{"id":78929,"date":"2025-12-23T16:57:58","date_gmt":"2025-12-23T14:57:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78929"},"modified":"2025-12-23T16:57:58","modified_gmt":"2025-12-23T14:57:58","slug":"ermaessigter-umsatzsteuersatz-auf-restaurant-und-verpflegungsdienstleistungen-ab-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ermaessigter-umsatzsteuersatz-auf-restaurant-und-verpflegungsdienstleistungen-ab-2026\/","title":{"rendered":"Erm\u00e4\u00dfigter Umsatzsteuersatz auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen ab 2026"},"content":{"rendered":"\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3>BMF schafft Klarheit zu Kombiangeboten und Silvester-\u00dcbergangsregelung<\/h3>\n\n\n\n<p>Zum <strong>1. Januar 2026<\/strong> wird der <strong>erm\u00e4\u00dfigte Umsatzsteuersatz<\/strong> auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen \u2013 <strong>mit Ausnahme der Abgabe von Getr\u00e4nken<\/strong> \u2013 wieder eingef\u00fchrt. Mit Schreiben vom <strong>22. Dezember 2025<\/strong> hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hierzu den Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) angepasst und gleichzeitig praxisrelevante <strong>Nichtbeanstandungsregelungen<\/strong> geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Gastronomiebetriebe, Caterer, Hotels sowie Veranstalter von Pauschal- und Kombiangeboten bringt das Schreiben wichtige Erleichterungen und Rechtssicherheit \u2013 insbesondere bei der <strong>Aufteilung einheitlicher Entgelte<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Hintergrund: R\u00fcckkehr zum erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz ab 2026<\/h2>\n\n\n\n<p>Bereits w\u00e4hrend der Corona-Pandemie galt zeitweise der erm\u00e4\u00dfigte Umsatzsteuersatz auf Speisen in Restaurants. Diese Sonderregelung lief Ende 2023 aus, sodass seit 2024 wieder der <strong>Regelsteuersatz von 19 %<\/strong> anzuwenden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Wirkung zum <strong>1. Januar 2026<\/strong> kehrt der Gesetzgeber nun dauerhaft zum <strong>erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz von 7 %<\/strong> f\u00fcr Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen zur\u00fcck \u2013 allerdings weiterhin <strong>ohne Getr\u00e4nke<\/strong>. Getr\u00e4nkeums\u00e4tze unterliegen unver\u00e4ndert dem Regelsteuersatz von 19 %.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Neue Regelung zu Kombiangeboten: Pauschale Aufteilung zul\u00e4ssig<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Schwerpunkt des BMF-Schreibens ist die Behandlung sogenannter <strong>Kombiangebote<\/strong>, bei denen Speisen und Getr\u00e4nke zu einem einheitlichen Pauschalpreis angeboten werden, etwa:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Buffets<\/li><li>All-Inclusive-Angebote<\/li><li>Pauschalmen\u00fcs mit Getr\u00e4nkebegleitung<\/li><li>Veranstaltungs- oder Hotelarrangements mit Verpflegung<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>30-%-Regel f\u00fcr Getr\u00e4nke bei Restaurantleistungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Neu eingef\u00fcgt wurde <strong>Abschnitt 10.1 Abs. 12 UStAE<\/strong>. Danach wird es <strong>nicht beanstandet<\/strong>, wenn bei Kombiangeboten der <strong>Getr\u00e4nkeanteil pauschal mit 30 % des Gesamtpreises<\/strong> angesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Anteil unterliegt dem Regelsteuersatz von 19 %, w\u00e4hrend die verbleibenden 70 % (Speisenanteil) mit dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz besteuert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig:<br \/>Die Regelung ist eine <strong>Nichtbeanstandungsregelung<\/strong>, keine zwingende Vorgabe. Unternehmen k\u00f6nnen weiterhin eine andere sachgerechte Aufteilung vornehmen, m\u00fcssen diese dann aber begr\u00fcnden und dokumentieren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Erg\u00e4nzung f\u00fcr Beherbergungs- und vergleichbare Leistungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Parallel dazu wurde <strong>Abschnitt 12.16 Abs. 12 UStAE<\/strong> angepasst. F\u00fcr bestimmte pauschale Leistungen \u2013 etwa im Zusammenhang mit \u00dcbernachtung und Zusatzleistungen \u2013 wird es ebenfalls nicht beanstandet, wenn der betreffende Leistungsanteil <strong>mit 15 % des Pauschalpreises<\/strong> angesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Regelung dient insbesondere der Vereinfachung bei komplexen Leistungsb\u00fcndeln, wie sie in der Hotel- und Veranstaltungsbranche \u00fcblich sind.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>\u00dcbergangsregelung f\u00fcr die Silvesternacht 2025\/2026<\/h2>\n\n\n\n<p>Zur Vermeidung von Abgrenzungsproblemen enth\u00e4lt das BMF-Schreiben eine praxisnahe <strong>\u00dcbergangsregelung<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr <strong>Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen<\/strong>, die <strong>in der Nacht vom 31. Dezember 2025 zum 1. Januar 2026<\/strong> ausgef\u00fchrt werden, wird es <strong>nicht beanstandet<\/strong>, wenn noch der <strong>Regelsteuersatz von 19 %<\/strong> angewendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Regelung ist insbesondere relevant f\u00fcr:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Silvesterveranstaltungen<\/li><li>Galamen\u00fcs<\/li><li>Buffets mit festem Beginn am 31. Dezember 2025<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Eine minutengenaue Leistungsaufteilung ist damit nicht erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Anwendungszeitpunkt<\/h2>\n\n\n\n<p>Die neuen Grunds\u00e4tze gelten verbindlich f\u00fcr <strong>alle Ums\u00e4tze ab dem 1. Januar 2026<\/strong>.<br \/>Die \u00dcbergangsregelung zur Silvesternacht ist ausdr\u00fccklich auf diesen Zeitraum begrenzt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Praktische Auswirkungen f\u00fcr die Gastronomie<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Unternehmer ergeben sich daraus mehrere Handlungsfelder:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Kassensysteme<\/strong> m\u00fcssen rechtzeitig auf den erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz f\u00fcr Speisen umgestellt werden<\/li><li><strong>Pauschalangebote<\/strong> sollten steuerlich \u00fcberpr\u00fcft und ggf. neu kalkuliert werden<\/li><li><strong>Dokumentation<\/strong> der gew\u00e4hlten Aufteilung (30-%-Regel oder alternative Methode) sollte sauber erfolgen<\/li><li><strong>Rechnungen<\/strong> m\u00fcssen die korrekten Steuers\u00e4tze ausweisen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Gerade bei Betriebspr\u00fcfungen wird die korrekte Anwendung der neuen Aufteilungsregelungen eine zentrale Rolle spielen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit der Wiedereinf\u00fchrung des erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatzes auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen ab 2026 setzt der Gesetzgeber ein deutliches Signal zugunsten der Gastronomie. Das BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2025 schafft dabei wichtige Klarstellungen f\u00fcr die Praxis \u2013 insbesondere durch pauschale Aufteilungsregelungen bei Kombiangeboten und eine pragmatische \u00dcbergangsregelung f\u00fcr Silvester.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Gastronomiebetriebe bedeutet dies zwar Anpassungsaufwand, zugleich aber auch mehr Planungssicherheit und Vereinfachung im laufenden Betrieb.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Quelle:<\/strong><br \/>Bundesministerium der Finanzen, Schreiben vom 22.12.2025 \u2013 III C 2 \u2013 S 7220\/00023\/014\/027, \u00c4nderung des UStAE und Einf\u00fchrung von Nichtbeanstandungsregelungen zur Anwendung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes ab 1. Januar 2026.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BMF schafft Klarheit zu Kombiangeboten und Silvester-\u00dcbergangsregelung Zum 1. 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