{"id":80738,"date":"2026-08-12T18:15:14","date_gmt":"2026-08-12T16:15:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=80738"},"modified":"2026-08-12T18:15:14","modified_gmt":"2026-08-12T16:15:14","slug":"fruehstartrente-10-euro-pro-monat-fuer-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/fruehstartrente-10-euro-pro-monat-fuer-kinder\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchstartrente \u2013 10 Euro pro Monat f\u00fcr Kinder"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Bundesregierung plant die Fr\u00fchstartrente. Was Eltern zu F\u00f6rderung, Depot, Steuern, Zuzahlungen und Start 2027 wissen sollten.<br \/><strong>Rechtsstand:<\/strong> 12.08.2026<br \/><strong>Status:<\/strong> Kabinettsbeschluss \/ Gesetzentwurf \u2013 noch nicht geltendes Recht<br \/><strong>Fokus-Keyword:<\/strong> Fr\u00fchstartrente<\/p>\n\n\n\n<h1>Fr\u00fchstartrente: Startkapital f\u00fcr die Altersvorsorge von Kindern<\/h1>\n\n\n\n<p>Die <strong>Fr\u00fchstartrente<\/strong> soll Kindern in Deutschland k\u00fcnftig einen fr\u00fchen Einstieg in die private Altersvorsorge erm\u00f6glichen. Das Bundeskabinett hat am <strong>12. August 2026<\/strong> den vom Bundesministerium der Finanzen vorgelegten Gesetzentwurf beschlossen. Geplant ist: Der Bund zahlt f\u00fcr jedes anspruchsberechtigte Kind ab dem sechsten Lebensjahr bis zur Vollj\u00e4hrigkeit monatlich <strong>10 Euro<\/strong> in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig: Die Fr\u00fchstartrente ist nach dem aktuellen Stand noch <strong>nicht geltendes Recht<\/strong>. Das Gesetzgebungsverfahren soll nach Angaben des BMF m\u00f6glichst noch 2026 abgeschlossen werden; das Gesetz soll zum <strong>1. Januar 2027<\/strong> in Kraft treten. Die F\u00f6rderung soll r\u00fcckwirkend zum <strong>1. Januar 2026<\/strong> mit dem Geburtsjahrgang 2020 starten.<\/p>\n\n\n\n<h2>Was ist die Fr\u00fchstartrente?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Fr\u00fchstartrente ist ein staatlich gef\u00f6rdertes Altersvorsorgemodell f\u00fcr Kinder und Jugendliche. Ziel ist, fr\u00fchzeitig Kapital f\u00fcr die sp\u00e4tere Altersvorsorge aufzubauen und junge Menschen an langfristiges Investieren am Kapitalmarkt heranzuf\u00fchren. Neben der gesetzlichen Rente und der betrieblichen Altersversorgung soll die private Vorsorge dadurch fr\u00fcher beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Gesetzentwurf sind Kinder anspruchsberechtigt, die das <strong>6. Lebensjahr vollendet<\/strong> und das <strong>18. Lebensjahr noch nicht vollendet<\/strong> haben sowie mit erstem Wohnsitz im Inland gemeldet sind. Der Entwurf verweist dabei auf Kinder im Sinne des \u00a7 32 Abs. 1 EStG.<\/p>\n\n\n\n<h2>Wie hoch ist die F\u00f6rderung?<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Bund soll monatlich <strong>10 Euro<\/strong> einzahlen. \u00dcber den gesamten F\u00f6rderzeitraum vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr ergibt sich daraus eine staatliche Einzahlung von <strong>1.440 Euro<\/strong> je Kind. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen Eltern, Gro\u00dfeltern oder andere Personen freiwillige Einzahlungen leisten. Nach dem Entwurf sind Zuzahlungen bis zu <strong>6.840 Euro pro Jahr<\/strong> m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><th>Zuzahlung der Eltern pro Monat<\/th><th>Einzahlungen bis 18 gesamt<\/th><th>Depotwert mit 18<\/th><th>Depotwert mit 65<\/th><\/tr><tr><td>0 Euro<\/td><td>1.440 Euro<\/td><td>ca. 2.200 Euro<\/td><td>ca. 53.000 Euro<\/td><\/tr><tr><td>10 Euro<\/td><td>2.880 Euro<\/td><td>ca. 4.400 Euro<\/td><td>ca. 107.000 Euro<\/td><\/tr><tr><td>20 Euro<\/td><td>4.320 Euro<\/td><td>ca. 6.600 Euro<\/td><td>ca. 160.000 Euro<\/td><\/tr><tr><td>50 Euro<\/td><td>8.640 Euro<\/td><td>ca. 13.300 Euro<\/td><td>ca. 320.000 Euro<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Werte beruhen auf der Beispielrechnung des BMF mit einer angenommenen durchschnittlichen Wertentwicklung von <strong>7 Prozent pro Jahr<\/strong>. Die tats\u00e4chliche Entwicklung kann h\u00f6her oder niedriger ausfallen. Die Werte sind nominal, ber\u00fccksichtigen also keine Inflation, und verstehen sich vor der nachgelagerten Besteuerung im Rentenalter.<\/p>\n\n\n\n<h2>Wie funktioniert das Depot?<\/h2>\n\n\n\n<p>Eltern sollen f\u00fcr ihr Kind ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot bei einem privaten Anbieter er\u00f6ffnen k\u00f6nnen. Gef\u00f6rdert werden nach der BMF-Mitteilung ausschlie\u00dflich zertifizierte Standarddepot-Vertr\u00e4ge mit einem <strong>Effektivkostendeckel von 1 Prozent<\/strong> und ohne Abschluss- und Vertriebskosten bis zur Vollj\u00e4hrigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wird kein eigener Vertrag abgeschlossen, soll das Kind trotzdem profitieren. In diesem Fall werden die Mittel kollektiv am Kapitalmarkt angelegt und durch die <strong>Deutsche Bundesbank<\/strong> verwaltet. Damit soll die F\u00f6rderung alle Kinder eines Jahrgangs erreichen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob die Eltern aktiv ein Depot er\u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Steuer-Tipp:<\/strong><br \/>Eltern sollten die Fr\u00fchstartrente nicht nur als \u201estaatliches Geschenk\u201c sehen. Entscheidend ist, welcher Anbieter geringe laufende Kosten, transparente Informationen und eine breit gestreute Kapitalanlage bietet. Schon kleine Kostenunterschiede k\u00f6nnen sich \u00fcber Jahrzehnte deutlich auf das Endverm\u00f6gen auswirken.<\/p>\n\n\n\n<h2>Wann darf das Geld ausgezahlt werden?<\/h2>\n\n\n\n<p>Das gef\u00f6rderte Kapital soll grunds\u00e4tzlich <strong>nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres<\/strong> ausgezahlt werden. Damit ist die Fr\u00fchstartrente ausdr\u00fccklich als Altersvorsorge gedacht \u2013 nicht als frei verf\u00fcgbares Sparkonto f\u00fcr Ausbildung, Studium oder F\u00fchrerschein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ertr\u00e4ge sollen bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei bleiben. In der Auszahlungsphase ist nach dem Entwurf eine volle Besteuerung nach <strong>\u00a7 22 Nr. 5 EStG<\/strong> vorgesehen. Diese Vorschrift betrifft Leistungen aus Altersvorsorgevertr\u00e4gen und vergleichbaren gef\u00f6rderten Vorsorgeformen.<\/p>\n\n\n\n<h2>F\u00fcr wen startet die Fr\u00fchstartrente zuerst?<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Start ist r\u00fcckwirkend zum <strong>1. Januar 2026<\/strong> f\u00fcr den <strong>Geburtsjahrgang 2020<\/strong> geplant. Das sind die Kinder, die im Jahr 2026 sechs Jahre alt werden. Ab 2027 soll jedes Jahr der jeweils neue Jahrgang der Sechsj\u00e4hrigen hinzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr fr\u00fchere Geburtsjahrg\u00e4nge unter 18 Jahren sollen nach dem Referentenentwurf zwar Altersvorsorgedepot-Vertr\u00e4ge er\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen, jedoch ohne staatliche Fr\u00fchstartrenten-Zuwendungen. Dieser Punkt ist besonders wichtig f\u00fcr Familien mit \u00e4lteren Kindern.<\/p>\n\n\n\n<h2>Was bedeutet die Fr\u00fchstartrente f\u00fcr Eltern und Gro\u00dfeltern?<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Familien er\u00f6ffnet die Fr\u00fchstartrente eine neue M\u00f6glichkeit, private Altersvorsorge fr\u00fch und strukturiert aufzubauen. Der Staat \u00fcbernimmt den Einstieg mit 10 Euro monatlich. Eltern oder Gro\u00dfeltern k\u00f6nnen erg\u00e4nzen, m\u00fcssen dies aber nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders interessant ist der lange Anlagehorizont. Wird das Kapital \u00fcber Jahrzehnte breit gestreut investiert und bleiben Ertr\u00e4ge im Depot, kann der Zinseszinseffekt erheblich wirken. Gleichzeitig bleibt Kapitalmarktanlage mit Schwankungen verbunden. Ein Anspruch auf eine bestimmte Rendite besteht nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Achtung \/ H\u00e4ufiger Fehler:<\/strong><br \/>Die Beispielwerte von 53.000 Euro, 107.000 Euro oder mehr sind keine Garantie. Sie beruhen auf einer angenommenen durchschnittlichen Wertentwicklung von 7 Prozent pro Jahr. Eltern sollten deshalb nicht mit festen Auszahlungsbetr\u00e4gen planen, sondern die Fr\u00fchstartrente als langfristigen Baustein der Altersvorsorge verstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2>Checkliste: Was Eltern jetzt vorbereiten k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<ul><li>Informationen zum Gesetzgebungsverfahren bis Ende 2026 verfolgen.<\/li><li>Pr\u00fcfen, ob das Kind zum Geburtsjahrgang 2020 oder j\u00fcnger geh\u00f6rt.<\/li><li>Nach Inkrafttreten zertifizierte Anbieter und Kosten vergleichen.<\/li><li>Auf Effektivkosten, Anlagekonzept, Transparenz und Verst\u00e4ndlichkeit achten.<\/li><li>Entscheiden, ob freiwillige Zuzahlungen geleistet werden sollen.<\/li><li>Gro\u00dfeltern fr\u00fchzeitig einbinden, falls diese regelm\u00e4\u00dfig mit einzahlen m\u00f6chten.<\/li><li>Steuerliche Behandlung der sp\u00e4teren Auszahlung im Blick behalten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2>FAQ zur Fr\u00fchstartrente<\/h2>\n\n\n\n<h3>Gilt die Fr\u00fchstartrente schon?<\/h3>\n\n\n\n<p>Nein. Stand 12.08.2026 handelt es sich um einen vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten; die F\u00f6rderung soll r\u00fcckwirkend ab 1. Januar 2026 f\u00fcr den Geburtsjahrgang 2020 starten.<\/p>\n\n\n\n<h3>Wie viel zahlt der Staat?<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Bund soll monatlich 10 Euro je anspruchsberechtigtem Kind einzahlen. \u00dcber zw\u00f6lf Jahre ergibt das staatliche Einzahlungen von 1.440 Euro.<\/p>\n\n\n\n<h3>M\u00fcssen Eltern selbst einzahlen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Nein. Freiwillige Zuzahlungen sind m\u00f6glich, aber nicht verpflichtend. Nach dem Entwurf sind private Einzahlungen bis zu 6.840 Euro pro Jahr zul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<h3>Was passiert, wenn Eltern kein Depot er\u00f6ffnen?<\/h3>\n\n\n\n<p>Dann soll das Kind dennoch profitieren. Die Mittel sollen kollektiv am Kapitalmarkt angelegt und von der Deutschen Bundesbank verwaltet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3>Kann das Geld vor dem 65. Geburtstag ausgezahlt werden?<\/h3>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich nein. Das gef\u00f6rderte Kapital soll nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres ausgezahlt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3>Sind die Ertr\u00e4ge steuerfrei?<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Ansparphase sollen die Ertr\u00e4ge bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei bleiben. Die Auszahlung im Rentenalter soll nachgelagert besteuert werden, insbesondere nach \u00a7 22 Nr. 5 EStG.<\/p>\n\n\n\n<h2>Fazit: Kleine F\u00f6rderung, langer Hebel<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Fr\u00fchstartrente ist kein Ersatz f\u00fcr eine umfassende Altersvorsorge. Sie kann aber ein sinnvoller Einstieg sein: Der Staat schafft ein Startkapital, Familien k\u00f6nnen freiwillig erg\u00e4nzen, und Kinder kommen fr\u00fch mit langfristigem Verm\u00f6gensaufbau in Ber\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Eltern gilt: Noch ist die Fr\u00fchstartrente ein Gesetzesvorhaben. Sobald die endg\u00fcltigen Regeln feststehen, sollten Anbieter, Kosten, Anlagekonzept und steuerliche Folgen sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Interne Verlinkungsvorschl\u00e4ge:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Altersvorsorge-Steuer.htm\">Private Altersvorsorge: Welche steuerlichen Regeln gelten?<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Vermoegensuebertragung-auf-Kinder.html\">Schenkungen an Kinder und Enkel: Freibetr\u00e4ge richtig nutzen<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Disclaimer:<\/strong><br \/>Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespr\u00e4ch mit einem Steuerberater.<\/p>\n\n\n\n<h2>Quellenverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<ul><li>BMF, Pressemitteilung Nr. 16\/2026 vom 12.08.2026, \u201eKabinett beschlie\u00dft Fr\u00fchstartrente: Startkapital f\u00fcr die Altersvorsorge der jungen Generation\u201c.<\/li><li>BMF, Fragen und Antworten zur Fr\u00fchstartrente, Stand 12.08.2026.<\/li><li>BMF, Entwurf eines Gesetzes zur Einf\u00fchrung einer Fr\u00fchstartrente, Informationsseite vom 22.07.2026.<\/li><li>BMF, Referentenentwurf eines Gesetzes zur Einf\u00fchrung einer Fr\u00fchstartrente, Bearbeitungsstand 21.07.2026, insbesondere \u00a7\u00a7 1, 2, 3, 29 und 30 Fr\u00fchStRG-E.<\/li><li>Einkommensteuergesetz, \u00a7 22 Nr. 5 EStG, Besteuerung von Leistungen aus Altersvorsorgevertr\u00e4gen.<\/li><li>Einkommensteuergesetz, \u00a7 32 Abs. 1 EStG, Kinderbegriff.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung plant die Fr\u00fchstartrente. 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