{"id":831,"date":"2012-02-28T09:40:50","date_gmt":"2012-02-28T07:40:50","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=831"},"modified":"2012-09-18T12:17:34","modified_gmt":"2012-09-18T10:17:34","slug":"bundesfinanzministerium-folgt-der-neuen-systematik-des-vorsteuerabzugs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bundesfinanzministerium-folgt-der-neuen-systematik-des-vorsteuerabzugs\/","title":{"rendered":"Bundesfinanzministerium folgt der neuen Systematik des Vorsteuerabzugs"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bundesfinanzministerium folgt der neuen Systematik des Vorsteuerabzugs<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte Ende 2010 sowie in 2011 mehrere Grundsatzurteile zum Vorsteuerabzug gef\u00e4llt. Diese orientierten sich an den europarechtlichen Vorgaben. Sie wichen zum Teil erheblich von der bisherigen, insbesondere durch die Finanzverwaltung vertretenen, Rechtsauffassung ab.<\/p>\n<p><strong>Neue Verwaltungsanweisung<\/strong><\/p>\n<p>Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat nun zu den Urteilen in einem umfangreichen Schreiben Stellung bezogen. Besteht demnach ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der bezogenen Leistung und einem (beabsichtigten) Ausgangsumsatz, so entscheidet allein die umsatzsteuerliche Behandlung dieses Ausgangsumsatzes \u00fcber den Vorsteuerabzug. Mittelbar verfolgte Zwecke sind ohne Bedeutung. Nur wenn ein direkter Zusammenhang zu einem konkreten Ausgangsumsatz fehlt, kann sich ein Vorsteuerabzug nach der Gesamtt\u00e4tigkeit ergeben. Dies gilt aber nur, wenn die bezogene Leistung Bestandteil des Preises der vom Unternehmer erbrachten Leistungen ist.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Das BMF folgt weitestgehend der Rechtsprechung des BFH. Die Unternehmen m\u00fcssen nun die neue Systematik beim Vorsteuerabzug sp\u00e4testens ab dem 1.4.2012 beachten. Diese schr\u00e4nkt im Vergleich zur bisher g\u00e4ngigen Praxis den Vorsteuerabzug dadurch ein, dass nunmehr mittelbar verfolgte Zwecke unber\u00fccksichtigt bleiben. So berechtigen Beratungskosten, die in Verbindung mit dem steuerfreien Verkauf einer Beteiligung angefallen sind, nicht zum Vorsteuerabzug. Dies gilt auch dann, wenn der Verkauf der Beteiligung mittelbar dem gesamten Unternehmen zugute kommt und dies ansonsten nur Ums\u00e4tze erbringt, die zum Vorsteuerabzug berechtigen. Eine Aufteilung z. B. nach dem Umsatzschl\u00fcssel, entf\u00e4llt damit zuk\u00fcnftig, sofern die Eingangsleistung in unmittelbarem Zusammenhang mit nicht den Vorsteuerabzug zulassenden Ums\u00e4tzen steht. Die neue Rechtsauffassung ist jedoch nicht nur nachteilig. So l\u00e4sst der BFH gerade aufgrund dieser neuen Betrachtungsweise den Vorsteuerabzug aus Dachsanierungen, die in Verbindung mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen stehen, zu, welcher von der Finanzverwaltung bisher bestritten wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesfinanzministerium folgt der neuen Systematik des Vorsteuerabzugs Rechtslage Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte Ende 2010 sowie in 2011 mehrere Grundsatzurteile zum Vorsteuerabzug gef\u00e4llt. Diese orientierten sich an den europarechtlichen Vorgaben. Sie wichen zum Teil erheblich von der bisherigen, insbesondere durch die Finanzverwaltung vertretenen, Rechtsauffassung ab. 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