{"id":79482,"date":"2026-05-13T16:11:06","date_gmt":"2026-05-13T14:11:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=79482"},"modified":"2026-05-13T16:11:06","modified_gmt":"2026-05-13T14:11:06","slug":"wann-sind-werbe-und-ausruestungsvertraege-fuer-sportler-gewerbesteuerpflichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wann-sind-werbe-und-ausruestungsvertraege-fuer-sportler-gewerbesteuerpflichtig\/","title":{"rendered":"Wann sind Werbe- und Ausr\u00fcstungsvertr\u00e4ge f\u00fcr Sportler gewerbesteuerpflichtig?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Thema:<\/strong> Abgrenzung Gewerbebetrieb (\u00a7 15 EStG) zu sonstigen Eink\u00fcnften (\u00a7 22 Nr. 3 EStG) bei Profisportlern<\/p>\n\n\n\n<p id=\"p-rc_67fcdaaaff797ab4-28\"><strong>Referenz:<\/strong> FG D\u00fcsseldorf, Urteil vom 31.03.2026 \u2013 10 K 48\/25 E,G (n. rkr. \u2013 BFH-Az.: X B 40\/26)<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr junge Talente und Profisportler ist der erste gro\u00dfe Ausr\u00fcstervertrag ein Meilenstein. Doch steuerlich lauert hier eine oft untersch\u00e4tzte Falle: Das Finanzamt stuft solche Vertr\u00e4ge gerne als \u201eGewerbebetrieb\u201c ein, was die Zahlung von Gewerbesteuer nach sich ziehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine aktuelle Entscheidung des Finanzgerichts D\u00fcsseldorf (vom 31.03.2026) bringt nun wichtige Klarstellungen f\u00fcr Sportler:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die gute Nachricht: Sportlicher Erfolg ist kein Gewerbe<\/strong> Im entschiedenen Fall erhielt ein Nachwuchsspieler Pr\u00e4mien f\u00fcr seine ersten Tore und Eins\u00e4tze in der Profi-Liga. Das Gericht stellte klar:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Werden Gelder nur f\u00fcr <strong>sportliche Leistungen<\/strong> gezahlt, ist das kein Gewerbe.<\/li><li>Die kostenlose Bereitstellung von Schuhen oder Trikots durch einen Ausr\u00fcster ist lediglich die \u00dcberlassung von \u201eArbeitsmitteln\u201c und kein steuerpflichtiges Honorar.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Wann wird es kritisch?<\/strong> Eine gewerbliche T\u00e4tigkeit liegt meist erst dann vor, wenn die aktive Werbet\u00e4tigkeit (z. B. Fotoshootings, Social-Media-Kampagnen, aktive Markenbotschafter-Rolle) im Vordergrund steht und nicht mehr nur die rein sportliche Leistung belohnt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum das Urteil wichtig f\u00fcr Sie ist:<\/strong> Wird ein Vertrag f\u00e4lschlicherweise als gewerblich eingestuft, f\u00e4llt nicht nur Gewerbesteuer an, sondern es ergeben sich auch komplexe Fragen zur Bilanzierung (z. B. ob man den eigenen Namen als \u201eWirtschaftsgut\u201c abschreiben darf). Das Gericht hat hier deutlich gemacht, dass man bei Nachwuchsvertr\u00e4gen genau hinschauen muss.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wichtiger Hinweis:<\/strong> Da das Verfahren nun beim Bundesfinanzhof weitergef\u00fchrt wird, bleibt die Rechtslage spannend. Wir empfehlen, bestehende Vertr\u00e4ge fr\u00fchzeitig pr\u00fcfen zu lassen, um b\u00f6se \u00dcberraschungen bei der n\u00e4chsten Betriebspr\u00fcfung zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<h4>1. Sachverhalt und Streitpunkt<\/h4>\n\n\n\n<p id=\"p-rc_67fcdaaaff797ab4-29\">Ein junger Profi-Fu\u00dfballer schloss einen f\u00fcnfj\u00e4hrigen Ausr\u00fcstungs- und Werbevertrag mit einem Sportartikelhersteller (Marke K.)<sup><\/sup>. Neben der kostenfreien Produkt\u00fcberlassung erhielt er Pr\u00e4mien f\u00fcr sportliche Meilensteine (Eins\u00e4tze, Tore)<sup><\/sup>. Das Finanzamt qualifizierte diese Einnahmen als gewerbliche Eink\u00fcnfte und erlie\u00df einen Gewerbesteuermessbescheid<sup><\/sup>. Der Kl\u00e4ger hingegen begehrte \u2013 f\u00fcr den Fall der Gewerblichkeit \u2013 die Abschreibung seines Namensrechts (Teilwertabschreibung), was das Finanzamt mit dem Argument ablehnte, ein Junior verf\u00fcge noch nicht \u00fcber ein kommerzialisierbares Namensrecht<sup><\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<h4>2. Entscheidung des FG D\u00fcsseldorf<\/h4>\n\n\n\n<p id=\"p-rc_67fcdaaaff797ab4-30\">Das Gericht widersprach der Einordnung als Gewerbebetrieb und qualifizierte die Einnahmen als <strong>sonstige Eink\u00fcnfte gem\u00e4\u00df \u00a7 22 Nr. 3 EStG<\/strong><sup><\/sup>:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Leistungspr\u00e4mien:<\/strong> Diese wurden ausschlie\u00dflich f\u00fcr sportliche Erfolge (Tore, Eins\u00e4tze) gezahlt, nicht f\u00fcr das Tragen der Produkte oder eine aktive Werbehandlung<sup><\/sup>.<\/li><li><strong>Produkt\u00fcberlassung:<\/strong> Die kostenlose Ausr\u00fcstung stellt lediglich die Bereitstellung notwendiger Arbeitsmittel dar und hat keinen Verg\u00fctungscharakter<sup><\/sup>.<\/li><li><strong>Fehlende Gewinnerzielungsabsicht:<\/strong> Zwar mag die Motivation des Herstellers die Etablierung eines &#8222;Markenbotschafters&#8220; sein, im konkreten Fall fehlte es jedoch an der f\u00fcr \u00a7 15 EStG erforderlichen Gewinnerzielungsabsicht der T\u00e4tigkeit selbst<sup><\/sup>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4>3. Konsequenzen f\u00fcr die Praxis<\/h4>\n\n\n\n<ul><li><strong>Gewerbesteuer:<\/strong> Der Gewerbesteuermessbescheid wurde ersatzlos aufgehoben<sup><\/sup>.<\/li><li><strong>Namensrecht:<\/strong> Da keine gewerbliche T\u00e4tigkeit vorlag, kam auch eine Abschreibung auf das Namensrecht nicht in Betracht<sup><\/sup>.<\/li><li><strong>Verfahrensstand:<\/strong> Das Urteil ist aufgrund einer Nichtzulassungsbeschwerde beim BFH (X B 40\/26) noch nicht rechtskr\u00e4ftig<sup><\/sup>.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thema: Abgrenzung Gewerbebetrieb (\u00a7 15 EStG) zu sonstigen Eink\u00fcnften (\u00a7 22 Nr. 3 EStG) bei Profisportlern Referenz: FG D\u00fcsseldorf, Urteil vom 31.03.2026 \u2013 10 K 48\/25 E,G (n. rkr. \u2013 BFH-Az.: X B 40\/26) F\u00fcr junge Talente und Profisportler ist der erste gro\u00dfe Ausr\u00fcstervertrag ein Meilenstein. 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