{"id":10019,"date":"2012-12-06T17:32:58","date_gmt":"2012-12-06T15:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=10019"},"modified":"2012-12-06T17:32:58","modified_gmt":"2012-12-06T15:32:58","slug":"ii-b-153-10-keine-adv-wegen-verfassungsrechtlicher-zweifel-gegen-die-bemessung-der-grunderwerbsteuer-nach-grundbesitzwerten-gewaehrung-vorlaeufigen-rechtsschutzes-erteilung-eines-steuerbescheides-bei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-153-10-keine-adv-wegen-verfassungsrechtlicher-zweifel-gegen-die-bemessung-der-grunderwerbsteuer-nach-grundbesitzwerten-gewaehrung-vorlaeufigen-rechtsschutzes-erteilung-eines-steuerbescheides-bei\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;153\/10 &#8211; Keine AdV wegen verfassungsrechtlicher Zweifel gegen die Bemessung der Grunderwerbsteuer nach Grundbesitzwerten &#8211; Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes &#8211; Erteilung eines Steuerbescheides bei noch nicht erlassenem Grundlagenbescheid"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.4.2011, II B 153\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine AdV wegen verfassungsrechtlicher Zweifel gegen die Bemessung der Grunderwerbsteuer nach Grundbesitzwerten &#8211; Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes &#8211; Erteilung eines Steuerbescheides bei noch nicht erlassenem Grundlagenbescheid<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die AdV eines Grunderwerbsteuerbescheids, dessen Bemessungsgrundlage sich aus einem Grundbesitzwert ergibt, kommt nicht wegen ernstlicher Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 11 i.V.m. &sect; 8 Abs. 2 GrEStG und &sect;&sect; 138 ff. BewG in Betracht.<\/p>\n<p>2. Im Verfahren &uuml;ber die Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes ist zu beachten, dass regelm&auml;&szlig;ig keine weitergehende Entscheidung getroffen werden kann als vom BVerfG zu erwarten ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Antragstellerin und Beschwerdegegnerin (Antragstellerin), eine vormalige Gesellschaft luxemburgischen Rechts, vereinigte in ihrer Hand aufgrund eines Vertrags vom 2. Dezember 2008 alle Anteile der T S.a.r.l. (T) mit Sitz in Luxemburg. Zum Verm&ouml;gen der T geh&ouml;rten zahlreiche inl&auml;ndische Grundst&uuml;cke.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzamt S erlie&szlig; am 3. M&auml;rz 2010 gegen&uuml;ber der Antragstellerin gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 3 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) einen Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r die Grunderwerbsteuer im Hinblick auf die durch den Vertrag vom 2. Dezember 2008 verwirklichte Vereinigung aller Anteile (&sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG) der T in der Hand der Antragstellerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte gegen die Antragstellerin durch ge&auml;nderten Bescheid vom 6. August 2010 Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von 231.175 EUR fest. Der Bescheid erging gem&auml;&szlig; &sect; 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 und 4 der Abgabenordnung (AO) vorl&auml;ufig hinsichtlich der Frage, ob die Heranziehung der Grundbesitzwerte i.S. des &sect; 138 des Bewertungsgesetzes (BewG) als Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Grunderwerbsteuer verfassungsgem&auml;&szlig; ist. Die Bemessungsgrundlage von 6.605.000 EUR ergab sich aus einer Sch&auml;tzung in H&ouml;he von 50 v.H. des Marktwerts der insgesamt zw&ouml;lf im Bezirk des FA gelegenen Grundst&uuml;cke der T. F&uuml;r diese Grundst&uuml;cke lagen die vom FA bei den Lagefinanz&auml;mtern angeforderten Feststellungsbescheide &uuml;ber die Grundbesitzwerte noch nicht vor. &Uuml;ber den Einspruch ist noch nicht entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragte zun&auml;chst beim FA und danach beim Finanzgericht (FG), die Vollziehung des Grunderwerbsteuerbescheids auszusetzen und machte unter Hinweis auf die Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 27. Mai 2009 II R 64\/08 (BFHE 225, 508, BStBl II 2009, 856) und vom 29. Juli 2009 II R 8\/08 (BFH\/NV 2010, 60) verfassungsrechtliche Bedenken gegen die in &sect; 8 Abs. 2 GrEStG angeordnete Heranziehung der Grundbesitzwerte i.S. der &sect;&sect; 138 ff. BewG als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer geltend. Ferner habe das FA das ihm durch &sect; 155 Abs. 2 AO er&ouml;ffnete Ermessen, einen Steuerbescheid (Folgebescheid) vor Erlass des Grundlagenbescheids zu erteilen, nicht ordnungsgem&auml;&szlig; ausge&uuml;bt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Vollziehung des Grunderwerbsteuerbescheids vom 6. August 2010 bis zum Ergehen der f&uuml;r die Ermittlung der Bemessungsgrundlage erforderlichen Grundbesitzwertfeststellungsbescheide ausgesetzt und ab F&auml;lligkeit der Grunderwerbsteuer bis zum Ergehen der gerichtlichen Aussetzungsentscheidung aufgehoben. Es best&uuml;nden im Hinblick auf die gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG anzuwendenden &sect;&sect; 138 ff. BewG ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheids. Dem Aussetzungsinteresse der Antragstellerin stehe kein &uuml;berwiegendes &ouml;ffentliches Interesse und insbesondere nicht das Interesse an einer geordneten Haushaltsf&uuml;hrung entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Beschwerde zugelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat Beschwerde eingelegt und wie folgt begr&uuml;ndet: Das FG habe bei seiner Entscheidung die gro&szlig;e Breitenwirkung einer Aussetzung der Vollziehung (AdV) verkannt. Unter Zugrundelegung der von der Antragstellerin angesetzten Verkehrswerte schon f&uuml;r alle in Schleswig-Holstein gelegenen Grundst&uuml;cke ergebe sich eine Grunderwerbsteuer in H&ouml;he von etwa 3 Mio. EUR. F&uuml;r den Haushalt des Landes Schleswig-Holstein sei dieser Betrag keine unerhebliche Gr&ouml;&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, den Beschluss des FG aufzuheben und den Antrag abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und zur Ablehnung des Antrags auf AdV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 7 i.V.m. Abs. 3 Satz 1 und Abs. 2 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) soll die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsaktes auf Antrag u.a. dann ausgesetzt werden, wenn ernstliche Zweifel an dessen Rechtm&auml;&szlig;igkeit bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ernstliche Zweifel in diesem Sinne sind anzunehmen, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Verwaltungsaktes im Aussetzungsverfahren neben den f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Gr&uuml;nden gewichtige, gegen sie sprechende Umst&auml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen bewirken oder Unklarheiten in der Beurteilung der Tatfragen aufwerfen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 10. Februar 1967 III B 9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182; Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 69 Rz 86, m.w.N.). Solche Umst&auml;nde sind im Streitfall nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheids im Hinblick darauf, dass dieser als Folgebescheid gem&auml;&szlig; &sect; 155 Abs. 2 AO vor dem Erlass der nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG i.V.m. &sect; 138 Abs. 3 und &sect; 151 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 5 BewG erforderlichen gesonderten Feststellungsbescheide ergangen ist, bestehen nicht. &sect; 155 Abs. 2 AO l&auml;sst die Erteilung eines Steuerbescheids ausdr&uuml;cklich zu, auch wenn ein Grundlagenbescheid noch nicht erlassen wurde. Im Streitfall ist auch dem Erfordernis, dass ein auf &sect; 155 Abs. 2 AO gest&uuml;tzter Steuerbescheid einen klaren und eindeutigen Hinweis auf eine insoweit nur vorl&auml;ufig getroffene Regelung enthalten muss (vgl. BFH-Urteile vom 19. April 1989 X R 3\/86, BFHE 156, 383, BStBl II 1989, 596; vom 11. Dezember 1997 III R 14\/96, BFHE 185, 177, BStBl II 1999, 401), hinreichend Rechnung getragen. Denn in dem angefochtenen Bescheid ist durch die ausdr&uuml;ckliche Kennzeichnung der zugrunde gelegten Bemessungsgrundlage als &quot;Sch&auml;tzwert&quot; sowie den weiteren Hinweis, dass der Gesamtbetrag der Grundbesitzwerte &quot;0&quot; EUR betrage, deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Regelung im Vorgriff auf die noch ausstehenden Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung der Grundbesitzwerte erfolgte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Vorbringen der Antragstellerin, das FA habe sein in &sect; 155 Abs. 2 AO einger&auml;umtes Ermessen zum Erlass eines Steuerbescheids vor Ergehen der Grundlagenbescheide nicht ausge&uuml;bt, ergeben sich keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Bescheids. Dabei kann offen bleiben, ob das nur den Zeitpunkt der Entscheidung betreffende Ermessen i.S. des &sect; 155 Abs. 2 AO (vgl. Trzaskalik in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect; 155 AO Rz 44) &uuml;berhaupt einer Begr&uuml;ndung bedarf oder ob insoweit die bei Aus&uuml;bung sog. intendierten Ermessens (dazu Kruse in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 5 AO Rz 14) geltenden Begr&uuml;ndungserleichterungen anzuwenden sind. Es sind jedenfalls weder aus dem Vorbringen der Antragstellerin noch nach Aktenlage Gesichtspunkte erkennbar, aus denen sich eine Ermessensbeschr&auml;nkung des FA ergeben k&ouml;nnte. &Uuml;berdies kann die fehlende Begr&uuml;ndung einer Ermessensentscheidung gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 1 Nr. 2 AO noch im Einspruchsverfahren nachgeholt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vollziehung des angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheids ist auch nicht deshalb auszusetzen, weil die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Bemessung der Grunderwerbsteuer nach Ma&szlig;gabe der &#8211;im Streitfall gesch&auml;tzten&#8211; Grundbesitzwerte (&sect; 11 i.V.m. &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG und &sect; 138 Abs. 2 bis 4 BewG) ernstlich zweifelhaft ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat ist zwar, wie er in seinen Vorlagebeschl&uuml;ssen vom 2. M&auml;rz 2011 II R 64\/08 und II R 23\/10 (BFHE 232, 358) an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) ausgef&uuml;hrt hat, von der Verfassungswidrigkeit dieser Vorschriften &uuml;berzeugt. Daraus ergeben sich auch ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Grunderwerbsteuerbescheids.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Verfahren &uuml;ber die Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes ist aber zu beachten, dass regelm&auml;&szlig;ig keine weitergehende Entscheidung getroffen werden kann als vom BVerfG zu erwarten ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11. Juni 1986 II B 49\/83, BFHE 146, 474, BStBl II 1986, 782; vom 11. September 1996 II B 32\/96, BFH\/NV 1997, 270; vom 17. Juli 2003 II B 20\/03, BFHE 202, 380, BStBl II 2003, 807; Gr&auml;ber\/Koch, a.a.O., &sect; 69 Rz 88; a.A. Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 69 FGO Rz 96).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die im Streitfall ma&szlig;gebenden Vorschriften des &sect; 11 i.V.m. &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG und &sect; 138 Abs. 2 bis 4 BewG kann nicht angenommen werden, dass diese auf die Vorlagebeschl&uuml;sse des Senats vom 2. M&auml;rz 2011 II R 64\/08 und II R 23\/10 (BFHE 232, 358) hin vom BVerfG r&uuml;ckwirkend f&uuml;r nichtig erkl&auml;rt werden. Nach der st&auml;ndigen Spruchpraxis des BVerfG (vgl. etwa Beschluss vom 21. Juli 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 611\/07, 1 BvR 2464\/07, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2010, 1721, m.w.N.) ist regelm&auml;&szlig;ige Folge einer &#8211;wie hier in Betracht kommenden&#8211; Verletzung des Gleichheitssatzes die Unvereinbarkeitserkl&auml;rung. Dabei kommt eine befristete Fortgeltungsanordnung einer als verfassungswidrig erkannten Bestimmung u.a. aus Gesichtspunkten einer geordneten Finanz- und Haushaltsplanung in Betracht (BVerfG&#8211;Beschluss in DStR 2010, 1721, m.w.N.). Demgem&auml;&szlig; hat das BVerfG auch in seinem zur Erbschaftsteuer ergangenen Beschluss vom 7. November 2006&nbsp;&nbsp;1 BvL 10\/02 (BVerfGE 117, 1, BStBl II 2007, 192, unter D.II.) die befristete weitere Anwendung des geltenden Erbschaftsteuerrechts bis zur gesetzlichen Neuregelung zugelassen und dies mit Erfordernissen einer verl&auml;sslichen Finanz- und Haushaltsplanung und eines gleichm&auml;&szlig;igen Verwaltungsvollzugs f&uuml;r Zeitr&auml;ume einer weitgehend abgeschlossenen Veranlagung begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat vermag nichts f&uuml;r eine davon abweichende Beurteilung f&uuml;r den Fall zu erkennen, dass das BVerfG &sect; 11 i.V.m. &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG und &sect; 138 Abs. 2 bis 4 BewG f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;ren sollte. Das BVerfG ist zwar bereits in seinem zur Erbschaftsteuer ergangenen Beschluss in BVerfGE 117, 1, BStBl II 2007, 192, unter C.II.2.g zum Ergebnis gelangt, &sect;&sect; 138 ff. BewG gen&uuml;gten in allen Teilbereichen nicht den Vorgaben des Gleichheitssatzes. Der vorgenannten Entscheidung kommt jedoch, wie der Senat in seinen Vorlagebeschl&uuml;ssen vom 2. M&auml;rz 2011 II R 64\/08 und II R 23\/10 n&auml;her ausgef&uuml;hrt hat, keine Bindungswirkung im Hinblick auf die Anwendung des &sect; 11 i.V.m. &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG und &sect; 138 Abs. 2 bis 4 BewG zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.4.2011, II B 153\/10 Keine AdV wegen verfassungsrechtlicher Zweifel gegen die Bemessung der Grunderwerbsteuer nach Grundbesitzwerten &#8211; Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes &#8211; Erteilung eines Steuerbescheides bei noch nicht erlassenem Grundlagenbescheid Leits&auml;tze 1. Die AdV eines Grunderwerbsteuerbescheids, dessen Bemessungsgrundlage sich aus einem Grundbesitzwert ergibt, kommt nicht wegen ernstlicher Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-153-10-keine-adv-wegen-verfassungsrechtlicher-zweifel-gegen-die-bemessung-der-grunderwerbsteuer-nach-grundbesitzwerten-gewaehrung-vorlaeufigen-rechtsschutzes-erteilung-eines-steuerbescheides-bei\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;153\/10 &#8211; Keine AdV wegen verfassungsrechtlicher Zweifel gegen die Bemessung der Grunderwerbsteuer nach Grundbesitzwerten &#8211; Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes &#8211; Erteilung eines Steuerbescheides bei noch nicht erlassenem Grundlagenbescheid<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-10019","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10019"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10019\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}