{"id":80962,"date":"2026-10-25T19:05:11","date_gmt":"2026-10-25T17:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=80962"},"modified":"2026-10-25T19:05:11","modified_gmt":"2026-10-25T17:05:11","slug":"schenkungsteuer-bei-kommanditanteilen-bfh-erkennt-negative-anteilswerte-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/schenkungsteuer-bei-kommanditanteilen-bfh-erkennt-negative-anteilswerte-an\/","title":{"rendered":"Schenkungsteuer bei Kommanditanteilen: BFH erkennt negative Anteilswerte an"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bei der Schenkung eines Kommanditanteils muss ein negativer Wert des Anteils am Gesellschaftsverm\u00f6gen auch dann ber\u00fccksichtigt werden, wenn der Kommanditist seine Einlage vollst\u00e4ndig erbracht hat und keine Nachschusspflicht besteht.<\/strong> Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 29. Juli 2026 (Az. II R 15\/23) entschieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung ist insbesondere f\u00fcr Familienunternehmen und die \u00dcbertragung von Beteiligungen an einer GmbH &amp; Co. KG von Bedeutung. Denn ein negatives Kapitalkonto kann den steuerlichen Wert des \u00fcbertragenen Mitunternehmeranteils erheblich beeinflussen und damit Auswirkungen auf die Schenkungsteuer haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Worum ging es in dem Streitfall?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im entschiedenen Fall war ein Unternehmer alleiniger Kommanditist einer GmbH &amp; Co. KG. Seine Kommanditeinlage betrug 100.000 Euro und war vollst\u00e4ndig erbracht. Eine Verpflichtung zu weiteren Einzahlungen bestand nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich hatte der Unternehmer der Gesellschaft ein Darlehen gew\u00e4hrt. Die entsprechende Forderung geh\u00f6rte steuerlich zu seinem Sonderbetriebsverm\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge \u00fcbertrug er unentgeltlich 90 Prozent seines Kommanditanteils auf seinen Neffen. Gleichzeitig \u00fcbertrug er einen Teil seiner Darlehensforderung gegen die Gesellschaft im Wert von 1,5 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00dcbertragung wurde am 13. Januar 2016 wirksam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Schenkungsteuer musste der Wert des \u00fcbertragenen Anteils am Betriebsverm\u00f6gen festgestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei entstand Streit dar\u00fcber, ob ein negativer Wert des Anteils am Gesellschaftsverm\u00f6gen ber\u00fccksichtigt werden durfte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum war der Wert des Kommanditanteils negativ?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der f\u00fcr die Bewertung angesetzte Wert des Gesellschaftsverm\u00f6gens der KG betrug insgesamt minus 629.929 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf den \u00fcbertragenen Anteil von 90 Prozent entfiel damit ein negativer Wert von 566.937 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daneben erhielt der Neffe eine Darlehensforderung gegen die Gesellschaft im Wert von 1,5 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt wollte den negativen Wert des Anteils am Gesellschaftsverm\u00f6gen jedoch nicht ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Begr\u00fcndung verwies es darauf, dass der bisherige Kommanditist seine Einlage vollst\u00e4ndig erbracht hatte und nicht zu weiteren Einzahlungen verpflichtet war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Auffassung des Finanzamts durfte der negative Anteilswert deshalb nur mit null Euro ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wert des \u00fcbertragenen Betriebsverm\u00f6gens wurde somit zun\u00e4chst auf 1,5 Millionen Euro festgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Unternehmer hielt dies f\u00fcr unzutreffend und klagte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was hat der Bundesfinanzhof entschieden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof gab dem Kl\u00e4ger recht und hob die Entscheidung des Finanzgerichts M\u00fcnchen auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Auffassung des BFH ist ein negativer Wert des Anteils am Gesellschaftsverm\u00f6gen bei der Bewertung nach \u00a7 97 Abs. 1a BewG grunds\u00e4tzlich zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das gilt ausdr\u00fccklich auch dann, wenn der Kommanditist seine Einlage vollst\u00e4ndig geleistet hat und keine Nachschusspflicht besteht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Begrenzung des negativen Werts auf null Euro sieht die gesetzliche Regelung f\u00fcr diese Konstellation nicht vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH widersprach damit der bisherigen Auffassung der Finanzverwaltung, nach der einem Kommanditisten ohne zus\u00e4tzliche Einzahlungsverpflichtung grunds\u00e4tzlich kein negativer Wert des Gesellschaftsverm\u00f6gens zugerechnet werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie wird ein Kommanditanteil f\u00fcr die Schenkungsteuer bewertet?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bewertung eines Anteils am Betriebsverm\u00f6gen einer Personengesellschaft richtet sich insbesondere nach \u00a7 97 Abs. 1a BewG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei werden zwei wesentliche Bestandteile ber\u00fccksichtigt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Anteil am Gesamthandsverm\u00f6gen:<\/strong> Der auf den Gesellschafter entfallende Wert des Verm\u00f6gens der Personengesellschaft.<\/li><li><strong>Sonderbetriebsverm\u00f6gen:<\/strong> Wirtschaftsg\u00fcter und Schulden, die dem Gesellschafter pers\u00f6nlich zuzuordnen sind, steuerlich aber zu seinem Mitunternehmeranteil geh\u00f6ren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der steuerliche Wert des \u00fcbertragenen Mitunternehmeranteils ergibt sich grunds\u00e4tzlich aus der Summe dieser Wertbestandteile.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist der Anteil am Gesellschaftsverm\u00f6gen negativ, muss dieser negative Betrag nach dem aktuellen BFH-Urteil bei der Berechnung ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine pauschale Begrenzung auf null Euro ist nicht zul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rechenbeispiel: Wie wirkt sich ein negativer Anteilswert aus?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entschiedene Fall verdeutlicht die finanziellen Auswirkungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><th>Bewertungsposition<\/th><th>Betrag<\/th><\/tr><tr><td>\u00dcbertragene Darlehensforderung (Sonderbetriebsverm\u00f6gen)<\/td><td>1.500.000 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>Negativer Anteil am Gesellschaftsverm\u00f6gen<\/td><td>\u2212566.937 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td><strong>Wert des \u00fcbertragenen Betriebsverm\u00f6gens laut BFH<\/strong><\/td><td><strong>933.063 \u20ac<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt hatte urspr\u00fcnglich einen Wert von 1,5 Millionen Euro festgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Ber\u00fccksichtigung des negativen Anteilswerts reduzierte sich der festgestellte Wert des \u00fcbertragenen Betriebsverm\u00f6gens um 566.937 Euro auf 933.063 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtig:<\/strong> Die Minderung des festgestellten Betriebsverm\u00f6genswerts ist nicht mit einer gleich hohen Steuerersparnis gleichzusetzen. Die tats\u00e4chliche Schenkungsteuer h\u00e4ngt unter anderem von den pers\u00f6nlichen Freibetr\u00e4gen, der Steuerklasse sowie m\u00f6glichen Verschonungsregelungen f\u00fcr Betriebsverm\u00f6gen ab.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum muss ein negatives Kapitalkonto ber\u00fccksichtigt werden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof begr\u00fcndete seine Entscheidung insbesondere mit dem gesetzlichen Bewertungssystem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 97 Abs. 1a BewG soll der Wert eines Mitunternehmeranteils nach einem gesetzlich vorgegebenen Verfahren ermittelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Verfahren muss sowohl positive als auch negative Wertbestandteile ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00fcrden negative Anteilswerte bei Kommanditisten ohne Nachschusspflicht nicht ber\u00fccksichtigt, k\u00f6nnte die Summe der Werte s\u00e4mtlicher Gesellschaftsanteile h\u00f6her ausfallen als der Wert der Personengesellschaft insgesamt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies w\u00e4re nach Auffassung des BFH mit dem Zweck der gesetzlichen Bewertungsregelung nicht vereinbar.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auch k\u00fcnftige Gewinne sind betroffen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt war die wirtschaftliche Bedeutung des negativen Kapitalkontos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar musste der Kommanditist sein negatives Kapitalkonto nicht durch zus\u00e4tzliche Einzahlungen ausgleichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Gesellschaftsvertrag waren jedoch k\u00fcnftige Gewinne zun\u00e4chst zur Verrechnung mit dem negativen Verlustausgleichskonto zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch war der wirtschaftliche Wert des Kommanditanteils bereits am Bewertungsstichtag belastet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gedachter K\u00e4ufer w\u00fcrde eine solche Verpflichtung bei der Bewertung des Anteils ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH sah deshalb keinen Grund, den negativen Wert allein wegen der fehlenden Nachschusspflicht au\u00dfer Betracht zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet die Entscheidung f\u00fcr die Unternehmensnachfolge?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil kann erhebliche Bedeutung f\u00fcr die \u00dcbertragung von Kommanditanteilen innerhalb der Familie haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei mittelst\u00e4ndischen Familienunternehmen werden Gesellschaftsanteile h\u00e4ufig bereits zu Lebzeiten auf Kinder, Enkel oder andere Angeh\u00f6rige \u00fcbertragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bestehen dabei negative Kapitalkonten, kann deren zutreffende Ber\u00fccksichtigung den steuerlichen Wert der \u00fcbertragenen Beteiligung beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist insbesondere relevant, wenn neben dem Gesellschaftsanteil auch Sonderbetriebsverm\u00f6gen \u00fcbertragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierzu k\u00f6nnen beispielsweise Darlehensforderungen des Gesellschafters gegen\u00fcber der Gesellschaft geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung stellt klar, dass negative Werte des Anteils am Gesellschaftsverm\u00f6gen bei der gesetzlich vorgesehenen Bewertung nicht allein deshalb unber\u00fccksichtigt bleiben d\u00fcrfen, weil keine pers\u00f6nliche Nachschusspflicht besteht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Steuer-Tipp: Negative Kapitalkonten vor einer Schenkung pr\u00fcfen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Sie Anteile an einer KG oder GmbH &amp; Co. KG im Rahmen der Unternehmensnachfolge \u00fcbertragen m\u00f6chten, sollten Sie die Kapitalkonten und das Sonderbetriebsverm\u00f6gen fr\u00fchzeitig pr\u00fcfen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein negatives Kapitalkonto kann Auswirkungen auf den festzustellenden Wert des \u00fcbertragenen Anteils haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders wichtig ist die Frage, ob im Gesellschaftsvertrag vorgesehen ist, dass k\u00fcnftige Gewinne zun\u00e4chst zum Ausgleich bestehender Verlustkonten verwendet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine sorgf\u00e4ltige Bewertung kann verhindern, dass der steuerliche Wert des \u00fcbertragenen Betriebsverm\u00f6gens zu hoch angesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gilt der negative Anteilswert auch ohne pers\u00f6nliche Haftung?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Dies ist eine der zentralen Aussagen des BFH-Urteils.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die steuerliche Bewertung eines Kommanditanteils ist nicht ausschlie\u00dflich davon abh\u00e4ngig, ob der Gesellschafter pers\u00f6nlich f\u00fcr Verluste haftet oder zus\u00e4tzliche Einzahlungen leisten muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch ohne Nachschusspflicht kann ein negatives Kapitalkonto den wirtschaftlichen Wert der Beteiligung mindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn k\u00fcnftige Gewinne k\u00f6nnen durch bestehende Verlustvortr\u00e4ge beziehungsweise Verlustausgleichskonten gebunden sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die fehlende Nachschusspflicht rechtfertigt deshalb nach Auffassung des BFH keine pauschale Begrenzung des negativen Anteilswerts auf null Euro.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Bedeutung hat das Urteil f\u00fcr die Finanzverwaltung?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH widerspricht mit seiner Entscheidung ausdr\u00fccklich der bisherigen Verwaltungsauffassung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den Erbschaftsteuer-Richtlinien wurde ein negativer Anteil am Gesamthandsverm\u00f6gen bei einem Kommanditisten grunds\u00e4tzlich nicht ber\u00fccksichtigt, wenn die Einlage vollst\u00e4ndig erbracht war und keine Nachschusspflicht bestand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Einschr\u00e4nkung l\u00e4sst sich nach Auffassung des BFH aus \u00a7 97 Abs. 1a BewG nicht ableiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil ist deshalb auch f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung bestehender Feststellungsbescheide von Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unternehmer sollten insbesondere pr\u00fcfen lassen, ob bei der Bewertung eines \u00fcbertragenen Kommanditanteils negative Wertbestandteile bisher zu Unrecht mit null Euro angesetzt wurden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Achtung: Nicht jeder negative Kontostand f\u00fchrt automatisch zu einer niedrigeren Schenkungsteuer<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein negatives Kapitalkonto bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig, dass der gesamte \u00fcbertragene Mitunternehmeranteil einen negativen Wert hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist die vollst\u00e4ndige Bewertung nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei m\u00fcssen insbesondere das Gesellschaftsverm\u00f6gen, die Kapitalkonten, der ma\u00dfgebliche Gewinnverteilungsschl\u00fcssel und das Sonderbetriebsverm\u00f6gen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Frage, ob ein bereits erlassener Feststellungsbescheid noch ge\u00e4ndert werden kann, ist gesondert zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sollten Gesellschafter einer GmbH &amp; Co. KG jetzt beachten?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das BFH-Urteil bietet Anlass, die steuerliche Bewertung von Kommanditanteilen bei geplanten oder bereits erfolgten Unternehmens\u00fcbertragungen zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Checkliste f\u00fcr die Praxis<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Pr\u00fcfen Sie, ob bei dem zu \u00fcbertragenden Kommanditanteil ein negatives Kapitalkonto besteht.<\/li><li>Ermitteln Sie den auf den \u00fcbertragenen Anteil entfallenden Wert des Gesellschaftsverm\u00f6gens nach \u00a7 97 Abs. 1a BewG.<\/li><li>Ber\u00fccksichtigen Sie vorhandenes Sonderbetriebsverm\u00f6gen, insbesondere Darlehensforderungen gegen\u00fcber der Gesellschaft.<\/li><li>Kontrollieren Sie die gesellschaftsvertraglichen Regelungen zum Verlustausgleich und zur Gewinnverwendung.<\/li><li>Pr\u00fcfen Sie, ob ein negativer Anteilswert in bisherigen Feststellungsbescheiden zu Unrecht mit null Euro angesetzt wurde.<\/li><li>Lassen Sie bestehende \u00c4nderungs- und Rechtsbehelfsm\u00f6glichkeiten steuerlich beurteilen.<\/li><li>Stimmen Sie die Bewertung auf m\u00f6gliche erbschaft- und schenkungsteuerliche Verschonungsregelungen ab.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei umfangreichen Unternehmensverm\u00f6gen kann eine fr\u00fchzeitige Pr\u00fcfung erhebliche steuerliche Auswirkungen haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Negative Kommanditanteile k\u00f6nnen die Schenkungsteuerbemessungsgrundlage mindern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Urteil vom 29. Juli 2026 (Az. II R 15\/23) hat der Bundesfinanzhof klargestellt, dass ein negativer Wert des Anteils am Gesellschaftsverm\u00f6gen bei der schenkungsteuerlichen Bewertung eines Kommanditanteils zu ber\u00fccksichtigen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Weder die vollst\u00e4ndig erbrachte Kommanditeinlage noch das Fehlen einer Nachschusspflicht rechtfertigen es, den negativen Anteilswert pauschal mit null Euro anzusetzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im entschiedenen Fall f\u00fchrte dies zu einer Reduzierung des festgestellten Werts des \u00fcbertragenen Betriebsverm\u00f6gens von 1,5 Millionen Euro auf 933.063 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Gesellschafter von Personengesellschaften und Familienunternehmen unterstreicht das Urteil die Bedeutung einer sorgf\u00e4ltigen Bewertung bei der vorweggenommenen Erbfolge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie m\u00f6chten Kommanditanteile \u00fcbertragen oder haben Fragen zur Bewertung Ihres Betriebsverm\u00f6gens f\u00fcr Zwecke der Schenkungsteuer?<\/strong> Wir unterst\u00fctzen Sie gerne bei der steuerlichen Unternehmensnachfolge und der Pr\u00fcfung Ihrer individuellen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen zur Schenkungsteuer bei Kommanditanteilen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kann ein Kommanditanteil einen negativen Wert haben?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Bei der Bewertung nach \u00a7 97 Abs. 1a BewG kann der auf einen Kommanditisten entfallende Anteil am Gesellschaftsverm\u00f6gen negativ sein. Dieser negative Wert ist nach der aktuellen BFH-Rechtsprechung grunds\u00e4tzlich zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet ein negatives Kapitalkonto bei einer KG?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein negatives Kapitalkonto entsteht beispielsweise durch dem Gesellschafter zugerechnete Verluste. Es kann den wirtschaftlichen Wert der Beteiligung mindern, insbesondere wenn sp\u00e4tere Gewinne zun\u00e4chst zum Ausgleich des negativen Kontos verwendet werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gilt der negative Wert auch ohne Nachschusspflicht?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Nach dem BFH-Urteil vom 29. Juli 2026 ist der negative Anteilswert auch dann zu ber\u00fccksichtigen, wenn der Kommanditist seine Einlage vollst\u00e4ndig erbracht hat und keine Nachschusspflicht besteht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie wird ein Kommanditanteil f\u00fcr die Schenkungsteuer bewertet?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 97 Abs. 1a BewG werden der auf den Gesellschafter entfallende Anteil am Gesellschaftsverm\u00f6gen und das ihm zuzurechnende Sonderbetriebsverm\u00f6gen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kann ein negatives Kapitalkonto die Schenkungsteuer reduzieren?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, ein negativer Anteilswert kann den festgestellten Wert des \u00fcbertragenen Betriebsverm\u00f6gens mindern. Ob und in welcher H\u00f6he sich dadurch die Schenkungsteuer reduziert, h\u00e4ngt von den weiteren steuerlichen Voraussetzungen ab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6nnen bestehende Bewertungsbescheide ge\u00e4ndert werden?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine \u00c4nderung m\u00f6glich. Entscheidend ist insbesondere, ob der jeweilige Feststellungsbescheid noch offen oder nach den Vorschriften der Abgabenordnung \u00e4nderbar ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen und Rechtsgrundlagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bundesfinanzhof, Urteil vom 29.07.2026, Az. II R 15\/23, ECLI:DE:BFH:2026.290726.IIR15.23.0, ver\u00f6ffentlicht am 08.10.2026.<\/li><li>\u00a7 97 Abs. 1a BewG \u2013 Bewertung von Anteilen am Betriebsverm\u00f6gen einer Personengesellschaft.<\/li><li>\u00a7 9 BewG \u2013 Gemeiner Wert.<\/li><li>\u00a7 151 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BewG \u2013 Gesonderte Feststellung von Betriebsverm\u00f6genswerten.<\/li><li>\u00a7 10 Abs. 1 ErbStG \u2013 Steuerpflichtiger Erwerb.<\/li><li>BFH, Urteil vom 17.06.2020, Az. II R 43\/17, BFHE 269, 364, BStBl II 2022, S. 13.<\/li><li>Erbschaftsteuer-Richtlinien 2019, R B 97.5 Abs. 2 \u2013 bisherige Verwaltungsauffassung zur Ber\u00fccksichtigung negativer Anteilswerte.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Rechtsstand: 25. Oktober 2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespr\u00e4ch mit einem Steuerberater.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Schenkung eines Kommanditanteils muss ein negativer Wert des Anteils am Gesellschaftsverm\u00f6gen auch dann ber\u00fccksichtigt werden, wenn der Kommanditist seine Einlage vollst\u00e4ndig erbracht hat und keine Nachschusspflicht besteht. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 29. Juli 2026 (Az. II R 15\/23) entschieden. Die Entscheidung ist insbesondere f\u00fcr Familienunternehmen und die \u00dcbertragung von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/schenkungsteuer-bei-kommanditanteilen-bfh-erkennt-negative-anteilswerte-an\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Schenkungsteuer bei Kommanditanteilen: BFH erkennt negative Anteilswerte an<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-80962","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80962","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80962"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80962\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80962"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80962"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80962"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}