{"id":78903,"date":"2025-12-19T16:59:56","date_gmt":"2025-12-19T14:59:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78903"},"modified":"2025-12-19T16:59:56","modified_gmt":"2025-12-19T14:59:56","slug":"verspaetete-offenlegung-der-jahresabschluesse-2024-bis-mitte-maerz-2026-sanktionsfrei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verspaetete-offenlegung-der-jahresabschluesse-2024-bis-mitte-maerz-2026-sanktionsfrei\/","title":{"rendered":"Versp\u00e4tete Offenlegung der Jahresabschl\u00fcsse 2024 bis Mitte M\u00e4rz 2026 sanktionsfrei"},"content":{"rendered":"\n<p>Die <strong>Bundessteuerberaterkammer (BStBK)<\/strong> hat am <strong>19. Dezember 2025<\/strong> dar\u00fcber informiert, dass f\u00fcr die <strong>versp\u00e4tete Offenlegung von Jahresabschl\u00fcssen mit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2024<\/strong> vorerst <strong>keine Ordnungsgeldverfahren<\/strong> eingeleitet werden. Grundlage ist eine entsprechende Mitteilung des <strong>Bundesministeriums f\u00fcr Justiz und Verbraucherschutz (BMJV)<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit kommt es faktisch zu einer <strong>Fristverl\u00e4ngerung bis Mitte M\u00e4rz 2026<\/strong>, auch wenn die gesetzlichen Offenlegungsfristen formell unver\u00e4ndert bleiben.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>1. Worum geht es?<\/h2>\n\n\n\n<p>Unternehmen, die zur Offenlegung ihrer Rechnungslegungsunterlagen verpflichtet sind (insbesondere Kapitalgesellschaften), m\u00fcssen ihre Jahresabschl\u00fcsse grunds\u00e4tzlich <strong>innerhalb von zw\u00f6lf Monaten nach dem Bilanzstichtag<\/strong> beim Bundesanzeiger einreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Jahresabschl\u00fcsse mit dem <strong>Bilanzstichtag 31. Dezember 2024<\/strong> endet diese Frist somit regul\u00e4r am <strong>31. Dezember 2025<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der aktuellen Mitteilung gilt nun:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p><strong>Bis Mitte M\u00e4rz 2026<\/strong> wird <strong>kein Ordnungsgeldverfahren nach \u00a7 335 HGB<\/strong> gegen Unternehmen eingeleitet, die ihre Offenlegungspflichten f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2024 noch nicht erf\u00fcllt haben.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>2. Was bedeutet das in der Praxis?<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch wenn die gesetzliche Frist formal am 31. Dezember 2025 endet, verzichtet das Bundesamt f\u00fcr Justiz vor\u00fcbergehend auf die Einleitung von Ordnungsgeldverfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr betroffene Unternehmen bedeutet das:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>keine Ordnungsgeldandrohung,<\/li><li>keine Ordnungsgeldfestsetzung,<\/li><li>keine zus\u00e4tzlichen Verfahrenskosten,<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>sofern die Offenlegung bis sp\u00e4testens Mitte M\u00e4rz 2026 erfolgt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist dabei:<br \/>Es handelt sich <strong>nicht um eine gesetzliche Fristverl\u00e4ngerung<\/strong>, sondern um eine <strong>faktische Schonfrist<\/strong> bei der Sanktionierung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>3. Letztmalige Verschiebung angek\u00fcndigt<\/h2>\n\n\n\n<p>Das BMJV hat zugleich ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen, dass diese \u201eleichte Verschiebung\u201c des Beginns der Ordnungsgeldverfahren <strong>letztmalig<\/strong> in Betracht komme.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr k\u00fcnftige Gesch\u00e4ftsjahre ist daher <strong>nicht<\/strong> damit zu rechnen, dass vergleichbare Schonfristen erneut gew\u00e4hrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen und Berater sollten sich darauf einstellen, dass die Offenlegungspflichten k\u00fcnftig wieder <strong>strikt durchgesetzt<\/strong> werden.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>4. Rolle der Bundessteuerberaterkammer<\/h2>\n\n\n\n<p>Die BStBK hatte sich bereits fr\u00fchzeitig beim BMJV und beim Bundesamt f\u00fcr Justiz f\u00fcr eine <strong>verl\u00e4ngerte Offenlegungsfrist<\/strong> eingesetzt. Hintergrund waren insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>hohe Arbeitsbelastung in den Kanzleien,<\/li><li>parallele gesetzliche \u00c4nderungen und Sonderthemen,<\/li><li>zunehmende Komplexit\u00e4t der Rechnungslegung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Auch wenn der von der BStBK geforderte l\u00e4ngere Zeitraum nicht vollst\u00e4ndig umgesetzt wurde, stellt die nun gew\u00e4hrte faktische Fristverl\u00e4ngerung aus Sicht des Berufsstands einen <strong>Erfolg<\/strong> dar. Sie verschafft Kanzleien und Unternehmen <strong>mehr Planungssicherheit<\/strong> und etwas zus\u00e4tzlichen zeitlichen Spielraum.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>5. F\u00fcr wen ist die Regelung relevant?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Schonfrist betrifft insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, UG, AG),<\/li><li>haftungsbeschr\u00e4nkte Personengesellschaften (z. B. GmbH &amp; Co. KG),<\/li><li>alle Unternehmen mit Offenlegungspflicht nach den \u00a7\u00a7 325 ff. HGB,<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>sofern<\/strong> der Bilanzstichtag auf den <strong>31. Dezember 2024<\/strong> f\u00e4llt und die regul\u00e4re Offenlegungsfrist am <strong>31. Dezember 2025<\/strong> endet.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>6. Praxishinweise und Empfehlungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Trotz der sanktionsfreien \u00dcbergangsphase sollten Unternehmen und Berater Folgendes beachten:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Offenlegung sollte <strong>nicht unn\u00f6tig aufgeschoben<\/strong> werden, sondern m\u00f6glichst zeitnah erfolgen.<\/li><li>Mitte M\u00e4rz 2026 ist eine <strong>harte Grenze<\/strong> \u2013 danach drohen Ordnungsgeldverfahren.<\/li><li>Die Schonfrist gilt <strong>nur f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2024<\/strong>.<\/li><li>Interne Prozesse zur Abschlussaufstellung und Offenlegung sollten \u00fcberpr\u00fcft und ggf. optimiert werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Jahresabschl\u00fcsse mit dem Bilanzstichtag <strong>31. Dezember 2024<\/strong> besteht faktisch eine <strong>sanktionsfreie Offenlegung bis Mitte M\u00e4rz 2026<\/strong>. Das verschafft Unternehmen und Steuerberatungskanzleien kurzfristig etwas Luft.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig macht das BMJV deutlich, dass diese Erleichterung <strong>keinen Dauerzustand<\/strong> darstellt. F\u00fcr kommende Gesch\u00e4ftsjahre ist wieder mit einer <strong>konsequenten Durchsetzung der Offenlegungspflichten<\/strong> zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerne unterst\u00fctzen wir Sie dabei, die Offenlegung Ihrer Jahresabschl\u00fcsse <strong>fristgerecht und ordnungsgem\u00e4\u00df<\/strong> vorzubereiten und einzureichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) hat am 19. Dezember 2025 dar\u00fcber informiert, dass f\u00fcr die versp\u00e4tete Offenlegung von Jahresabschl\u00fcssen mit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 vorerst keine Ordnungsgeldverfahren eingeleitet werden. Grundlage ist eine entsprechende Mitteilung des Bundesministeriums f\u00fcr Justiz und Verbraucherschutz (BMJV). 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