{"id":79416,"date":"2026-05-07T12:30:02","date_gmt":"2026-05-07T10:30:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=79416"},"modified":"2026-05-07T12:30:02","modified_gmt":"2026-05-07T10:30:02","slug":"reiseleistungen-von-drittlandsunternehmen-nichtbeanstandungsregelung-bis-ende-2029-verlaengert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/reiseleistungen-von-drittlandsunternehmen-nichtbeanstandungsregelung-bis-ende-2029-verlaengert\/","title":{"rendered":"Reiseleistungen von Drittlandsunternehmen: Nichtbeanstandungsregelung bis Ende 2029 verl\u00e4ngert"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BMF verl\u00e4ngert \u00dcbergangsregelung zur Anwendung des \u00a7 25 UStG bei Reiseleistungen von Unternehmen mit Sitz im Drittland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bundesministerium der Finanzen hat mit Schreiben vom <strong>28. April 2026<\/strong> die Nichtbeanstandungsregelung zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Reiseleistungen von Drittlandsunternehmen erneut verl\u00e4ngert. Danach wird es weiterhin nicht beanstandet, wenn auf Reiseleistungen von Unternehmern mit Sitz im Drittland und ohne feste Niederlassung im Gemeinschaftsgebiet die Sonderregelung des <strong>\u00a7 25 UStG<\/strong> angewendet wird. Die \u00dcbergangsregelung gilt nun bis zum <strong>31. Dezember 2029<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund: Sonderregelung f\u00fcr Reiseleistungen nach \u00a7 25 UStG<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 25 UStG enth\u00e4lt eine besondere umsatzsteuerliche Regelung f\u00fcr Reiseleistungen. Sie betrifft insbesondere Reiseveranstalter, die gegen\u00fcber ihren Kunden im eigenen Namen auftreten und f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Reise Leistungen anderer Unternehmer in Anspruch nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Typische Reisevorleistungen sind zum Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Hotelunterk\u00fcnfte,<\/li><li>Bef\u00f6rderungsleistungen,<\/li><li>Ausfl\u00fcge,<\/li><li>Reiseleitungen,<\/li><li>sonstige touristische Einzelleistungen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Anwendung des \u00a7 25 UStG wird grunds\u00e4tzlich nicht der gesamte Reisepreis besteuert, sondern nur die sogenannte <strong>Marge<\/strong>. Die Marge ist vereinfacht gesagt die Differenz zwischen dem vom Kunden gezahlten Reisepreis und den vom Reiseveranstalter bezogenen Reisevorleistungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Problem bei Unternehmen mit Sitz im Drittland<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits mit BMF-Schreiben vom <strong>29. Januar 2021<\/strong> hatte die Finanzverwaltung klargestellt, dass \u00a7 25 UStG bei Reiseleistungen von Unternehmern mit Sitz im Drittland und ohne feste Niederlassung im Gemeinschaftsgebiet grunds\u00e4tzlich <strong>nicht anwendbar<\/strong> ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betroffen sind also insbesondere Reiseunternehmen, die:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>ihren Sitz au\u00dferhalb der EU haben,<\/li><li>keine feste Niederlassung im Gemeinschaftsgebiet unterhalten,<\/li><li>Reiseleistungen an Kunden erbringen,<\/li><li>und bisher die Margenbesteuerung nach \u00a7 25 UStG angewendet haben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne \u00dcbergangsregelung m\u00fcssten diese Unternehmen ihre Ums\u00e4tze nach den allgemeinen umsatzsteuerlichen Regelungen beurteilen. Das kann erhebliche Folgen f\u00fcr Leistungsort, Steuerbarkeit, Steuerpflicht, Registrierungspflichten und Rechnungsstellung haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verl\u00e4ngerung der Nichtbeanstandungsregelung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die urspr\u00fcnglich vorgesehene Nichtbeanstandungsregelung wurde seit 2021 mehrfach verl\u00e4ngert. Zuletzt galt sie bis zum <strong>31. Dezember 2026<\/strong>. Mit dem neuen BMF-Schreiben vom <strong>28. April 2026<\/strong> wird sie nun bis zum <strong>31. Dezember 2029<\/strong> verl\u00e4ngert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet: Die Finanzverwaltung beanstandet es weiterhin nicht, wenn betroffene Drittlandsunternehmen f\u00fcr bis zum <strong>31. Dezember 2029<\/strong> ausgef\u00fchrte Reiseleistungen die Sonderregelung des \u00a7 25 UStG anwenden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet \u201eNichtbeanstandungsregelung\u201c?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Nichtbeanstandungsregelung bedeutet nicht, dass sich die gesetzliche Grundauffassung ge\u00e4ndert hat. Die Finanzverwaltung bleibt dabei, dass \u00a7 25 UStG bei Reiseleistungen von Drittlandsunternehmen ohne feste Niederlassung im Gemeinschaftsgebiet grunds\u00e4tzlich nicht anwendbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Vertrauensschutz- und \u00dcbergangsgr\u00fcnden wird es aber vor\u00fcbergehend akzeptiert, wenn die bisherige Behandlung fortgef\u00fchrt wird. F\u00fcr die Praxis schafft dies Zeit, bestehende Gesch\u00e4ftsmodelle, Abrechnungssysteme und umsatzsteuerliche Registrierungen anzupassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bedeutung f\u00fcr Reiseveranstalter und Plattformen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verl\u00e4ngerung ist insbesondere f\u00fcr internationale Reiseveranstalter und touristische Anbieter mit Sitz au\u00dferhalb der EU relevant. Sie betrifft aber auch deutsche Unternehmen, die mit solchen Drittlandsreiseveranstaltern zusammenarbeiten oder deren Leistungen vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Praktisch relevant ist die Regelung insbesondere f\u00fcr:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Reiseveranstalter mit Sitz in Drittstaaten,<\/li><li>Online-Reiseplattformen au\u00dferhalb der EU,<\/li><li>Anbieter von Pauschalreisen,<\/li><li>touristische Leistungspakete mit deutschen oder europ\u00e4ischen Reisebestandteilen,<\/li><li>Unternehmen mit Kunden im Inland oder in der EU,<\/li><li>deutsche Vertragspartner, Vermittler oder Leistungserbringer im Reisebereich.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auswirkungen auf die Umsatzsteuerpraxis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die weitere Anwendung der Margenbesteuerung kann f\u00fcr betroffene Unternehmen erhebliche Erleichterungen bringen. Insbesondere m\u00fcssen bestehende Abrechnungsmodelle nicht kurzfristig umgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig sollte die Verl\u00e4ngerung nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die Grundfrage nur zeitlich aufgeschoben ist. Unternehmen sollten die Zeit bis Ende 2029 nutzen, um ihre umsatzsteuerlichen Strukturen zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu pr\u00fcfen sind insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Sitz und feste Niederlassung des Reiseunternehmens,<\/li><li>Anwendbarkeit des \u00a7 25 UStG,<\/li><li>Leistungsort der einzelnen Reiseleistungen,<\/li><li>m\u00f6gliche Registrierungspflichten in Deutschland oder anderen EU-Staaten,<\/li><li>Rechnungsstellung gegen\u00fcber Kunden,<\/li><li>Vorsteuerabzug aus Reisevorleistungen,<\/li><li>technische Umsetzung in Buchhaltungs- und Abrechnungssystemen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Praxishinweis<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen mit Sitz im Drittland sollten nicht allein auf die weitere Verl\u00e4ngerung vertrauen, sondern fr\u00fchzeitig kl\u00e4ren, welche umsatzsteuerliche Behandlung ab dem <strong>1. Januar 2030<\/strong> gelten soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Empfehlenswert ist insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Bestehende Reiseleistungen analysieren<\/strong><br \/>Welche Leistungen werden erbracht, wo werden sie ausgef\u00fchrt und welche Reisevorleistungen werden eingekauft?<\/li><li><strong>Anwendung des \u00a7 25 UStG dokumentieren<\/strong><br \/>Die Nutzung der Nichtbeanstandungsregelung sollte intern nachvollziehbar dokumentiert werden.<\/li><li><strong>Registrierungspflichten pr\u00fcfen<\/strong><br \/>Je nach Struktur k\u00f6nnen umsatzsteuerliche Registrierungspflichten in Deutschland oder anderen EU-Staaten entstehen.<\/li><li><strong>Vertr\u00e4ge und Rechnungen pr\u00fcfen<\/strong><br \/>Vertr\u00e4ge mit Kunden, Hotels, Bef\u00f6rderungsunternehmen und Vermittlern sollten auf die umsatzsteuerliche Behandlung abgestimmt werden.<\/li><li><strong>Umstellung rechtzeitig vorbereiten<\/strong><br \/>Da die \u00dcbergangsregelung nun bis Ende 2029 gilt, besteht zwar Planungssicherheit, aber keine endg\u00fcltige gesetzliche L\u00f6sung.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das BMF verl\u00e4ngert die Nichtbeanstandungsregelung zur Besteuerung von Reiseleistungen von Drittlandsunternehmen bis zum <strong>31. Dezember 2029<\/strong>. F\u00fcr betroffene Reiseveranstalter und Plattformen bedeutet dies zun\u00e4chst erhebliche Erleichterung und zus\u00e4tzliche Planungssicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig bleibt die Finanzverwaltung bei ihrer Grundauffassung: \u00a7 25 UStG ist bei Reiseleistungen von Unternehmern mit Sitz im Drittland und ohne feste Niederlassung im Gemeinschaftsgebiet grunds\u00e4tzlich nicht anwendbar. Die Verl\u00e4ngerung verschiebt die praktische Umstellung lediglich weiter nach hinten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen sollten die \u00dcbergangszeit nutzen, um ihre Reiseleistungen, Abrechnungsprozesse und umsatzsteuerlichen Registrierungspflichten sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> BMF-Schreiben vom 28.04.2026, Az. III C 2 &#8211; S 7419\/00016\/022\/023, \u201eBesteuerung von Reiseleistungen von Unternehmen mit Sitz im Drittland; Verl\u00e4ngerung der Nichtbeanstandungsregelung\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BMF verl\u00e4ngert \u00dcbergangsregelung zur Anwendung des \u00a7 25 UStG bei Reiseleistungen von Unternehmen mit Sitz im Drittland Das Bundesministerium der Finanzen hat mit Schreiben vom 28. April 2026 die Nichtbeanstandungsregelung zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Reiseleistungen von Drittlandsunternehmen erneut verl\u00e4ngert. 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