{"id":79370,"date":"2026-04-19T11:12:49","date_gmt":"2026-04-19T09:12:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=79370"},"modified":"2026-04-19T11:12:49","modified_gmt":"2026-04-19T09:12:49","slug":"435-milliarden-euro-steuerausfall-zew-studie-im-bmf-auftrag-empfiehlt-abbau-von-ust-verguenstigungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/435-milliarden-euro-steuerausfall-zew-studie-im-bmf-auftrag-empfiehlt-abbau-von-ust-verguenstigungen\/","title":{"rendered":"43,5 Milliarden Euro Steuerausfall: ZEW-Studie im BMF-Auftrag empfiehlt Abbau von USt-Verg\u00fcnstigungen"},"content":{"rendered":"\n<p>ZEW \u2013 Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung \u00b7 Pressemitteilung vom 17.04.2026 \u00b7 im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen<\/p>\n\n\n\n<p>Das Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen die erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuers\u00e4tze in Deutschland evaluiert. Das Ergebnis: Die bestehenden Ausnahmetatbest\u00e4nde schm\u00e4lern die Steuerbasis erheblich, sind in vielen F\u00e4llen sachlich nicht \u00fcberzeugend begr\u00fcndet \u2013 und er\u00f6ffnen bei gezieltem Abbau rechnerisch Spielraum f\u00fcr eine Senkung des Regelsteuersatzes.<\/p>\n\n\n\n<p>43,5 Mrd. \u20ac<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mindereinnahmen durch erm\u00e4\u00dfigte Steuers\u00e4tze im Jahr 2026.<\/strong>&nbsp;Die Vielzahl an Ausnahmetatbest\u00e4nden \u2013 vom Lebensmittel \u00fcber Hotel\u00fcbernachtungen bis zu Kulturleistungen \u2013 kostet den Fiskus allein in diesem Jahr diesen Betrag.<\/p>\n\n\n\n<h2>Was ist gut begr\u00fcndet \u2013 und was nicht?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die ZEW-Evaluation bewertet die einzelnen Erm\u00e4\u00dfigungen anhand eines einheitlichen Kriterienkatalogs: Zielgenauigkeit, Verteilungseffekte, wirtschaftliche Effizienz, Wettbewerbswirkungen und administrative Umsetzbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Lebensmittel<\/p>\n\n\n\n<p>Gut begr\u00fcndbar<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6PNV-Tickets<\/p>\n\n\n\n<p>Gut begr\u00fcndbar<\/p>\n\n\n\n<p>Photovoltaikanlagen<\/p>\n\n\n\n<p>Gut begr\u00fcndbar<\/p>\n\n\n\n<p>Gastronomie \/ Hotels<\/p>\n\n\n\n<p>Schlecht begr\u00fcndbar<\/p>\n\n\n\n<p>Kulturelle Angebote (Teile)<\/p>\n\n\n\n<p>Schlecht begr\u00fcndbar<\/p>\n\n\n\n<p>Gesundheit (Teile)<\/p>\n\n\n\n<p>Schlecht begr\u00fcndbar<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders kritisch bewertet das ZEW Erm\u00e4\u00dfigungen, bei denen vor allem einkommensst\u00e4rkere Haushalte profitieren \u2013 etwa bei Gastronomie- und Hotelleistungen. Zielgenauere Instrumente w\u00e4ren nach Einsch\u00e4tzung der Forschenden direkte Transfers, die effizienter wirken als pauschale Steuersenkungen.<\/p>\n\n\n\n<h2>Reformszenarien: Wie weit k\u00f6nnte der Regelsteuersatz sinken?<\/h2>\n\n\n\n<h3>Szenario 1 \u2013 Vollst\u00e4ndiger Abbau<\/h3>\n\n\n\n<p>16,7 %<\/p>\n\n\n\n<p>Regelsteuersatz (statt 19 %)<\/p>\n\n\n\n<p>\u22122,3 Prozentpunkte<\/p>\n\n\n\n<h3>Szenario 2 \u2013 Lebensmittel bleiben<\/h3>\n\n\n\n<p>&lt; 19 %<\/p>\n\n\n\n<p>Regelsteuersatz mit Beibehaltung der Lebensmittelerm\u00e4\u00dfigung<\/p>\n\n\n\n<p>Senkung m\u00f6glich, kaum Verteilungseffekte<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zur Methodik:<\/strong>&nbsp;Die Analyse st\u00fctzt sich auf Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) und ber\u00fccksichtigt Annahmen zur Steuer\u00fcberw\u00e4lzung sowie zur Preiselastizit\u00e4t der Nachfrage. Erg\u00e4nzt wurden Experteninterviews aus Praxis und Verwaltung sowie Simulationsrechnungen zu fiskalischen und verteilungspolitischen Wirkungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auftraggeber:<\/strong>&nbsp;Die Studie wurde vom Bundesministerium der Finanzen in Auftrag gegeben \u2013 was ihr im laufenden steuerpolitischen Diskurs besonderes Gewicht verleiht.<\/p>\n\n\n\n<h2>Einordnung f\u00fcr die Beratungspraxis<\/h2>\n\n\n\n<p>Die ZEW-Studie ist keine unmittelbar anwendbare Rechtsgrundlage, aber ein steuerpolitisches Signal: Das BMF l\u00e4sst wissenschaftlich pr\u00fcfen, ob und wo erm\u00e4\u00dfigte Steuers\u00e4tze abgebaut werden k\u00f6nnten. Im Zusammenhang mit den aktuell diskutierten Haushaltsoptionen \u2013 Mehrwertsteuererh\u00f6hung einerseits, Energiesteuersenkung andererseits \u2013 verdichtet sich das Bild einer Umsatzsteuerpolitik im Umbruch. F\u00fcr Mandanten aus Gastronomie, Hotellerie und Kulturwirtschaft k\u00f6nnte eine Reformdiskussion mittelfristig relevant werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinweis:<\/strong>&nbsp;Es handelt sich um eine wissenschaftliche Analyse \u2013 keine beschlossene Gesetzes\u00e4nderung. Konkrete Auswirkungen auf die Steuerlast von Mandanten entstehen erst, wenn der Gesetzgeber handelt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Quelle: ZEW \u2013 Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung, Pressemitteilung vom 17.04.2026 \u00b7 Studie im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen \u00b7 Autoren: Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Dr. Daniela Steinbrenner u.a.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ZEW \u2013 Leibniz-Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung \u00b7 Pressemitteilung vom 17.04.2026 \u00b7 im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen Das Zentrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat im Auftrag des Bundesministeriums der Finanzen die erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuers\u00e4tze in Deutschland evaluiert. 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