{"id":78829,"date":"2025-12-10T12:51:51","date_gmt":"2025-12-10T10:51:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78829"},"modified":"2025-12-10T12:51:51","modified_gmt":"2025-12-10T10:51:51","slug":"grundsteuer-ohne-mitwirkung-kein-erfolg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundsteuer-ohne-mitwirkung-kein-erfolg\/","title":{"rendered":"<strong>Grundsteuer: Ohne Mitwirkung kein Erfolg<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Grundsteuer-Reform, Einspruchsverfahren und Aussetzung der Vollziehung \u2013 was bedeutet das aktuelle Urteil f\u00fcr Eigent\u00fcmer?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg hat in zwei aktuellen Beschl\u00fcssen (2 V 442\/25 vom 23.07.2025 und 2 V 440\/25 vom 18.07.2025) klargestellt: Wer im Grundsteuerverfahren nicht aktiv mitwirkt, hat schlechte Karten. Allein die Behauptung, das Landesgrundsteuergesetz sei verfassungswidrig, reicht f\u00fcr eine Aussetzung der Vollziehung nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">1. Ohne Begr\u00fcndung keine Aussetzung der Vollziehung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Eigent\u00fcmer hoffen derzeit darauf, ihre Grundsteuerwerte und Messbetr\u00e4ge im Einspruchsverfahren \u201eruhen lassen\u201c zu k\u00f6nnen. Das Gericht stellte jedoch klar:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Es gen\u00fcgt nicht<\/strong>, lediglich auf m\u00f6gliche Verfassungswidrigkeit zu verweisen.<\/li><li><strong>Erforderlich ist zus\u00e4tzlich ein besonderes Aussetzungsinteresse<\/strong> \u2013 und genau dieses fehlte in beiden Verfahren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folge: Keine Aussetzung der Vollziehung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">2. Wer nicht erkl\u00e4rt, zahlt \u2013 und zwar mehr<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In beiden F\u00e4llen hatten die Antragsteller \u00fcberhaupt keine Grundsteuererkl\u00e4rung eingereicht. Das Finanzamt musste daher <strong>von Amts wegen<\/strong> sch\u00e4tzen und festsetzen. Einspr\u00fcche folgten \u2013 aber ohne Mitwirkung oder Angaben zur Nutzung der Grundst\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst im laufenden Gerichtsverfahren reichte eine Eigent\u00fcmerin Informationen nach: Die Immobilien werden \u00fcberwiegend zu Wohnzwecken genutzt. Das Gericht deutete dies richtigerweise als Antrag auf Erm\u00e4\u00dfigung der Messzahl. Ergebnis:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Messbetrag wurde um 30 % reduziert<\/strong><\/li><li>Verfahren blieb aber weiter anh\u00e4ngig<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">3. Nachtr\u00e4gliche Erm\u00e4\u00dfigung m\u00f6glich \u2013 aber Kosten bleiben<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig f\u00fcr die Praxis:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Grundsteuer kann nachtr\u00e4glich noch im laufenden Verfahren <strong>um 30 % reduziert werden<\/strong>, wenn Wohnnutzung nachgewiesen wird (Messzahl 0,91 \u2030 statt 1,3 \u2030).<\/li><li><strong>Trotz Reduzierung<\/strong> mussten die Antragsteller die Kosten tragen.<\/li><li>Denn: Die Angaben h\u00e4tten <strong>bereits im Einspruchsverfahren<\/strong> gemacht werden m\u00fcssen (\u00a7 137 FGO).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht betonte: Ein (Teil-)Erfolg im Ergebnis befreit nicht von den Kosten, wenn die Korrektur auf Umst\u00e4nden basiert, die fr\u00fchzeitig h\u00e4tten vorgetragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">4. Was hei\u00dft das f\u00fcr Eigent\u00fcmer ab sofort?<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Handlung<\/th><th>Wirkung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Grundsteuererkl\u00e4rung rechtzeitig und vollst\u00e4ndig abgeben<\/td><td>Vermeidung von Sch\u00e4tzung und unn\u00f6tigen Streitigkeiten<\/td><\/tr><tr><td>Nutzung als Wohnraum korrekt angeben<\/td><td><strong>30 % Ersparnis<\/strong> beim Grundsteuermessbetrag<\/td><\/tr><tr><td>Einspruch gut begr\u00fcnden, nicht nur Verfassungsargumente<\/td><td>Chance auf Aussetzung der Vollziehung steigt<\/td><\/tr><tr><td>Kommunikation mit Finanzamt\/ Gericht aktiv f\u00fchren<\/td><td>Kostenrisiko sinkt erheblich<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">5. Kernaussage der Entscheidungen<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eMitwirkung ist zwingend erforderlich. Wer keine Angaben macht, riskiert nicht nur die Ablehnung seines Antrags, sondern auch zus\u00e4tzliche Kosten.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Eigent\u00fcmer setzen derzeit auf Musterverfahren zur Grundsteuerreform. Das Urteil zeigt jedoch klar: Ohne aktive Mitwirkung bleibt der Erfolg aus \u2013 auch wenn verfassungsrechtliche Fragen noch offen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nutzen Sie jede Gelegenheit, um Erm\u00e4\u00dfigungen geltend zu machen, insbesondere bei Wohnnutzung. Wer fr\u00fchzeitig vollst\u00e4ndige Informationen liefert, spart nicht nur Grundsteuer, sondern auch Prozess- und Beratungskosten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grundsteuer-Reform, Einspruchsverfahren und Aussetzung der Vollziehung \u2013 was bedeutet das aktuelle Urteil f\u00fcr Eigent\u00fcmer? 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