Gründung - Businessplan und Anmeldung

Der zweite Schritt beim Selbstständig machen beginnt mit der Erstellung eines Businessplans. Die eigentliche Phase der Existenzgründung ist damit eingeläutet.


Was ist ein Businessplan?

Der Businessplan ist die schriftliche Ausarbeitung der Geschäftsidee. Er ist immer dann zu erstellen, wenn die Entscheidung gefallen ist, ein Gründungsvorhaben in die Tat umzusetzen. Vor allem aber dann, wenn das Selbstständig machen finanziert werden muss. Der Businessplan ist kein festgelegter Formularsatz. Aufmachung und Text können frei gewählt werden. Dennoch hat sich in den letzten Jahren eine gewisse inhaltliche Standardisierung herausgebildet. Kapitalgeber, Banken und Fördereinrichtungen haben ihre Vorstellungen an einen Businessplan durchgesetzt und damit ein systematisches und analytisches Vorgehen bei der Erstellung erreicht. Gründer werden praktisch genötigt, ihre Idee zum Selbstständig machen noch einmal auf den Prüfstand zu stellen und auf Herz und Nieren zu hinterfragen. Es entsteht eine Art "Fahrplan" mit Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie. Businesspläne werden damit für Kapitalgeber und andere Organisationen vergleichbar. Die Entscheidung für oder gegen die Idee sich selbständig zu machen wird vereinfacht. Die Struktur der Businesspläne ist fast immer gleich und besteht aus folgenden Kapiteln, wobei die Reihenfolge variieren kann:


  1. Der Businessplan beginnt mit einer Zusammenfassung des Vorhabens sich selbständig zu machen. Es werden an dieser Stelle die wichtigsten Punkte der Existenzgründung kurz vorgestellt.
  2. Im 1. Kapitel geht es um die Unternehmensidee. Das Produkt- oder Dienstleistungsangebot wird in allen Einzelheiten erläutert. Besonders herausgestellt wird der Kundennutzen für die Zielgruppe. Ein Vergleich zum Wettbewerb darf nicht fehlen und ist erwünscht.
  3. Im 2. Kapitel gibt der Businessplan Aufschluss über den Gründer, das Gründerteam bzw. das Management. Jedes einzelne Gründungsmitglied stellt sich mit seinem persönlichen Lebenslauf, schulischem und beruflichem Werdegang und mit seinen spezifischen Qualifikationen für die Firmengründung vor.
  4. Das 3. Kapitel beschreibt den Markt und den Wettbewerb der entsprechenden Branche, in der Sie sich Selbstständig machen. Statistische Zahlen, die einen tieferen Einblick in das Berufsumfeld der Firmengründung, den Wettbewerb und die Kundenstruktur geben, sind zu beschaffen und analytisch korrekt einzutragen.
  5. Im 4. Kapitel hat sich der Gründer mit Marketing und Vertrieb zu beschäftigen. Er beschreibt sehr detailliert, mit welcher Strategie er den Markt bearbeiten will und seine konkreten Werbe- und Vertriebsüberlegungen.
  6. Das 5. Kapitel befasst sich mit der zukünftigen Unternehmensform, in der Sie sich Selbstständig machen. Inhalt ist die Gesellschaftersituation, welche Rechtsform soll gewählt werden, Genehmigungen, Erlaubniserteilung und andere formale Punkte.
  7. Kapitel 6 beschäftigt sich mit der Finanzplanung. Gefordert sind eine mindestens 3-jährige Umsatz- und Ertragsvorschau, eine Liquiditätsplanung, eine Kapitalbedarfsplanung und eine private Kostenaufstellung.
  8. Im Kapitel 7 muss sich der Gründer mit Chancen und Risiken seiner Gründung auseinandersetzen. Die Chancen des Selbstständig machen sind ebenso, wie die Risiken aufzuzeigen und zu bewerten. Alternative Möglichkeiten sind aufzuzeigen.

 

Die Erstellung des Businessplans ist keine Tätigkeit für nebenbei. Sie erfordert viel Zeit, Mühe und Recherchearbeit. Da kommen einem Gründer die im Internet angebotenen vorgefertigten Businesspläne aus den verschiedenen Branchen gerade recht. Zum Selbstständig machen genügen ein paar Euro und ein Download und schon ist zumindest eine Grundlage vorhanden. Grundsätzlich ist gegen den Kauf dieser Vorlagen zum Selbstständig machen nichts einzuwenden. Trotzdem ist die Nutzung nicht zu empfehlen. Wie Sie in den unten stehenden Vorteilen des Businessplans nachlesen können, ist gerade die intensive persönliche Beschäftigung mit allen Facetten Ihrer Firmengründung eine ganz entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung. Sie ist geradezu eine Garantie für ein vorzeitiges Scheitern beim sich Selbstständig machen. Ihre Idee ist einzigartig und so sollten auch die Texte in Ihrem Businessplan sein. Das können Vorlagen nicht leisten.


Außerdem erhalten Kapitalgeber täglich so viele Anträge von Menschen, die sich Selbstständig machen, dass sie sehr schnell erkennen, ob es sich bei Ihrem Antrag um einen eigenen Geschäftsplan handelt oder um einen vorgefertigten. Nehmen Sie sich deshalb alle Zeit, die Sie brauchen. Sie ist gut und richtig investiert. Und wenn Sie nicht alleine klarkommen, wenden Sie sich vertrauensvoll an die von jedem Bundesland geförderten Gründercoachings. Erfahrene Trainer helfen bei der Erstellung des Businessplans.


Die Vorteile des Businessplans:

Nach allem was Sie bislang über den Businessplan gelesen haben, wäre es nicht verwunderlich, wenn jetzt die Frage im Raum steht: Wozu ist das alles gut? Nachfolgend finden Sie eine formlose Auflistung der Vorteile. Sie verstehen danach ganz sicher den vollständigen Sinn des Businessplans:

  • Er hilft, außenstehende Dritte von Ihrem geplanten Vorhaben zu überzeugen. Der Gründer, der den Geschäftsplan selbst erarbeitet hat, musste sich gedanklich intensiv mit dem Konzept beschäftigen. Ihm ist wohl die ernsthafte Absicht zu unterstellen, sich tatsächlich Selbstständig machen zu wollen und es mit der Umsetzung ehrlich zu meinen.
  • Er dient als grundsätzliche Voraussetzung zur Kapitalbeschaffung. Ohne schriftliche Ausarbeitung der Machbar- und Wirtschaftlichkeit des Geschäftskonzeptes sind Geldgeber oder Institute als Investoren nicht zu gewinnen.
  • Er bietet die Gelegenheit zur Erfolgskontrolle. So wird der Businessplan automatisch zum Instrument für das Controlling. Alle Maßnahmen zum Selbstständig machen sind direkt nachvollziehbar. Planabweichungen werden sofort erkannt. Das Zahlenmaterial kann neu bewertet und Abweichung angepasst werden. Bei Schieflagen besteht sehr frühzeitig die Chance, Gegenmaßnahmen einzuleiten.
  • Durch den Geschäftsplan wird der Verfasser zu einer systematisierten Vorgehensweise für die Erstellung genötigt. Das logische Herangehen an die Ausarbeitung erzeugt Transparenz, die dem Autor eventuelle Wissenslücken offenbart und bislang verborgen gebliebene Probleme erkennen lässt.
  • Die Standardisierung des Businessplans erfordert bei der Erstellung sofortige Entscheidungen und in einigen Fällen auch die Möglichkeit auf Alternativen beim Selbstständig machen ausweichen zu können.
  • Der Businessplan beginnt mit einer Zusammenfassung der Geschäftsidee. Der Inhalt des Textes ergibt einen Gesamteindruck. Auf einen Blick wird die Dimension der geplanten Vorstellung sich selbständig zu machen sichtbar und ob sich alle Kapitel ineinanderfügen.
  • Er erhöht die Aussichten auf ein planvolles Gelingen der Idee sich selbständig zu machen. Niemand würde ein Haus ohne Bauplan bauen. Im übertragenen Sinn heißt das, der vorab ausgearbeitete Businessplan ist der Bauplan für die Firmengründung. Die Erfolgsaussichten durch das persönliche Schreiben eines Geschäftsplanes sind nachgewiesenermaßen größer als ohne Plan. Die häufigsten Ursachen für das Scheitern von Personen, die sich Selbstständig machen sind:
    • das Fehlen eines Geschäftsplans,
    • ein fehlerhafter Plan
    • gravierende Planabweichungen aufgrund schlechter Recherchen und
    • zu viel subjektivem Optimismus.
  • Bei der eingehenden Beschäftigung mit der Gründungsthematik hilft er dem Verfasser Risiken des Selbstständig machen bewusst werden zu lassen und besser abschätzen zu können. In der Praxis ist eine neue Geschäftsidee immer mit Risiken verbunden. Diese liegen sowohl im Markt als im Unternehmen selbst begründet und lassen sich nicht ausschließen. Ganz wichtig ist aber das Bewusstsein darüber. Denn nur so können Risiken mit eventuellen negativen Folgen abgefedert werden. Wer sich der Risiken des Selbstständig machen bewusst ist, kann vorsorgen und diese beispielsweise durch finanzielle Rücklagen mildern oder ausschließen.
  • Inhaltlich bauen die einzelnen Kapitel im Businessplan aufeinander auf. Die Gliederung gleicht Bausteinen, die nur in Abhängigkeit zueinander ein stimmiges großes Ganzes ergeben. Die Aussagen und Zahlen haben Auswirkungen auf die Marketingmaßnahmen für die Zielgruppe. Die Kommunikationsplanung spiegelt sich wieder in den Zahlen des Finanzplans. Die Gewinn- und Verlustplanung beeinflusst die Liquiditätsplanung und den Kapitalbedarf.

 

Ist die schriftliche Planung beendet, zeigt sich, ob der Inhalt aller Kapitel zusammenpasst. Ist das mit "Ja" zu beantworten, hat der Verfasser des Geschäftsplans ein Werk geschaffen, das ihm sein späteres unternehmerisches Handeln sehr erleichtert.


Wer hat noch Interesse an Ihrem Businessplan?

Nun wissen Sie, was ein Businessplan ist, mit welchem Inhalt er gefüllt wird und was die Vorteile sind. Im nächsten Absatz geht es darum zu wissen, für wen Sie den Geschäftsplan noch erstellen. Denn außer Ihnen haben eine Reihe anderer Geschäftspartner reges Interesse daran.

  • Ist Ihre Gründungssituation die Arbeitslosigkeit, dann verlangt das Arbeitsamt den Geschäftsplan als Grundlage für die Beantragung eines Gründungszuschusses.
  • Brauchen Sie zur Finanzierung der Gründung ein Darlehen von der Bank oder einem Eigenkapitalgeber, so verlangen diese Institutionen in jedem Fall einen Businessplan. Da es hier um Geld geht, wird besonders das Finanzkapitel des Geschäftsplans unter die Lupe genommen und durchleuchtet.
  • Möchten Sie Fördergelder für Ihr Selbstständig machen in Anspruch nehmen oder brauchen Sie die Bürgschaft einer Bürgschaftsbank, ist die Erstellung eines Geschäftsplans zwingend erforderlich.
  • Auch Lieferanten, die Ihnen längere Zahlungsfristen einräumen sollen, möchten aus verständlichen Gründen zumindest eine Kurzfassung des Businessplans sehen.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:


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