{"id":79406,"date":"2026-05-07T12:03:55","date_gmt":"2026-05-07T10:03:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=79406"},"modified":"2026-05-07T12:03:55","modified_gmt":"2026-05-07T10:03:55","slug":"bundestag-beschliesst-steuerfreie-entlastungspraemie-von-bis-zu-1-000-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bundestag-beschliesst-steuerfreie-entlastungspraemie-von-bis-zu-1-000-euro\/","title":{"rendered":"Bundestag beschlie\u00dft steuerfreie Entlastungspr\u00e4mie von bis zu 1.000 Euro"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Arbeitgeber sollen Besch\u00e4ftigten freiwillig bis zu 1.000 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zahlen k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundestag hat am <strong>24. April 2026<\/strong> die Einf\u00fchrung einer sogenannten <strong>Entlastungspr\u00e4mie<\/strong> beschlossen. Danach sollen Arbeitgeber ihren Besch\u00e4ftigten eine Pr\u00e4mie von bis zu <strong>1.000 Euro<\/strong> steuer- und abgabenfrei gew\u00e4hren k\u00f6nnen. Die Zahlung soll freiwillig erfolgen und Besch\u00e4ftigte angesichts gestiegener Verbraucherpreise entlasten. Die Regelung wurde im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum <strong>Neunten Gesetz zur \u00c4nderung des Steuerberatungsgesetzes und zur \u00c4nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften<\/strong> beschlossen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist die Entlastungspr\u00e4mie?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entlastungspr\u00e4mie ist eine Sonderzahlung des Arbeitgebers an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie soll bis zu einem Betrag von <strong>1.000 Euro<\/strong> steuerfrei m\u00f6glich sein. Nach der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses soll hierf\u00fcr ein neuer <strong>\u00a7 3 Nr. 11d EStG<\/strong> eingef\u00fchrt werden. Beg\u00fcnstigt sind Zusch\u00fcsse und Sachbez\u00fcge zur Abmilderung gestiegener Verbraucherpreise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahlung kann nach dem Bundestagsbeschluss grunds\u00e4tzlich im Zeitraum vom <strong>Tag nach der Verk\u00fcndung des Gesetzes bis zum 30. Juni 2027<\/strong> erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wichtige Voraussetzung: zus\u00e4tzlich zum Arbeitslohn<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend f\u00fcr die Steuerfreiheit ist, dass die Entlastungspr\u00e4mie <strong>zus\u00e4tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn<\/strong> gezahlt wird. Eine Gehaltsumwandlung ist daher nicht beg\u00fcnstigt. Der Arbeitgeber darf also nicht regul\u00e4ren Arbeitslohn, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder bereits vereinbarte Verg\u00fctungsbestandteile nachtr\u00e4glich in eine steuerfreie Entlastungspr\u00e4mie umwandeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Praxis bedeutet das: Die Zahlung muss als echte zus\u00e4tzliche Leistung ausgestaltet werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuerfrei und sozialversicherungsfrei<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entlastungspr\u00e4mie soll nicht nur lohnsteuerfrei sein. Aufgrund der Steuerfreiheit sollen auf diese Leistungen nach der Begr\u00fcndung auch keine Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge anfallen, da sie nicht als Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung behandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit kann die Entlastungspr\u00e4mie f\u00fcr Arbeitnehmer vollst\u00e4ndig netto ankommen, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen eingehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beg\u00fcnstigt: Geldzahlungen und Sachbez\u00fcge<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pr\u00e4mie kann nach der geplanten Regelung sowohl als <strong>Zuschuss<\/strong> als auch als <strong>Sachbezug<\/strong> gew\u00e4hrt werden. Der Arbeitgeber kann also beispielsweise eine Geldzahlung leisten oder einen beg\u00fcnstigten Sachbezug gew\u00e4hren. Wichtig bleibt aber stets der Zusammenhang mit der Entlastung wegen gestiegener Verbraucherpreise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An diesen Zusammenhang sollen keine besonders strengen Anforderungen gestellt werden. Es soll gen\u00fcgen, wenn der Arbeitgeber bei Gew\u00e4hrung der Leistung deutlich macht, dass sie im Zusammenhang mit der Preissteigerung steht, etwa durch einen entsprechenden Hinweis in der Lohnabrechnung oder auf dem \u00dcberweisungstr\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mehrere Zahlungen m\u00f6glich \u2013 aber insgesamt nur bis 1.000 Euro<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitgeber k\u00f6nnen die Entlastungspr\u00e4mie auch in mehreren Teilbetr\u00e4gen auszahlen. Die Steuerfreiheit gilt jedoch nur bis zu einem Gesamtbetrag von <strong>1.000 Euro<\/strong> im beg\u00fcnstigten Zeitraum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird der Betrag \u00fcberschritten, ist der \u00fcbersteigende Teil grunds\u00e4tzlich steuer- und beitragspflichtig zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gilt die Pr\u00e4mie pro Dienstverh\u00e4ltnis?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Gesetzesbegr\u00fcndung kann die Steuerbefreiung bis zu 1.000 Euro grunds\u00e4tzlich f\u00fcr jedes Dienstverh\u00e4ltnis gesondert in Anspruch genommen werden. Das gilt auch f\u00fcr aufeinanderfolgende Dienstverh\u00e4ltnisse. Eine Ausnahme besteht jedoch bei mehreren aufeinanderfolgenden Dienstverh\u00e4ltnissen im beg\u00fcnstigten Zeitraum zu demselben Arbeitgeber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Lohnabrechnung sollte daher sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden, ob bereits eine beg\u00fcnstigte Zahlung im gleichen Dienstverh\u00e4ltnis erfolgt ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aufzeichnung im Lohnkonto erforderlich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die steuerfreien Leistungen sind im <strong>Lohnkonto<\/strong> aufzuzeichnen. Arbeitgeber sollten die Zahlung daher eindeutig dokumentieren und in der Lohnabrechnung klar als Entlastungspr\u00e4mie ausweisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Empfehlenswert ist eine eindeutige Bezeichnung, zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eSteuerfreie Entlastungspr\u00e4mie gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Nr. 11d EStG zur Abmilderung gestiegener Verbraucherpreise\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Praxishinweise f\u00fcr Arbeitgeber<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Arbeitgeber sollten vor Auszahlung insbesondere folgende Punkte pr\u00fcfen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Wird die Zahlung zus\u00e4tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gew\u00e4hrt?<\/li><li>Liegt keine Entgeltumwandlung vor?<\/li><li>Wird der H\u00f6chstbetrag von 1.000 Euro eingehalten?<\/li><li>Erfolgt die Zahlung im beg\u00fcnstigten Zeitraum?<\/li><li>Wird der Zusammenhang mit gestiegenen Verbraucherpreisen dokumentiert?<\/li><li>Wird die Zahlung korrekt im Lohnkonto aufgezeichnet?<\/li><li>Wurde die Regelung bereits endg\u00fcltig verk\u00fcndet und ist sie in Kraft getreten?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade der letzte Punkt ist wichtig: Der Bundestag hat die Regelung beschlossen. Nach den Angaben des Bundestags ist f\u00fcr das Gesetz aber noch die Zustimmung des Bundesrats erforderlich; die n\u00e4chste ordentliche Sitzung des Bundesrats war f\u00fcr den <strong>8. Mai 2026<\/strong> angesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bedeutung f\u00fcr Arbeitnehmer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Arbeitnehmer kann die Entlastungspr\u00e4mie besonders attraktiv sein, weil sie bei Einhaltung der Voraussetzungen brutto wie netto ankommt. Der Arbeitgeber kann damit eine zus\u00e4tzliche finanzielle Unterst\u00fctzung leisten, ohne dass Lohnsteuer oder Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge anfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Anspruch auf die Zahlung entsteht durch die gesetzliche Regelung jedoch nicht automatisch. Es handelt sich um eine freiwillige Arbeitgeberleistung, soweit nicht arbeitsvertraglich, tarifvertraglich oder durch Betriebsvereinbarung etwas anderes geregelt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere \u00c4nderungen im Steuerberatungsgesetz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben der Entlastungspr\u00e4mie hat der Bundestag \u00c4nderungen im Steuerberatungsgesetz beschlossen. Ziel ist eine Modernisierung der Regelungen zur Hilfeleistung in Steuersachen. Der Entwurf sieht unter anderem eine Neuordnung der beschr\u00e4nkten Hilfeleistung in Steuersachen, \u00c4nderungen bei Lohnsteuerhilfevereinen sowie die Einf\u00fchrung sogenannter <strong>Tax Law Clinics<\/strong> vor, bei denen unter qualifizierter Anleitung unentgeltliche steuerliche Hilfe zu Ausbildungszwecken erbracht werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im parlamentarischen Verfahren wurde au\u00dferdem das sogenannte <strong>Fremdbesitzverbot<\/strong> bei steuerberatenden Berufsaus\u00fcbungsgesellschaften gesch\u00e4rft. Die Beteiligung von Investoren an Steuerkanzleien soll danach nur in engen Grenzen m\u00f6glich sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weitere \u00c4nderungen betreffen unter anderem land- und forstwirtschaftliche Aufzeichnungspflichten sowie grunderwerbsteuerliche Regelungen f\u00fcr Personengesellschaften.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beschlossene Entlastungspr\u00e4mie kann f\u00fcr Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein attraktives Instrument sein. Bis zu <strong>1.000 Euro<\/strong> sollen steuer- und sozialabgabenfrei gezahlt werden k\u00f6nnen. Voraussetzung ist insbesondere, dass die Leistung zus\u00e4tzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht und nicht durch Gehaltsumwandlung finanziert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Arbeitgeber empfiehlt sich eine saubere lohnsteuerliche Dokumentation. Die Pr\u00e4mie sollte klar bezeichnet, im Lohnkonto aufgezeichnet und erst nach endg\u00fcltigem Inkrafttreten der gesetzlichen Regelung umgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 24.04.2026; Beschlussempfehlung und Bericht des Finanzausschusses, BT-Drs. 21\/5529.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitgeber sollen Besch\u00e4ftigten freiwillig bis zu 1.000 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zahlen k\u00f6nnen Der Bundestag hat am 24. April 2026 die Einf\u00fchrung einer sogenannten Entlastungspr\u00e4mie beschlossen. Danach sollen Arbeitgeber ihren Besch\u00e4ftigten eine Pr\u00e4mie von bis zu 1.000 Euro steuer- und abgabenfrei gew\u00e4hren k\u00f6nnen. Die Zahlung soll freiwillig erfolgen und Besch\u00e4ftigte angesichts gestiegener Verbraucherpreise entlasten. 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