{"id":78999,"date":"2026-01-10T15:45:00","date_gmt":"2026-01-10T13:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=78999"},"modified":"2026-01-10T15:45:00","modified_gmt":"2026-01-10T13:45:00","slug":"stand-der-doppelbesteuerungsabkommen-dba-zum-1-januar-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/stand-der-doppelbesteuerungsabkommen-dba-zum-1-januar-2026\/","title":{"rendered":"Stand der Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zum 1. Januar 2026"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat mit Schreiben vom 07.01.2026 die aktuelle \u00dcbersicht \u00fcber den Stand der Doppelbesteuerungsabkommen sowie laufende Verhandlungen ver\u00f6ffentlicht.<\/strong> Diese j\u00e4hrliche Bekanntmachung ist f\u00fcr grenz\u00fcberschreitend t\u00e4tige Unternehmen und Steuerpflichtige von essenzieller Bedeutung, da sie die rechtliche Grundlage f\u00fcr die Vermeidung der zweifachen Besteuerung in- und ausl\u00e4ndischer Eink\u00fcnfte bildet.<\/p>\n\n\n\n<h3>Zentrale Aspekte des BMF-Schreibens 2026<\/h3>\n\n\n\n<p>Das aktuelle Schreiben \u201eIV B 2 &#8211; S 1301\/01499\/005\/004\u201c regelt nicht nur den Status quo der Abkommen, sondern gibt auch wichtige verfahrensrechtliche Hinweise f\u00fcr die Praxis:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>R\u00fcckwirkende Anwendung:<\/strong> Viele neu unterzeichnete Abkommen treten erst nach dem Ratifikationsprozess in Kraft, gelten dann jedoch oft r\u00fcckwirkend.<\/li><li><strong>Vorl\u00e4ufige Steuerfestsetzung:<\/strong> Gem\u00e4\u00df \u201e\u00a7 165 AO (Vorl\u00e4ufige Steuerfestsetzung)\u201c k\u00f6nnen Bescheide vorl\u00e4ufig ergehen, wenn die Wirksamkeit eines f\u00fcr den Steuerpflichtigen g\u00fcnstigen Abkommens noch ungewiss ist.<\/li><li><strong>BEPS-MLI Modifikationen:<\/strong> Das Mehrseitige \u00dcbereinkommen (BEPS-MLI) zur Verhinderung der Gewinnverk\u00fcrzung f\u00fchrt zu automatischen Anpassungen bestehender DBA. Deutschland setzt hierbei auf das Anwendungsgesetzgebungsverfahren, um Rechtssicherheit zu gew\u00e4hrleisten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Bedeutung f\u00fcr die Steuerpraxis 2026<\/h3>\n\n\n\n<p>Unternehmen m\u00fcssen pr\u00fcfen, ob f\u00fcr ihre Zielm\u00e4rkte neue Abkommen unterzeichnet wurden oder Verhandlungen laufen. Die steuerliche Belastung kann sich durch ge\u00e4nderte Quellensteuers\u00e4tze oder neue Betriebsst\u00e4ttendefinitionen massiv verschieben.<\/p>\n\n\n\n<ol><li><strong>Rechtssicherheit:<\/strong> Die Liste des BMF ist die ma\u00dfgebliche Arbeitsgrundlage f\u00fcr die Anwendung von Freistellungs- oder Anrechnungsmethoden.<\/li><li><strong>Notifizierungsprozess:<\/strong> Durch das Gesetz zur Anwendung des Mehrseitigen \u00dcbereinkommens (BGBl. 2024 I Nr. 205) wurden die Weichen f\u00fcr die Wirksamkeit der MLI-Modifikationen gestellt.<\/li><li><strong>Dokumentationspflichten:<\/strong> Bei Anwendung eines DBA sind die Nachweise \u00fcber die Ans\u00e4ssigkeit im Ausland sowie die Einhaltung von Missbrauchsvorschriften (z.B. \u00a7 50d EStG) zwingend.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat mit Schreiben vom 07.01.2026 die aktuelle \u00dcbersicht \u00fcber den Stand der Doppelbesteuerungsabkommen sowie laufende Verhandlungen ver\u00f6ffentlicht. 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