Selbstständig machen

Wie mache ich mich selbständig?

Tipps und Informationen, um sich erfolgreich selbständig zu machen


Willkommen bei Selbstständig machen,

Spielen Sie mit dem Gedanken sich selbständig zu machen und beruflich ihr eigener Herr zu sein und eine eigene Firma aufzubauen? Dann müssen Sie einige Vorarbeit leisten und ein paar Hürden aus dem Weg räumen. Das heißt aber nicht, dass der Schritt sich selbständig zu machen besonders kompliziert ist. Selbstständig machen kann sich im Prinzip jeder. Im nachfolgenden Ratgeber erhalten Sie eine Checkliste, an der Sie sich orientieren können und umfangreiche Tipps und Informationen, um sich erfolgreich selbständig zu machen. Es kann sehr hilfreich sein, sich vorab intensiv mit diesem nützlichen Ratgeber zu beschäftigen. Er beinhaltet alle wesentlichen Ratschläge und Tipps für einen gelungenen Start, um sich selbständig zu machen.



Wie mache ich mich selbständig?

Die Ausgangspunkte und Motivationen für die Gründung eines Unternehmens oder den Beginn einer selbständigen Tätigkeit sind vielfältig: Der Wunsch nach Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit, eine gute Geschäftsidee, Arbeitslosigkeit, die Abkehr von der Arbeitnehmereigenschaft oder schlicht die Aussicht, ein höheres Einkommen zu erzielen. Der Erfolg von Existenzgründungen hängt wesentlich davon ab, dass der Schritt in die Selbständigkeit gut überlegt und sorgfältig geplant wird. Das beinhaltet fachliches und betriebswirtschaftliches Know-how sowie eine „ausreichende“ finanzielle Grundausstattung. Ebenfalls ist wichtig zu wissen, welche Fördermaßnahmen Ihnen als Gründer zur Verfügung stehen. Auch sollten Sie die zentralen steuerrechtlichen Regelungen kennen, denn Selbständige müssen gegenüber dem Finanzamt eine Reihe von Pflichten erfüllen, die einem Angestellten unbekannt sind – von der Erstellung der Buchhaltungsunterlagen bis hin zur Abgabe von Umsatzsteuererklärungen.

Nicht zuletzt muss sowohl aus steuerlicher als auch aus Haftungsperspektive entschieden werden, welche Unternehmensform die richtige ist. Dieses Merkblatt informiert über die Eckpunkte einer Existenzgründung, von den Vorbereitungen über Förderprogramme bis hin zu den Steuerregeln. Eine umfassende Beratung, zum Beispiel steuerlicher, rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Art, kann damit jedoch nicht vollständig ersetzt werden – wir stehen Ihnen gerne in persönlicher Beratung zur Seite.


Allgemeine Überlegungen vor der Firmengründung

Start in die Selbständigkeit

Bei der Neugründung haben Existenzgründer den Vorteil, dass sie das Geschäft von Anfang an nach den eigenen Vorstellungen planen und gestalten können. Dem gegenüber steht der Nachteil, dass der künftige Erfolg unsicher ist: Berechnungen und Einkommenserwartungen im Vergleich zu Bestandsunternehmen können nur auf Prognosen und weniger auf Erfahrungswerten basieren.

Anders sieht dies bei der Übernahme oder Beteiligung an einem bestehenden Geschäft aus: Hier liegen meist aussagekräftige Zahlen aus der Vergangenheit vor. Hinzu kommen häufig ein bestehender Kundenstamm, vorhandene Betriebs- und Geschäftseinrichtungen sowie möglicherweise erfahrene Mitarbeiter. Dafür ist der Existenzgründer in seinen Entfaltungsmöglichkeiten stärker eingeschränkt als bei einem Start durch Neugründung.


Am Anfang der Selbständigkeit steht meist als Triebfeder eine Geschäftsidee oder der dringende Wunsch nach beruflicher Veränderung. Sie wollen nicht länger angestellt sein, sondern frei und ein unabhängiges (Berufs-) Leben führen.
Zwei entscheidende Erfolgsfaktoren beeinflussen nachhaltig Ihren Wunsch sich selbständig zu machen - die Geschäftsidee und die Frage, ob Sie ein Unternehmertyp sind. Beide Faktoren werden nachfolgend noch behandelt.
Sofern Ihnen noch keine Geschäftsidee unter den Nägeln brennt, die umgesetzt werden will, entwickeln Sie vor dem Selbstständig machen als Erstes eine geschäftliche Idee. Hilfe bei der Suche finden Sie in kostenlosen Beratungsstellen. Geeignet für eine Ideenfindung sind auch Suchmaschinen im Internet. Beachten Sie, Ihre Geschäftsidee zum Selbstständig machen gründlich zu recherchieren und zu planen. Denn Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung ist das Erkennen einer Zukunftsperspektive und die Möglichkeit einer aussichtsreichen Vermarktung.


Ist die Selbständigkeit für SIE das Richtige bzw. sind Sie ein Unternehmertyp?

Der zweite entscheidende Erfolgsfaktor für das Gelingen Ihrer Firmengründung steckt in der Frage: Sind Sie ein Unternehmertyp? Diese Frage sollten Sie sich unbedingt stellen, bevor Sie sich Selbstständig machen. Und Sie sollten sich die Frage ehrlich beantworten. Von Ihnen als Person hängen die erfolgreiche Firmengründung und der Bestand der Unternehmung entscheidend ab. Kennen Sie die Herausforderungen, denen Sie sich stellen müssen, wenn Sie sich Selbstständig machen? Beschäftigen Sie sich gerade in der Vorbereitungsphase des Selbstständig machen intensiv mit den nachfolgenden Punkten.


Persönliche Voraussetzungen prüfen

Bevor mit den ersten Schritten in die Existenzgründung begonnen wird, sollte sich jeder potentielle Gründer selbst fragen, ob er die notwendigen persönlichen Voraussetzungen mitbringt. Denn Selbständigkeit setzt unter anderem voraus, dass man sich um viele Dinge kümmern muss, von denen man im Angestelltenverhältnis nicht betroffen war. In letzter Konsequenz führt dies in der Regel dazu, dass man deutlich weniger (Frei-)Zeit hat und im Vergleich zu einem Anstellungsverhältnis höhere Risiken eingeht. Im Fall eines Scheiterns kann unter Umständen die soziale Absicherung fehlen. Wenn der Rückhalt aus dem eigenen familiären Umfeld fehlt, insbesondere wenn der Ehepartner nicht uneingeschränkt hinter dem Vorhaben steht, sollten Sie von Ihrem Schritt in die Selbständigkeit erst einmal Abstand nehmen. Daneben sollte jeder Gründer unter anderem die folgenden Fragen beantworten.

Wichtig: Beantworten Sie mehr als eine der folgenden Fragen mit „Nein“, sollten Sie im Zweifel von der Selbständigkeit Abstand nehmen oder das Vorhaben auf einen günstigeren Zeitpunkt verschieben:

1. Ist Ihnen klar, dass Sie meist deutlich mehr Zeit investieren müssen, als das im Angestelltenverhältnis der Fall ist; oft auch an Wochenenden (Faustregel: + 20 % – 40 %)?

2. Ist Ihnen klar, dass Sie sich zumindest in der Startphase um viele Dinge selbst kümmern müssen, damit das Projekt klappt (zum Beispiel Administration, Akquise, Steuern)?

3. Können Sie private Dinge zurückstellen, sich zum Beispiel seltener mit Freunden treffen oder ausgehen?

4. Ist bei Ihnen die Bereitschaft vorhanden, bei Hobbies und eventuellen Ehrenämtern kürzer zu treten?

5. Ist Ihnen klar, dass Sie hohe finanzielle Risiken eingehen und es bei einem Scheitern gegebenenfalls auch um die Existenz gehen kann?

6. Ist Ihnen klar, dass Sie in den ersten 12–24 Monaten den Lebensunterhalt oft nicht decken können und über entsprechende Rücklagen verfügen sollten?

7. Können Sie gegebenenfalls auch eine längere Startphase als gedacht finanziell „puffern“, zum Beispiel wenn mehr Auflagen als gedacht erfüllt werden müssen oder wenn es mit der Akquise mal nicht so gut klappt?

8. Ist Ihnen klar, dass es auch schlechte Zeiten geben kann und Sie für solche Phasen auch finanziell vorbeugen müssen?

9. Verfügen Sie über die notwendigen fachlichen und persönlichen Qualifikationen in Ihrem Feld? Sind Sie bereit und haben Sie die monetären Möglichkeiten, sich zu bestimmten Themen externe Hilfe zu holen (zum Beispiel Steuer-, Rechts-, Unternehmensberater)?

10. Ist bei Ihnen die Bereitschaft und der Wille vorhanden, sich selbst immer wieder zu vermarkten, Kunden und Geschäftspartner anzusprechen und sich nicht durch Rückschläge und Zurückweisungen aus dem Konzept bringen zu lassen?


Überlegen Sie selbstkritisch, wo Ihre Stärken liegen und wie Sie vorhandene Schwächen ausgleichen können.

  • Als Unternehmer müssen Sie bereit und in der Lage sein, unter Druck zu arbeiten.
  • Auf Sie kommt viel Arbeit zu, um Ihrer Firma eine Überlebenschance zu geben.
  • Zeit zu investieren darf für Sie nicht zum Problem werden. Private Probleme sind ein Risikofaktor. Bevor Sie sich Selbstständig machen, schaffen Sie klare Verhältnisse im privaten Umfeld.
  • Besitzen Sie Kreativität, um flexibel auf Veränderungen in Ihrem Markt zu reagieren? In unserer schnelllebigen Zeit sind Fantasie und Risikobereitschaft gefragt, wenn sich neue Entwicklungen in Ihrem Berufsumfeld zeigen.
  • Durchsetzungsvermögen ist nötig. Eine klare Positionierung schafft Vertrauen und bekämpft Zweifel und Unsicherheit.
  • Selbstmotivation ist eine überlebenswichtige Eigenschaft, damit Ihnen die Freude an Ihrem Schritt, sich selbständig zu machen, nicht verloren geht. Nach der ersten Euphorie muss es mit vollem Elan weitergehen. Zur Not treten Sie sich mal selbst in den Hintern.
  • Sie übernehmen eine hohe Verantwortung für Ihr Angebot, den Umsatz, den Gewinn und gegenüber Mitarbeitern und Lieferanten.
  • Täglich treffen Sie zahllose Entscheidungen über das Wohl und Wehe Ihrer Unternehmung.

Können Sie sich mit den meisten Herausforderungen identifizieren? Dann planen Sie weiter sich selbständig zu machen. Können Sie das nicht, ziehen Sie lieber in Erwägung, es als Einzelperson sein zu lassen. Alternativ gibt es dann immer noch die Möglichkeit, sich im Team selbständig zu machen und so eventuelle Defizite auszugleichen.


Die Gründungssituation und Motivation

In Abhängigkeit von der persönlichen Situation, aus der heraus Sie sich Selbstständig machen wollen, bieten Ihnen staatliche Stellen und andere Organisationen zahlreiche Angebote zur Unterstützung. Welche Gründungssituation trifft auf Sie zu?

  • Selbstständig machen nach dem erfolgreichen Abschluss eines Studiums
  • Selbstständig machen als Weg aus der Arbeitslosigkeit (und Gründungszuschuss).
  • Selbstständig machen als Nebenerwerb.
  • Selbstständig machen neben einem festen Beschäftigungsverhältnis.

Wählen Sie die für Ihre Motivation passende Situation und suchen Sie nach den Stellen, wo Ihnen die entsprechende Unterstützung zuteil wird (Uni, Hochschule, Berufsverband, Arbeitsamt bzw. Jobcenter, IHK, etc.).


Formen der Selbständigkeit

Bezogen auf die Branche, in der Sie sich Selbstständig machen wollen und ihrem individuellen Typ, bieten sich sehr unterschiedliche Formen der Selbständigkeit an. Die Wichtigsten sind nachfolgend aufgeführt:

  • Kleinunternehmen sind Existenzgründungen, bei denen sich Gründer nur für ihren eigenen Arbeitsplatz Selbstständig machen. Unter diesen Begriff der Selbständigkeit fallen auch Nebenerwerbsgründungen und der auf Zukunft ausgerichtete parallele Geschäftsaufbau neben einer regulären Festanstellung. Vorteilhaft bei Kleinunternehmen sind ein minimales Startkapital, das geringe Risiko und die fehlende Verantwortung für Personal.
    Nachteilig kann sein, dass sich Kleinunternehmer auch wie solche fühlen und von daher unprofessionell arbeiten und auftreten. Kleinunternehmer ist auch ein steuerrechtlicher Begriff.
  • Voraussetzung für das sich Selbstständig machen im E-Business ist die umfassende Kenntnis der Technologie. Alle Funktionen und Links auf der Webseite, dem Portal oder dem Online-Shop müssen funktionieren, damit Interessenten wiederkommen. Außerdem sind umfangreiche Marketingaktivitäten notwendig, um im Internet überhaupt gefunden zu werden. Die Anonymität im Netz zwischen Verkäufer und Kunden verhindert sofortige Geschäfte in Form von Verkäufen. Zunächst einmal muss eine Vertrauensbasis aufgebaut werden, bevor es zu ersten Käufen kommt - und das kostet Zeit. Um sich im E-Business erfolgreich selbständig zu machen ist die Zusammenarbeit mit anderen Online-Geschäftspartnern sehr zu empfehlen.
  • Eine Neugründung ist die passende Form, um sich selbständig zu machen, wenn Sie Ihre Geschäftsidee von Grund auf angehen und aufbauen wollen. Hier können Sie den Geschäftsaufbau so gestalten, wie Sie sich das vorstellen. Alle Entscheidungen treffen Sie allein und sind dafür verantwortlich, ob Ihre Unternehmung gelingt oder nicht. Das volle Risiko lastet auf Ihren Schultern. Nachteilig wirken sich bei dieser Form des sich Selbstständig machen fehlende Kundenbeziehungen aus. Es ist auch ein Problem, nicht auf erfahrenes Personal zurückgreifen zu können.
  • Eine Unternehmensübernahme kann zum Selbstständig machen eine gute Lösung sein. Oftmals haben gerade Familienunternehmen große Sorgen mit der Nachfolgeregelung oder Fortführung ihres Betriebes. Vorteilhaft ist die Übernahme eines laufenden Geschäftes, vorausgesetzt, die Zahlen aus der Vergangenheit sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht in Ordnung. Sie beginnen beim Selbstständig machen nicht bei null, können aber unter Umständen Ihre individuellen Ideen und Vorstellungen nicht umsetzen. Der größte Nachteil ist, in bestehenden Firmen hat sich eine eigenständige Firmenphilosophie entwickelt und die Geschäftspolitik ist durch die vorherige Geschäftsführung nachhaltig geprägt.
  • Die Beteiligung bietet sich als Möglichkeit zum Selbstständig machen an, wenn Sie in der glücklichen Lage sind, Geld zu besitzen aber keine eigene passende Idee haben für den Schritt in die Selbständigkeit. Eine Beteiligung kann als stille oder als tätige Beteiligung eingegangen werden. Durch Ihren Kapitaleinsatz erwerben Sie sich anteilige Rechte an der Unternehmung. Bevor Sie sich auf diese Weise Selbstständig machen, recherchieren Sie ausgiebig über die Firma, die finanzielle Lage und die Produkte oder beauftragen einen versierten Dritten.
  • Beim Franchise übernehmen Sie das bereits eingeführte Geschäftsmodell eines anderen Unternehmens, dem Franchise-Geber. Wenn Sie sich mit dieser Geschäftsform Selbstständig machen, starten Sie direkt in einem vorhandenen Marktsegment. Sie vertreiben mit einer bewährten Idee die Produkte oder Dienstleistungen des Franchise-Gebers. Das bedeutet in der Regel ein Selbstständig machen mit einem ausgereiften Geschäftskonzept. Der Franchise-Geber unterstützt Sie durch Schulungsmaßnahmen auf sein Geschäftskonzept und hilft Ihnen bei Gesprächen mit der Bank zwecks Finanzierung. Hilfe bekommen Sie oftmals auch bei der Suche nach einem geeigneten Ladenlokal. Büro- und Geschäftsausstattung wird meist gegen Kostenbeteiligung zur Verfügung gestellt. Als nachteilig erweisen sich die meist hohen Einmalkosten für das Franchise-System sowie Lizenzgebühren auf Umsatz oder Gewinn und eine finanzielle Beteiligung an den Werbekosten.
  • Als Spin-off bezeichnet die Marktwirtschaft die Ausgliederung eines Teilbereiches eines Unternehmens und seine Weiterführung als eigenständige Firma. Das können Abteilungen wie Versand, Montage, Marketing und ähnliche sein, in denen sich auch verantwortungsbewusste Mitarbeiter Selbstständig machen können. Die in der Regel weiterhin bestehende Verknüpfung mit der Mutterfirma verspricht sofort Umsatz und Gewinn und sorgt für einen guten Start der Idee sich selbständig zu machen.

Die Geschäftsidee

Der erste entscheidende Erfolgsfaktor für das Gelingen einer Firmengründung ist eine tragfähige Geschäftsidee. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt der Firmengründung und die Basis für jedes Geschäftskonzept. Lassen Sie sich Zeit bei der Suche und prüfen Sie sorgsam alles, was Ihnen über den Weg läuft. Sie brauchen keine komplett neue Idee oder Marktneuheit, um sich selbständig zu machen. Es ist vielmehr notwendig, die Planung und Umsetzung Ihrer Idee zielgerichtet durchzuführen, damit Sie erfolgreich werden. Ein entscheidendes Kriterium bei der Suche nach einer Geschäftsidee ist der Kundennutzen, den Sie bieten. Stellen Sie sich immer die Fragen: Was will der Kunde? Wer ist meine Zielgruppe? Unter diesen Aspekten konzentrieren Sie Ihre Ideensuche auf die folgenden vier Gesichtspunkte:

  • Sie setzen auf "Innovation" und gründen eine Firma mit einem im Markt noch nicht vorhandenen Angebot.
  • Mit Ihrer Geschäftsidee passen Sie unter dem Stichwort "Produktmodifikation" ein bestehendes Angebot den Kundenbedürfnissen besser an. Denn es gibt kein Angebot, das nicht noch verbessert werden kann.
  • Unter dem Begriff "Marktdurchdringung" planen Sie Ihre Geschäftsgründung mit einem ähnlichen Angebot wie der Wettbewerb. Und dann versuchen Sie durch geschicktere Marketingmaßnahmen Ihre Geschäftsidee potenziellen Kunden näher zu bringen.
  • Betrachten Sie die Ideensuche unter dem Aspekt "Expansion". Übernehmen Sie ein bestehendes Angebot und erschließen damit neue Absatzmärkte im In- und Ausland.

Nachdem Sie auf diese Weise verschiedene Geschäftsmöglichkeiten gefunden haben, geht es darum, Ihre Vorstellungen auf rechtliche, wirtschaftliche und technische Machbarkeit hin zu überprüfen.

Welche der Geschäftsideen ist überhaupt umsetzbar?

  • Brauchen Sie spezielle Genehmigungen?
  • Kann Ihre Idee, sich selbständig zu machen wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden?
  • Steht Ihre Geschäftsidee in Einklang mit geltendem Recht und gesetzlichen Bestimmungen?
  • Bringen Sie die notwendigen Fähigkeiten mit, die Idee umzusetzen?

Sind Sie immer noch von Ihrer Geschäftsidee überzeugt, nutzen Sie die neu erworbenen Kenntnisse und Tipps, um sich selbständig zu machen. Nun wissen Sie, an wen Sie sich wenden können und wie es funktioniert. An dieser Stelle sind die Beschaffung von Vorabinformationen und die grundsätzlichen Überlegungen zum Selbstständig machen beendet.


Informationsbeschaffung und Unterstützungsangebote

Gründer stehen häufig vor dem Problem, dass sie am Anfang nicht genau wissen, wo sie sich zu allen benötigten Themen Informationen beschaffen können. Dabei gibt es eine schier unendliche Anzahl von Quellen, die genutzt werden können. Unter anderem kommen die folgenden Quellen und Unterstützungsangebote in Betracht, wobei einige Quellen auch in mehreren Themengebieten Hilfestellungen anbieten – auch wenn diese einem Hauptbereich zugeordnet sind.

Vorab-/Startinformationen/allgemeine Quellen

  • Industrie- und Handelskammer (IHK)
  • Handwerkskammer (HWK)
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
  • Gründungsinitiativen von Kommunen und Bundesländern

· Fach- und Branchenverbände, Vereine, Genossenschaften, Gewerkschaften

  • Wirtschaftsförderungen
  • Beratungsstellen für Existenzgründer
  • Agentur für Arbeit
  • Freunde/Verwandte/Bekannte/Arbeitgeber
  • Messen, Kongresse, Ausstellungen
  • Fachliteratur

Businessplan

  • Unternehmens-/Steuerberater
  • Branchenverbände

· Business-Angel (bei größeren Vorhaben; weitere Informationen finden Sie unter www.fuer-gruender.de/kapital/eigenkapital/business-angels/band/)

Soziale Absicherung

  • Krankenkassen (gesetzlich/privat)
  • Agentur für Arbeit
  • Rentenversicherungen Bund und Länder

· Versicherungsmakler (www.bdvm.de) und -berater (www.bvvb.de)

Kapitelbeschaffung/Fördergelder

  • Banken und Sparkassen

· Das Bundeswirtschaftsministerium bietet unter www.foerderdatenbank.de eine recherchierbare Übersicht über Fördermöglichkeiten in Deutschland und der EU.

· Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) bietet auf ihrer Internetpräsenz zahlreiche Informationen (www.kfw.de, Rubrik Unternehmen à Gründen & Nachfolgen.)

  • Agentur für Arbeit (Gründungszuschuss)
  • Bürgschaftsbanken

· Der Verein „Deutsches Mikrofinanz Institut“ (DMI) als Dachorganisation von Mikrofinanzierungsanbietern im gesamtdeutschen Raum bietet auf seiner Internetpräsenz www.mikrofinanz.net neben zahlreichen Informationen über die Möglichkeiten von Mikrokrediten Kontaktdaten zu regionalen Anbietern.

  • Rechtsform/Steuern/Abgaben
  • Steuer-/Unternehmensberater
  • Rechtsanwälte

Hinweis

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat unter www.existenzgruender.de ein Existenzgründungsportal ins Leben gerufen. Es soll als bundesweite zentrale Anlaufstelle für Gründer sowie junge Unternehmen fungieren. Sie finden dort unter anderem:

  • Textbeiträge und interaktive Checklisten,
  • ein Expertenforum und eine Mediathek,

· eine Gründungswerkstatt mit vielseitigen Lernprogrammen und Softwareangeboten,

  • eine Adressen- sowie Seminardatenbank,

· fremdsprachige Informationen für Gründer mit Mi-grationshintergrund und

  • einen Fahrplan in die Selbständigkeit.

12 Typische Gründerfehler vermeiden

1. Keine Überprüfung der persönlichen Eignung:

Viele Gründer prüfen vor einem Start nicht oder nur sporadisch, ob sie persönlich geeignet sind, eine selbständige Existenz aufzubauen. Nicht nur der Arbeits- und Zeitaufwand, sondern auch die Vielzahl der zu bearbeitenden Themen außerhalb des eigentlichen „Fachgebiets“ und die anfängliche Durststrecke werden häufig unterschätzt. Oft wird auch vorausgesetzt, dass die Familie in allen Belangen „mitspielt“ und Unterstützung leistet. Sind die ersten Probleme erst eingetreten, bröckelt die Unterstützung, und in der letzten Konsequenz drohen Trennung und auch eine vorzeitige Auflösung des Gründungsvorhabens. Potentielle Gründer sollten diesen Punkt unbedingt ernst nehmen und über alle Dinge mit dem Partner offen sprechen, auch darüber, dass es möglicherweise am Anfang vor allem finanziell nicht so gut laufen wird.

2. Start ohne fundierte Planung:

Immer wieder ist zu beobachten, dass Gründer vor allem ihre Idee sehen und sich damit verwirklichen wollen. Sie gehen davon aus, dass auch Kunden und andere Geschäftspartner die Idee gut finden und zum Beispiel regelmäßig kaufen werden. Dabei wird häufig durch eine „rosarote“ Brille gesehen: Es wird ausgeblendet oder unterschätzt, dass es bereits etablierte Wettbewerber gibt, dass am Anfang oft hohe Kosten und Auszahlungen für Investitionen entstehen und dass man sich erst einmal einen Namen machen muss. Risiken oder Schwächen werden nicht bewertet, mögliche „Knackpunkte“ sind nicht bekannt und es wird daher nicht systematisch nach Lösungen gesucht. Jeder Gründer sollte daher im Vorfeld der Gründung einen Businessplan erstellen und diesen auch kritisch von Dritten (zum Beispiel Beratern, Freunden, Verwandten) auf Potential und Schwachstellen prüfen lassen.

3. Fehlendes betriebswirtschaftliches und anderes Wissen:

Immer wieder gehen Gründer davon aus, dass es ausreicht, wenn sie über das für die Herstellung und den Verkauf notwendige Wissen verfügen. Dabei bedeutet Unternehmertum, dass man die ganze Palette von Aufgaben erfüllen muss, die anfallen, zum Beispiel

  • Herstellung und Verkauf von Produkten,
  • Personalauswahl und -förderung,
  • Planung und Kalkulation von Preisen,
  • Identifikation von profitablen Produkten und Kunden,
  • Erstellung und Pflege der Unternehmensplanung,

· Planung und Steuerung der Liquidität (unter anderem entstehen durch das Schreiben von Rechnungen zwar Forderungen, die Zahlungen erfolgen aber in der Regel erst nach vier oder mehr Wochen),

  • Aufbau von Marketing- und Vertriebsstrukturen,
  • Verhandlungen mit Partnern,
  • Vertragsgestaltung,

· Gestaltung und Verbesserung von Abläufen und EDV-Systemen,

  • Steuern,
  • Buchführung,
  • Jahresabschlüsse.

Unternehmer müssen daher dafür sorgen, dass sie sich entwederin viele Themen selbst einarbeiten, bestimmteAufgaben an qualifizierte Mitarbeiter übertragen oder sich Rat von Dritten holen. In der Praxis sollte es so sein, dass man sich als Unternehmer am Anfang vor allem Rat von außen holt, zum Beispiel durch Steuer- und Unternehmensberater oder Buchführungshelfer. Denn zum einen ist es quasi unmöglich, sich auf allen Gebieten eine entsprechende Qualifikation anzueignen, und zum anderen ist es zu Beginn meist schlicht zu teuer, entsprechend Fachpersonal einzustellen.

4. Zu knappe Berechnung des Kapitalbedarfs:

Ein weiterer Punkt ist, dass Gründer den notwendigenKapitelbedarf falsch einschätzen oder ihn bewusst knapp kalkulieren, weil sie für Kredite Zinsen zahlen müssen. Kommt es zu höheren Zahlungen, zum Beispiel weil für Investitionen mehr bezahlt werden muss als angenommen, oder weil die Verluste am Anfang höher ausfallen als geplant, entstehen Deckungslücken, die oft nicht kurzfristig zu schließen sind. Im Extremfall kann kein neues Kapital erschlossen werden und es droht die Insolvenz. Gründer sollten daher trotz der höheren Zinsen lieber einen höheren Kapitalbedarf einplanen.

5. Falsche Rechtsform:

Viele Unternehmen starten als GmbH. Nachteil: Es fällt Lohnsteuer für das Geschäftsführergehalt an, obwohl das Unternehmen womöglich noch gar keinen Gewinn erzielt.

6. Zu niedrige Steuervorauszahlungen:

Nach Gründung des Unternehmens dauert es meist zwei Jahre, bis der erste Einkommensteuerbescheid vorliegt. Bei zu niedrigen Einkommensteuervorauszahlungen können die Einkommensteuernachzahlungen das Unternehmen in ernsthafte finanzielle Engpässe führen. Eine freiwillige Anpassung der Vorauszahlung nach oben (oder besser: der Aufbau entsprechender Rücklagen) kann daher sinnvoll sein.

7. Mängel in der Gestaltung von Verträgen mit Angehörigen:

In den Betrieben von Gründern und jungen Firmen hilft oft die ganze Familie kräftig mit. Geschieht dies ohne Arbeitsvertrag und Gehalt, verschenkt die Familie Steuern. Denn bei der Einkommensteuer hat jedes Familienmitglied eine ganze Reihe persönlicher Freibeträge, die oft ungenutzt verfallen. Oft leihen Familienangehörige auch Geld oder stellen Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung. Es ist steuerlich meist sinnvoll, in diesen Fällen Darlehens- bzw. Mietverträge abzuschließen.

8. Fehlende/falsche Verträge und Versicherungen:

Es sind zahlreiche Verträge zu schließen, damit der Betrieb arbeiten kann. Um hier keine teuren Fehler zu machen, sollten Gründer zumindest in Fällen, die keinen Standard darstellen, sich juristischen Beistand holen. Ähnliches gilt für Versicherungen. Gründer sind häufig falsch, unzureichend oder gar nicht versichert – im Schadensfall drohen dann unter Umständen existentielle Risiken. Auch hier ist die Konsultation eines Experten sinnvoll. Zudem sollten Verträge und Versicherungen mindestens jährlich überprüft werden .

9. Falsches Timing bei der Umsatzsteuer:

Viele Gründer beantragen in der Anfangsphase dauerhaft eine Fristverlängerung zur Voranmeldung der Umsatzsteuer. Gleichzeitig mögliche Vorsteuererstattungen kommen dann erst einen Monat später, was die in der Anfangsphase wichtige Liquidität verringert.

10. Fehler bei der Umsatzsteuer:

Wegen nicht ordnungsgemäßer Belege (beispielsweise ist auf Rechnungsbelegen für gekaufte Waren die Mehrwertsteuer nicht ausgewiesen) wird der Vorsteuerabzug nicht anerkannt. Dadurch wird bares Geld verschenkt.

11. Mängel in der Buchführung:

Mängel in der Buchführung (falsche Kontierung, Verbuchung fehlerhafter Belege, auf denen die Mehrwertsteuer fehlt, Zeitverzögerung bei der Durchführung) führen nicht selten dazu, dass zu wenig oder zu spät Umsatzsteuer gezahlt wird. Bei Anträgen auf Herabsetzung von Steuervorauszahlungen können dem Finanzamt dann oft auch keine aussagefähigen Unterlagen vorgelegt werden.

12. Ordnungsgemäße Kassenführung:

Ein besonderer Hinweis gilt der ordnungsgemäßen Kassenführung. Bei Betrieben mit Bargeldverkehr müssen die Vorgaben der Finanzverwaltung penibel eingehalten werden.

Hinweis

An dieser Stelle kann für Sie auch das Merkblatt „Ordnungsgemäße Kassenführung“ hilfreich sein.

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:



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Dipl.-Kfm. Michael Schröder, Steuerberater
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