{"id":80790,"date":"2026-08-21T16:31:21","date_gmt":"2026-08-21T14:31:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=80790"},"modified":"2026-08-21T16:31:21","modified_gmt":"2026-08-21T14:31:21","slug":"bfh-bodenwert-im-sachwertverfahren-bei-schenkungsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-bodenwert-im-sachwertverfahren-bei-schenkungsteuer\/","title":{"rendered":"BFH: Bodenwert im Sachwertverfahren bei Schenkungsteuer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em>BFH II R 7\/24: Bodenwert im Sachwertverfahren z\u00e4hlt nach rechtlich m\u00f6glicher Bebauung. Was Beschenkte jetzt pr\u00fcfen sollten.<br \/><\/em><\/strong><strong>Rechtsstand:<\/strong> 21.08.2026<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">BFH-Urteil: Rechtlich m\u00f6gliche Bebauung z\u00e4hlt \u2013 nicht die h\u00f6here Bestandsbebauung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>Bodenwert im Sachwertverfahren bei Schenkungsteuer<\/strong> kann erheblichen Einfluss auf die H\u00f6he der Steuer haben. Das gilt besonders bei Immobilien in Lagen mit hohen Bodenrichtwerten. Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom <strong>17.06.2026 \u2013 II R 7\/24<\/strong> entschieden: Weicht die Geschossfl\u00e4chenzahl oder wertrelevante Geschossfl\u00e4chenzahl des zu bewertenden Grundst\u00fccks vom Bodenrichtwertgrundst\u00fcck ab, muss der Bodenrichtwert anhand von <strong>Umrechnungskoeffizienten<\/strong> angepasst werden. Ma\u00dfgeblich ist dabei grunds\u00e4tzlich die <strong>rechtlich m\u00f6gliche Bebauung<\/strong> \u2013 nicht eine h\u00f6here tats\u00e4chliche Bebauung, die lediglich Bestandsschutz genie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Immobilieneigent\u00fcmer, Beschenkte und Erben ist das Urteil praxisrelevant. Denn eine falsche GFZ- oder WGFZ-Anpassung kann den festgestellten Grundbesitzwert und damit die <strong>Schenkungsteuer<\/strong> deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Worum ging es im BFH-Fall II R 7\/24?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall wurde Wohnungseigentum f\u00fcr Zwecke der Schenkungsteuer bewertet. Das Geb\u00e4ude war tats\u00e4chlich mit einer <strong>WGFZ von 0,65<\/strong> bebaut. Der sp\u00e4ter in Kraft getretene Bebauungsplan lie\u00df jedoch nur noch eine <strong>GFZ von maximal 0,4<\/strong> zu. Der Gutachterausschuss hatte f\u00fcr die Bodenrichtwertzone einen <strong>Bodenrichtwert von 1.700 Euro\/m\u00b2<\/strong> auf Grundlage einer <strong>WGFZ von 0,5<\/strong> ermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt passte den Bodenrichtwert an die tats\u00e4chlich vorhandene h\u00f6here Bebauung mit WGFZ 0,65 an und kam dadurch auf einen Bodenrichtwert von <strong>1.929,13 Euro\/m\u00b2<\/strong>. Das Finanzgericht stellte dagegen auf die niedrigere rechtlich m\u00f6gliche GFZ von 0,4 ab. Der BFH best\u00e4tigte zwar, dass nicht die h\u00f6here Bestandsbebauung ma\u00dfgeblich ist. Er stellte aber zugleich klar: Wenn der Bodenrichtwert auf einer <strong>WGFZ<\/strong> beruht, darf die Anpassung nicht einfach anhand der bauplanungsrechtlichen <strong>GFZ<\/strong> erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist der Unterschied zwischen GFZ und WGFZ?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>GFZ<\/strong>, also Geschossfl\u00e4chenzahl, ist ein bauplanungsrechtlicher Begriff. Sie beschreibt vereinfacht, wie viel Geschossfl\u00e4che im Verh\u00e4ltnis zur Grundst\u00fccksfl\u00e4che zul\u00e4ssig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>WGFZ<\/strong>, also wertrelevante Geschossfl\u00e4chenzahl, ist st\u00e4rker auf die Immobilienbewertung ausgerichtet. Sie kann auch wirtschaftlich nutzbare Fl\u00e4chen ber\u00fccksichtigen, die bei der reinen GFZ nicht in gleicher Weise z\u00e4hlen \u2013 etwa Dachgeschossfl\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau dieser Unterschied war im BFH-Fall entscheidend. Der Gutachterausschuss hatte den Bodenrichtwert auf Grundlage einer <strong>WGFZ von 0,5<\/strong> ermittelt. Deshalb musste auch die Anpassung des Bodenrichtwerts auf WGFZ-Basis erfolgen. Das Finanzgericht hatte dagegen unzutreffend auf die GFZ aus dem Bebauungsplan abgestellt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum ist der Bodenwert bei der Schenkungsteuer so wichtig?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Schenkung von Grundbesitz wird der Grundbesitz grunds\u00e4tzlich mit dem auf den Bewertungsstichtag festgestellten Wert angesetzt. Das ergibt sich aus <strong>\u00a7 12 Abs. 3 ErbStG<\/strong> in Verbindung mit dem Bewertungsgesetz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei bebauten Grundst\u00fccken richtet sich das Bewertungsverfahren nach <strong>\u00a7 182 BewG<\/strong>. Wohnungseigentum ist grunds\u00e4tzlich im Vergleichswertverfahren zu bewerten. Liegt kein Vergleichswert vor, kommt das <strong>Sachwertverfahren<\/strong> zur Anwendung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sachwertverfahren werden <strong>Geb\u00e4udesachwert<\/strong> und <strong>Bodenwert<\/strong> getrennt ermittelt. Der Bodenwert ist nach <strong>\u00a7 189 Abs. 2 BewG<\/strong> der Wert des unbebauten Grundst\u00fccks.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr unbebaute Grundst\u00fccke bestimmt sich der Wert regelm\u00e4\u00dfig nach der Fl\u00e4che und den Bodenrichtwerten. Diese Bodenrichtwerte werden von den Gutachteraussch\u00fcssen ermittelt und den Finanz\u00e4mtern mitgeteilt. Ma\u00dfgeblich ist der Bodenrichtwert, der zuletzt vor dem Bewertungsstichtag zu ermitteln war. Grundlage ist <strong>\u00a7 179 BewG<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wann muss der Bodenrichtwert angepasst werden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH best\u00e4tigt seine bisherige Linie: Weicht die GFZ oder WGFZ des zu bewertenden Grundst\u00fccks vom Bodenrichtwertgrundst\u00fcck ab, ist eine Anpassung anhand von <strong>Umrechnungskoeffizienten<\/strong> geboten. Vorrangig sind die vom Gutachterausschuss vorgegebenen Differenzierungen und Koeffizienten zu beachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vereinfachte Formel:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Angepasster Bodenrichtwert =<br \/>Bodenrichtwert \u00d7 Umrechnungskoeffizient Bewertungsgrundst\u00fcck<br \/>\u00f7 Umrechnungskoeffizient Bodenrichtwertgrundst\u00fcck<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall lagen folgende Werte vor:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><th>Wert<\/th><th>Bedeutung<\/th><\/tr><tr><td>1.700 Euro\/m\u00b2<\/td><td>Bodenrichtwert des Gutachterausschusses<\/td><\/tr><tr><td>WGFZ 0,5<\/td><td>Bezugsgr\u00f6\u00dfe des Bodenrichtwertgrundst\u00fccks<\/td><\/tr><tr><td>WGFZ 0,65<\/td><td>tats\u00e4chliche Bestandsbebauung<\/td><\/tr><tr><td>GFZ 0,4<\/td><td>maximal zul\u00e4ssige GFZ laut Bebauungsplan<\/td><\/tr><tr><td>0,627 \/ 0,690 \/ 0,783<\/td><td>Umrechnungskoeffizienten f\u00fcr WGFZ 0,4 \/ 0,5 \/ 0,65<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH kam im konkreten Fall zu dem Ergebnis, dass der Bodenrichtwert mit <strong>1.700 Euro\/m\u00b2<\/strong> anzusetzen war. Grund: Bei Einbeziehung eines genehmigungsf\u00e4higen Dachgeschosses ergab sich eine rechtlich m\u00f6gliche WGFZ von <strong>0,534<\/strong>, die der WGFZ des Bodenrichtwertgrundst\u00fccks von 0,5 nahezu entsprach.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Z\u00e4hlt eine h\u00f6here tats\u00e4chliche Bebauung mit Bestandsschutz?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein \u2013 jedenfalls nicht im typisierten Sachwertverfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH stellt ausdr\u00fccklich klar: F\u00fcr die Anpassung des Bodenrichtwerts ist die <strong>rechtlich m\u00f6gliche Bebauung<\/strong> entscheidend. Eine h\u00f6here tats\u00e4chliche Nutzung, die unter Bestandsschutz steht, bleibt bei der typisierten Ermittlung des Bodenwerts au\u00dfer Betracht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund ist die Systematik des Sachwertverfahrens. Der Bodenwert wird so ermittelt, als w\u00e4re das Grundst\u00fcck unbebaut. Die vorhandene Bebauung wird dagegen \u00fcber den Geb\u00e4udesachwert ber\u00fccksichtigt. W\u00fcrde die h\u00f6here Bestandsbebauung zus\u00e4tzlich den Bodenwert erh\u00f6hen, k\u00f6nnte derselbe wirtschaftliche Vorteil doppelt einflie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Achtung: H\u00e4ufiger Fehler<\/strong><br \/>Viele Bewertungen stellen vorschnell auf die tats\u00e4chlich vorhandene Bebauung ab. Nach dem BFH ist das im typisierten Sachwertverfahren falsch, wenn die h\u00f6here Bebauung nur bestandsgesch\u00fctzt ist. Entscheidend ist zun\u00e4chst die rechtlich m\u00f6gliche Nutzung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wann hilft der Nachweis eines niedrigeren gemeinen Werts?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die typisierte Bewertung zu einem \u00fcberh\u00f6hten Wert f\u00fchrt, kann der Steuerpflichtige einen niedrigeren gemeinen Wert nachweisen. Diese M\u00f6glichkeit ergibt sich aus <strong>\u00a7 198 BewG<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Nachweis kommt regelm\u00e4\u00dfig ein Gutachten des zust\u00e4ndigen Gutachterausschusses oder eines qualifizierten Sachverst\u00e4ndigen in Betracht. Auch ein Kaufpreis innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Bewertungsstichtag kann unter bestimmten Voraussetzungen als Nachweis dienen, wenn die ma\u00dfgeblichen Verh\u00e4ltnisse unver\u00e4ndert geblieben sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Steuer-Tipp<\/strong><br \/>Lassen Sie bei hohen Bodenrichtwerten, Altbebauung, abweichender GFZ\/WGFZ oder ungew\u00f6hnlichen Grundst\u00fccksverh\u00e4ltnissen fr\u00fch pr\u00fcfen, ob ein Verkehrswertgutachten nach <strong>\u00a7 198 BewG<\/strong> sinnvoll ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet das Urteil f\u00fcr Beschenkte und Immobilieneigent\u00fcmer?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das BFH-Urteil zeigt: Die steuerliche Immobilienbewertung sollte nicht ungepr\u00fcft \u00fcbernommen werden. Besonders bei Schenkungen innerhalb der Familie k\u00f6nnen Fehler bei Bodenrichtwert, GFZ, WGFZ oder Umrechnungskoeffizienten schnell zu einer zu hohen Schenkungsteuer f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist vor allem die Frage, worauf der Bodenrichtwert des Gutachterausschusses beruht. Wird er auf Basis einer WGFZ ermittelt, muss auch die Anpassung grunds\u00e4tzlich auf WGFZ-Basis erfolgen. Eine blo\u00dfe Orientierung an der GFZ des Bebauungsplans kann zu kurz greifen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Praxis-Checkliste: Das sollten Sie pr\u00fcfen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Welcher Bewertungsstichtag gilt f\u00fcr die Schenkung?<\/li><li>Welche Bodenrichtwertzone ist ma\u00dfgeblich?<\/li><li>Auf welcher GFZ oder WGFZ beruht der Bodenrichtwert?<\/li><li>Weicht das zu bewertende Grundst\u00fcck vom Bodenrichtwertgrundst\u00fcck ab?<\/li><li>Welche Umrechnungskoeffizienten hat der Gutachterausschuss ver\u00f6ffentlicht?<\/li><li>Wurde f\u00e4lschlich auf die tats\u00e4chliche Bestandsbebauung abgestellt?<\/li><li>Liegt eine h\u00f6here Bebauung nur wegen Bestandsschutz vor?<\/li><li>Kommt ein Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts nach <strong>\u00a7 198 BewG<\/strong> in Betracht?<\/li><li>L\u00e4uft bereits eine Einspruchsfrist gegen den Grundbesitzwert- oder Schenkungsteuerbescheid?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Bodenwert bei Schenkungsteuer sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH st\u00e4rkt mit seinem Urteil vom <strong>17.06.2026 \u2013 II R 7\/24<\/strong> die Bedeutung einer methodisch sauberen Bodenwertermittlung. Bei abweichender GFZ oder WGFZ ist der Bodenrichtwert anhand von Umrechnungskoeffizienten anzupassen. Ma\u00dfgeblich ist die rechtlich m\u00f6gliche Bebauung \u2013 nicht eine h\u00f6here tats\u00e4chliche Bebauung, die lediglich Bestandsschutz genie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Beschenkte, Erben und Immobilieneigent\u00fcmer bedeutet das: Gerade bei hochwertigen Immobilien lohnt sich eine genaue Pr\u00fcfung des Grundbesitzwerts. Fehler in der Bewertung k\u00f6nnen die Steuerlast erheblich beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespr\u00e4ch mit einem Steuerberater.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">FAQ zum BFH-Urteil II R 7\/24<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was hat der BFH zur Schenkungsteuer entschieden?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat entschieden, dass bei der Bodenwertermittlung im Sachwertverfahren die rechtlich m\u00f6gliche Bebauung ma\u00dfgeblich ist. Eine h\u00f6here tats\u00e4chliche Bebauung mit Bestandsschutz wird nicht automatisch ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wann wird ein Bodenrichtwert angepasst?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Bodenrichtwert wird angepasst, wenn die GFZ oder WGFZ des zu bewertenden Grundst\u00fccks von der GFZ oder WGFZ des Bodenrichtwertgrundst\u00fccks abweicht. Die Anpassung erfolgt anhand von Umrechnungskoeffizienten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist der Unterschied zwischen GFZ und WGFZ?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die GFZ ist eine bauplanungsrechtliche Kennzahl. Die WGFZ ist eine wertrelevante Kennzahl f\u00fcr die Immobilienbewertung und kann wirtschaftlich nutzbare Fl\u00e4chen einbeziehen, etwa Dachgeschossfl\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Spielt Bestandsschutz bei der Schenkungsteuer keine Rolle?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im typisierten Sachwertverfahren erh\u00f6ht eine h\u00f6here bestandsgesch\u00fctzte Bebauung den Bodenwert nicht automatisch. Sie kann aber im Rahmen eines Nachweises des niedrigeren gemeinen Werts nach <strong>\u00a7 198 BewG<\/strong> relevant werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie kann ich einen niedrigeren Wert nachweisen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein niedrigerer gemeiner Wert kann nach <strong>\u00a7 198 BewG<\/strong> regelm\u00e4\u00dfig durch ein Gutachten des Gutachterausschusses oder eines qualifizierten Sachverst\u00e4ndigen nachgewiesen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein zeitnaher Kaufpreis gen\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was sollten Beschenkte jetzt tun?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beschenkte sollten pr\u00fcfen lassen, ob das Finanzamt den richtigen Bodenrichtwert, die richtige GFZ oder WGFZ und die richtigen Umrechnungskoeffizienten verwendet hat. Bei Zweifeln sollte auch ein Gutachten nach <strong>\u00a7 198 BewG<\/strong> gepr\u00fcft werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Infos<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/erbschaftssteuer\/Schenkungssteuer-Immobilien.html\">Schenkungsteuer bei Immobilien: Bewertung, Freibetr\u00e4ge und Gestaltung<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Immobilienbewertung.html\">Immobilienbewertung bei Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/immobilien-gutachten-berlin.html\">Niedrigerer gemeiner Wert nach \u00a7 198 BewG: Wann lohnt sich ein Gutachten?<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellenverzeichnis<\/h2>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Bundesfinanzhof, Urteil vom 17.06.2026 \u2013 <strong>II R 7\/24<\/strong>, ECLI:DE:BFH:2026.170626.IIR7.24.0, ver\u00f6ffentlicht am 20.08.2026.<\/li><li><strong>\u00a7 12 Abs. 3 ErbStG<\/strong> \u2013 Bewertung von Grundbesitz f\u00fcr Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer.<\/li><li><strong>\u00a7 179 BewG<\/strong> \u2013 Bewertung unbebauter Grundst\u00fccke anhand Fl\u00e4che und Bodenrichtwerten.<\/li><li><strong>\u00a7 182 BewG<\/strong> \u2013 Bewertungsverfahren f\u00fcr bebaute Grundst\u00fccke.<\/li><li><strong>\u00a7 189 BewG<\/strong> \u2013 Sachwertverfahren; getrennte Ermittlung von Geb\u00e4udesachwert und Bodenwert.<\/li><li><strong>\u00a7 198 BewG<\/strong> \u2013 Nachweis des niedrigeren gemeinen Werts.<\/li><li><strong>\u00a7 196 BauGB<\/strong> \u2013 Bodenrichtwerte und Gutachteraussch\u00fcsse.<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH II R 7\/24: Bodenwert im Sachwertverfahren z\u00e4hlt nach rechtlich m\u00f6glicher Bebauung. 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