{"id":81028,"date":"2026-10-26T09:01:23","date_gmt":"2026-10-26T07:01:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=81028"},"modified":"2026-10-26T09:01:23","modified_gmt":"2026-10-26T07:01:23","slug":"energiepreispauschale-2022-bfh-bestaetigt-die-steuerpflicht-fuer-arbeitnehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/energiepreispauschale-2022-bfh-bestaetigt-die-steuerpflicht-fuer-arbeitnehmer\/","title":{"rendered":"Energiepreispauschale 2022: BFH best\u00e4tigt die Steuerpflicht f\u00fcr Arbeitnehmer"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>War es rechtm\u00e4\u00dfig, die Energiepreispauschale von 300 Euro im Jahr 2022 zu versteuern?<\/strong> Der Bundesfinanzhof (BFH) hat diese Frage mit Urteil vom 11. Juni 2026 (Az. VI R 15\/24) eindeutig beantwortet: Die Besteuerung der Energiepreispauschale bei Arbeitnehmern ist verfassungsgem\u00e4\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzgeber durfte die einmalige staatliche Unterst\u00fctzung als steuerpflichtige Einnahme behandeln und damit die tats\u00e4chliche Entlastung vom individuellen Einkommen abh\u00e4ngig machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die unterschiedliche Behandlung von regul\u00e4r besteuerten Arbeitnehmern und ausschlie\u00dflich pauschal besteuerten Minijobbern ist nach Auffassung des BFH sachlich gerechtfertigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Steuerpflichtige, die gegen die Besteuerung der Energiepreispauschale in ihrem Einkommensteuerbescheid 2022 vorgegangen sind, hat die Entscheidung erhebliche Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Worum ging es in dem Streitfall?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger war im Jahr 2022 ganzj\u00e4hrig als Arbeitnehmer besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viele andere Arbeitnehmer erhielt er die einmalige Energiepreispauschale in H\u00f6he von 300 Euro \u00fcber seinen Arbeitgeber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Betrag wurde in der Lohnsteuerbescheinigung als Bestandteil des Bruttoarbeitslohns ausgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt ber\u00fccksichtigte die Energiepreispauschale bei der Einkommensteuerveranlagung f\u00fcr 2022 als steuerpflichtigen Arbeitslohn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Arbeitnehmer hielt das f\u00fcr verfassungswidrig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er argumentierte insbesondere, dass die Energiepreispauschale keine Gegenleistung f\u00fcr seine Arbeitsleistung sei und deshalb nicht wie gew\u00f6hnlicher Arbeitslohn besteuert werden d\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem sah er sich gegen\u00fcber ausschlie\u00dflich pauschal besteuerten Arbeitnehmern benachteiligt, deren Energiepreispauschale steuerfrei blieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzgericht M\u00fcnster wies seine Klage am 17. April 2024 (Az. 14 K 1425\/23 E) ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Arbeitnehmer legte Revision beim BFH ein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie hat der Bundesfinanzhof entschieden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH wies die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Ansicht der Richter war die Besteuerung der Energiepreispauschale sowohl mit den gesetzlichen Regelungen als auch mit dem Grundgesetz vereinbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei st\u00fctzte sich der BFH insbesondere auf drei Gesichtspunkte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\u00a7 119 Abs. 1 Satz 1 EStG ordnete die Besteuerung f\u00fcr Arbeitnehmer ausdr\u00fccklich an.<\/li><li>Der Gesetzgeber durfte eine freiwillige staatliche Unterst\u00fctzung unter Ber\u00fccksichtigung des individuellen Einkommens ausgestalten.<\/li><li>Die Steuerfreiheit f\u00fcr ausschlie\u00dflich pauschal besteuerte Arbeitnehmer war durch sachliche Gr\u00fcnde gerechtfertigt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH best\u00e4tigte damit die Entscheidung des Finanzgerichts M\u00fcnster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Energiepreispauschale durfte im Streitjahr 2022 als steuerpflichtige Einnahme aus nichtselbstst\u00e4ndiger Arbeit ber\u00fccksichtigt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum war die Energiepreispauschale steuerpflichtig?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Energiepreispauschale wurde im Rahmen des Steuerentlastungsgesetzes 2022 eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie sollte Erwerbst\u00e4tige angesichts stark gestiegener Energiekosten finanziell unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gesetzliche Grundlage f\u00fcr den Anspruch enthielten \u00a7\u00a7 112 ff. EStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 119 Abs. 1 Satz 1 EStG bestimmte ausdr\u00fccklich, dass die Energiepreispauschale bei Arbeitnehmern grunds\u00e4tzlich als Einnahme nach \u00a7 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG zu ber\u00fccksichtigen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH stellte klar, dass hierf\u00fcr nicht zus\u00e4tzlich nachgewiesen werden musste, dass die Zahlung ihrer wirtschaftlichen Herkunft nach eine Gegenleistung des Arbeitgebers f\u00fcr die Arbeitsleistung darstellte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzgeber hatte die steuerliche Behandlung selbst ausdr\u00fccklich geregelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit durfte die Energiepreispauschale in die Einkommensteuerberechnung einbezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum durfte der Staat eine eigene Unterst\u00fctzung besteuern?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger argumentierte, dass der Staat eine zur Entlastung gedachte Zahlung nicht zugleich besteuern d\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH sah darin jedoch keinen verfassungsrechtlichen Widerspruch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach seiner Auffassung handelte es sich bei der Energiepreispauschale um eine freiwillige staatliche Unterst\u00fctzungsleistung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzgeber durfte diese Unterst\u00fctzung sozial ausgestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Energiepreispauschale war deshalb von Beginn an so konzipiert, dass ihre tats\u00e4chliche H\u00f6he nach Ber\u00fccksichtigung der Einkommensteuer unterschiedlich ausfallen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen mit geringerer Steuerbelastung sollten tendenziell st\u00e4rker profitieren als Menschen mit h\u00f6herer Steuerbelastung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH ordnete dieses Konzept dem Bereich der staatlichen Leistungsgew\u00e4hrung zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort verf\u00fcgt der Gesetzgeber grunds\u00e4tzlich \u00fcber einen weiten Gestaltungsspielraum, solange er nicht willk\u00fcrlich zwischen verschiedenen Personengruppen unterscheidet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie viel blieb von den 300 Euro tats\u00e4chlich \u00fcbrig?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Energiepreispauschale betrug f\u00fcr anspruchsberechtigte Erwerbst\u00e4tige im Jahr 2022 einmalig 300 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei regul\u00e4r besteuerten Arbeitnehmern erh\u00f6hte sie grunds\u00e4tzlich die steuerpflichtigen Einnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der tats\u00e4chliche Vorteil hing damit von der individuellen Steuerbelastung ab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vereinfachtes Rechenbeispiel<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenden Modellrechnungen unterstellen, dass sich die Einkommensteuer auf die zus\u00e4tzlichen 300 Euro mit dem angegebenen Grenzsteuersatz erh\u00f6ht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><th>Angenommener Grenzsteuersatz<\/th><th>Einkommensteuer auf 300 \u20ac<\/th><th>Rechnerische Entlastung nach Einkommensteuer<\/th><\/tr><tr><td>0 %<\/td><td>0 \u20ac<\/td><td>300 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>20 %<\/td><td>60 \u20ac<\/td><td>240 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>30 %<\/td><td>90 \u20ac<\/td><td>210 \u20ac<\/td><\/tr><tr><td>42 %<\/td><td>126 \u20ac<\/td><td>174 \u20ac<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Berechnungen dienen ausschlie\u00dflich der Veranschaulichung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die tats\u00e4chliche Mehrsteuer ergibt sich aus dem Unterschied der Einkommensteuerberechnung mit und ohne Energiepreispauschale. Ein Grenzsteuersatz liefert bei einem progressiven Tarif nur eine N\u00e4herung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6gliche Besonderheiten wie Kirchensteuer, Solidarit\u00e4tszuschlag oder individuelle steuerliche Abz\u00fcge sind hier nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum blieb die Energiepreispauschale f\u00fcr Minijobber steuerfrei?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer der wichtigsten Streitpunkte war die steuerliche Behandlung geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 119 Abs. 1 Satz 2 EStG galt die Besteuerung der Energiepreispauschale als Arbeitslohn nicht f\u00fcr pauschal besteuerten Arbeitslohn nach \u00a7 40a EStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dadurch konnten Arbeitnehmer, die ausschlie\u00dflich entsprechend pauschal besteuerten Arbeitslohn bezogen, die Energiepreispauschale unter den gesetzlichen Voraussetzungen ohne individuelle Einkommensteuerbelastung erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger hielt diese unterschiedliche Behandlung f\u00fcr ungerecht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH best\u00e4tigte jedoch die gesetzliche Differenzierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Auffassung des Gerichts durfte der Gesetzgeber ber\u00fccksichtigen, dass es sich bei ausschlie\u00dflich pauschal besteuerten Besch\u00e4ftigten typischerweise um Personen aus dem Niedriglohnbereich handelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Gruppe durfte deshalb besonders entlastet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtig:<\/strong> Nicht jeder Arbeitnehmer mit einem Minijob war automatisch von der Besteuerung der Energiepreispauschale befreit. Entscheidend waren die konkreten Einkunfts- und Besteuerungsverh\u00e4ltnisse im Jahr 2022.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verst\u00f6\u00dft die unterschiedliche Besteuerung gegen den Gleichheitssatz?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem BFH-Urteil nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz (GG) verpflichtet den Staat, wesentlich gleiche Sachverhalte grunds\u00e4tzlich gleich zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterschiedliche gesetzliche Regelungen k\u00f6nnen aber zul\u00e4ssig sein, wenn daf\u00fcr sachliche Gr\u00fcnde bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH sah diese Gr\u00fcnde bei der Energiepreispauschale als gegeben an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steuerpflicht f\u00fcr regul\u00e4r besteuerte Arbeitnehmer f\u00fchrte dazu, dass die Entlastung mit steigender individueller Steuerbelastung tendenziell sank.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Steuerfreiheit f\u00fcr ausschlie\u00dflich pauschal besteuerte Arbeitnehmer diente dagegen der besonderen F\u00f6rderung einer typischerweise einkommensschw\u00e4cheren Besch\u00e4ftigtengruppe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit war die Differenzierung nach Auffassung des BFH nicht willk\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Durfte der Bund die Energiepreispauschale im Einkommensteuergesetz regeln?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger hatte auch die Gesetzgebungskompetenz des Bundes infrage gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seiner Auffassung nach handelte es sich bei der Energiepreispauschale nicht um eine gew\u00f6hnliche steuerrechtliche Einnahme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hielt die gesetzliche Ausgestaltung dennoch f\u00fcr zul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzgeber durfte den Anspruch auf die Energiepreispauschale, deren Auszahlung und die Besteuerung gemeinsam im Einkommensteuergesetz regeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das galt insbesondere, weil die Unterst\u00fctzung \u00fcber bereits vorhandene steuerliche Strukturen ausgezahlt und verwaltet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die verfassungsrechtliche Grundlage sah der BFH insbesondere in Art. 105 und Art. 106 GG.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wurde die Energiepreispauschale auch bei Selbstst\u00e4ndigen besteuert?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, jedoch nach einer anderen gesetzlichen Zuordnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Energiepreispauschale bei Arbeitnehmern nach \u00a7 119 Abs. 1 EStG als Einnahme aus nichtselbstst\u00e4ndiger Arbeit galt, wurde sie bei den \u00fcbrigen anspruchsberechtigten Erwerbst\u00e4tigen gem\u00e4\u00df \u00a7 119 Abs. 2 EStG grunds\u00e4tzlich als Einnahme nach \u00a7 22 Nr. 3 EStG behandelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das betraf insbesondere anspruchsberechtigte Selbstst\u00e4ndige und Gewerbetreibende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gesetzliche Freigrenze f\u00fcr sonstige Eink\u00fcnfte nach \u00a7 22 Nr. 3 EStG war auf die Energiepreispauschale ausdr\u00fccklich nicht anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch diese Gruppe erhielt damit grunds\u00e4tzlich eine steuerpflichtige Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Allerdings betraf das Urteil VI R 15\/24 unmittelbar die Besteuerung bei Arbeitnehmern.<\/strong> Die steuerliche Behandlung anderer Anspruchsgruppen kann besondere Rechtsfragen aufwerfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Folgen hat das Urteil f\u00fcr die Steuererkl\u00e4rung 2022?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die Energiepreispauschale 2022 erhalten hat, sollte zun\u00e4chst pr\u00fcfen, wie sie bei der damaligen Einkommensteuerveranlagung ber\u00fccksichtigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei regul\u00e4r besteuerten Arbeitnehmern wurde der Betrag grunds\u00e4tzlich im Rahmen der Lohnabrechnung erfasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wurde die Energiepreispauschale bereits in der Lohnsteuerbescheinigung als Bestandteil des Arbeitslohns ausgewiesen, darf sie in der Einkommensteuererkl\u00e4rung nicht noch einmal zus\u00e4tzlich als eigener Arbeitslohn erfasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">War die Zahlung nicht erfolgt, konnten die damaligen gesetzlichen Vorschriften eine Ber\u00fccksichtigung \u00fcber die Einkommensteuerveranlagung erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob ein Bescheid f\u00fcr 2022 heute noch ge\u00e4ndert werden kann, h\u00e4ngt vom jeweiligen Verfahrensstand und den gesetzlichen \u00c4nderungsvorschriften ab.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Steuer-Tipp: Offene Einspruchsverfahren \u00fcberpr\u00fcfen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Sie gegen Ihren Einkommensteuerbescheid 2022 allein wegen der angeblichen Verfassungswidrigkeit der Energiepreispauschale Einspruch eingelegt haben, sollten Sie den Verfahrensstand pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat die grunds\u00e4tzliche Besteuerung regul\u00e4r besch\u00e4ftigter Arbeitnehmer best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anders gelagerte Fehler \u2013 etwa bei der Anspruchsberechtigung, der tats\u00e4chlichen Auszahlung oder einer doppelten Erfassung \u2013 m\u00fcssen jedoch eigenst\u00e4ndig beurteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein solcher konkreter Fehler ist nicht schon deshalb unbeachtlich, weil der BFH die gesetzliche Steuerpflicht f\u00fcr verfassungsgem\u00e4\u00df erkl\u00e4rt hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Achtung: Das Urteil betrifft nicht jede sp\u00e4tere Energiehilfe<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung behandelt die einmalige Energiepreispauschale des Jahres 2022 nach \u00a7\u00a7 112 ff. EStG.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andere staatliche Entlastungsma\u00dfnahmen k\u00f6nnen auf eigenst\u00e4ndigen gesetzlichen Grundlagen beruhen und steuerlich anders behandelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb darf das Urteil nicht pauschal auf jede Energiehilfe, jeden Zuschuss oder jede Inflationsausgleichszahlung \u00fcbertragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ma\u00dfgeblich bleibt stets die jeweilige gesetzliche Regelung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sollten Arbeitnehmer jetzt pr\u00fcfen?<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Checkliste f\u00fcr die Praxis<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kontrollieren Sie bei offenen Verfahren den Einkommensteuerbescheid 2022.<\/li><li>Pr\u00fcfen Sie die Erfassung der Energiepreispauschale in der Lohnsteuerbescheinigung.<\/li><li>Stellen Sie sicher, dass die Zahlung nicht doppelt ber\u00fccksichtigt wurde.<\/li><li>Pr\u00fcfen Sie bei ausschlie\u00dflich pauschal besteuerten Besch\u00e4ftigungen die Sonderregelung des \u00a7 119 Abs. 1 Satz 2 EStG.<\/li><li>Unterscheiden Sie die Energiepreispauschale 2022 von anderen staatlichen Unterst\u00fctzungsleistungen.<\/li><li>Lassen Sie bei noch offenen Einspruchsverfahren die Erfolgsaussichten anhand des BFH-Urteils neu beurteilen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Die Besteuerung der Energiepreispauschale war rechtm\u00e4\u00dfig<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Urteil vom 11. Juni 2026 (VI R 15\/24) hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass die Besteuerung der Energiepreispauschale 2022 bei Arbeitnehmern verfassungsgem\u00e4\u00df war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Staat durfte die einmalige Unterst\u00fctzung von 300 Euro nach dem individuellen Steuersatz besteuern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die g\u00fcnstigere Behandlung ausschlie\u00dflich pauschal besteuerter Arbeitnehmer verst\u00f6\u00dft nach Auffassung des BFH nicht gegen den Gleichheitssatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr offene Steuerverfahren bedeutet die Entscheidung, dass ein Einspruch allein gegen die gesetzliche Steuerpflicht der Energiepreispauschale bei regul\u00e4r besteuerten Arbeitnehmern nach dieser Rechtsprechung keine Aussicht auf Erfolg hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkrete Fehler bei Auszahlung oder steuerlicher Erfassung bleiben davon zu unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie m\u00f6chten Ihren Einkommensteuerbescheid 2022 oder ein noch offenes Einspruchsverfahren \u00fcberpr\u00fcfen lassen?<\/strong> Wir unterst\u00fctzen Sie gerne bei der steuerlichen Einordnung und der Pr\u00fcfung m\u00f6glicher Korrekturen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen zur Energiepreispauschale<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">War die Energiepreispauschale 2022 steuerpflichtig?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. F\u00fcr regul\u00e4r besteuerte Arbeitnehmer ordnete \u00a7 119 Abs. 1 EStG die Besteuerung als Einnahme aus nichtselbstst\u00e4ndiger Arbeit an. Der BFH hat die Regelung f\u00fcr verfassungsgem\u00e4\u00df erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie hoch war die Energiepreispauschale 2022?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie betrug f\u00fcr Anspruchsberechtigte einmalig 300 Euro.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum mussten Arbeitnehmer die Energiepreispauschale versteuern?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzgeber wollte die Unterst\u00fctzung sozial staffeln. Durch die Besteuerung nach dem individuellen Einkommensteuertarif fiel die tats\u00e4chliche Entlastung je nach Steuerbelastung unterschiedlich hoch aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">War die Energiepreispauschale f\u00fcr Minijobber steuerfrei?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei ausschlie\u00dflich nach \u00a7 40a EStG pauschal besteuertem Arbeitslohn galt die besondere Ausnahme des \u00a7 119 Abs. 1 Satz 2 EStG. Bei zus\u00e4tzlichen individuell besteuerten Eink\u00fcnften konnte die Behandlung abweichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ist die Besteuerung der Energiepreispauschale verfassungswidrig?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem BFH-Urteil vom 11. Juni 2026 (VI R 15\/24) ist die Besteuerung der an Arbeitnehmer ausgezahlten Energiepreispauschale verfassungsgem\u00e4\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mussten Selbstst\u00e4ndige die Energiepreispauschale ebenfalls versteuern?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Energiepreispauschale wurde bei den \u00fcbrigen anspruchsberechtigten Erwerbst\u00e4tigen grunds\u00e4tzlich nach \u00a7 119 Abs. 2 EStG als sonstige Eink\u00fcnfte behandelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kann die Steuer auf die Energiepreispauschale zur\u00fcckgefordert werden?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht allein mit der Begr\u00fcndung, die gesetzliche Besteuerung regul\u00e4rer Arbeitnehmer sei verfassungswidrig. Andere konkrete Fehler und \u00c4nderungsm\u00f6glichkeiten sind gesondert zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen und Rechtsgrundlagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bundesfinanzhof, Urteil vom 11.06.2026, Az. VI R 15\/24, ECLI:DE:BFH:2026.110626.VIR15.24.0; ver\u00f6ffentlicht am 10.09.2026.<\/li><li>BFH, Pressemitteilung Nr. 49\/26 vom 14.09.2026.<\/li><li>Finanzgericht M\u00fcnster, Urteil vom 17.04.2024, Az. 14 K 1425\/23 E.<\/li><li>\u00a7\u00a7 112 und 113 EStG \u2013 Energiepreispauschale und Anspruchsberechtigung.<\/li><li>\u00a7 117 EStG \u2013 Auszahlung an Arbeitnehmer.<\/li><li>\u00a7 119 Abs. 1 und 2 EStG \u2013 Steuerpflicht der Energiepreispauschale.<\/li><li>\u00a7 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG \u2013 Eink\u00fcnfte aus nichtselbstst\u00e4ndiger Arbeit.<\/li><li>\u00a7 40a EStG \u2013 Pauschalierung der Lohnsteuer.<\/li><li>\u00a7 22 Nr. 3 EStG \u2013 Sonstige Eink\u00fcnfte.<\/li><li>Art. 3 Abs. 1 GG \u2013 Allgemeiner Gleichheitssatz.<\/li><li>Art. 105 und 106 GG \u2013 Gesetzgebungskompetenz und Steuerertragsverteilung.<\/li><li>Bundestagsdrucksache 20\/1765 \u2013 Gesetzesbegr\u00fcndung zum Steuerentlastungsgesetz 2022.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Rechtsstand: 26. Oktober 2026. Die Entscheidung betrifft ausschlie\u00dflich die Energiepreispauschale f\u00fcr das Jahr 2022.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Beitrag stellt keine individuelle steuerliche Beratung dar und ersetzt nicht das Gespr\u00e4ch mit einem Steuerberater.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>War es rechtm\u00e4\u00dfig, die Energiepreispauschale von 300 Euro im Jahr 2022 zu versteuern? Der Bundesfinanzhof (BFH) hat diese Frage mit Urteil vom 11. Juni 2026 (Az. VI R 15\/24) eindeutig beantwortet: Die Besteuerung der Energiepreispauschale bei Arbeitnehmern ist verfassungsgem\u00e4\u00df. Der Gesetzgeber durfte die einmalige staatliche Unterst\u00fctzung als steuerpflichtige Einnahme behandeln und damit die tats\u00e4chliche Entlastung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/energiepreispauschale-2022-bfh-bestaetigt-die-steuerpflicht-fuer-arbeitnehmer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Energiepreispauschale 2022: BFH best\u00e4tigt die Steuerpflicht f\u00fcr Arbeitnehmer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-81028","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81028","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81028"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81028\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}