{"id":79462,"date":"2026-05-11T17:04:47","date_gmt":"2026-05-11T15:04:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=79462"},"modified":"2026-05-11T17:04:47","modified_gmt":"2026-05-11T15:04:47","slug":"steuerliche-anerkennung-von-verlusten-durch-trickbetrug-schockanrufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerliche-anerkennung-von-verlusten-durch-trickbetrug-schockanrufe\/","title":{"rendered":"<strong>Steuerliche Anerkennung von Verlusten durch Trickbetrug (&#8222;Schockanrufe&#8220;)<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Immer wieder werden B\u00fcrger Opfer von perfiden Betrugsmaschen, wie den sogenannten \u201eSchockanrufen\u201c. Dabei werden Betroffene unter massivem psychischen Druck dazu gebracht, hohe Geldbetr\u00e4ge zu \u00fcbergeben, um angeblichen Schaden von Angeh\u00f6rigen abzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem pers\u00f6nlichen Schock stellt sich oft die Frage: Kann dieser finanzielle Verlust wenigstens steuerlich als \u201eau\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung\u201c geltend gemacht werden?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die aktuelle Entscheidung des Finanzgerichts M\u00fcnster<\/strong> Das Finanzgericht M\u00fcnster hat k\u00fcrzlich in einem Fall entschieden (Az. 1 K 360\/25 E), in dem eine Seniorin 50.000 Euro an Betr\u00fcger verlor. Das Gericht lehnte den Steuerabzug ab. Die wesentlichen Gr\u00fcnde hierf\u00fcr waren:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Allgemeines Lebensrisiko:<\/strong> Leider wird das Risiko, Opfer einer Straftat oder eines Betrugs zu werden, vom Gesetzgeber als Teil des allgemeinen Lebensrisikos angesehen. Solche Verluste sind steuerlich grunds\u00e4tzlich nicht abzugsf\u00e4hig.<\/li><li><strong>Fehlende Zwangsl\u00e4ufigkeit:<\/strong> Das Steuerrecht urteilt hier sehr streng und objektiv. Da im konkreten Fall keine reale Gefahr f\u00fcr das Kind bestand und theoretisch die M\u00f6glichkeit eines Kontrollanrufs existiert h\u00e4tte, gilt die Zahlung nicht als \u201eunabweisbar\u201c \u2013 ungeachtet der extremen Stresssituation, in der sich das Opfer befand.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Wie geht es weiter?<\/strong> Das Gericht hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen (Az. VI R 14\/25). Das bedeutet, dass die obersten deutschen Finanzrichter diesen Fall nun abschlie\u00dfend pr\u00fcfen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unser Rat f\u00fcr Sie:<\/strong> Sollten Sie oder Angeh\u00f6rige von einem \u00e4hnlichen Fall betroffen sein, ist die steuerliche Anerkennung nach derzeitiger Rechtslage zwar schwierig, aber nicht g\u00e4nzlich ausgeschlossen, solange das Verfahren beim Bundesfinanzhof noch l\u00e4uft. Wir k\u00f6nnen entsprechende Bescheide durch einen Einspruch offen halten, bis ein endg\u00fcltiges Urteil vorliegt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ein pers\u00f6nliches Beratungsgespr\u00e4ch zu Ihrer individuellen Situation stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder werden B\u00fcrger Opfer von perfiden Betrugsmaschen, wie den sogenannten \u201eSchockanrufen\u201c. 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