiert den <strong>Abschnitt 15.3 Abs. 2 UStAE<\/strong>, und ersetzt damit die bisherige \u2013 teils gro\u00dfz\u00fcgigere \u2013 Auslegung. Die Details folgen im ver\u00f6ffentlichten BStBl I.<\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025-11-10-kleinunternehmerregelung.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von Einbettung von 2025-11-10-kleinunternehmerregelung..\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-b8ce9b21-99ef-4151-9938-9f6d932c430e\" href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025-11-10-kleinunternehmerregelung.pdf\">2025-11-10-kleinunternehmerregelung<\/a><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2025-11-10-kleinunternehmerregelung.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-b8ce9b21-99ef-4151-9938-9f6d932c430e\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>5. Anwendungsregel: \u00dcbergangsfristen f\u00fcr Unternehmer<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schreiben gilt f\u00fcr <em>alle offenen F\u00e4lle<\/em>.<br \/>Allerdings gibt es eine Erleichterung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\ud83d\udc49 <strong>Unternehmer d\u00fcrfen sich in Umsatzsteuererkl\u00e4rungen, die bis zum 10.11.2025 abgegeben wurden, noch auf die alte Verwaltungsauffassung berufen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst in Folgejahren sind die Vorsteuerbetr\u00e4ge dann nach der neuen Rechtslage zutreffend zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Praxis bedeutet das:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kein unmittelbarer Zwang zur r\u00fcckwirkenden Korrektur,<\/li><li>aber ab 2026 klare Anwendung der neuen Grunds\u00e4tze.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit: Mehr Rechtssicherheit \u2013 aber weniger Spielraum f\u00fcr k\u00fcnftige Investitionsplanung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem neuen BMF-Schreiben schafft die Finanzverwaltung klare Verh\u00e4ltnisse:<br \/>Der Vorsteuerabzug ist strikt an den <strong>tats\u00e4chlichen Besteuerungsstatus<\/strong> gekoppelt \u2013 nicht an zuk\u00fcnftige Absichten oder geplante Ums\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Unternehmer hei\u00dft das:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Anschaffungen sollten strategisch geplant werden,<\/li><li>insbesondere bei anstehendem Wechsel der Besteuerungsart,<\/li><li>Investitionen <strong>vor<\/strong> dem Wechsel verlieren ihren Vorsteuerabzug,<\/li><li>Berichtigungsm\u00f6glichkeiten nach \u00a7 15a UStG m\u00fcssen gepr\u00fcft werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerberater sollten Mandanten fr\u00fchzeitig auf diese Versch\u00e4rfung hinweisen, insbesondere bei Existenzgr\u00fcndungen, Umsatzsprung-Szenarien und Investitionen ins Anlageverm\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Bundesministerium der Finanzen, Schreiben vom 10.11.2025 (III C 2 &#8211; S 7300\/00080\/004\/019)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was Unternehmer jetzt \u00fcber Vorsteuer, \u00dcbergangszeitpunkte und \u00a7 15a UStG wissen m\u00fcssen Mit einem neuen Schreiben vom 10.11.2025 (koordinierter L\u00e4ndererlass) konkretisiert das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Regeln zum Vorsteuerabzug bei einem Wechsel zwischen Kleinunternehmerregelung (\u00a7 19 UStG) und Regelbesteuerung. 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