{"id":80954,"date":"2026-10-25T18:34:27","date_gmt":"2026-10-25T16:34:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=80954"},"modified":"2026-10-25T18:34:27","modified_gmt":"2026-10-25T16:34:27","slug":"bfh-grunderwerbsteuer-und-schenkungsteuer-koennen-gleichzeitig-anfallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-grunderwerbsteuer-und-schenkungsteuer-koennen-gleichzeitig-anfallen\/","title":{"rendered":"BFH: Grunderwerbsteuer und Schenkungsteuer k\u00f6nnen gleichzeitig anfallen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Grunderwerbsteuer und Schenkungsteuer k\u00f6nnen bei einem Grundst\u00fccksgesch\u00e4ft nebeneinander entstehen.<\/strong> Das gilt insbesondere dann, wenn eine GmbH ein Grundst\u00fcck zu einem \u00fcberh\u00f6hten Kaufpreis erwirbt und der \u00fcberh\u00f6hte Betrag zugleich als freigebige Zuwendung aufgrund einer verdeckten Gewinnaussch\u00fcttung beurteilt wird. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 29. Juli 2026 (Az. II R 11\/24) entschieden, dass darin keine widerstreitende Steuerfestsetzung nach \u00a7 174 Abs. 1 Satz 1 AO liegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr GmbH-Gesellschafter, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Immobilienunternehmen hat die Entscheidung erhebliche praktische Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Worum ging es in dem Streitfall?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine GmbH erwarb im Februar 2011 ein mit einem Gesch\u00e4ftsgeb\u00e4ude bebautes Grundst\u00fcck. Verk\u00e4ufer war der Lebensgef\u00e4hrte der Alleingesellschafterin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der GmbH.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der notarielle Kaufvertrag sah einen Kaufpreis von <strong>1,1 Millionen Euro<\/strong> vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt setzte auf Grundlage dieses Kaufpreises Grunderwerbsteuer in H\u00f6he von 38.500 Euro fest. Der Bescheid wurde bestandskr\u00e4ftig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass der steuerlich festgestellte Wert des Grundst\u00fccks lediglich 480.000 Euro betrug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das f\u00fcr die Schenkungsteuer zust\u00e4ndige Finanzamt ging deshalb davon aus, dass der \u00fcberh\u00f6hte Kaufpreis eine freigebige Zuwendung der Gesellschafterin an ihren Lebensgef\u00e4hrten aufgrund einer verdeckten Gewinnaussch\u00fcttung darstellte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen\u00fcber dem Verk\u00e4ufer wurde Schenkungsteuer in H\u00f6he von 175.590 Euro festgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die GmbH beantragte daraufhin, den urspr\u00fcnglichen Grunderwerbsteuerbescheid zu \u00e4ndern. Sie argumentierte, dass der \u00fcberh\u00f6hte Kaufpreisanteil nicht gleichzeitig bei der Grunderwerbsteuer und bei der Schenkungsteuer ber\u00fccksichtigt werden d\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum lehnte der BFH eine \u00c4nderung der Grunderwerbsteuer ab?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof folgte der Argumentation der GmbH nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 174 Abs. 1 Satz 1 AO kann ein fehlerhafter Steuerbescheid ge\u00e4ndert werden, wenn derselbe Sachverhalt mehrfach steuerlich ber\u00fccksichtigt wurde, obwohl dies rechtlich nur einmal zul\u00e4ssig gewesen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine solche widerstreitende Steuerfestsetzung lag nach Auffassung des BFH jedoch nicht vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar beruhten die Grunderwerbsteuer und die Schenkungsteuer auf demselben Grundst\u00fccksgesch\u00e4ft. Die steuerlichen Rechtsfolgen widersprachen sich aber nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend waren insbesondere folgende Gesichtspunkte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Grunderwerbsteuer:<\/strong> Ma\u00dfgeblich war der tats\u00e4chlich vereinbarte Kaufpreis von 1,1 Millionen Euro.<\/li><li><strong>Schenkungsteuer:<\/strong> Besteuert wurde eine freigebige Zuwendung der Gesellschafterin an ihren Lebensgef\u00e4hrten aufgrund einer verdeckten Gewinnaussch\u00fcttung.<\/li><li><strong>Keine widerspr\u00fcchlichen Steuerfestsetzungen:<\/strong> Beide Steuern erfassten unterschiedliche steuerrechtliche Aspekte des Grundst\u00fccksgesch\u00e4fts.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass derselbe wirtschaftliche Vorgang Auswirkungen auf verschiedene Steuerarten hat, begr\u00fcndet somit nicht automatisch einen Anspruch auf \u00c4nderung eines Steuerbescheids.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet eine widerstreitende Steuerfestsetzung nach \u00a7 174 AO?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorschrift des \u00a7 174 Abs. 1 Satz 1 AO soll verhindern, dass ein Sachverhalt in mehreren Steuerbescheiden zuungunsten eines oder mehrerer Steuerpflichtiger ber\u00fccksichtigt wird, obwohl dies nach dem materiellen Steuerrecht nur einmal zul\u00e4ssig w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Voraussetzung ist jedoch ein tats\u00e4chlicher rechtlicher Widerspruch zwischen den Steuerfestsetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gen\u00fcgt nicht, dass ein Vorgang mehrfach steuerliche Folgen ausl\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH stellte klar, dass die steuerlichen Rechtsfolgen einander zwingend ausschlie\u00dfen m\u00fcssen. K\u00f6nnen dagegen beide Steuerfestsetzungen rechtlich nebeneinander bestehen, liegt kein Fall des \u00a7 174 Abs. 1 Satz 1 AO vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtig:<\/strong> Eine wirtschaftliche Mehrfachbelastung ist nicht automatisch eine widerstreitende Steuerfestsetzung im Sinne der Abgabenordnung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum wurde die Grunderwerbsteuer auf den vollen Kaufpreis berechnet?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 8 Abs. 1 GrEStG bemisst sich die Grunderwerbsteuer grunds\u00e4tzlich nach dem Wert der Gegenleistung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Grundst\u00fcckskauf geh\u00f6rt dazu insbesondere der vereinbarte Kaufpreis gem\u00e4\u00df \u00a7 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall hatte sich die GmbH vertraglich verpflichtet, 1,1 Millionen Euro f\u00fcr das Grundst\u00fcck zu zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass der festgestellte Grundst\u00fcckswert erheblich niedriger war, \u00e4nderte nach Auffassung des BFH nichts an der grunderwerbsteuerlichen Bemessungsgrundlage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die GmbH konnte das Grundst\u00fcck nur erwerben, wenn sie den vereinbarten Kaufpreis vollst\u00e4ndig zahlte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der tats\u00e4chliche Grundst\u00fcckswert musste deshalb nicht an die Stelle der vereinbarten Gegenleistung treten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum konnte zus\u00e4tzlich Schenkungsteuer entstehen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Besonderheit des Streitfalls bestand darin, dass der Verk\u00e4ufer der Lebensgef\u00e4hrte der Alleingesellschafterin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der erwerbenden GmbH war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesellschaft hatte f\u00fcr das Grundst\u00fcck einen erheblich \u00fcber dem festgestellten Wert liegenden Kaufpreis gezahlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schenkungsteuerfinanzamt sah darin eine freigebige Zuwendung der Gesellschafterin an ihren Lebensgef\u00e4hrten, die durch eine verdeckte Gewinnaussch\u00fcttung der GmbH erm\u00f6glicht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine <strong>verdeckte Gewinnaussch\u00fcttung (vGA)<\/strong> liegt vereinfacht ausgedr\u00fcckt vor, wenn eine Kapitalgesellschaft einem Gesellschafter oder einer ihm nahestehenden Person einen gesellschaftlich veranlassten Verm\u00f6gensvorteil gew\u00e4hrt, der nicht auf einer offenen Gewinnaussch\u00fcttung beruht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im entschiedenen Fall wurde der unangemessene Kaufpreisanteil schenkungsteuerlich als Zuwendung der Gesellschafterin an ihren Lebensgef\u00e4hrten behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH unterschied deshalb zwischen dem Grundst\u00fcckserwerb durch die GmbH und der freigebigen Zuwendung an den Verk\u00e4ufer.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum griff die Steuerbefreiung nach \u00a7 3 Nr. 2 GrEStG nicht?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 3 Nr. 2 Satz 1 GrEStG sind Grundst\u00fccksschenkungen unter Lebenden im Sinne des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes grunds\u00e4tzlich von der Grunderwerbsteuer ausgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Regelung soll eine \u00dcberschneidung beider Steuerarten bei bestimmten Grundst\u00fccksschenkungen vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall wurde jedoch nicht das Grundst\u00fcck verschenkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielmehr erwarb die GmbH das Grundst\u00fcck gegen Zahlung des vereinbarten Kaufpreises. Die schenkungsteuerlich relevante Zuwendung betraf den Verm\u00f6gensvorteil, den der Verk\u00e4ufer durch den \u00fcberh\u00f6hten Kaufpreis erhielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit handelte es sich nicht um eine Grundst\u00fccksschenkung, die unter die Befreiungsvorschrift des \u00a7 3 Nr. 2 Satz 1 GrEStG fiel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Folgen hat das Urteil f\u00fcr GmbH-Gesellschafter?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das BFH-Urteil zeigt, welche steuerlichen Risiken bei Grundst\u00fccksgesch\u00e4ften zwischen Kapitalgesellschaften und nahestehenden Personen entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden Immobilien zu einem unangemessen hohen Kaufpreis \u00fcbertragen, k\u00f6nnen mehrere steuerliche Folgen gleichzeitig eintreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu geh\u00f6ren insbesondere:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Grunderwerbsteuer auf Grundlage der vereinbarten Gegenleistung<\/li><li>m\u00f6gliche schenkungsteuerliche Folgen bei einer freigebigen Zuwendung<\/li><li>k\u00f6rperschaftsteuerliche Folgen einer verdeckten Gewinnaussch\u00fcttung<\/li><li>gegebenenfalls weitere einkommensteuerliche Auswirkungen auf Gesellschafterebene<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Folgen tats\u00e4chlich eintreten, h\u00e4ngt von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine nachtr\u00e4gliche Korrektur der Grunderwerbsteuer l\u00e4sst sich jedenfalls nicht allein damit begr\u00fcnden, dass derselbe Grundst\u00fccksvorgang zus\u00e4tzlich Schenkungsteuer ausgel\u00f6st hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Steuer-Tipp: Immobiliengesch\u00e4fte mit nahestehenden Personen sorgf\u00e4ltig dokumentieren<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Grundst\u00fccksgesch\u00e4ften zwischen einer GmbH und Gesellschaftern oder diesen nahestehenden Personen sollten die vereinbarten Preise einem Fremdvergleich standhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders wichtig sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>eine nachvollziehbare Ermittlung des Immobilienwerts,<\/li><li>eine angemessene und fremd\u00fcbliche Kaufpreisgestaltung,<\/li><li>die Dokumentation der wirtschaftlichen Gr\u00fcnde f\u00fcr das Gesch\u00e4ft,<\/li><li>die fr\u00fchzeitige Pr\u00fcfung m\u00f6glicher verdeckter Gewinnaussch\u00fcttungen,<\/li><li>die Ber\u00fccksichtigung m\u00f6glicher schenkungsteuerlicher Folgen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein unabh\u00e4ngiges Wertgutachten kann helfen, die Angemessenheit des Kaufpreises zu dokumentieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Achtung: Ein bestandskr\u00e4ftiger Steuerbescheid l\u00e4sst sich nicht beliebig \u00e4ndern<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall war der urspr\u00fcngliche Grunderwerbsteuerbescheid bereits bestandskr\u00e4ftig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die GmbH versuchte deshalb, eine \u00c4nderung nach \u00a7 174 Abs. 1 Satz 1 AO zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH stellte jedoch klar, dass diese Vorschrift nur unter den gesetzlich geregelten Voraussetzungen angewendet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine zus\u00e4tzliche Steuerbelastung durch eine andere Steuerart reicht daf\u00fcr nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmen sollten daher bereits bei der Pr\u00fcfung eines Steuerbescheids m\u00f6gliche Fehler und Rechtsbehelfsfristen beachten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Grunderwerbsteuer und Schenkungsteuer schlie\u00dfen sich nicht immer aus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Urteil vom 29. Juli 2026 (Az. II R 11\/24) hat der Bundesfinanzhof klargestellt, dass Grunderwerbsteuer und Schenkungsteuer bei einem Grundst\u00fccksgesch\u00e4ft nebeneinander anfallen k\u00f6nnen, ohne dass eine widerstreitende Steuerfestsetzung nach \u00a7 174 Abs. 1 Satz 1 AO vorliegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entscheidend ist nicht, ob derselbe wirtschaftliche Vorgang mehrfach steuerliche Folgen hat, sondern ob die einzelnen Steuerfestsetzungen rechtlich miteinander vereinbar sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr GmbH-Gesellschafter und Immobilienunternehmen unterstreicht die Entscheidung die Bedeutung angemessener Kaufpreise und einer sorgf\u00e4ltigen steuerlichen Planung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie planen einen Immobilienkauf \u00fcber eine GmbH oder eine Grundst\u00fccks\u00fcbertragung zwischen nahestehenden Personen?<\/strong> Wir unterst\u00fctzen Sie gerne bei der Pr\u00fcfung der grunderwerbsteuerlichen und schenkungsteuerlichen Folgen sowie m\u00f6glicher Risiken einer verdeckten Gewinnaussch\u00fcttung.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen zu Grunderwerbsteuer und Schenkungsteuer<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6nnen Grunderwerbsteuer und Schenkungsteuer gleichzeitig anfallen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Nach dem BFH-Urteil vom 29. Juli 2026 k\u00f6nnen beide Steuerarten bei einem Grundst\u00fccksgesch\u00e4ft nebeneinander relevant sein, wenn unterschiedliche steuerliche Tatbest\u00e4nde erf\u00fcllt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist eine widerstreitende Steuerfestsetzung?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine widerstreitende Steuerfestsetzung im Sinne des \u00a7 174 Abs. 1 Satz 1 AO liegt vor, wenn ein Sachverhalt mehrfach zuungunsten eines oder mehrerer Steuerpflichtiger ber\u00fccksichtigt wird, obwohl die steuerlichen Rechtsfolgen einander rechtlich ausschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wird die Grunderwerbsteuer immer nach dem tats\u00e4chlichen Immobilienwert berechnet?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein. Bei einem gew\u00f6hnlichen Grundst\u00fcckskauf ist grunds\u00e4tzlich die vereinbarte Gegenleistung ma\u00dfgeblich. In gesetzlich geregelten Sonderf\u00e4llen gelten andere Bemessungsgrundlagen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kann ein \u00fcberh\u00f6hter Kaufpreis eine verdeckte Gewinnaussch\u00fcttung darstellen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Zahlt eine GmbH einem Gesellschafter oder einer nahestehenden Person einen gesellschaftlich veranlassten, unangemessen hohen Kaufpreis, kann der \u00fcberh\u00f6hte Betrag eine verdeckte Gewinnaussch\u00fcttung darstellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sind Grundst\u00fccksschenkungen von der Grunderwerbsteuer befreit?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grundst\u00fccksschenkungen unter Lebenden im Sinne des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes sind grunds\u00e4tzlich nach \u00a7 3 Nr. 2 Satz 1 GrEStG von der Grunderwerbsteuer ausgenommen. F\u00fcr bestimmte Auflagen gelten Besonderheiten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kann ein bestandskr\u00e4ftiger Grunderwerbsteuerbescheid nach \u00a7 174 AO ge\u00e4ndert werden?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen einer widerstreitenden Steuerfestsetzung erf\u00fcllt sind. Allein eine zus\u00e4tzliche Schenkungsteuerfestsetzung gen\u00fcgt daf\u00fcr jedoch nicht.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Bundesfinanzhof, Urteil vom 29.07.2026, Az. II R 11\/24, ver\u00f6ffentlicht am 15.10.2026; \u00a7 174 Abs. 1 AO; \u00a7\u00a7 8, 9 und 3 Nr. 2 GrEStG; \u00a7 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Rechtsstand: 25. Oktober 2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespr\u00e4ch mit einem Steuerberater.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grunderwerbsteuer und Schenkungsteuer k\u00f6nnen bei einem Grundst\u00fccksgesch\u00e4ft nebeneinander entstehen. Das gilt insbesondere dann, wenn eine GmbH ein Grundst\u00fcck zu einem \u00fcberh\u00f6hten Kaufpreis erwirbt und der \u00fcberh\u00f6hte Betrag zugleich als freigebige Zuwendung aufgrund einer verdeckten Gewinnaussch\u00fcttung beurteilt wird. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 29. Juli 2026 (Az. II R 11\/24) entschieden, dass darin keine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-grunderwerbsteuer-und-schenkungsteuer-koennen-gleichzeitig-anfallen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH: Grunderwerbsteuer und Schenkungsteuer k\u00f6nnen gleichzeitig anfallen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-80954","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80954"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80954\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}