{"id":79005,"date":"2026-01-15T17:17:21","date_gmt":"2026-01-15T15:17:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=79005"},"modified":"2026-01-15T17:17:21","modified_gmt":"2026-01-15T15:17:21","slug":"ermaessigter-umsatzsteuersatz-auf-speisen-in-der-gastronomie-ab-1-januar-2026-was-jetzt-gilt-und-wo-die-praxisfallen-liegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ermaessigter-umsatzsteuersatz-auf-speisen-in-der-gastronomie-ab-1-januar-2026-was-jetzt-gilt-und-wo-die-praxisfallen-liegen\/","title":{"rendered":"Erm\u00e4\u00dfigter Umsatzsteuersatz auf Speisen in der Gastronomie ab 1. Januar 2026: Was jetzt gilt \u2013 und wo die Praxisfallen liegen"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachdem die Absenkung bereits im Wahlkampf und im Koalitionsvertrag diskutiert wurde, ist sie nun umgesetzt: <strong>Seit dem 1. Januar 2026 gilt f\u00fcr Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (Speisen) grunds\u00e4tzlich der erm\u00e4\u00dfigte Umsatzsteuersatz von 7 % \u2013 Getr\u00e4nke bleiben grunds\u00e4tzlich bei 19 %.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ziel ist u. a. die wirtschaftliche Stabilisierung der Gastronomie und die Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen gegen\u00fcber \u201eTo-go\u201c-Speisen, die bereits dem erm\u00e4\u00dfigten Satz unterlagen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>1) Was gilt seit 01.01.2026 konkret?<\/h2>\n\n\n\n<ul><li><strong>7 % USt f\u00fcr Speisen<\/strong> im Rahmen von <strong>Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen<\/strong> (z. B. Restaurant, Catering, Kantine, Kita-\/Schul-\/Krankenhausverpflegung).<\/li><li><strong>19 % USt f\u00fcr Getr\u00e4nke<\/strong> (Ausnahme bleibt bestehen).<\/li><li>Gesetzliche Verankerung \u00fcber <strong>\u00a7 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG<\/strong> (unbefristet).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>2) Abgrenzung Restaurationsleistung vs. Lieferung \u2013 warum das Thema bleibt<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch wenn sich die fr\u00fchere Hauptabgrenzung \u201evor Ort 19 % vs. Mitnahme 7 %\u201c f\u00fcr <strong>Speisen<\/strong> entsch\u00e4rft hat, bleibt die Trennung in der Praxis relevant, weil typischerweise <strong>Mischums\u00e4tze<\/strong> entstehen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Speisen (7 %) <strong>plus<\/strong> Getr\u00e4nke (19 %)<\/li><li>Pauschalen\/Bundles (Buffet, All-you-can-eat, All-inclusive)<\/li><li>Hotel\u00fcbernachtung mit Fr\u00fchst\u00fcck<\/li><li>Gutscheine (Einzweck\/Mehrzweck) und Vorauszahlungen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>3) Kombiangebote, Buffet, All-inclusive: Pauschale Aufteilung (30 % Getr\u00e4nke)<\/h2>\n\n\n\n<p>Das BMF hat eine <strong>Nichtbeanstandungsregel<\/strong> zur Aufteilung von Pauschalpreisen eingef\u00fchrt: Bei <strong>Kombiangeboten aus Speisen inkl. Getr\u00e4nken<\/strong> wird es <strong>nicht beanstandet<\/strong>, wenn der Getr\u00e4nkeanteil <strong>pauschal mit 30 %<\/strong> des Gesamtpreises angesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Praxisfolge:<\/strong> Kassensysteme\/Artikelst\u00e4mme m\u00fcssen die Aufteilung technisch abbilden (7 %\/19 %), insbesondere bei Pauschalartikeln.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>4) Hotellerie: Fr\u00fchst\u00fcck bleibt ein Dauerbrenner (15 %-Pauschale)<\/h2>\n\n\n\n<p>Ebenfalls neu ist eine Vereinfachung im UStAE (Hotel-\/Pauschalangebote): Es wird <strong>nicht beanstandet<\/strong>, wenn der auf das Fr\u00fchst\u00fcck entfallende Entgeltanteil <strong>mit 15 %<\/strong> des Pauschalpreises angesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Praxisfolge:<\/strong> \u00dcbernachtungspauschalen sollten sauber getrennt werden (z. B. \u201eLogis\u201c vs. \u201eFr\u00fchst\u00fcck\u201c; zus\u00e4tzlich Getr\u00e4nkeanteile separat beurteilen).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>5) Gutscheine und Vorauszahlungen: Zeitpunkt entscheidet<\/h2>\n\n\n\n<p>Typische Problemfelder (insbesondere bei Events\/Bankett\/Catering):<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Vorauszahlungen\/Anzahlungen<\/strong>: Ma\u00dfgeblich ist regelm\u00e4\u00dfig der Steuersatz im Zeitpunkt der Leistungsausf\u00fchrung; \u00dcberg\u00e4nge erfordern saubere Beleg- und Systemlogik (Leistungsdatum!).<\/li><li><strong>Gutscheine<\/strong>: Einzweck- vs. Mehrzweck-Gutschein entscheidet dar\u00fcber, wann die Umsatzsteuer entsteht und mit welchem Steuersatz gearbeitet wird (insbesondere relevant bei Gutscheinen, die Getr\u00e4nke und Speisen umfassen).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>6) Silvesternacht 31.12.2025\/01.01.2026: \u00dcbergangsregel (19 % wird nicht beanstandet)<\/h2>\n\n\n\n<p>Zur Vermeidung von \u00dcbergangsschwierigkeiten wird es <strong>nicht beanstandet<\/strong>, wenn f\u00fcr Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen, die <strong>in der Nacht vom 31.12.2025 auf 01.01.2026<\/strong> ausgef\u00fchrt werden, noch der bis 31.12.2025 geltende <strong>Regelsteuersatz 19 %<\/strong> angewandt wurde.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>7) (E-)Rechnungsstellung: Was Gastronomie und Berater im Blick haben m\u00fcssen<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr <strong>B2B-Ums\u00e4tze<\/strong> gilt seit <strong>01.01.2025<\/strong> die <strong>E-Rechnungssystematik<\/strong> (\u00a7 14 UStG n. F.) \u2013 mit \u00dcbergangsfristen auf der Ausgangsseite. Kernaussagen aus den BMF-FAQ:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Seit 01.01.2025 m\u00fcssen inl\u00e4ndische Unternehmen den <strong>Empfang<\/strong> von E-Rechnungen sicherstellen (z. B. E-Mail-Postfach).<\/li><li>F\u00fcr die <strong>Ausstellung<\/strong> d\u00fcrfen in der \u00dcbergangsphase bis 31.12.2026 weiterhin \u201esonstige Rechnungen\u201c verwendet werden; bei Vorjahresumsatz bis 800.000 \u20ac verl\u00e4ngert sich dies bis 31.12.2027.<\/li><li>Auch bei Bark\u00e4ufen (z. B. Gesch\u00e4ftsessen) kann bei Rechnung &gt; 250 \u20ac eine E-Rechnung relevant werden, sobald die \u00dcbergangsregeln nicht mehr genutzt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2>8) Checkliste: Sofortma\u00dfnahmen f\u00fcr Gastronomiebetriebe<\/h2>\n\n\n\n<ol><li><strong>Kassen-\/Warenwirtschaft aktualisieren<\/strong> (Steuerschl\u00fcssel 7 % Speisen \/ 19 % Getr\u00e4nke; Pauschalartikel).<\/li><li><strong>Pauschalen definieren<\/strong> (Buffet\/All-inclusive; ggf. 30 % Getr\u00e4nke-Pauschale).<\/li><li><strong>Hotel-\/Fr\u00fchst\u00fcckspakete pr\u00fcfen<\/strong> (15 % Fr\u00fchst\u00fcck-Pauschale als Vereinfachung).<\/li><li><strong>Gutscheinbedingungen &amp; Einl\u00f6sung<\/strong> (Einzweck\/Mehrzweck; Mischwarenk\u00f6rbe).<\/li><li><strong>Anzahlungen\/Events<\/strong>: Leistungsdatum und korrekte Steuersatzlogik sicherstellen.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die Absenkung bereits im Wahlkampf und im Koalitionsvertrag diskutiert wurde, ist sie nun umgesetzt: Seit dem 1. 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