{"id":80992,"date":"2026-10-25T20:03:25","date_gmt":"2026-10-25T18:03:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=80992"},"modified":"2026-10-25T20:03:25","modified_gmt":"2026-10-25T18:03:25","slug":"umsatzsteuer-im-hotel-bfh-entscheidet-ueber-fruehstueck-wellness-parkplaetze-und-wlan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/umsatzsteuer-im-hotel-bfh-entscheidet-ueber-fruehstueck-wellness-parkplaetze-und-wlan\/","title":{"rendered":"Umsatzsteuer im Hotel: BFH entscheidet \u00fcber Fr\u00fchst\u00fcck, Wellness, Parkpl\u00e4tze und WLAN"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welche Umsatzsteuer gilt f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck, Wellness, Fitness und Parkpl\u00e4tze im Hotel?<\/strong> Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit drei Urteilen vom 21. Mai 2026 wichtige Fragen zur Steuersatzerm\u00e4\u00dfigung bei Hotel\u00fcbernachtungen gekl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidungen betreffen die Verfahren <strong>V R 8\/26, V R 10\/26 und V R 11\/26<\/strong>. Sie best\u00e4tigen: Leistungen, die nicht unmittelbar der kurzfristigen Beherbergung dienen, fallen nicht automatisch unter den erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz f\u00fcr Hotel\u00fcbernachtungen von 7 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt auch dann, wenn die Leistungen in einem einheitlichen \u00dcbernachtungspreis enthalten sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings ist f\u00fcr Hotelbetriebe eine weitere \u00c4nderung wichtig: Seit dem 1. Januar 2026 gilt f\u00fcr Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen hinsichtlich der Speisen grunds\u00e4tzlich wieder der erm\u00e4\u00dfigte Steuersatz von 7 Prozent. Die Urteile beziehen sich dagegen auf fr\u00fchere Besteuerungszeitr\u00e4ume, in denen die streitigen Fr\u00fchst\u00fccksleistungen bei eigenst\u00e4ndiger Betrachtung mit 19 Prozent zu besteuern waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die BFH-Entscheidungen sind besonders relevant f\u00fcr Hotels, Pensionen, Ferienunterk\u00fcnfte und Beherbergungsbetriebe mit zus\u00e4tzlichen Serviceleistungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was hat der Bundesfinanzhof entschieden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat mit seinen drei Urteilen die steuerliche Behandlung verschiedener Leistungen im Zusammenhang mit Hotel\u00fcbernachtungen konkretisiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Ergebnisse:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Hotel\u00fcbernachtung:<\/strong> Die kurzfristige Beherbergung unterliegt grunds\u00e4tzlich dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent.<\/li><li><strong>Fr\u00fchst\u00fcck:<\/strong> Es f\u00e4llt nicht unter die Erm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Beherbergungsleistungen nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG. Der eigenst\u00e4ndig geltende Steuersatz f\u00fcr Verpflegungsleistungen ist zu beachten.<\/li><li><strong>Fitness und Wellness:<\/strong> Die Zugangsgew\u00e4hrung an Hotelg\u00e4ste ist nicht unmittelbar beg\u00fcnstigte Beherbergung und unterliegt grunds\u00e4tzlich dem Regelsteuersatz.<\/li><li><strong>Parkpl\u00e4tze:<\/strong> Stehen diese Hotelg\u00e4sten und der Allgemeinheit gleicherma\u00dfen frei und unentgeltlich zur Verf\u00fcgung, kann es bereits an einer entgeltlichen und damit steuerbaren Leistung fehlen.<\/li><li><strong>WLAN:<\/strong> Hier kommt es auf die tats\u00e4chlichen Nutzungsbedingungen an. Der BFH lie\u00df diese Frage in einem Verfahren offen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit best\u00e4tigte das Gericht die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des sogenannten Aufteilungsgebots bei Hotel\u00fcbernachtungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum sind Hotel\u00fcbernachtungen steuerlich beg\u00fcnstigt?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kurzfristige Vermietung von Wohn- und Schlafr\u00e4umen zur Beherbergung unterliegt nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 1 UStG grunds\u00e4tzlich dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorschrift gilt insbesondere f\u00fcr klassische Hotel\u00fcbernachtungen sowie entsprechende kurzfristige Beherbergungsleistungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings enth\u00e4lt das Gesetz eine ausdr\u00fcckliche Einschr\u00e4nkung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 2 UStG gilt die Erm\u00e4\u00dfigung nicht f\u00fcr Leistungen, die nicht unmittelbar der Vermietung dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt selbst dann, wenn diese Leistungen bereits mit dem Zimmerpreis abgegolten sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein einheitlicher Gesamtpreis f\u00fchrt deshalb nicht automatisch dazu, dass s\u00e4mtliche enthaltenen Leistungen mit 7 Prozent besteuert werden d\u00fcrfen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist das Fr\u00fchst\u00fcck im Hotel mit 7 oder 19 Prozent zu versteuern?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Frage muss f\u00fcr das Jahr 2026 differenziert beantwortet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was galt in den vom BFH entschiedenen Streitjahren?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den ma\u00dfgeblichen fr\u00fcheren Besteuerungszeitr\u00e4umen unterlagen Fr\u00fchst\u00fccksleistungen bei eigenst\u00e4ndiger Betrachtung dem Regelsteuersatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH entschied deshalb, dass das Fr\u00fchst\u00fcck auch dann nicht mit dem erm\u00e4\u00dfigten Beherbergungssteuersatz von 7 Prozent besteuert werden durfte, wenn es im Zimmerpreis enthalten war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die steuerliche Trennung zwischen \u00dcbernachtung und Fr\u00fchst\u00fcck war unionsrechtlich zul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was gilt seit dem 1. Januar 2026?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 1. Januar 2026 unterliegen Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen hinsichtlich der Speisen grunds\u00e4tzlich wieder dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abgabe von Getr\u00e4nken bleibt grunds\u00e4tzlich beim Regelsteuersatz von 19 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr ein Hotelfr\u00fchst\u00fcck bedeutet das:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der auf Speisen entfallende Entgeltanteil kann nach der seit 2026 geltenden allgemeinen Regelung f\u00fcr Verpflegungsdienstleistungen mit 7 Prozent besteuert werden.<\/li><li>Der auf Getr\u00e4nke entfallende Anteil unterliegt grunds\u00e4tzlich 19 Prozent.<\/li><li>Der Fr\u00fchst\u00fccksumsatz bleibt rechtlich von der Beherbergungsleistung zu unterscheiden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtig:<\/strong> Der BFH hat das Fr\u00fchst\u00fcck nicht allgemein und zeitlich unbegrenzt dem 19-Prozent-Steuersatz zugeordnet. Seine Urteile betreffen die Steuersatzerm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Beherbergungsleistungen und die Rechtslage der jeweiligen Streitjahre.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was gilt f\u00fcr Fitness- und Wellnessangebote im Hotel?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bietet ein Hotel seinen G\u00e4sten die Nutzung eines Fitnessraums, einer Sauna oder weiterer Wellnesseinrichtungen an, dient diese Leistung nach der BFH-Entscheidung nicht unmittelbar der Beherbergung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie f\u00e4llt deshalb nicht unter den erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz des \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Urteil V R 11\/26 unterliegt die Zugangsgew\u00e4hrung zu Fitness- und Wellnesseinrichtungen grunds\u00e4tzlich dem Regelsteuersatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt auch dann, wenn das Hotel keine gesonderte Geb\u00fchr verlangt und die Nutzung bereits im Zimmerpreis enthalten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings muss die betreffende Leistung tats\u00e4chlich als entgeltliche Leistung im Rahmen des Gesamtangebots vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist dies der Fall, kann eine Aufteilung des \u00dcbernachtungspreises erforderlich sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">M\u00fcssen kostenlose Hotelparkpl\u00e4tze versteuert werden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier unterscheidet der BFH zwischen verschiedenen Fallgestaltungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stehen Parkpl\u00e4tze ausschlie\u00dflich Hotelg\u00e4sten zur Verf\u00fcgung und sind sie wirtschaftlich Teil des entgeltlichen Hotelangebots, kann eine steuerbare Leistung vorliegen, f\u00fcr die die Beherbergungserm\u00e4\u00dfigung nicht gilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders ist es jedoch, wenn die Parkpl\u00e4tze ohne Zugangsbeschr\u00e4nkung sowohl von Hotelg\u00e4sten als auch von anderen Besuchern und der Allgemeinheit frei und kostenlos genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Verfahren V R 11\/26 entschied der BFH, dass eine solche allgemeine Parkplatzbereitstellung keine gegen Entgelt erbrachte sonstige Leistung begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit entsteht hierf\u00fcr grunds\u00e4tzlich keine gesonderte Umsatzsteuer aus einem entgeltlichen Parkumsatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Verfahren V R 8\/26 muss das Finanzgericht die tats\u00e4chlichen Voraussetzungen dieser Frage noch genauer pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entscheidend ist also nicht allein, ob das Hotel eine gesonderte Parkgeb\u00fchr ausweist. Es kommt darauf an, ob \u00fcberhaupt eine entgeltliche Leistung vorliegt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Umsatzsteuer gilt f\u00fcr WLAN im Hotel?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim WLAN-Zugang konnte der BFH im Verfahren V R 11\/26 noch keine abschlie\u00dfende Entscheidung treffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grund hierf\u00fcr waren fehlende tats\u00e4chliche Feststellungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es blieb insbesondere offen, ob das WLAN ausschlie\u00dflich den Hotelg\u00e4sten zur Verf\u00fcgung stand oder auch von anderen Besuchern und der Allgemeinheit frei genutzt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist der Zugang Teil des entgeltlichen Hotelangebots, kann eine gesondert zu beurteilende Leistung vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird WLAN dagegen tats\u00e4chlich allgemein und unentgeltlich bereitgestellt, kann die steuerliche Beurteilung anders ausfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzgericht muss diese Frage nach der Zur\u00fcckverweisung kl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum ist die EuGH-Entscheidung so wichtig?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den drei BFH-Urteilen ging eine Entscheidung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs (EuGH) voraus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Urteil vom 5. M\u00e4rz 2026 in den verbundenen Rechtssachen C-409\/24 bis C-411\/24 best\u00e4tigte der EuGH, dass Mitgliedstaaten bestimmte Zusatzleistungen vom erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz f\u00fcr kurzfristige Beherbergungen ausnehmen d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gilt selbst dann, wenn solche Leistungen umsatzsteuerlich als Nebenleistungen zur Beherbergung angesehen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Voraussetzung ist insbesondere, dass die gesetzlichen Vorgaben der Mehrwertsteuerrichtlinie und der Grundsatz der steuerlichen Neutralit\u00e4t beachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der EuGH best\u00e4tigte damit grunds\u00e4tzlich die Zul\u00e4ssigkeit der deutschen Regelung des \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 2 UStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH setzte diese unionsrechtlichen Vorgaben anschlie\u00dfend in den drei nationalen Verfahren um.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie unterscheiden sich die drei BFH-Verfahren?<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><th>BFH-Urteil<\/th><th>Streitige Leistungen<\/th><th>Ergebnis<\/th><\/tr><tr><td>V R 8\/26<\/td><td>Fr\u00fchst\u00fcck und Parkpl\u00e4tze<\/td><td>Fr\u00fchst\u00fcck nicht nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG beg\u00fcnstigt; Parkplatzfrage zur\u00fcckverwiesen<\/td><\/tr><tr><td>V R 10\/26<\/td><td>Fr\u00fchst\u00fcck<\/td><td>Regelsteuersatz im damaligen Streitjahr best\u00e4tigt; Revision zur\u00fcckgewiesen<\/td><\/tr><tr><td>V R 11\/26<\/td><td>Fitness, Wellness, Parkpl\u00e4tze und WLAN<\/td><td>Fitness\/Wellness zum Regelsteuersatz; allgemein kostenloses Parken nicht steuerbar; WLAN-Frage zur\u00fcckverwiesen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die unterschiedlichen Ergebnisse zeigen, dass nicht jede Zusatzleistung eines Hotels automatisch gleichbehandelt werden darf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Praxisbeispiel: Wie muss ein Hotelarrangement aufgeteilt werden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Hotel bietet ein Arrangement aus \u00dcbernachtung, Fr\u00fchst\u00fcck und Wellnesszugang an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Leistungen werden zu einem einheitlichen Preis verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angenommen, der rechnerisch ermittelte Netto-Gesamtpreis von 200 Euro entf\u00e4llt nach einer sachgerechten Aufteilung auf folgende Bestandteile:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><th>Leistung<\/th><th>Nettoentgelt<\/th><th>USt-Satz 2026<\/th><th>Umsatzsteuer<\/th><\/tr><tr><td>\u00dcbernachtung<\/td><td>140 \u20ac<\/td><td>7 %<\/td><td>9,80 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>Fr\u00fchst\u00fcck \u2013 Speisen<\/td><td>25 \u20ac<\/td><td>7 %<\/td><td>1,75 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>Fr\u00fchst\u00fcck \u2013 Getr\u00e4nke<\/td><td>10 \u20ac<\/td><td>19 %<\/td><td>1,90 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>Wellnesszugang<\/td><td>25 \u20ac<\/td><td>19 %<\/td><td>4,75 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td><strong>Gesamt<\/strong><\/td><td><strong>200 \u20ac<\/strong><\/td><td><\/td><td><strong>18,20 \u20ac<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bruttogesamtbetrag w\u00fcrde in diesem vereinfachten Beispiel 218,20 Euro betragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tabelle zeigt, warum eine wirtschaftlich nachvollziehbare Aufteilung auch dann wichtig bleibt, wenn einzelne Leistungen zuf\u00e4llig demselben Umsatzsteuersatz unterliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hinweis:<\/strong> Das Beispiel unterstellt eine eigenst\u00e4ndige steuerbare Wellnessleistung sowie eine sachgerecht belegte Entgeltaufteilung. In der Praxis sind die konkret angebotenen Leistungen, die vereinbarten Preise und gegebenenfalls geltende Verwaltungsvereinfachungen zu beachten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Folgen haben die Urteile f\u00fcr Hotelbetreiber?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Hotelbetriebe sind die Entscheidungen vor allem bei Pauschalangeboten und Zusatzleistungen relevant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden beispielsweise Fr\u00fchst\u00fcck, Fitness, Wellness, Parkplatz und WLAN gemeinsam mit einer \u00dcbernachtung angeboten, darf der gesamte Preis nicht ohne weitere Pr\u00fcfung dem erm\u00e4\u00dfigten Beherbergungssteuersatz zugeordnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die tats\u00e4chliche Gestaltung kostenloser Angebote spielt eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine \u00f6ffentlich und unentgeltlich zug\u00e4ngliche Parkplatzfl\u00e4che kann anders zu behandeln sein als eine ausschlie\u00dflich f\u00fcr \u00dcbernachtungsg\u00e4ste vorgesehene Parkm\u00f6glichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb sollten Hotels ihre Angebote und Abrechnungssysteme entsprechend \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Steuer-Tipp: Hotelpauschalen steuerlich sauber aufteilen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pr\u00fcfen Sie bei Pauschalarrangements, welche Leistungen unmittelbar der Beherbergung dienen und welche eigenst\u00e4ndig zu beurteilen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders wichtig ist die Trennung von \u00dcbernachtung, Fr\u00fchst\u00fccksbestandteilen und zus\u00e4tzlichen Serviceleistungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Achten Sie darauf, dass Ihre Buchungssoftware, Kasse und Rechnungserstellung die f\u00fcr den jeweiligen Leistungszeitpunkt geltenden Umsatzsteuers\u00e4tze korrekt anwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 1. Januar 2026 ist dabei insbesondere die Aufteilung von Speisen und Getr\u00e4nken relevant.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Achtung: Die BFH-Urteile nicht mit der aktuellen Fr\u00fchst\u00fccksbesteuerung verwechseln<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aussage \u201eFr\u00fchst\u00fcck im Hotel unterliegt 19 Prozent\u201c w\u00e4re als allgemeine Aussage f\u00fcr das Jahr 2026 falsch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die BFH-Entscheidungen betreffen fr\u00fchere Streitjahre, in denen auf die betreffenden Verpflegungsleistungen der Regelsteuersatz anzuwenden war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 1. Januar 2026 gilt f\u00fcr Speisen im Rahmen von Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen grunds\u00e4tzlich der erm\u00e4\u00dfigte Steuersatz von 7 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Getr\u00e4nke werden grunds\u00e4tzlich weiterhin mit 19 Prozent besteuert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Rechtsprechung zum Aufteilungsgebot bleibt trotzdem relevant.<\/strong> Sie beantwortet n\u00e4mlich die vorgelagerte Frage, ob eine Zusatzleistung \u00fcberhaupt unter die besondere Steuererm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr die Beherbergung f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Checkliste: Was sollten Hotels jetzt pr\u00fcfen?<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Pr\u00fcfen Sie die Steuers\u00e4tze Ihrer \u00dcbernachtungsleistungen.<\/li><li>Trennen Sie Fr\u00fchst\u00fcck und andere Verpflegungsleistungen von der Beherbergung.<\/li><li>Beachten Sie seit 2026 die unterschiedliche Besteuerung von Speisen und Getr\u00e4nken.<\/li><li>Kontrollieren Sie die Abrechnung von Fitness- und Wellnessleistungen.<\/li><li>Pr\u00fcfen Sie, ob Parkpl\u00e4tze \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich oder ausschlie\u00dflich Hotelg\u00e4sten vorbehalten sind.<\/li><li>Dokumentieren Sie die tats\u00e4chlichen Nutzungsbedingungen f\u00fcr WLAN.<\/li><li>\u00dcberpr\u00fcfen Sie die Entgeltaufteilung bei Pauschalarrangements.<\/li><li>Passen Sie gegebenenfalls Buchungssoftware, Kassensysteme und Rechnungen an.<\/li><li>Lassen Sie offene Umsatzsteuerf\u00e4lle anhand der neuen BFH-Rechtsprechung pr\u00fcfen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Zusatzleistungen im Hotel bleiben umsatzsteuerlich eigenst\u00e4ndig zu beurteilen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den Urteilen vom 21. Mai 2026 (V R 8\/26, V R 10\/26 und V R 11\/26) hat der Bundesfinanzhof das Aufteilungsgebot f\u00fcr Hotel\u00fcbernachtungen best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fr\u00fchst\u00fccksleistungen sowie Fitness- und Wellnessangebote fallen nicht allein deshalb unter die besondere Beherbergungserm\u00e4\u00dfigung, weil sie im Zimmerpreis enthalten sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Parkpl\u00e4tzen und WLAN muss dagegen zun\u00e4chst gekl\u00e4rt werden, ob \u00fcberhaupt eine entgeltliche steuerbare Leistung vorliegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die aktuelle Praxis ist au\u00dferdem die seit Januar 2026 geltende Steuererm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Speisen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hotelbetreiber sollten deshalb sowohl die rechtliche Einordnung ihrer Leistungen als auch die tats\u00e4chlich anzuwendenden Steuers\u00e4tze sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie betreiben ein Hotel, eine Pension oder eine Ferienunterkunft und m\u00f6chten Ihre Umsatzsteuerabrechnung rechtssicher gestalten?<\/strong> Wir unterst\u00fctzen Sie gerne bei der Pr\u00fcfung Ihrer Leistungsangebote, Pauschalpreise und Umsatzsteuers\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen zur Umsatzsteuer im Hotel<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welcher Umsatzsteuersatz gilt f\u00fcr Hotel\u00fcbernachtungen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kurzfristige Beherbergung in Hotels und vergleichbaren Einrichtungen unterliegt nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG grunds\u00e4tzlich dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wird das Hotelfr\u00fchst\u00fcck mit 7 oder 19 Prozent besteuert?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem 1. Januar 2026 unterliegen Speisen bei Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen grunds\u00e4tzlich 7 Prozent Umsatzsteuer. Getr\u00e4nke unterliegen grunds\u00e4tzlich weiterhin 19 Prozent. Die Fr\u00fchst\u00fccksleistung f\u00e4llt jedoch nicht unter die spezielle Beherbergungserm\u00e4\u00dfigung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was hat der BFH zum Fr\u00fchst\u00fcck im Hotel entschieden?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat entschieden, dass Fr\u00fchst\u00fccksleistungen nicht von der besonderen Steuererm\u00e4\u00dfigung f\u00fcr Hotel\u00fcbernachtungen nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG erfasst werden. In den damaligen Streitjahren galt deshalb der Regelsteuersatz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welche Umsatzsteuer gilt f\u00fcr Wellness und Fitness im Hotel?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zugang zu Fitness- und Wellnesseinrichtungen f\u00e4llt nach dem BFH-Urteil V R 11\/26 nicht unter die besondere Beherbergungserm\u00e4\u00dfigung und unterliegt als entgeltliche Leistung grunds\u00e4tzlich dem Regelsteuersatz von 19 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sind kostenlose Hotelparkpl\u00e4tze umsatzsteuerpflichtig?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zwingend. Stehen Parkpl\u00e4tze auch anderen Hotelbesuchern und der Allgemeinheit tats\u00e4chlich frei und unentgeltlich zur Verf\u00fcgung, kann eine entgeltliche steuerbare Leistung fehlen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ist kostenloses WLAN im Zimmer steuerpflichtig?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das h\u00e4ngt von den tats\u00e4chlichen Umst\u00e4nden ab. Insbesondere ist zu pr\u00fcfen, ob der WLAN-Zugang Teil eines entgeltlichen Leistungsangebots oder f\u00fcr die Allgemeinheit frei verf\u00fcgbar ist. Der BFH hat die konkrete Frage im Verfahren V R 11\/26 zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">M\u00fcssen Hotelpauschalen aufgeteilt werden?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, soweit darin Leistungen enthalten sind, die umsatzsteuerlich gesondert zu beurteilen sind. Ein einheitlicher Zimmerpreis f\u00fchrt nicht automatisch zu einem einheitlichen Umsatzsteuersatz f\u00fcr alle Bestandteile.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen und Rechtsgrundlagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>BFH, Urteile vom 21.05.2026, V R 8\/26 (XI R 11\/23; XI R 34\/20), V R 10\/26 (XI R 13\/23; XI R 7\/21), V R 11\/26 (XI R 14\/23; XI R 22\/21).<\/li><li>BFH, Pressemitteilung Nr. 55\/26 vom 01.10.2026.<\/li><li>EuGH, Urteil vom 05.03.2026, verbundene Rechtssachen C-409\/24 bis C-411\/24, ECLI:EU:C:2026:149.<\/li><li>\u00a7 12 Abs. 1 UStG \u2013 Regelsteuersatz.<\/li><li>\u00a7 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG \u2013 Erm\u00e4\u00dfigter Steuersatz f\u00fcr kurzfristige Beherbergung.<\/li><li>\u00a7 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG \u2013 Erm\u00e4\u00dfigter Steuersatz f\u00fcr Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen, ausgenommen Getr\u00e4nke.<\/li><li>\u00a7 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG \u2013 Steuerbare Lieferungen und sonstige Leistungen.<\/li><li>Art. 98 i. V. m. Anhang III Nr. 12 der Richtlinie 2006\/112\/EG \u2013 Unionsrechtliche Regelungen zur Steuersatzerm\u00e4\u00dfigung.<\/li><li>BMF-Schreiben vom 22.12.2025 \u2013 Wiedereinf\u00fchrung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes auf Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen zum 01.01.2026.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Rechtsstand: 25. Oktober 2026.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespr\u00e4ch mit einem Steuerberater.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Umsatzsteuer gilt f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck, Wellness, Fitness und Parkpl\u00e4tze im Hotel? Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit drei Urteilen vom 21. Mai 2026 wichtige Fragen zur Steuersatzerm\u00e4\u00dfigung bei Hotel\u00fcbernachtungen gekl\u00e4rt. Die Entscheidungen betreffen die Verfahren V R 8\/26, V R 10\/26 und V R 11\/26. 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