{"id":79478,"date":"2026-05-11T17:15:04","date_gmt":"2026-05-11T15:15:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=79478"},"modified":"2026-05-11T17:15:04","modified_gmt":"2026-05-11T15:15:04","slug":"grundsatzurteil-mehr-flexibilitaet-bei-vertraegen-zwischen-schwesterfirmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundsatzurteil-mehr-flexibilitaet-bei-vertraegen-zwischen-schwesterfirmen\/","title":{"rendered":"<strong>Grundsatzurteil: Mehr Flexibilit\u00e4t bei Vertr\u00e4gen zwischen Schwesterfirmen<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>In Unternehmensgruppen ist es \u00fcblich, dass Schwestergesellschaften eng zusammenarbeiten. Bisher war das Finanzamt hier extrem streng: Fehlte f\u00fcr eine Zahlung zwischen solchen Firmen ein schriftlicher, im Voraus abgeschlossener Vertrag, wurde der Steuerabzug fast immer verweigert \u2013 oft mit Millionen-Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Bundesverfassungsgericht sorgt f\u00fcr Entlastung<\/strong> Das Bundesverfassungsgericht hat nun ein Machtwort gesprochen (Az. 2 BvR 172\/24). Die Richter stellten klar, dass das Finanzamt den Steuerabzug nicht allein deshalb streichen darf, weil ein Vertrag nicht schriftlich vorliegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die wichtigsten Punkte f\u00fcr Sie:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol><li><strong>Inhalt vor Form:<\/strong> Wenn eine Zahlung (z. B. ein Schadensausgleich oder eine Verg\u00fctung) betrieblich sinnvoll und echt gewollt war, muss sie steuerlich anerkannt werden \u2013 auch wenn die schriftliche Fixierung fehlt.<\/li><li><strong>Tats\u00e4chliches Handeln z\u00e4hlt:<\/strong> Das Finanzamt muss nun pr\u00fcfen, wie die Firmen in der Realit\u00e4t zusammengearbeitet haben. Gab es klare Absprachen per E-Mail? Wurden die Leistungen tats\u00e4chlich erbracht? Wenn ja, spricht das f\u00fcr die steuerliche Anerkennung.<\/li><li><strong>Keine Willk\u00fcr mehr:<\/strong> Gerichte d\u00fcrfen Beweise (wie Zeugenaussagen zu m\u00fcndlichen Absprachen) nicht mehr einfach ignorieren, nur weil ein &#8222;sauberes&#8220; Vertragsdokument fehlt.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Was bedeutet das f\u00fcr Ihre Praxis?<\/strong> Dieses Urteil ist ein wichtiges Schutzschild f\u00fcr Unternehmen in der Betriebspr\u00fcfung. Es verhindert, dass berechtigte Betriebsausgaben nur wegen formaler Fehler nachtr\u00e4glich teuer versteuert werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unsere Empfehlung:<\/strong> Trotz dieser Erleichterung bleibt die schriftliche Dokumentation der sicherste Weg, um Diskussionen mit dem Pr\u00fcfer von vornherein zu vermeiden. Wir unterst\u00fctzen Sie gerne dabei, Ihre internen Leistungsbeziehungen so zu dokumentieren, dass sie auch einem kritischen Blick standhalten \u2013 ohne dabei den administrativen Aufwand unn\u00f6tig aufzubl\u00e4hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie aktuell Projekte oder Zahlungsstr\u00f6me zwischen Ihren Gesellschaften, die steuerlich noch nicht formal abgesichert sind? Sprechen Sie uns an, damit wir diese im Lichte der neuen Rechtsprechung absichern k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Unternehmensgruppen ist es \u00fcblich, dass Schwestergesellschaften eng zusammenarbeiten. 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